Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters?

Diskutiere Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? im Zucht und Genetik Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Hallo, ich habe mich hier einmal angemeldet, da mich etwas beschäftigt. Es geht um Freunde von mir. Sie haben zwei Katzen (BKH) und wollen sie...
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #1
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Schneeflocke100

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Hallo,

ich habe mich hier einmal angemeldet, da mich etwas beschäftigt. Es geht um Freunde von mir. Sie haben zwei Katzen (BKH) und wollen sie decken lassen. Einen Verein haben sie wohl gefunden, bei dem man nicht auf Ausstellungen muss. Und die Katzen kann wohl der Tierarzt für geeignet erklären. (?)
Beide haben Stammbäume, wurden aber nicht als Zuchttiere gekauft. Sie meinen sie könnten dennoch züchten, da sie ja die Stammbäume haben. Geht das so einfach? Kann sich jeder Katzenbesitzer mit einem Stammbaum bei einem Verein anmelden und loslegen?

Jetzt zum Deckkater. Da sind sie der Meinung, dass sie nur einen finden müssen der auch einen Stammbaum hat, der wird dann kopiert und zum Verein geschickt.

Geht das wirklich alles so einfach? Was ist mit den Züchtern der Katzen bzw des Katers? Bekommen die davon dann so rein gar nichts mit?

Ich wusste ehrlich gesagt nicht was ich dazu sagen sollte. Wer klärt mich hier mal auf?

Schneeflocke100
 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #2
Normalerweise müsste das im Vertrag stehen! Ich glaube das man da ganz schöne Probleme mit den Züchtern bekommen kann weil normaler Weise doch ein Kastranachweiss verlangt wird!?
 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #3
Hm, dass weiß ich jetzt nicht. Die Katzen sind jedenfalls knapp 1 1/2 Jahre.
 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #4
In den Standartverträge wird normalerweise festgelegt ob es sich um Liebhabertiere oder Zuchttiere handelt. Da sollten sie auf jeden Fall mal nachlesen. Ansonsten können sie sich auf Vertragsstrafen einstellen. Hinzu kommt das die Züchter sich untereinander oft kennen. Da ist man, ehe man sich versieht ein Schwarzes Schaf, denn ein Zuchttier kostet um einiges mehr wie Liebhabertiere.

Etwas anderes fällt mir mehr auf, deine Bekannten scheinen ohne jede Ahnung und Grundwissen mal eben die Katzen vermehren zu wollen. Denn es gehört mehr wie ein Verein dazu, Katzen zu züchten.

Wurden die Katzen auf Erbkrankheiten untersucht?
Nach welchen Gesichtspunkten soll der Deckkater ausgesucht werden?
Steht jemand der sich auskennt mit Rat und Tat zur Seite? (idealer Weise macht das der Verkaufer der Zuchtkatzen)
Sind Genetik Kenntnisse vorhanden?
Ist bekannt wie eine Geburt und die folgende Aufzucht der Jungen zu erfolgen hat.

Und das sind bei weitem nicht alle wichtigen Punkte....
 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #5
Wurden die Katzen auf Erbkrankheiten untersucht?
Nach welchen Gesichtspunkten soll der Deckkater ausgesucht werden?
Steht jemand der sich auskennt mit Rat und Tat zur Seite? (idealer Weise macht das der Verkaufer der Zuchtkatzen)
Sind Genetik Kenntnisse vorhanden?
Ist bekannt wie eine Geburt und die folgende Aufzucht der Jungen zu erfolgen hat.

Ich ergänze mal, gerade bei Briten ist die Kenntnis der Blutgruppe wichtig.

