Hallo!
Ich habe hier sehr lang nichts mehr geschrieben oder gelesen, aber ich brauche jetzt einmal wirklich eiren Rat und muss dazu auch leider etwas ausholen...
Dobby hatte mir in der letzten Zeit bei mir oft Ärger gemacht. Sachen zerstört, Essen geklaut, Schränke ausgeräumt...zeigte alle Anzeichen großer Langeweile. Er hatte seinen Bruder zum Spielen bei sich und immer wenn ich Zeit fand, hab ich geklickert und gespielt und ihm sogar die Möglichkeit des unbegrenzten Freigangs gegeben. Trotzdem wurde sein Verhalten nicht besser. Ich musste oft mit ihm schimpfen. Trotzdem bekam er immer Liebe und Streicheleinheiten, wann immer er sie forderte. Auch wenn es nachts um 3 war und ich um 5 Uhr aufstehen musste.
Irgendwann kam er aus dem Freigang nicht zurück und ich hab ihn nicht mehr gesehen. Das Ganze ist 4 Monate her. Irgendwann schickte mir eine Freundin ein Foto von da, wo ich meine Reitbeteiligung stehen habe. Das ist Luftlinie 3km entfernt von meinem zu Hause. Auf dem Foto war Dobby auf dem Misthaufen zu sehen. Es war eindeutig mein Dobby.
Gestern war ich dann wieder da und fragte auch die anderen Mädels, die hatten ihn ebenfalls regelmäßig an der Koppel rumschleichen sehen und auch in der Futterkammer. Hatten ihn aber verscheucht, weil sie nicht wussten, dass er zu mir gehört.
Gestern hatte ich dann tatsächlich das Glück, ihn auch anzutreffen. Er sah mich erst nur an und fing dann an, ununterbrochen zu miauen. Was er bei den anderen vorher laut Angaben nie gemacht hatte. Ich ging mit etwas Trockenfutter in der Hand auf ihn zu, ganz langsam, aber er lief weg. Dann bin ich da hocken geblieben und irgendwann kam er ganz langsam miauend auf mich zu und holte sich das Futter. Und dann war es, als wäre ein Bann gebrochen. Er schmiss sich halbwegs in meine Arme, ließ sich kraulen, schmiegte sich in meinen Schoß und hörte endlich auf so herzzerreißend zu mauzen. Ich hab ihn noch weiter gefüttert, weil er schon arg dünn ausgesehen hat. Nicht verhungert, aber im Vergleich zu vorher, als er noch bei mir 2 mal am Tag gefüttert wurde und ihm das anscheinend schon zu wenig war...war das schon ein Unterschied. Natürlich ist er voller Zecken und bestimmt auch verwurmt.
Ich hatte natürlich keine Transportbox dabei, weil ich nich damit gerechnet habe, ihn zu treffen. Mein erste Impuls war aber, ihn mit Heim zu nehmen, im Bad zu isolieren und heute zum Tierarzt zu bringen. Er lief mir hinterher, die ganze Zeit. Er wäre mir wahrscheinlich sogar bis nach Hause hinterher gelaufen. Aber da muss ich an der Straße vorbei und er war so unglaublich schreckhaft, dass ich mir das nicht zugetraut habe. Also hab ich meinen Freund angerufen, der mit dem Auto gekommen ist. Ich hatte überlegt, ihn das kurze Stück auf dem Schoß im Auto mit Heim zu nehmen. Aber Dobby hatte dann zu große Angst und wollte nicht mitkommen. Also musste ich ihn allein zurück lassen, da es schon dunkel geworden war und ich ihn nicht wieder gefunden hätte, wenn ich die Box von zu hause geholt hätte. Da angekommen, wurde ich von beiden Schmusern erstmal aufs kleinste abgeschnüffelt...ich rief dann meinen Vater an und der meinte, Dobby wäre anscheinend in Freiheit zufrieden, er hat das ja selbst gewählt.
Aber ist das so? Kann ich ihn einfach da draußen lassen? Bald kommt der Winter. Ich hab mit meinen Mädels abgesprochen, an "seinen Platz" täglich Futter zu stellen. Ich würde ihn so oder so einmal entwurmen und endzecken...bei dem Rest bin ich ratlos.
Was meint ihr???