@virra: Es gibt sehr unterschiedliche Katzen und wir können hier immer nur beraten und sagen wie es sein sollte, worauf wir aber keinen Einfluss haben, wie weit da noch was gerettet werden kann.
Wenn ein Kitten zu früh getrennt worden ist, dann jahrelang als Einzelkatze gehalten wurde, kann dir keiner vorhersagen, ob dass noch klappt, ob die es eher positiv oder negativ aufnimmt, ob man ihr wirklich was gutes tut oder nicht, wenn man sie dann noch vergesellschaftet.
Was ich hier, in anderen Foren und von anderen Haltern so mitbekommen haben ist es größtenteils so:
Kitten kann man ohne Probleme zusammenbringen, die raufen sich innerhalb weniger Tage zusammen, oft auch auf Anhieb oder in wenigen Stunden.
Auch bei jungen Katzen, wenn sie nicht ganz unsozialisiert sind, klappt es meist schon noch sehr gut und innerhalb von ein paar Tagen manchmal auch Wochen.
Ab so 4-5 Jahren wird es zunehmend schwieriger, da können es auch Wochen und Monate sein.
Ab so 9-10 Jahren, muss man wirklich abwägen, ob man seinem Tier damit noch einen Gefallen tut und muss notfalls die Partnerkatze dann auch zurückbringen können, wenn es dann doch nicht mehr klappt, aber es kann auch in dem Alter noch sehr gut funktionieren.
Was immer ganz wichtig ist, die Partnerkatze so passend wie möglich auszuwählen, da müssen die Bedürfnisse berücksichtigt werden vorallem vom Alter her, daher sollte der Altersunterschied nicht zu groß sein, eine ältere Katze will nun mal lieber ihre Ruhe und ein Kitten will toben und spielen und braucht einen adäquaten Spielkameraden, auch wenn ältere Katzen durchaus noch verspielt sind, aber die spielen halt mal 10 min und wollen anschließend ihre Ruhe und ein Kitten will stundenlang Aktion.
Auch das unterschiedliche Spiel- und Sozialverhalten von Kater und Kätzin, sollte berücksichtigt werden, die meisten Kater sind halt deutlich ruppiger und körperbetonter im Umgang miteinander, die wollen nach Katerart raufen und balgen, die meisten Kätzinnen mögen solche Balgereien gar nicht und bevorzugen eher so Jagdspiele, aber es gibt auch zurückhaltende Kater und weibliche Raufbolde.
Am wichtigsten ist dass die Tiere vom Wesen, Charakter und Temperament zusammenpassen. Also keinen D-Zug mit einer Schlaftablette, keine Orientalen mit Perser, kein Angsthase mit einem Tiger, usw. aber auch keine zwei zu dominanten Tiere oder zwei zu ängstliche Katzen.
Ein Großteil der Sozialisierung findet in der Tat zwischen der 7. und 13. Woche ca. statt, da lernen sie den richtigen Umgang miteinander, die Katzensprache und noch vieles mehr. In vielen Fällen merkt man es Katzen ein Leben lang an, wenn sie hier zu früh von der Katzenmutter und den Geschwistern getrennt werden.
Die Sozialisierung ist ausschlaggebend für die Zusammenführung, je besser die Katzen sozialsiert sind umso leichter in der Regel die Vergesellschaftung, wobei es auch hier wie bei uns Menschen auch Katzen gibt, die sich einfach nicht riechen können, dass muss man notfalls akzeptieren.
Je schlechter die eine Katze sozialisiert ist desto besser sollte es die andere sein, bitte nicht zwei schlecht oder gar nicht sozialisierte Katzen zusammensetzen und hoffen, dass das was wird.
Wenn eine Katze sehr schlecht oder gar nicht sozialisiert worden ist und/oder jahrelang allein gehalten wurde, ist in den meisten Fällen eher eine langsame Zusammenführung zu empfehlen.
Die Vergesellschaftung von Freigängern ist auch etwas schwieriger, weil sie meist ein ausgeprägteres Revierempfinden und -verhalten haben und das ernster nehmen und oft dazu neigen, der Vergesellschaftung nach draußen auszuweichen, was es natürlich schwieriger und deutlich langwieriger macht, es kann sogar zur Abwanderung kommen. Ein schlecht sozialisierter Freigänger ist wirklich schwer zu vergesellschaften, da habe ich auch keinerlei Erfahrung mit, ich habe reine Wohnungskatzen.
Leider wird auch der Sozialkontakt draußen meist überschätzt. Eine schlecht sozialisierte Katze, wird sich draußen sehr hart tun, weil sie ja gar nicht weiß, wie man sich Artgenossen gegenüber richtig verhält, wenn sie die Katzensprache und den richtigen Umgang miteinander nie gelernt hat. Meist sind Kontakte draußen auf flüchtige Begegnungen oder Revierstreitigkeiten begrenzt und dann sind die auch oft zu unterschiedlichen Zeiten draußen unterwegs. Um draußen eine Freundschaft aufzubauen müssen schon viele Kriterien zusammenkommen, damit da was daraus wird: Die Katzen sollten einigermaßen gut sozialisiert sein, möglichst im ähnlichen Alter, vom Wesen, Charakter und Temperament zueinander passen und regelmässig zur gleichen Zeit am gleichen Ort unterwegs sein, damit sie sich auch regelmässig dort treffen.