Fleischreifung
Nach dem Schlachten unterliegt Fleisch den Einflüssen von biochemischen Vorgängen. Die weiche, schlaffe Muskulatur der Tiere beginnt schon nach kurzer Zeit hart und starr zu werden - die Totenstarre tritt ein. Diese Verhärtung ist eine biochemisch verursachte Muskelkontraktion. Verantwortlich dafür ist die so genannte anaerobe Glykolyse und die damit verbundene Milchsäurebildung sowie der ATP-Abbau. Diese Vorgänge bewirken einen Abfall des pH-Werts im Muskelgewebe und dies wiederum führt zur Muskelkontraktion. Noch festes Fleisch von frisch geschlachteten Tieren ist im Allgemeinen zäh und hat eine geringe Wasserbindung. Darum wird es beim
Braten schnell trocken und beim
Kochen verliert es viel Flüssigkeit.
Aufgrund weiterer biochemischer Prozesse verändert sich das Muskelfleisch nach der Totenstarre zusehends. Nach der Totenstarre spricht man von der
(enzymatischen) Fleischreifung. Hierbei kommt es durch enzymatisch bedingte Veränderungen im Muskelfleisch nun zu einem Anstieg des
pH-Werts. Dies verbessert die Wasserbindung des Fleisches - es verliert weniger Flüssigkeit beim Garen und bleibt saftiger beim Braten. Der erhöhte pH-Werts des Fleisches begünstigt gleichzeitig die Vermehrung von Bakterien, die u. a. für wichtige Prozesse bei der Fleischreifung verantwortlich sind.
Quelle:
http://www.lebensmittellexikon.de/f0000200.php