Hallo,
Wir sind die Besitzer der erkrankten Katze und melden uns nun selbst zu Wort, um den Verlauf korrekt darzustellen. Danke, dass ihr hier diskutiert und uns, respektiv unserer Katze, zu helfen versucht.
Bonita ist unsere erste Zuchtkatze. Am 10.05.2014 im Alter von 12 Wochen ist sie bei uns einzogen. Wir haben zur Vorbereitung 2 Bücher über Katzenhaltung gelesen. Leider waren darin nicht die besagten Stangenbohnen als Giftpflanze erwähnt.
Aber eins nach dem anderen.
Bereits nach den ersten 2 Tagen ist uns aufgefallen, dass Bonita mehr trinkt und pinkelt als wir es von unseren früheren Katzen gewohnt waren. Da sie ansonsten quietschfidel war und man ja immer liest, dass eine Katze Gesundheitliche Probleme bekommen kann, wenn sie zu wenig trinkt haben wir das eher als positiv gesehen. Wie gesagt, es ist unsere erste Zuchtkatze.
Gefüttert haben wir die ersten 2 Wochen morgens und abends Shesir wie der Züchter und über den Tag Trockenfutter für Kitten. Da der Qualipet allerdings kein Shesir führt haben wir uns dort über die anderen Futter, welche sie im Sortiment haben ausführlich informiert. Sowohl die Mitarbeiterin vom Qualipet als auch die Testberichte im Internet gaben zur Auskunft, dass Applaws und Almo nature qualitativ die besten seien. Also haben wir beides im Wechsel (morgens und abends 2 Tage das eine, dann das andere)gefüttert, dass es ihr nicht verleidet, also sie Abwechslung hat und dazu über Tag von Hills das Trockenfutter für Kitten.
Am 27. Mai hat sie zum ersten Mal einen Haarballen hochgewürgt. Ganz sauber, fast trocken. Einen Tag später hat sie zum ersten Mal erbrochen. Ein braunes Häufchen halbverdaute Nahrung ganz oben auf dem Katzenbaum und noch etwas am Boden. Sie war ansonsten vital, hat viel gespielt, schmusig ect. Wir haben uns über Erbrechen eingelesen und die Ursache in der Futterumstellung gesehen. 1 Woche später erbrach sie zum zweiten Mal. Wieder ein braunes Nahrungshäufchen. Wir haben uns weiter über Erbrechen informiert und zum Beispiel gelesen, dass Katzen, auch wenn sie schon Mal sauber Haare hochgewürgt haben, dennoch Probleme damit haben können und erbrechen. Also haben wir Malzguetzli nach Beratung im Qualipet gekauft und ihr gegeben. Verkäuferin empfahl uns natürlich auch Katzengras, dass wir ihr ab der zweiten Woche zur Verfügung gestellt hatten. Darüber sind wir auf die Idee gekommen, unsere Balkonpflanzen genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir hatten eine Rose, eine Säulenbrombee!
re und Himbeere, Erdbeeren, Peterli, Basilikum und Stangenbohnen. Bonita war quasi kaum unbeaufsichtigt auf dem Balkon. Meistens sass sie auf einem Stuhl und schaute in die Wiese. Einmal haben wir ihr beim Spielen mit einer runtergefallenen getrockneten Bohnenblüte zugeschaut, unwissend dass sie schädlich für sie sein könnte. Wir haben zwei Kinder im Alter von 5 und 7 und sind laienhaft davon ausgegangen, dass alles was für Kinder ungefährlich ist auch für Katzen harmlos ist. Oh wie dumm!!! Wir hatten bislang mit drei Züchtern Kontakt und haben weder von ihnen, noch sonst von jemanden Hinweise auf Die Gefährlichkeit von "normalen Pflanzen" erhalten. Auch sind wir, da wir früher Katzen hatten, die rausgingen, davon ausgegangen, da diese sich nie vergiftet haben, das Katzen nicht einfach Pflanzen, wenn dann Gras fressen. Bitte nicht schimpfen, wir sind eben "Anfänger" und leiden schon genug an Selbstvorwürfen, dass wir das nicht vorher wussten. In diesem Moment, wo wir gelese!
n haben, dass Stangenbohne für Katzen giftig ist haben wir die Bohnen entsorgt und zur Sicherheit auch alle anderen Pflanzen zu einer Kollegin gebracht.
