Also ich habe damals in jedem wichtigen Zimmer einen Stecker gehabt (Räume wie Flur und WC habe ich davon ausgenommen).
Es gibt noch eine andere Sorte von Steckern, Catitude. Ich habe mal einen Artikel gelesen, der diese beiden Arten beschreibt. Sie arbeiten Beide mit unterschiedlichen Pheromonen. Das sind für uns so gut wie nicht wahrnehmbare, aber für Katzen immens wichtige, Duftstoffe, mit denen sie ihre Umgebung markieren. Dazu zählen : Gegenstände im Raum, Dosis Hosenbeine, andere kätzische Partner.
Alle sollen möglichst vertraut riechen, eben zur Familie gehören. Und genau da setzen diese künstlich nachgeahmten Duftstoffe an.
Es gibt Feliway für den vertrauten Geruch in den heimischen Räumen und Catitude für den vertrauten Geruch des Freundes/Katzenpartners. Vermutlich gibt es noch viel mehr dieser bestimmte Informationen transportierender Duftstoffe, aber das ist wohl noch nicht weiter erforscht.
Wenn ich kann und finde, setze ich dir noch einen Link zu diesem Thema mit hinein.
Was du jetzt brauchst, ist Geduld und Zuversicht.
Hier ein Zitat, wo ich es schon einmal zusammen gefasst hatte:
Ich habe eine Ausgabe der Zeitschrift Pfotenhieb (Ausgabe 03, März-April-Mai 2012) von einer lieben Forine geliehen bekommen. Darin ist ein interessanter Artikel über Pheromone der Katzen enthalten.
S. 24, Die Katzenwelt ist eine Duftwelt, von Dr. Michael Streicher, Fachtierarzt in Oberursel
Er spricht darin von insgesamt 5 bisher bekannten Pheromonen (F1-F5) von denen einer, F3 in Feliway (Umgebungsmarkierung) Verwendung findet. Ein anderer Duftstoff wird als F4 bezeichnet und markiert Freunde (quasi mit dem gleichen Parfum); dieser Duftstoff soll in Catitude und Felifriend enthalten sein. Über die Duftstoffe F1, F2 und F5 erfährt man leider nur, dass es sie gibt, nicht was sie bewirken/auslösen oder in welchem Präparat sie enthalten sind.
Die Situation war etwas außer Kontrolle geraten, aber das ist bestimmt wieder in den Griff zu bekommen, wenn du jetzt etwas ruhiger an die Zusammenführung gehst.
Bitte denke jetzt nicht, dass ich die „Zusammenführungsexpertin“ schlechthin bin. Ich selber habe erst eine einzige Zusammenführung im Februar gemacht, aber auch dabei hatte ich mitunter ganz schön Herzklopfen – man WILL ja, dass es klappt.
Es wird auch bei dir klappen; die Voraussetzungen sind durchaus gut. Alle Tiere sind sozialisiert. Leider war wohl vor allem dein Neuankömmling total verunsichert, vielleicht hatte er auch noch Schmerzen wegen der Ohrmilben, mit ziemlicher Sicherheit hatte er große Angst und ist deshalb als Erster in Kampfstellung gegangen.
Neben dem Ausheilen sämtlicher Wunden, könntest du inzwischen die Gittertür realisieren. Jede Gittertür kann anders aussehen, Sinn ist, dass die Tiere einander sehen und riechen, ohne sich jedoch verletzen zu können. Also den ersten Kontakt ungefährlich miteinander aufnehmen. Das würde ich jetzt erst in ein paar Tagen anfangen lassen, bis dahin sind (hoffentlich) alle gesund und das erste, unangenehme Aufeinandertreffen so gut wie vergessen.
Alles auf Null. Noch einmal von vorne – langsam und freundlich. ;-)
Am Gitter kann nichts passieren, du kannst mit allen Katzen abwechselnd spielen und Leckerchen verteilen. Du wirst merken, wann sie aufhören sich anzufauchen, brummeln, sich starr zu fixieren.
Irgendwann wird diese Situation zur unspektakulären Normalität. Wenn du beobachten kannst, dass sich deine Katzen und der Neue beginnen zuzublinzeln, dann kann es weiter gehen. Bis dahin heißt es:
Geduld du haben musst… :mrgreen:
Also, keep cool, warte auf ein Katzenlächeln (das Blinzeln) und mach dich nicht unnötig verrückt. ;-)