Verhaltensgestörter Kater? Hilfe!

Diskutiere Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo ihr :) Ich brauche wirklich eure Hilfe. Ich habe schon so viel mit Kuno, 4,5 Jahre alt, versucht, aber nichts klappt. Zur Vorgeschichte...
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #1
wuschel-chan

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Hallo ihr :)

Ich brauche wirklich eure Hilfe. Ich habe schon so viel mit Kuno, 4,5 Jahre alt, versucht, aber nichts klappt.

Zur Vorgeschichte:

Ungefähr zu Pfingsten 2010 hat sich meine Familie dazu entschlossen eine Katze aufzunehmen. Wir hatten vorher noch nie eine Katze, wollten aber gern eine haben. Wir haben uns ein wenig (leider offensichtlich zu wenig meiner Meinung nach) über Katzen informiert und sind dann ins Tierheim gefahren um mal zu schauen.
Dort wurden wir freundlich begrüßt und zu den Katzenbabys geführt. Folgendes Bild: 2 kleinere Käfige mit Katzenmüttern und ihren Babys und ein großer Käfig mit Kuno allein.
Es hieß, die anderen Kätzchen wären noch zu jung, aber Kuno ist schon 11 Wochen und da kann er vermittelt werden. Er wurde aus seinem wirklich großen Käfig geholt, in dem er mit den Rücken zu uns gedreht lag und uns mit keiner Reaktion bedacht hatte. Die Tierpflegerin nahm ihn auf den Arm und meinte, er ist erst seit 3 Tagen (keine Quarantäne! O___O) im Tierheim und noch nicht entwurmt, aber wir bekämen die Tabletten vorbeigebracht und das ist kein Problem. Kuno fing schon auf dem Arm der Tierpflegerin an ihr in die Hand zu beißen. Er spielt gern kämpfen hieß es. Er wurde mir übergeben und das selbe Bild zeigte sich. Kein Schnurren, kein Kuscheln, kein gar nichts, sondern er hat richtig zugezwackt. Uns wurde aber gesagt das sei normal, und damit war für uns gut. Wir wurden dazu überredet, ihn noch an dem Tag zu holen. Nebenbei wurde erwähnt, das er allein in der Gegend streunend aufgefunden wurde.

Allein schon mit dieser Vorgeschichte, dem Desinteresse gegenüber Menschen und dem Beisen hätte ich diesen Kater an niemanden vermittelt, der keinerlei Katzenerfahrung hat!
Wir wussten das alles nicht zu deuten und holten ihn ab.
2 Tage später hatte Kuno starke Magen-Darm-Probleme und wir sind mit ihm zum Tierarzt. Überraschung! Kuno ist erst 8 Wochen alt und wurde viel zu früh von der Mutter getrennt.

Auch zu Hause klappte es innerhalb von 2 Jahren nicht. Es gab folgenden Konflikt:
Mutter wollte einen Schmusekater haben, was er eindeutig nicht ist. Er hat seinen eigenen Kopf und den setzt er auch durch. Ganz im Gegenteil sogar: er hat immermal wieder Phasen in denen er grundlos auf alles und jeden los geht und unglaublich aggressiv wird. In der Nacht konnte man nicht ruhig schlafen, denn er ist unter die Decke und hat in den Zeh gebissen. Man musste sich die Decke über den Kopf ziehen damit man keine auf die Nase bekommt etc.
Man könnte jetzt denken, das wir vlt. zu wenig mit ihm gespielt haben? Kuno spielt aber nicht. Nie. Egal mit was.
Der größte Konflikt überhaupt: Mutter, Kuno und Blumen. Mutter hat sich einen Blumenstrauß gekauft und stellt ihn voller Freude in einer mit Wasser gefüllten Vase auf den Tisch. Kuno hasst Blumen. Keine Minute später liegen die Blumen in einer Wasserlache und dem Scherbenhaufen, der mal eine Vase war, auf dem Boden.
Eines Tages kam ich mittags aus meinem Zimmer und da kam Mutter mit Kuno in der Transportbox
von draußen rein. Ich: "Warst du mit Kuno beim Tierarzt?" Ich wurde angeschrien: "Nein, ich wollte ihn zurück ins Tierheim bringen aber die haben momentan keinen freien Platz!" Mh, soviel dazu. Schön das wir darüber geredet haben. -.-
Derzeit lief schon mein Auszugswunsch über Jugendheim und U25-Stelle des Jobcenters und so sagte ich, das ich Kuno mit zu mir nehme.
Verzeiht mir den Ausdruck, aber Kuno ist zwar ein kleines A****loch, aber ich liebe ihn trotzdem. Auch wenn er kein Schmusekater ist, was mit ihm passiert liegt mir am Herzen.
Das war natürlich nicht okay, für meine Mutter, denn das Tier musste am nächsten Tag weg. Mit der Hilfe meiner Freunde suchte ich eine Pflegestelle für einige Monate und nahm ihn danach wieder mit zu mir.

Ich habe versucht ihn zu erziehen (nicht so wie Mutter: hey, ich pack die Katze mal am Hals und schleuder sie durch die Gegend), sondern nach dem Motto "Erwünschtes Verhalten wird belohnt." Ohne ihn zu bestrafen, in dem er für längere Zeit in seine Transportbox eingesperrt wird.
Hat nichts gebracht. Er hat auch nach wie vor nicht gespielt, egal mit was. Er hat seine aggresiven Phasen weiterhin bekommen und hat diese auch, wenn ich Besuch hatte, an diesen ausgelassen. Mein Besuch hatte ANGST vor ihm.