Wieder war für ein paar Tage alles normal. Dann hat sie in der Nacht mehrmals erbrochen. Wir sind zum Tierarzt gegangen.
Der Tierarzt hat die Anamnese gemacht, sie abgetastet, Fieber gemessen, ins Maul, in die Ohren geschaut ect. Er konnte erstmal nichts feststellen. Ihm machte das viele Trinken vor allem Sorge.
Da sie für diesen Moment jedoch stabil war, also kein Grund für eine Infusion oder Medikamente bestand, sind wir wieder heim. Wir sollten Tagebuch schreiben, wieviel sie frisst, genau trinkt, pinkelt, wie sie sich verhält, was sonst auffällt. Bei Verschlechterung sofort wieder kommen. Er informierte uns, dass es viele Ursachen haben kann, von Futterunverträglichkeit über Diabetis bis zu schwerwiegenden Krankheiten. Wir bekamen Gastro-Intestinal-Futter mit. Wir sollten auch möglichst gleich Urin bringen. Haben wir gemacht, leider ist es dann massiv mit ihr bergab gegangen. Sie frass auf einmal nicht mehr, bewegte sich kaum. Sie trank immer noch viel(bis zu 2,5 dl), wenigstens erbrach sie nicht mehr.
Nun haben wir den Züchter angerufen, in der Hoffnung auf einen Hinweis, aber die Geschwister sind ja alle gesund.
Der Urin war sehr dünn und brachte keine Informationen, als nächstes nahm der Tierarzt Blut und entdeckte diesen extrem hohen Calciumwert. Der Tierarzt bat, den Züchter weiter zu informieren. Diesen Teil kennt ihr ja.
Bonita fing auf einmal zusätzlich an, zu niesen. Es sieht aber mehr aus,wie auf den Katzen-Asthma-Videos aus Youtube und hinten steif zu gehen. Da Bonita sich bei der ersten Blutabnahme recht werte, mussten wir sie für mehr Blut schlafen legen und entschieden uns in diesem Zusammenhang für ein Röntgenbild. Letzteres zeigte keine Auffälligkeiten. Für die grossen Bluttest wurde das Blut in die Klinik gebracht, um die Katze nicht noch mehr zu stressen haben wir uns für diesen Weg entschieden und nicht die Katze in die Klinik zu bringen, das hilft der Katze nicht. Auch, sagt der Tierarzt, kann man nicht einfach etwas geben, wenn man nicht genau weiss, was ist, da man es dann noch verschlimmern könnte. Halten diese Schritt für Schritt Methode grundsätzlich für vernünftig.
Wie gesagt, sollte sich ihr Zustand verschlechtern bringen wir sie natürlich grad wieder zum Arzt. So heute morgen. Nachdem es ihr jetzt einige Tage nach Futterumstellung weg von zu hochwertigem Futter deutlich besser ging,(ihr Fell wurde wiederbesser, sie ass gut, kotzte nicht, bewegte sich besser und mehr) hat sie heute morgen wieder viel erbrochen und war wieder sehr reduziert.
Jetzt ist sie beim Tierarzt, bekommt eine Infusion, und etwas, das der Niere hilft Giftstoffe auszuschwemmen. Wenn das nicht hilft kommt sie für einen Katheter ist Tierspital.
Das die Bluttest einige Tage brauchen, das ist halt so, vorher weiss man eben nicht mehr und könnte eben auch etwas falsch machen.
Wir haben durchwachte Nächte voller Sorge hinter uns. Bonita hat bei uns im Bett geschlafen, damit wir alles mitbekommen, war über Tag nie allein. Haben alles gelesen, was wir zu den Symptomen finden konnten. Ist es ein Tumor? War es eine Bohnenblüte? Ist es nur falsche Fütterung?
Schön fände ich, für alle die dies Lesen und züchten, dass wir die einzigen bleiben, die diese Fehler, also mangelnde Kenntnisse über Pflanzen und Futter machen.
Danke für eure Anteilnahme, werden weiter informieren.
Gruss, Saskia und Dani.