Hallo liebe Katzenfreunde, in meiner Verzweiflung wende ich mich heute an euch und hoffe, dass mir irgendwer weiterhelfen kann oder mich auf eine Idee bringen kann, auf die ich, mein Tierarzt oder Tierschutzverein noch nicht gekommen sind.
Es geht um Folgendes:
Im Juli 2012 habe ich zwei
taube weiße Angora-Mix Kätzchen aus Griechenland bei mir zu Hause aufgenommen. Da ich sowieso nur Wohnungskatzen halten wollte, dachte ich, es würde keine Rolle spielen, dass sie taub sind. Da habe ich mich leider getäuscht..
Mein Kater Gonzales hat ein extrem lautes Organ, wohl auch deshalb, weil er sich selbst nicht hört. Jedenfalls schreit er mich nun seit fast 1 1/2 Jahren jeden Tag in den frühen Morgenstunden wach. Und ich rede wie gesagt nicht von ein bisschen "Miauen", sondern er brüllt richtig. Und das geht jeden Morgen spätestens um 05:00 Uhr früh los. Wenn man eigentlich bis 06:30 Uhr schlafen könnte und anschließend in die Arbeit muss, schlaucht einen das auf Dauer. Vom Wochenende mal ganz zu schweigen. Und bei der Vorstellung, dass das die nächsten 10 - 15 Jahre so weitergeht, weiß ich nicht, wie ich das aushalten soll. Ich bin dauerhaft unausgeschlafen und entsprechend unausgeglichen und schlecht drauf. Dabei ist es unabhängig davon, ob ich z. B. um 22:30 Uhr abends ins Bett gehe oder um 01:30 Uhr. Fakt ist, nach dem Kater kann man fast schon die Uhr stellen: Spätestens um 05:00 Uhr fängt er wieder das Maunzen an. Und er gibt auch keine Ruhe. Also die Taktik "Ignorieren", so nach dem Motto "er wird schon irgendwann wieder aufhören" hilft nicht, denn nein, er hört nicht auf. Und auch alle 5 Minuten aufzustehen und zu schimpfen, bringt nichts. Er hat den längeren Atem, er macht das solange, bis ich letztendlich ganz aufstehe. Aber abgesehen davon, was davon nun "katzenpädagogisch" richtig wäre, ich muss irgendwas tun, denn ich wohne in einem Mietshaus und gehe davon aus, dass meine Nachbarn nur ungern wegen meinem Kater ab 05:00 Uhr wach sein wollen.
Das Problem ist wohl, dass er, da ich den ganzen Tag arbeiten gehe, tagsüber die meiste Zeit schläft. Selbstverständlich versuche ich ihn abends wach zu halten und auszulasten, aber anscheinend reicht das nicht. Bei seinem Bruder Plüschi jedoch schon, der gibt keinen Mucks von sich, er wartet immer brav bis Frauchen von alleine aufsteht. Nachts stelle ich ihnen natürlich auch immer Trockenfutter zur Verfügung, so dass Gonzales nicht aufgrund von Hunger so früh rumschreien müsste. In meinen Augen ist es reine Langeweile und das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Er ist jetzt wach, also müssen alle anderen auch wach sein. Dass sie selbstverständlich einen Kratzbaum und jeder Menge Spielzeug (und Dinge, die sie zum Spielzeug machen

) rumliegen haben, erwähne ich jetzt nur mal am Rande. Gonzales ist von seiner Art her schon der Frechere und Wildere, während sein Brüderchen mehr so der gemütlichere Typ ist und wenn ich schlafe, selbst auch noch schläft. Nur Gonzales tigert rum und schreit..
Vom Tierarzt habe ich Beruhigungstabletten bekommen, die manchmal irgendwie zu helfen scheinen und manchmal auch nicht. Letztendlich ist er ja nicht "ruhig" gestellt in dem Sinne, sondern entscheidet immer noch selbst, wann er miaut. Es gibt Zeiten, da läuft es besser und Zeiten, da läuft es schlechter. Momentan haben wir aber seit Wochen nur schlechte Zeiten, ich kann mich nicht erinnern, wann ich einmal von meinem Wecker wach geworden wäre und nicht viel zu früh von seinem Gebrüll.
Vom Tierschutzverein, von dem ich sie habe, wurde mir der Tipp gegeben, ich sollte ihn mit Wasser anspritzen. Meine Begeisterung für diesen Vorschlag hielt sich in Grenzen, aber im Hinblick auf die letzte Zeit, wusste ich mir auch gar nicht mehr anders zu helfen. Also habe ich mir so eine Art "Pflanzenbesprüher" (ich hoffe ihr wisst was ich meine) aus dem Baumarkt gekauft. Das hat ihn leider nicht besonders beeindruckt. Klar lief er im ersten Moment weg. Was ihn aber nicht davon abgehalten hat, nach 5 Minuten wieder auf der Matte zu stehen und wieder zu schreien. Und das Spielchen könnte man tausend Mal wiederholen. Mittlerweile trabt er nur noch gelangweilt davon, wenn er angesprüht wird, und kommt halt dann einfach nach 2 Minuten wieder.
Zwar hab ich vom Tierarzt gehört, dass es nach Genehmigung vom Veterinäramt die Möglichkeit gäbe, ihm die Stimmbänder durchtrennen zu lassen, als ich aber hörte, dass die OP lebensgefährlich sei, weil die Halsschlagader direkt daneben läge, war das Thema für mich sofort vom Tisch. Dieses Risiko kann ich nicht eingehen, eine kerngesunde Katze operieren zu lassen. Ich würde mir das niemals verzeihen, wenn da was schief ginge.. Damit könnte ich nicht leben.
Aber ich weiß auch nicht, wie die Situation die nächsten Jahre noch weitergehen soll. Die Option sie wieder herzugeben, stand natürlich schon im Raum. Aber mal ehrlich, wer nimmt schon einen Kater, wenn er sowas schon hört.. Abgesehen davon liegt er mir natürlich sehr am Herzen, auch wenn er nicht grad der typische Schmusekater ist, der sich zu sich auf den Schoß legt und schnurrt.
Ich weiß, dass er tief in seinem Herzen ein Freigänger wäre.. Aber er ist taub, er hätte gar nicht die Möglichkeit dazu, selbst wenn er nicht bei mir wäre, sondern bei jemand anderem. Und im Sommer am Balkon sitzen zu können, ist anscheinend auch nicht Ausgleich genug gewesen, um nachts einfach mal Ruhe zu geben.
Jedenfalls weiß ich wirklich nicht mehr weiter, was ich noch mit ihm machen soll. Wenn ihr irgendwelche Ideen oder Vorschläge für mich habt, bitte helft mir
Danke im Voraus.