Ich habe weiterhin gegoogelt was ich noch machen kann und hab es versucht mit klickern etc. Hat nichts gebracht.

Nach einer Weile schoss es mir, das er vlt. einfach keinen Menschen, sondern einen Artgenossen braucht.
Mein Bruder und ich retteten 3 Katzen von einem Bauernhof (sie sollten getötet oder ausgesetzt werden). Eigentlich wollte ich nur einen Artgenossen, aber mein Bruder konnte nur 1 Katze nehmen und ich wollte das 3. Kitten nicht seinem Schicksal überlassen. Das Tierheim vor Ort hats nicht interessiert.
So habe ich Kuno (jetzt 4,5 Jahre), Kiwi (weiblich, 1,5 Jahre) und Kasper(männlich 1,5 Jahre).
Er hat Kiwi förmlich adoptiert und ist nach anfänglichen Schwierigkeiten (er hatte Angst vor den kleinen) auch ruhiger geworden.
Er spielt allerdings nach wie vor nicht und bekommt (wenn auch weniger aber trotzdem) seine aggressiven Phasen. Diese lässt er nun an allen Katzen aus. Auch an Kiwi, die er eigentlich abgöttich liebt.
Nun ist noch Kiara (weiblich, 1,5 Jahre & Schwester von Kiwi und Kasper) dazu gekommen, da sich mein Bruder nicht mehr um sie kümmern konnte. Erst hieß es zur Pflege und dann verblieb sie ganz bei mir.

Momentan:

Ich bin ehrlich gesagt ziemlich ratlos, was ich noch mit Kuno machen soll.

Erfolge die ich erzielt habe:

  • durch einen Antischling-Napf und mehr als genug Futter schlingt er nicht mehr beim essen und stürzt sich dann auch nicht mehr auf das der anderen
  • er ist ruhiger geworden, seine aggressiven Phasen weniger und greift mich kaum noch an
  • er geht nicht mehr auf Besuch (den ich auf ein minimum reduziert habe - vlt. 3 mal im Jahr kommt mal jmd vorbei)
Momentane Probleme:

  • er spielt nicht -> wenn ich ihn zum Spielen animieren möchte oder alle Katzen gerade wild durch die Gegend hüpfen, weil sie dem Federwedel hinterherjagen, wird er aggressiv und geht auf alle los (mich, die anderen Katzen, egal welche)
  • er hat hin und wieder vom einen aufs andere diese aggression. er jagt die anderen katzen, beißt & kratzt sie -> gibt hin und wieder durchaus verletzungen -> ich habe es versucht mit einem lauten Geräusch um ihn auf etwas anderes aufmerksam zu machen & ich halte mich solang raus, wie das ganze ungefährlich aussieht -> die anderen Katzen raufen sich untereinander auch hin und wieder, aber nicht so wie Kuno
Hat jemand eine Idee was das sein könnte oder was ich noch machen kann? Vom Tierarzt wurde er abgecheckt. Der meinte, es ist nichts körperliches.
Ich bin echt ratlos :-(. Ich will ihn nicht weggeben, aber wenn er die anderen weiterhin so traktiert. >>

Fast vergessen zu erwähnen: Alle sind kastriert & an der Größe der WOhnung liegt es meiner Meinung nach auch nicht, da er ja auch auf mich losgegangen ist. Zu Hause bei meinen Eltern hatten wir eine über 100 m² Wohnung und auch da ist er wenn wir allein waren auf mich losgegangen. (Auch auf andere, aber ich war hin und wieder allein -> mehr Platz für uns beide und selbst da hat er dieses Verhalten an den Tag gelegt)

Hilfe :-(
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #2
Als allererstes mach dir mal klar: Kuno is kein A...loch, sondern ein absolut typisches Beispiel eines Katers, der von den Menschen versaut worden ist.

Am Anfang hat sein Beißen nichts anderes bedeutet, als das er _damals_ einen Katerkumpel zum raufen und spielen und kuscheln gebraucht hätte. Er hatte kein Interessa an Menschen, Gott, du weiß doch gar nicht, welche Erfahrungen er vorher mit Menschen machen mußte. Entweder er hatte gar keinen Kontakt (glaube ich eher nicht), dann wäre es totaler Stress für ihn gewesen, einfach so von fremden Menschen gepackt zu werden.
Oder er hatte keinen guten Kontakt, warum soll er schnurren und freundlich zu Menschen sein, wenn die es auch nicht zu ihm sind? Nur gut sozialisierte Katzenkinder, die auch positiven Kontakt zu Menschen kennen, gehen so offen auf fremde Menschen zu.

Auch seine nächtlichen Übergriffe, das Zehenbeißen, die ersten Angriffe als Kitten - das alles war nichts anderes als sein Versuch, auf kätzische Art und Weise zu spielen. Und mit wem außer mit euch hätte er es denn bitte tun sollen? Dem war schlicht und ergreifend restlos langweilig. Und nicht ausgelastete Kater benehmen sich so. Vollkommen normal.

Auch bei euch konnte er bei solchen Erziehungsmethoden weiß Gott kein Vertrauen in Menschen lernen. Er war ein Baby!
Mit deiner Zusammenführung hast du echt ein riesen Glück gehabt. Dein Kater ist vollkommen unsozialisiert, das hätte damals schon mächtig in die Hose gehen können.

Leider kann dieses Austicken und die Aggressionen 1000 und eine Ursache haben. Und hier würde ich dir dringend empfehlen, einen Verhaltenstherapeuthen für Katzen mit ins Boot zu holen. Wir hier sehen deinen Kuno nicht, und da können echt ganz feine Zeichen wichtig sein für die Beurteilung.

