Aber all die Tiere, die die Katze in der Natur frisst, haben ein völlig ausgewogenes Kalzium-Phosphor-Verhältnis. Und das ist auch wichtig, das ist eines der wichtigsten Dinge in der Katzenernährung.
Für mich hakt es in deiner Logik an dieser Stelle.
Wenn alle die Tiere, die die Katze in der Natur frisst ein völlig ausgewogenes Kalzium-Phosphor-Verhältnis haben, warum sollten das andere Tiere nicht auch haben?
Warum sollte ein Küken ein anderes Kalzium-Phosphor-Verhältnis haben als ein ausgewachsenes Huhn?
Und frisst eine Katze ein Kaninchen vollständig?
Denn davon wird beim Barfen immer ausgegangen: Wir bauen uns eine Maus nach.
Die einzelnen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente sind dabei in verschiedenen Körperteilen verteilt, so dass sich nur aus der ganzen Maus die optimale Versorgung ergibt.
Das heißt, frisst eine Katze in der freien Natur ihre Beute nicht vollständig, hat sie einen Mangel an bestimmten Nährstoffen.
Findet sie keine Mäuse und frisst sie Vögel, was ist dann mit dem Nährstoffbedarf? Oder ein halbes Kaninchen oder zwei Drittel Ratte?
Dann stellt sich doch die Frage, was ist das ausgewogene Kalzium-Phosphor-Verhältnis. Du meinst sicher 1,1:1 oder?
Bist du sicher, dass das auch in einem Kaninchen steckt?
Laut Naehrwertrechner.de hat Wildkaninchenfleisch 12 mg Kalzium und 226 mg Phosphor pro 100 g.
Kommt also nicht einmal ungefähr in die Nähe des "ausgewogenen Verhältnisses". Zumindest nicht ohne das auch Knochen vertilgt werden.
Knochen sind also im Grunde das Zauberwort. In dem reinen Fleisch ist herzlich wenig Kalzium. Und das ist auch der Grund, warum es beim Barfen supplementiert werden muss. Wenn man Fleisch mit Knochenanteil verfüttert, ist die Menge des Kalziums, dass zugeführt werden muss, geringer.
Der Gedanke von Doreen Fiedler ist auf jeden Fall bedenkenswert.
Allerdings denke ich da gerade an das Vitamin A Problem, um das auch gern gestritten wird.
Grundsätzlich heißt es, man darf Vitamin A auf keinen Fall überdosieren. In den verschiedenen Bedarfswerttabellen ist das Vitamin A mit verschiedenen Werten angegeben. Der Dubarfst-Kalkulator und auch Susanne Reinerth berechnen Vitamin A aber mit dem 5fachen des gängingen Bedarfswertes.
Wenn ich mich recht erinnere, ist der Grund die Bioverfügbarkeit des Vitamin A in der Leber, d.h. es wird weniger Vitamin A aus der Leber aufgenommen als enthalten ist.
Ich weiß nicht, ich kann das zwar alles nachvollziehen, es klingt für ich durchaus logisch, aber ich habe mit diesen absoluten Werten so meine Probleme.
Ach übrigens habe ich mir die Bücher schon am letzten WE bestellt. Ich bin neugierig.