 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #6
Soweit ich weiß, wurden sie als Liebhabertiere gekauft. Der Wunsch kam jetzt auf. Sie meinen beide, dass im Internet ja alles steht. Ich gehe nicht davon aus, dass die Katzen noch gründlich untersucht werden, da ja der Tierarzt nur ankreuzen soll, ob sie gesund ist. Finde ich persönlich etwas seltsam. Der Kater soll wohl aus den Kleinanzeigen kommen, hat er einen Stammbaum wird er genommen. Geht das, obwohl der Kater dann in keinem Verein ist??? Ich kann mir das nicht vorstellen. Prüfen Vereine das nicht irgendwie nach?
Zu den Blutgruppen weiß ich nichts, da muss ich noch einmal nachfragen.
 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #7
Um wirklich seriös und legal zu züchten, gehört wesentlich mehr, als im Besitz einer potenten Kätzin zu sein, egal ob sie Papiere hat oder nicht, ob man einem Verein beigetreten ist oder nicht:

- Ohne Zuchterlaubnis des Züchters ist es in meinen Augen Betrug, wenn die Tiere als Liebhabertiere erworben worden sind, wird das vermutlich auch im Kaufvertrag festgehalten sein, dass man nicht damit züchten darf, sollte sie um es legal zu betreiben, also umgehend nachholen und sich mit der Züchterin in Verbindung setzen.

- dann braucht man umfangreiche Kenntnisse, nicht nur in Katzenhaltung, sondern auch über Trächtigkeit, Aufzucht und Genetik, hier empfiehlt es sich einen Züchter der gleichen Rasse als Mentor zu haben, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht.

- Eine normale tierärztliche Untersuchung ist absolut unzureichend, es ist wichtig, dass die Katzen auf Erbkrankheiten untersucht werden und vorallem auch die Generationen davor, die Tiere also nachweislich aus gesunden Linien stammen. Bei den Briten wäre dass vorallem HCM und PKD.

- Bei den Briten gibt es noch die Besonderheit, dass da auch die Blutgruppe B vorkommt, daher muss man vor der Verpaarung eine Blutgruppenbestimmung machen lassen, damit man keinen A-Kater auf eine B-Kätzin setzt, was meist den Tod der Kitten zur Folge hat.

- Ohne die Zucht auf seriöse Beine zu stellen und auch angemeldet zu züchten, also ohne Zuchterlaubnis, wird man kaum an einen Deckkater kommen, der aus einer seriösen und verantwortungsvollen Zucht stammt, weil solche Züchter ihre Kater auch nur anderen ebenfalls ganz seriösen Züchtern zur Verfügung stellen, die leiden viel zu sehr unter Vermehrern, Schwarz- und Möchtegernzüchtern, als dass die so etwas unterstützen würden.

- Wenn sie in einem Verein züchten wollen, dann muss der Deckkater auch gültige Papiere und eine Zuchtbuchnr. haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #8
Das ist schon alles richtig, was Du schreibst, Petra. Das große Problem ist nur, dass es gar nicht schwierig ist, das alles viel einfacher zu machen. Die wenigsten Katzenvereine verlangen irgendwas vom Züchter, das zeigt, dass er Grundkenntnisse hat oder auch nur ordentliche Zuchtuntersuchungen bei seinen Katzen machen lässt. Der Deckkaterbesitzer muss nicht in einem Verein sein. Es reicht tatsächlich aus, dass der Kater Papiere hat. Die Kitten bekommen auch aus solchen "Zuchten" Papiere und ein Liebhaber kann im Normalfall nicht beurteilen, ob das alles so richtig ist, wie es dort läuft.
 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #9
Wie die anderen schon sagten: ein seriöser Züchter wird in seinen Verträgen genau festhalten, was er verkauft (ein Liebhaber oder Zuchttier) und entsprechende Vertragsstrafen o.ä. festhalten, wenn dagegen verstoßen wird.

Wenn die beiden an einen geraten sind, dem es egal ist .... - ok, sollte einem ja schon zu denken geben. Was war dem Züchter dann noch alles egal??

Gibt es denn einen Grund, den Züchter der Tiere nicht zu informieren? Wenn sie meinen, dass sie "das Recht dazu haben, zu züchten" können sie ihn ja kontaktieren und er kann ihnen behilflich sein bei Fragen, von denen Anfängern in der Regel keine Ahnung haben. Auch kann er Kontakte herstellen usw.
Wenn Sie aber glauben, dass der Züchter dagegen ist, dann machen sie einen ganz großen Fehler. Denn kaum ein Liebhaber hat eine Vorstellung davon, wie klein die Katzenszene ist. Und wenn der Züchter mitbekommt, dass hinter seinem Rücken mit den Tieren gezüchtet wird, dann sind sie in der "Szene" so was von durch ...