Wieso muß er sein Futter schlingen, erzähl doch bitte mal, was und wieviel du fütterst.

Und erzähl doch mal so genau wie möglich, wie so ein aggressives Austicken aussieht. Und wie verstehen sich die Katzen ansonsten? Liegen sie zusammen, putzen sie sich, haben die anderen Angst vor Kuno? Ach ja, sind alle Katzen kastriert? Wie lange schon?
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #3
Ich schließe mich den Fragen von Starfairy an und ergänze:

Wie groß ist denn die jetzige Wohnung?
Welche Tobemöglichkeiten haben die Katzen und wie werden sie (speziell Kuno) beschäftigt, wie sieht sein Tagesablauf aus?
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #4
Hallo :)
Ich danke dir im Voraus schonmal für die Antwort, muss dir jedoch sagen (habs grad erstmal nur überflogen), dass das alles im keinsten Fall böse gemeint war. Ich finde, du klingst doch äußerst anklagend.
Mir ist sehr wohl klar, warum sich Kuno in der Vergangenheit so oder so benommen hat. Die Vorgeschichte habe ich erzählt, um eine gemeinsame Grundlage zu haben.

Ich nehms mal in Stücken auseinander, ich hoffe das ist okay ;)

"Als allererstes mach dir mal klar: Kuno is kein A...loch, sondern ein absolut typisches Beispiel eines Katers, der von den Menschen versaut worden ist"
Das ist mir schon klar, und ich meinte das auch wirklich nicht böse.
Von Menschen versaut - wenn er ausgesetzt wurde, dann ja. Aber wie du schon geschrieben hast, habe ich keine Ahnung was er in der Zeit, vor den 3 Tagen Tierheim, durchgemacht hat.
Und doch, ich weiß, dass er kein Interesse an Menschen hatte, weil ich im nachhinein mit dem, was ich mit ihm erlebt habe, viel besser beurteilen kann, das er seine Ruhe haben wollte, bzw. wie du schon sagst einen Artgenossen wollte.
Das wussten wir aber damals noch nicht. Wir sagten dem Tierheim, das wir vorher noch nie eine Katze hatten und nichts. Vermittelt man dann so ein Tier an Leute, die keine Ahnung haben? Ich will ihn um Gottes willen nicht abschieben und bin froh, das es ihn gibt, jedoch muss man doch damit rechnen, das wir damit total überfordert sind. Mal ganz davon abgesehen, dass ich es unter aller Sau finde ein Fundtier sofort durchzureichen.
Ich meinte mit dem Schnurren und freundlich sein auch nicht, das ich das erwartet hätte, sondern wollte eher damit klar machen, das er gebissen hat und (wir wussten es ja nicht besser) die Tierpflegerin meinte, dass das völlig okay ist.
Kitten sollten prinzipiell nur zu zweit oder in einen Mehrkatzenhaushalt vermittelt werden und gerade so ein "Problemfall" nicht zu Leuten, die keinen Plan haben. Wir haben am Anfang sehr viele Fehler gemacht. Er wollte nicht gestreichelt werden und hat sich immer verkrümelt. Aus meiner jetzigen Erfahrung würde ich ihn da, wo er is, in Ruhe lassen und ihn langsam eingewöhnen in Hinblick darauf, das er eigentlich noch viel zu jung ist und er offensichtlich schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Also - es war keine Kritik an Kuno, sondern viel mehr an das Tierheim. Nachdem ich zu Hause ausgezogen bin & in eine andere Stadt und hier das Tierheim kennen gelernt habe, denke ich dass ich das ganz gut beurteilen kann.

"Auch seine nächtlichen Übergriffe, das Zehenbeißen, die ersten Angriffe als Kitten - das alles war nichts anderes als sein Versuch, auf kätzische Art und Weise zu spielen. Und mit wem außer mit euch hätte er es denn bitte tun sollen? Dem war schlicht und ergreifend restlos langweilig. Und nicht ausgelastete Kater benehmen sich so. Vollkommen normal."
Als Kitten spielen zu wollen: klar, logisch, normal. Mit 4 Jahren immernoch zu beißen? Nicht normal. Wir hätten ihm ab einer gewissen Zeit klar machen sollen, das Hände kein Spielzeug sind bzw. wo seine Grenzen beim Beißen liegen. Haben wir aber nicht, weil uns im Tierheim gesagt wurde, dass man das ruhig so machen kann.
Und nein, ihm ist nicht langweilig. Ich habe hier viele unterschiedliche Spielsachen. Alle anderen Katzen (ich habe 4) spielen damit, mit mir etc. Kuno spielt nicht. Er hat auch damals nicht gespielt. Ich saß so oft mit ihm allein nachts in der Küche, weil er randaliert hat und ich nicht schlafen konnte und ihn nicht allein lassen wollte (mit ins Zimmer nehmen durfte ich nicht). Er wollte nicht spielen, zumindest nicht mit Spielzeug. Und glaub mir, das beschränkt sich nicht auf nen Federwedel und einen einfachen Ball. Von Intelligenz- über Beschäftigungs bis hin zu einfachen Spielzeugen habe ich eine Menge da: nichts.
Ich hab ihm dann immer was vorgesungen (zum Ärger meiner Eltern ^^) und da lag er dann ruhig da & hat sich streicheln lassen.


