An deiner Stelle würde ich mir noch einmal ganz grundlegend Gedanken über Sinn und Zweck der Katzenhaltung machen.
Sind die Katzen nur dafür da, dass sie dir die Zeit vertreiben und du Spaß an ihnen hast? Oder ist dein Ziel, dass sowohl du, ALS AUCH die Katzen ein glückliches, zufriedenes Leben gemeinsam führen?
Wenn letzteres der Fall ist, dann solltest du deine Einstellung mit "die dürfen aber dies nicht und dürfen aber das nicht" und wie kann ich das denen denn "abgewöhnen" mal auf den Prüfstand stellen.
Sinnvoller kann man an die Sache rangehen, wenn man sich überlegt, was die Katzen brauchen und wie man das mit den eigenen Wünschen vereinbaren kann, ohne dass eine der beiden Seiten leidet.
Du möchtest nicht, dass deine Katzen auf der Arbeitsplatte rumturnen? Gut, dass möchte ich auch nicht, muss aber damit leben, dass meine ebenfalls 5 monatigen Kitten das noch nicht interessiert und sie Zeit brauchen zu lernen, dass das DER EINE Platz in der Wohnung ist, der tabu ist (wenn ich Zuhause bin ;-). Du hast ja schon eine Menge Tipps bekommen, wie man das erreichen kann. Stichwort: Alternativen schaffen, positive Verstärkung, wenn sie die Alternative annehmen und loben, wenn sie unten bleiben usw. Der Unterschied dabei ist, dass du dir nicht überlegst, "wie kann ich das meiner Katze abgewöhnen", sondern "was kann ich FÜR meine Katze tun, damit sie es nicht mehr für nötig erachtet die Arbeitsplatte zu nutzen?".
Das gleiche gilt auch für das Tapetenkratzen. Es ist völlig normal, dass Katzen sich in ihrem Revier Stellen suchen, die sie mit Kratzmarkierungen versehen. Das gehört zum normalen Verhaltensrepertoire der Katze und sie braucht es, um sich wohl fühlen zu können.
Auch hier sollte ich mir als Mensch, der für sich UND für die Katze entschieden hat, dass sie mit in der Wohnung lebt, überlegen, was ich meiner Katze zur Verfügung stellen muss, damit sie diese Verhaltensweise ausleben kann ohne die (für mich) ungeeigneten Stellen zu verwenden. Da kann es dann auch mal passieren, dass ein Kratzbrett an einer Stelle landet, die ich so nie vorgesehen hatte, aber die für meine Katze in strategisch wichtiger Markierpunkt ist ;-). So ist das halt.
Diese Fernhaltesprays sehe ich mehr als kritisch. Natürlich verletzen sie die Katze nicht und sehen somit erst einmal nach einer guten Lösung aus. Und ich glaube auch wirklich, dass sie helfen eine Katze fernzuhalten. Ist ja auch logisch. Wenn die Katze Angst vor dem Ort hat, an dem sie sich so erschreckt hat, dann wird sie diesen Ort in Zukunft meiden. Aber genau da ist der Punkt, wo ich mich frage, ob ich es meiner Katze wirklich zumuten möchte in ihrem Revier Orte zu schaffen, vor denen sie Angst hat und die sie deshalb meidet. Das bedeutet nämlich einen ständigen unterschwelligen Stress für die Katze, der gar nicht weiter auffallen muss, der aber, wenn man mal darüber nachdenkt, eine völlig logische Konsequenz ist.
Es liegt in der Natur der Katze, dass sie ihr Revier abläuft und immer mal wieder kontrolliert, ob auch noch überall alles in Ordnung ist. Wenn da nun ein Bereich ist, der eine (noch dazu völlig undefinierbare) Gefahr darstellt, dann kann eine Katze sich doch gar nicht mehr 100% sicher fühlen.
(Stellt euch mal vor, ihr werdet von irgendetwas in eurem Keller total erschreckt. Ihr wisst nicht, was es war seit einfach nur schnell abgehauen und habt die Kellertür hinter euch zugeschlagen. Nun traut ihr euch aber auch nicht mehr in den Keller, weil ihr Schiss habt, dass das noch mal passiert. Würdet ihr euch dann im Rest des Hauses noch restlos wohl fühlen oder würdet ihr immer mit einem mulmigen Gefühl durchs Haus laufen?)