Hallo ihr Lieben,
zunächst einmal: Ich weiß, hier tummeln sich keine Tierärzte und niemand kann ordentliche Ferndiagnosen stellen - aber ich schreibe euch, in der Hoffnung, dass euch vielleicht ein paar Symptome bekannt vorkommen. Vielleicht habt ihr eine Idee, in welche Richtung das alles hier gehen könnte. Ich bin nämlich absolut ratlos...
Alles begann vor 2 Wochen: Meine Misto (ca. 2 Jahre alt, bis vor kurzem fit wie ein Turnschuh), kam vom Freigang wieder heim und humpelte stark mit den Hinterbeinchen. Mein erster Gedanke war natürlich, dass sie sich wohl verletzt hat - äußerlich war aber nichts zu sehen. Es war schon sehr spät am Abend. Ich habe sie abgetastet, aber da war weder irgendwas zu spüren, noch hat sie sich darüber beschwert, dass ich an ihr herumdrückte. Am nächsten Morgen war es aber so schlimm, dass ich mit ihr sofort zum Tierarzt gerast bin. Sie konnte kaum aufs Bett oder aufs Sofa springen, weil einfach die Kraft fehlte.
Der Tierarzt musste sie in Narkose legen. Anders ist es bei meinem Wildling nicht möglich. Tierarztbesuche sind das Schlimmste für sie, sie kämpft dann um ihr Leben - und abtasten etc. ist dann natürlich nicht möglich.
Am Bein hat der
Tierarzt nichts gefunden, trotz gründlicher Untersuchung. Das Herz wurde abgehört, keine Unauffälligkeiten. Sie hatte auch kein Fieber. Er nahm ihr Blut ab, um ein großes Blutbild erstellen zu lassen. Dann spritzte er ihr noch Antibiotika und Schmerzmittel.
Zuhause ging es ihr wieder etwas besser. Ich bin sicher, die Medikamente haben gut gewirkt.
Ein paar Tage später kam dann das Ergebnis vom Blutbild und die Diagnose haute mich um: Misto litt offenbar unter Diabetes. Die Glucose und Fructosaminwerte waren zu hoch. Daher wohl auch die Lähmungserscheinungen. Ich startete sofort damit, mir alle Utensilien zu besorgen. Wenige Tage später konnte ich schon anfangen, ihr Insulin zu spritzen. Dann aber das Grauen: Sie war ständig unterzuckert - trotz Minimengen Insulin (0,25 - 0,5 IE). An einem Abend kam sie nicht mehr vom Freigang heim. Sie war die ganze Nacht und den ganzen Tag über weg. Meinen Horror könnt ihr euch vorstellen; ich dachte, sie wäre ins umgekippt und ins Koma gefallen oder so... Am nächsten Abend kam sie allerdings wieder und es ging ihr ziemlich schlecht.
Nun humpelte sie mit dem linken Vorderbein! Sie hielt das Beinchen sogar hoch, wenn sie stand, um es kein bisschen belasten zu müssen!
Ich spritzte natürlich kein Insulin mehr, denn die Zwischenwerte, die ich ergattern konnte, waren fast immer zu niedrig. Der
Tierarzt meinte, die Humpelei könnte vom Unterzucker kommen. Wie gesagt, ich spritzte schon längst kein Insulin mehr. Die Werte schwankten zwischen 'sehr gut' und 'unterzuckert'.
Eine Besserung gab es an keinem Tag, egal wie gut ihr Blutzucker war.
Ich denke also, dass es kein Diabetes sein kann. - Aber was dann? Und warum waren die Langzeitblutzuckerwerte zu hoch, nun aber alle Werte viel zu niedrig?!
Fassen wir zusammen:
- Sie humpelte erst mit den Hinterbeinchen.
- Ein paar Tage später dann mit dem linken Vorderbein.
- Mittlerweile lässt auch ihr Appetit stark nach, sie beginnt, abzumagern.
- Kotabsatz und Urin soweit ich es beobachten konnte aber relativ normal, zwischenzeitlich hatte sie mit leichtem Durchfall zu kämpfen.
- Sie setzt sich nicht mehr hin. Auch beim Fressen nicht. Sie bleibt dann in einer seltsamen Haltung stehen.
- Beim "normalen Stehen" macht sie einen Katzenbuckel, als hätte sie Schmerzen.
- Sie liegt viel herum, bewegt sich sehr wenig.
Ich tippte auf Entzündungen jeglicher Art, aber ihre anderen Blutwerte waren alle in Ordnung; sie hatte auch keine erhöhten Entzündungswerte.
Ich tippte auf Verstopfungen, aber Kotabsatz, wie gesagt, in Ordnung.
Es könnte ja wirklich ALLES sein. Eventuell ein Tumor, der aufs Rückenmark drückt und die Lähmung in den Beinen erzeugt?! Wie gesagt, die Lähmung kommt und geht. Mal ist es besser, mal schlechter.
Es könnte auch eine bakterielle Infektion sein, denn das Antibiotika schien bei ihr ja gewirkt zu haben... Ich hatte an den
Calicivirus gedacht, der wohl auch auf die Gelenke gehen kann. Sie zeigt aber sonst keinerlei Beschwerden, wie zB. verklebte Augen, Atemnot, Schnupfen, etc.
Die Frage aller Fragen: Was würdet ihr vom
Tierarzt alles abchecken lassen?
Mein Plan war es, sie mal röntgen zu lassen und eventuell noch einen speziellen Bluttest wegen
FIV,
FIP...? Ich habe nämlich Panik, es könnte etwas ganz schlimmes sein...

Auch die Zähne sollen mal genau angeschaut werden.
Da Misto, wie gesagt, für all das in Narkose gelegt werden muss, möchte ich dann so viel abdecken, wie nur möglich. Nichts darf vergessen werden...
Habt ihr irgendwelche Ideen?
Besorgte Grüße von Lola
mit Misto & Jelly <3