"Auch bei euch konnte er bei solchen Erziehungsmethoden weiß Gott kein Vertrauen in Menschen lernen. Er war ein Baby! Mit deiner Zusammenführung hast du echt ein riesen Glück gehabt. Dein Kater ist vollkommen unsozialisiert, das hätte damals schon mächtig in die Hose gehen können."
Ich habe ihn niemals gewurfen oder eingesperrt. Ich kann auch nichts dafür das meine dummer Mutter .. ja wie soll ich sagen, leider dumm ist? Bestätigt von ihrer Freundin (die ihre Katzen auch durch die Gegend wirft) hat sie leider mein Betteln und Flehen das zu unterlassen ignoriert.
DIese Zusammenführung hat ihm aber offensichtlich gut getan und das war es mir wert. Ich habe das für ihn getan, nachdem ich von der Pflegefamilie erfahren habe (die hatten 5 Katzen), das er sich mit zwei von fünfen sehr gut versteht.. Die haben sogar zusammen geschlafen..

Klar, ist viel schief gelaufen. Sehr viel. Würde ich jetzt, mit Katzenerfahrung, so ein Kitten bekommen, würde ich ganz anders herangehen.
Ich/ Wir haben damals einfach auf das Tierheim vertraut und wurden verarscht. Ich würde Kuno nicht umtauschen wollen, aber wir hätten ein paar Informationen mehr bzw, einen Hinweis, was das für ein Kitten ist & wie man mit diesen umzugehen hat, bekommen sollen.
Ich finde es auch sehr schwach, nach einiger Zeit nichtmal bei der Familie anzurufen. Meine Mutter wollte ihn los werden. Weiß Gott, was sie dem Tier hätte antun können. Ich weiß, wie die Arbeit im Tierheim abläuft und ich weiß, wie viel das ist. Dennoch finde ich es sehr schwach. Nach meiner Beurteilung (das Tierheim war damals gnadenlos an Katzen überfüllt), wollten sie ihn einfach schnell los haben. Er wurde auch im Tierheim in einem Einzelkäfig gehalten (der aber gleich neben anderen Käfigen stand). Meiner Meinung nach müsste ein Fundtier erstmal in Quarantäne um es durchchecken zu lassen und wie du sagtest - gerade ein Kitten, mit anderen zusammen führen & dann nur zu zweit vermitteln.


"Leider kann dieses Austicken und die Aggressionen 1000 und eine Ursache haben. Und hier würde ich dir dringend empfehlen, einen Verhaltenstherapeuthen für Katzen mit ins Boot zu holen. Wir hier sehen deinen Kuno nicht, und da können echt ganz feine Zeichen wichtig sein für die Beurteilung."
Ich wollte gern die Erfahrungen anderer hören, bevor ich das tue. Ich habe vor ein paar Jahren, wir Kuno bekommen haben Bücher und das Internet gewälzt bezüglich der Katzensprache. Es gibt leider keine für mich ofensichtlichen Anzeichen oder "Vorwarnungen" für da Austicken. Auch entsteht es immer aus unterschiedlichen Situationen heraus.

"Wieso muß er sein Futter schlingen, erzähl doch bitte mal, was und wieviel du fütterst."
Klingt schon wieder so anklagend für mich ;)
Kuno hat seit dem ersten Tag geschlungen. Ich denke, es ist auf seine Zeit vor uns zurück zu führen.
Meine Katzen bekommen Nassfutter. 4x täglich kleine Portionen Granatapet, Catz Finefood oder Bozita.
Er bekommt ausreichend Futter! Ich fülle die Näpfe: für 4 Katzen 200 g aufgeteilt. Dann warte ich. Kasper ist meistens davon satt und geht weg. Die, die noch dasitzen bekommen noch etwas, solang bis sie satt sind und entweder weg gehen oder an der Futterstelle anfangen sich zu Putzen(zeigt das sie fertig sind). Desweiteren steht die ganze Zeit Trockenfutter zur Verfügung. Von Porta 21 für kastrierte, ernährungsensible & Allergiker-Katzen geeignet. In folgendem Behälter, damit das Futter gefressen und nicht inhaliert wird:
Die Katzen kommen gut damit klar.
Für das Wasser steht ein Trinkbrunnen bereit.