Deine Bekannten sollten sich sehr genau überlegen, was genau sie wollen. Warum wollen sie züchten? Vielleicht haben sie ja durchaus ehrbare Absichten - aber dann sollten sie alles von Anfang an richtig machen (oder wenigstens bemüht sein).

Selbst wenn sie sich am Anfang nur vornehmen "gesunde, niedliche Britenkinder" in die Welt zu setzten, ist das viel schwieriger als man sich das so vorstellt. Bei "gesund" fängt doch das Problem schon an - ohne Kontakt vom Züchter haben sie doch keinerlei Nachweise über Vorsorgeuntersuchungen und/oder Besonderheiten in den Linien. (Hat der Züchter die auch nicht, sollte man das Zuchtvorhaben mit diesen Tieren sowieso in Frage stellen).

Ach ja - und NEIN - es reicht nicht, irgendeinen Kater aus den Kleinanzeigen mit Papieren zu finden. Vereine brauchen für eine Wurfmedlung eine Deckbestätigung des Katerbesitzers, die er ausfüllen muss und wo er seine Vereinsangerhörigkeit (mit Mitgliedsnr.) angeben muss ...

Grüße,
Nic
 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #10
Fast 100% sicher ist vertraglich geregelt, dass ein Liebhabertier nicht zur Zucht eingesetzt werden darf, bei gleichzeitiger Festsetzung einer Strafzahlung bei Verstoß dagegen.
Sollte das trotzdem passieren, dann kann der Züchter notfalls zivilrechtlich die Strafzahlung einklagen und es gibt einige Urteile zu finden, die zu Gunsten des Züchters entschieden haben.
Der einzig saubere Weg (unabhängig von allen gesundheitlichen Voraussetzungen) ist mit dem Züchter einen Aufpreis für eine Zuchterlaubnis auszuhandeln sofern er denn dazu geneigt ist, ein Prozess ist mit Sicherheit teurer.
 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #11
Viele Liebhabertiere werden nicht ohne Grund als Liebhabertier verkauft, eben weil sie sich zur Zucht wegen 'Mängeln' nicht eingen. Sei dies der Typ, die Zahnstellung, der Character etc. Ohne Grund verkauft ein Züchter ein Tier nicht als Liebhabertier.
 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #12
Der häufigste Grund ist einfach, dass der Züchter nicht möchte, dass mit dem Tier gezüchtet wird.
Dazu kann es auch fehlerlos sein.

Der Punkt ist: Es ging an Liebhaber und nicht an Züchter! Jedenfalls haben die neuen Besitzer ihre Zuchtabsichten nicht rechtzeitig angekündigt, sonst hätten sie das gleiche Tier vielleicht als Zuchttier erhalten können. Dann hätte der Züchter aber auch noch entscheiden müssen, ob er sie dafür geeignet hält...
 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #13
Viele Liebhabertiere werden nicht ohne Grund als Liebhabertier verkauft, eben weil sie sich zur Zucht wegen 'Mängeln' nicht eingen. Sei dies der Typ, die Zahnstellung, der Character etc. Ohne Grund verkauft ein Züchter ein Tier nicht als Liebhabertier.

Natürlich, verkauft er auch zur Zucht geeignete Tiere als Liebhabertiere, weil er unter den Privathaltern deutlich mehr Abnehmer findet als unter Züchtern, die meisten Katzenhalter züchten zum Glück ja nicht selbst.
 
  • Zucht ohne Einwilligung des ehemaligen Züchters? Beitrag #14
Bei seltenen Rassen macht es vor allem gar keinen Sinn, wenn von einer Katze zu viele Nachkommen in die Zucht gehen. Um die genertische Vielfalt zu erhalten, darf keine Katze überproportional viel Nachkommen ind er Zucht haben.
 
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