Du, ich erzähl die mal Meffis Geschichte.
Meffi ist rot, und die helle Haut ist ja anfällig für allerlei. Als er so 2 war, hatte er plötzlich an beiden Innenschenkeln am übergang zum Bauch zwei völlig symmetrische, ovale Stellen, die kahl und wund waren. Er hat alle paar Minuten wie manisch daran herumgeleckt. Ab zu unserer (damaligen!) TÄ.
Die Frau sah den Kater an... "Nanu, was kann das sein? Eine Verbrennung? Eine Schürfwunde? Aber so symmetrisch!? Jedenfalls eine Schleckdermatitis." - "Was war früher da, die Wunde oder das Lecken?" - "Kann man nicht mehr sagen".
Er bekam Silberzeugs drauf und eine Halskrause. Einmal am Tag haben wir den Armen von dem Teil befreit, damit er sich putzen konnte. Er putze Pfötchen, Gesicht, Bauch und arrrgh schleckschleckschleck die Schenkel, wie ein Wahnsinniger. Es wurde nicht besser. Er bekam Cortison. Und plötzlich Ruhe. Juchu, geschafft. Und als die Wirkung nachließ, war alles wieder wie zuvor.
Kater wieder der TÄ vorgestellt: "Tja, manche Katzen brauchen halt lebenslang Cortison". Oha, dachte ich, aber doch nicht ab zwei Jahren :shock:
"Kann man da homöopathisch was machen?" - "Nein, Homöopathie wirkt bei Katzen nicht." Und an ihrer Tür war ein großes Schild
TCM bei Tieren.
Unsere Nachbarin empfahl uns dann einen Tierhomöopathen, der Hausbesuche macht. Er kam also vorbei, sah den Kater genau an und kippte ihm dann nen gefühlten Eimer voll Globuli in den Rachen, für 50€. Und Ruhe mit der Schleckerei. Ein paar Monate später gab es einen Rückfall und er hat wieder Globuli bekommen. Ich schwöre, seither hatte er nie wieder wunde Stellen, weder an den Schenkeln noch sonstwo.
Heute ist Meffi sechs Jahre alt. Irgendwann kamen kleine Krusten an den dünn behaarten Stellen vor den Ohren dazu, einmal am Kinn, einmal unterm Auge. Die kommen und gehen. Ich wischen ihm dann die Ohren mit einem sauberen Kleenex aus, falls ihn das Schmalz juckt, sprühe Piercingdesinfektion drauf (das ist ja "essbar" - wegen Zungenpiercing etc.) und unternehme nichts weiter. Die Krusten sind minimal, er hat lange symptomfreie Phasen und ich habe ihn NIE manisch daran herumpföteln sehen. Also den Stress einer tierärztlichen Behandlung meiner Einschätzung nach bei weitem nicht wert.
Unsere jetzige TÄ sagte nur auf die Symptombeschreibung hin (war mit Meffis Bruder dort) gleich EG. Musste sie mir erst mal buchstabieren. Er wurde nie getestet, aber ich bin sicher, dass es das ist. Die Ursache? Autoimmun, Stress, Psyche, empfindliche Haut, alles davon, was anderes? Nützt Meffi wohl auch nicht viel, das zu wissen.
Ich hab gerade überlegt... was wurde in den letzten Jahren im Haushalt verändert, was zur Besserung beigetragen haben könnte?
- Napf von Plastik zu Keramik gewechselt
- nur Nassfutter statt nur Trockenfutter
- Stiefvater, der die Katzen gehasst hat und vor dem sie Angst hatten, ausgezogen
das wars.
Es klingt gemein, aber ich nehme die kleinen Krusten mittlerweile als Indikator hin. Sind keine da, kann eine bestimmte Langzeitsituation nicht so belastend für ihn sein wie befürchtet.
So Fazit:
- Es kann sich durchaus mit den Jahren bessern!
- weniger Medikamente sind weniger Stress und das meiste hilft eh nicht
- Die Frage sollte immer lauten "quält meine Katze sich?"
OT: Das Ganze erinnert mich grad irgendwie meine Akne. Jahrelang hab ich gepeelt und gewaschen und gecremt und weiß der Geier was sonst noch, und es wurde immer schlimmer (Schmerzen inklusive). Irgendwann hab ich es aufgegeben. Heute, nach bald 7 Jahren, hab ich immer noch große Poren und Mitesser und neige zu fettiger Haut. Aber kein einziger Pickel mehr. Und wie hab ich das geschafft? Nun, ich reinige mein Gesicht etwa alle zwei(!) Tage ENTWEDER mit Wasser ODER einer guten Reinigungsflüssigkeit ODER einem Peeling. Je nach Fett-Zustand. Gegen den Rest könnte vielleicht gesündere Ernährung oder Rauchen aufhören helfen. Aber da ich mit 13 natürlich nicht geraucht und sehr gesund gegessen habe, tu ich mir das nicht an. Wer weiß, vielleicht hab ich mit 27 ja von allein Pfirsichhaut. Und wenn nicht, ich bins so gewöhnt, ich kann damit leben.
Ich merke grad, dass ich nachts immer seeehr viel schreibe
Und eins noch @bescheuerte Tierärzte. Ich hatte auch lang einen Hass auf die Frau, die das bei Meffi nicht erkannt hat. Bis mir mein Freund erzählt hat, dass eben diese TÄ seiner Katze, die mit einem raushängenden Auge :shock: vom Freigang kam, das Auge operiert hat. Und die Katze war danach sehend, auf beiden Augen.
Ich denke,
Tierarzt ist ein verdammt schwerer und harter Job. Schon Menschenarzt sein ist nicht leicht und es gibt zig Millionen Krankheiten und Symptome. Und dann das Ganze multipliziert mit allen Haustieren von Hamster und Hund über Wellensittich bis Schuldkröte und Katze? Zu der oben Genannten würde ich jederzeit operieren gehen. Kein Mensch kann alles... und könnte ich es besser, wär ich doch selber TÄ geworden. *meine Meinung OT Ende*