"Und erzähl doch mal so genau wie möglich, wie so ein aggressives Austicken aussieht. Und wie verstehen sich die Katzen ansonsten? Liegen sie zusammen, putzen sie sich, haben die anderen Angst vor Kuno? Ach ja, sind alle Katzen kastriert? Wie lange schon?"
Kuno wurde mit einem Jahr kastriert, Kasper mit 10 Monaten, gefolgt von Kiara und Kiwi. Ja, alle sind kastriert.
Im großen und ganzen ergibt sich folgendes Bild: alle Katzen befinden sich generell in einem Raum - zu meist der, indem auch ich bin. Wer kennt es nicht? Man geht kurz auf die Toilette und wenn man die Tür wieder öffnet stehen da 4 Katzen ^^
Rangreihenfolge wenn Kuno mit im Raum ist (von oben nach unten): Kuno, Kiwi, Kiara, Kasper
Rangreihenfolge wenn sich Kuno verkrümelt hat oder schläft: Kuno, Kiara, Kiwi, Kasper.
Kuno und Kiwi sind wie ein Herz und eine Seele. Er putzt sie, sie putzt ihn, sie putzen sich gleichzeitig gegenseitig. Prinzipiell liegt Kiwi auch immer mit bei Kuno (siehe Bild).
Auch Kasper putzt er. Sie lecken sich gegenseitig am Hintern etc.
Gegenüber Kiara ist Kuno noch etwas auf Abstand. Er putzt sie zwar auch, aber es besteht nicht so ein Verhältnis wie bei Kuno-Kiwi oder Kuno und Kasper.
Ich habe drei fast-deckenhohe Kratzbäume. Meistens liegen alle auf einem. Kuno & Kiwi auf einer "Plattform" (weiß grad nicht wie ich es nennen soll), Kasper auf einer und Kiara auf einer.
Wenn gespielt wird, spielen alle, außer Kuno. Am beliebtesten ist der Federwedel (fliegende Katzen ;) ) und die "Murmel-Bahn". Also es ist keine Murmel sondern ein Ball, ich weiß grad aber nicht, wie ich es nennen soll.
Im großen und ganzen leben sie sehr harmonisch zusammen - bis auf diese Ausraster.
Ich habe mir selber schon viele Gedanken darüber gemacht, woran das liegen könnte (darum habe ich auch die Vorgeschichte mit erzählt).
Aus Eifersucht, um Aufmerksamkeit zu bekommen, Machtkämpfe (wobei die Rangordnung eigentlich steht) etc.
Wenn er so eine aggressive Phase hat fängt er an in der Wohnung hin und herzuflitzen, springt dann die anderen Katzen an, reißt sie zu boden (er ist der größte von allen, von daher fällt ihm das relativ leicht) und hält sie fest umklammtert. Mit den Hinterpfoten tritt/ kratzt er sie dann & beißt ihnen gleichzeitig in den Hals. Das geht solang, bis ich dazwischen gehe, weil die andere Katze schreit und ich davon ausgehe dass sie spätestens da Schmerzen verspürt.
Ich habe gelesen, das wenn das ganze relativ harmlos abläuft, man nicht dazwischen gehen soll, weil es sich um Machtkämpfe handeln könnte und die Positionen nicht geklärt werden können, wenn immer einer dazwischen geht. Leider ist das bei Kuno nicht harmlos. Kasper hat momentan wieder eine daumengroße Wunde am Hals. Der Tierarzt meinte, ich solle Bepanthen drauf machen und aufpassen, das er sich da nicht großartig kratzt/ daran leckt & halt desinfizieren.

Als ich um Hilfe gebeten habe wollte ich keine Tips wie "beiß ihm ins Ohr" (würde ich niemals machen..), sondern eher sowas wie "hey, dass und das war in seiner biografie, es könnte sein, dass das und das los ist".

Ich habe schon wieder einen Roman geschrieben :-(
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #5
Erst einmal: ich finde es ganz toll, dass du Kuno nicht aufgibst und ihm sogar Spielkameraden geholt hast.
Kuno ist aus meiner Sicht ein hochtraumatisiertes Tier, bei dem weder mehr Platz noch sonstige "praktische" Erwägungen helfen. Aus meiner Sicht braucht Kuno gabz dringend eine Verhaltenstherapeutin, die sich mit solchen Fällen auskennt.
Wenn verhaltenstherapeutisch alles abgeklärt ist, kann man weiter überlegen.
Aber meine Ansicht ist bei so einem sehr verhaltensgestörten Tier, dass da auch 50 oder 100m2 mehr nichts ändern, denn das ist nicht Kunos Problem.
Ich drück Euch ganz fest die Daumen - berichte weiter!
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #6
Ich schließe mich den Fragen von Starfairy an und ergänze:

Wie groß ist denn die jetzige Wohnung?
Welche Tobemöglichkeiten haben die Katzen und wie werden sie (speziell Kuno) beschäftigt, wie sieht sein Tagesablauf aus?

Sorry, deinen Beitrag hatte ich noch nicht gelesen.

Die Wohnung ist 60 m² groß, da ich mich derzeit in Ausbildung befinde. Sonst gern auch größer. Ich habs bald geschafft :)

Tobemöglichkeiten:
- 3 fast-deckenhohe Kratzbäume, 2 kleinere Kratzbäume, Rascheltunnel, Beschäftigungs- und Intelligenzspielzeug
- Meine Möbel stehen so, dass die Katzen sie als Catwalk benutzen können(in allen Räumen). An Schränke, von denen ich dachte, das sie zu hoch sind, habe ich Kratzbretter geschraubt. Sie springen auf den Tisch, an das Kratzbrett & hoch auf den Schrank. Dort liegen Kissen/ Decken.
- Unter dem Bett ist Platz zum Verkrümeln
- Es sind zwar reine Wohnungskatzen (zweispurige Straße mit starkem Straßenbahn- und Busverkehr ist eine Querstraße weiter), das würde ich mit einem Umzug gern ändern, geht aber noch nicht :( Deswegen steht derzeit "nur" ein abgesicherter Balkon zur Verfügung.

Die Beschäftigung von Kuno fällt mir am allerschwersten.
Er beschäftigt sich selbst oft mit Kiwi - sie putzen sich gegenseitig und spielen (soweit ich das beurteilen kann) fanger.
Einmal täglich (das klingt jetzt komisch, aber anders bekomme ich ihn nicht dazu, sich zu bewegen) werfe ich Trockenfutter durch die Gegend. Das sieht so aus: ich nehme mir eine Hand voll und werfe dann eins zu Kuno. Kein direkter Schuss, sondern so im Bogen -> er springt hoch und fängt es mit beiden Pfötchen & frisst es. ODER ich lass das Trockenfutter-Stück so am Boden entlang schlittern über eine weitere Distanz uns er springt hinterher.
Es ist immer so ein Mischmasch aus beiden.

Letztens hat er sich auch tatsächlich einem selbst gebasteltem Fummelbrett zugewand. Leider lebt das jetzt nicht mehr :( Ein neues ist in Bearbeitung.

Habt ihr Ideen, wie ich ihn noch beschäftigen könnte? Federwedel, sämtliche Art von Bällen, Mäuse, diese Kugelbahn etc. nimmt er alles nicht an. Er ignoriert das (auch wenn ich ihm den Federwedel hinhalte und entsprechend damit rumfuchtel). Ich will eben auch nicht zu aufdringlich sein. Wenn er nicht will, dann muss ich ihn ja nicht - um Gottes Willen! - mit dem Federwedel pieksen.

Ich habe versucht, dass Trockenfutter-Spiel mit normalem Spielzeug nachzustellen - interessiert ihn nicht. Auch nicht wenn es Baldrian- oder Katzenminze-Spielzeug ist.

Da ich oft bei Zooplus bestelle, habe ich öfter Kartons da aus denen ich schon die ein oder andere Katzenburg gebaut habe. Die hat er dann zum Schlafen genutzt.

Ich habe auch schon für einen Monat lang Feliwell probiert, was aber meiner Meinung nach nichts gebracht hat - Habt ihr Erfahrung damit?

Erst einmal: ich finde es ganz toll, dass du Kuno nicht aufgibst und ihm sogar Spielkameraden geholt hast.
Kuno ist aus meiner Sicht ein hochtraumatisiertes Tier, bei dem weder mehr Platz noch sonstige "praktische" Erwägungen helfen. Aus meiner Sicht braucht Kuno gabz dringend eine Verhaltenstherapeutin, die sich mit solchen Fällen auskennt.
Wenn verhaltenstherapeutisch alles abgeklärt ist, kann man weiter überlegen.
Aber meine Ansicht ist bei so einem sehr verhaltensgestörten Tier, dass da auch 50 oder 100m2 mehr nichts ändern, denn das ist nicht Kunos Problem.
Ich drück Euch ganz fest die Daumen - berichte weiter!

Vielen Dank :)
Ich werde mich mal informieren...
Sollte ich bei der Wahl eines Therapeuten bestimmte Dinge beachten?
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #7
Also das was du beschreibst "Kratzt mit den Hinterpfoten und beißt sie in den Hals" ist vollkommen normales Katerspielverhalten! Das Problem dabei ist, das er wegen der mangelnden Sozialisierung nicht weiß, das man beim Spielen die Krallen und Zähne nur dosiert einsetzen darf. Und außerdem mögen viele Kätzinnen diese Art des Spielens nicht.

Nun, du warst noch zu jung, um an der Situation was ändern zu können, aber die Tatsache bleibt, das ihr - bzw. deine Mutter - das Kätzchen falsch behandelt habt. Auch wenn die Vermittlung vom Tierheim Mist war. Aber nicht deshalb, weil man euch ein Kätzchen vermittelt hat, das keine Menschen mag, sondern weil es einfach Mist ist, ein Kätzchen alleine zu vermitteln. Aber hier die ganze Schuld dem Tierheim zuzuschieben, damit machst du es dir zu einfach.

Nicht umsonst wird oft geraten, wenn man bestimmte Vorstellungen hat, eben z.B. Schmusekatze, das man dann als Anfänger lieber eine ältere Katze nimmt und nicht so ein süßes Kitten, wo man leider noch nicht weiß, wie es sich entwickelt. Und viele Kitten haben für Schmusen keinen Sinn und keine Zeit. Das kommt oft später noch, aber sicher weiß man das bei Kitten eben nie. Nur, durch unsinnige Bestrafungsaktionen, die er mit Sicherheit nicht verstehen konnte, dürfte dieser Weg für Kuno einfach verbaut gewesen sein.
Wobei ich bei deiner Mutter überhaupt keine Katze wissen möchte. Aber dafür kannst du nichts.

Wenn du weiß, das Kitten nicht alleine gehalten werden sollen, warum ging dann das Katzenmädchen später auch wieder alleine zu deinem Bruder?

Vielleicht wäre ein älterer Kater die bessere Wahl gewesen. Weil Kitten konnten ihm nicht klar machen, das er zu grob ist. Kitten konnten in dem Fall nur flüchten. Und genau das zeigt sich in seinem Verhalten. Er weiß nicht, wo die Grenzen sind.
Deine Beschreibung klingt keineswegs nach einem unsozialem Kater.

Übrigens gibt es bei Katzen keine Rangordnung in dem Sinn wie z.B. bei Hunden.

Und zum Fressen, viele Kitten schlingen. Und vor allem solche, die draußen aufgesammelt worden sind und vermutlich Hunger haben mußten.
Mach doch seinen Napf nicht nur mit einem Häppchen voll, sondern richtig. So richtig übervoll. Du kannst ja den Rest später wegstellen und nächstes Mal wieder mit hinstellen. Aber laß ihn mal das Gefühl bekommen "alles MEINS". Und bitte nicht nur 1 Woche lang oder so, sondern bis er kapiert hat, das er absolut immer genug Futter kriegt. Auch auf die Gefahr hin, das er sich erst einmal überfrißt.

Äh, und weshalb sollte ein 4jähriger Kater nicht mehr beissen, wenn er es nicht anders gelernt hat? Nur weil er 4 Jahre alt ist? Für ihn ist dieses Verhalten längst normal geworden.
Jetzt bist du gefragt. Du mußt das Streicheln rechtzeitig unterbrechen, seine Signale besser lesen, und dabei kann dir ein Profi helfen.
Der kann evtl. auch einschätzen, beißt er "einfach so aus Quatsch" oder vielleicht ist das ein Muster geworden, oder er beißt vorsichtshalber, weil er in einer bestimmten Situation wieder eine Strafe erwartet.
Ein ganz wichtigest Kommunikationsmittel in der Katzensprache ist blinzeln. Kennst du das? Hast du schon mal bemerkt, ob und wann und wie sich dein Kater damit mit dir unterhält? Das kann z.B. ganz wichtig sein. U.U. signalisiert er dir "laß mich bitte in Ruhe" und du verstehst es nicht und faßt ihn an. Woraufhin er beißt, weil seine Grenzen nicht akzeptiert werden.

Aber sowas muß man sehen. Das kann man kaum übers Forum erklären.
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #8
Nur kurz, weil ich ins Bett muss:

ich finde nicht, dass Wuschel-Chan es sich hier "zu leicht" macht.

Leute, die es sich "leicht machen" schmeissen solche Katzen leider einfach raus. Wenn die Katze Glück hat, landet sie beim Tierschutz. Ansonsten ...

Leider haben meine Tierschutz-Freunde einige solcher Tiere aufnehmen müssen - weil es sich Leute "leicht gemacht" haben.

Es ist nicht einfach, mit solchen problematischen Katzen klar zu kommen. Die TE trifft daran nun wirklich keine Schuld - sie versucht gerade, dem Kater zu helfen.

Ich finde es nicht ok, ihr dann mit Schuldvorhaltungen zu kommen - sie kann weder für das Tierheim noch für ihre Mutter was.

Mein Vater hat unseren Hund damals leider total verzogen und daraus einen ziemlich verhaltensgestörten kleinen Kerl gemacht. Wenn man mir jetzt die Schuld für seine Verhaltensstörungen zuschieben würde, weil ich damals nicht mehr auf meinen Vater eingewirkt habe, dann fände ich nun mehr als daneben...

Mit Kuno ist ganz viel falsch gelaufen, ja klar. Aber es hat keinen Sinn, nun die Person anzugehen, die ihm gerade helfen will.
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #9
Neryz, ich danke dir.

Erst habe ich an mir gezweifelt und meinte, ich rede mir wieder was ein, aber wenn du das auch so empfindest, das mir hier nicht geholfen, sondern nur Schuld zugewiesen wird...

Starfairy, wie Neryz schon sagte, kann ich nichts fürs Tierheim und nichts für meine Mutter.
Zum Tierheim: wir sind hin und haben gesagt, das wir gerne eine Katze aufnehmen wollen & das wir vorher noch keine Katze hatten und somit auch keine Erfahrung. Selbst wenn wir ein Kitten unbedingt hätten haben wollen, wäre es Aufklärungspflicht des Tierheims gewesen. Zum Wohle des Tieres. Ich habe im ersten Text übrigens schon geschrieben, das ich über das Jugendamt ausgezogen bin. Bestimmt nicht, weil es zu Hause so toll war!


Klar, habe ich auch viele Fehler gemacht, aber einfach, weil mir die Erfahrung gefehlt hat. Ich habe mich stundenlang belesen (was ich hier auch schon oft genug geschrieben habe) und kenne mich mit Katzenverhalten aus. Ich bin kein Profi, aber auch kein Anfänger mehr. Ich weiß, wann eine Katze Zeichen sendet, wann sie mir sagt, dass sie glücklich ist, wann sie spielen will und wann ich aufhören muss mit streicheln. Nur weil du mir das vorhältst ;)

Wir haben die Tiere vom Bauernhof gerettet, sonst hätte ich mir einfach vom Tierheim nach ausführlicher Beratung etc. einen Artgenossen geholt. Es waren 3 Kitten. 3 kann man nicht durch 4 teilen, sodass für jeden 2 Kitten herausspringen ;) Das ist aber wieder ein anderes Thema.

Ich bin übrigens der Meinung, dass es unter meinen Katzen sehr wohl eine Rangordnung gibt. Lässt sich an unterschiedlichen Stellen erkennen.
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #10
Nun, ich habe geschrieben, das du wohl an der Situation nichts ändern konntest. Ich finde nur, das es eben Aufgabe vom Katzenbesitzer ist, sich selber zu informieren und nicht alles auf die schlechte Vermittlung vom Tierheim zu schieben. Ja, ich glaube dir gerne, das es für dich zuhause auch nicht leicht war. Und von dem her denke ich, auch mit einer anderen, menschenbezogenen Katze wäre es nicht gutgegangen.

Natürlich kann man 3 Katzen nicht durch 4 teilen. Aber man kann z.B. noch ein Kitten dazunehmen. Oder sie gleich zusammenlassen. Einzelhaltung von Kitten grenzt haarscharf an Tierquälerei, völlig egal, ob das Kätzchen vom Tierheim kommt oder vom Bauernhof. Und das sie irgendwann bei dir mit einzieht, war ja nicht so geplant. Das hätte also leicht das nächste Problemtier werden können.

Nun, ich lerne nach 30 Jahren Katzenhaltung hier immer wieder was neues dazu. Auch über die Kommunikation mit Katzen. Auch über das Futter und das Fressverhalten. Auch habe ich dir das nicht vorgehalten, sondern übers Verhalten habe ich dich _gefragt_, und wegen dem Futter war das ein Ratschlag. Aber schon danach zu fragen, hat dir nicht gefallen.

Du pickst dir Sachen raus, die du kritisierst, und wenn man über irgendwas Auskunft haben möchte, heißt es nur, das weiß ich selber, da mach ich alles richtig.

Ich hatte übrigens auch eine Katze aufgenommen, die mich angefallen hat, wo ich nachts aufgewacht bin, weil sich die Katze auf meinen Arm gestürzt und ihn mit Krallen und Zähnen bearbeitet hat. Die mich angefallen hat, als ich aus der Badewanne gestiegen bin usw. Die ist mal auf eine andere Katze losgegangen, ich dachte, die bringt sie um. Auch als ich diese Katze rausholen konnte, war es nicht möglich, das Badezimmer zu betreten. Ich hab sie irgendwann mit einem Besen zum Fenster rausgeschubst (jaaa, Freigänger und Fenster im Erdgeschoss), damit sie sich wieder einkriegen konnte.

Und trotz vieler Jahre Katzenhaltung und vielen Katzen konnte ich _diese Katze_ anfangs _nicht_ lesen. Wußte nicht, das ihre Frusttoleranz praktisch nicht vorhanden war. Das ein leichtes Anrempeln von einer anderen Katze sie sofort in den Angriffsmodus gebracht hat.
Vermutlich habe ich zuwenig über Katzen gelesen.

Na ja, vielleicht findet sich ja jemand, der dir Tips geben kann, ohne dir zu nahe zu treten. Viel Glück..
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #11
Du könntest Taskali um Hilfe bzw Einschätzung der Lage bitten. Oder lies mal in ihrem Thread "Pflegiys by Taskali". Sie arbeitet viel mit Scheumiezen, aber durchaus auch mit verhaltensauffälligen Tieren. Du hast da wirklich einen ziemlich schwierigen Fall, aber ich finde es toll, dass du ihn nicht einfach so aufgibst und dich um ihn sorgst und bemühst.
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #12
Du kriegst hier ganz bestimmt, Hilfe, gib nicht auf.

Solche Fälle sind sehr schwierig und langwierig, da gibts keine schnelle Lösung leider :-(

Ich sehe nachher mal zu, ob ich Dir war raussuchen kann, denn wir hatten hier schon solche Kater, die mich sehr an Deinen Kuno erinnern.
Aber leider gibts da keine Patentlösung und jedes Tier ist anders.
Deshalb wär ich so für eine(n) Verhaltenstherapeuti(e)n ;-)

Bis später!
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #13
@ Starfairy
Ja, natürlich ist es Auftrag des Besitzers, sich zu informieren. Jedoch wäre ein Hinweis darauf, dass diese Katzen unsozialisiert und deswegen "besonders" behandelt werden müssen wirklich wichtig gewesen.

Ich meine auch nicht alles zu wissen, weder in Sachen Katzensprache, Katzenverhalten, Ernährung etc.

Es tut mir einfach nur in der Seele weh, das ich mir hier seit 2 Jahren (die ich alleine Wohne) die größte Mühe gebe mit Kuno zurecht zu kommen, abends teilweise stundenlang irgendwelche berichte lese, irgendwann nicht mehr weiter weiß & in einem Katzenforum um Hilfe bete und ich dann angegangen werde, was ich doch alles falsch gemacht habe.

Das sich das mit dem Schlingen erledigt hat, habe ich bereits in meinem ersten Post geschrieben.
Grundregeln der Katzensprache kenne ich auch. Klar gibt es immer wieder neue Erkenntnisse und einen imensen Informationsball (was auch immer), der mir nicht bekannt ist. Man kann nie alles wissen und das habe ich auch nie behauptet.

Übrigens wegen der 3 Kitten: ich kenne meinen Bruder. Ich habe es von Anfang an geahnt wie das endet. Während er die Katze eigentlich noch sein eigen nannte, war sie schon oft bei mir, weil er für einige Wochen beruflich nicht zu Hause war. Ich habe dann letztendlich gesagt (nachdem die Katze 6 Wochen bei mir war), das ich sie ihm nicht zurückgeben werde, weil sie ihm dann "eingehen" würde.
Stell dir mal vor, wir hätten noch ein Kitten dazu geholt. Dann hätten wir sie bestenfalls ins Tierheim geben müssen. Schlimmstenfalls, wären die 2 Süßen allein bei ihm geblieben.

Zitat von dir: "Wußte nicht, das ihre Frusttoleranz praktisch nicht vorhanden war. Das ein leichtes Anrempeln von einer anderen Katze sie sofort in den Angriffsmodus gebracht hat."
DAS hilft mir weiter & werde ich mal gezielt beobachten. Danke dafür!

@ alle anderen:

Vielen Dank für eure Unterstützung! Ich werde mal bei Taskali stalken gehen :)

Ich habe mich übrigens bereits über Verhaltenstherapeuten informiert. Leider habe ich noch keinen in der Nähe gefunden. Das näheste ist in Dresden. Anfahrtskosten wären 120 € ._. Das kann ich mir leider zu den Therapiekosten nicht leisten - jaaa, ich weiß, das ist auch wieder kacke, aber ich kann es grad einfach nicht ändern.... Ich suche weiter.
 
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  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #14
Ich kann fachlich nichts beitragen, aber ich finde es toll dass du dich so für Kuno einsetzt, und ich bin froh dass du es geschafft hast Kuno (und dich!!!) von deiner Mutter zu befreien. So wie sich das liest kann man ja schon froh sein, dass sie Kuno damals nicht direkt ertränkt oder aus dem fahrenden Auto geworfen hat :/
Zum Glück für deine vier Katzen bist du komplett anders als deine Mutter!

Könntest du mal bei Gelegenheit versuchen Kuno zu filmen wenn er austickt? Und was noch helfen könnte ist ein kleines Tagebuch in dem du Dinge notierst die dir aufgefallen sind bevor Kuno seinen Austicker hatte. Irgendwelche Auslöser, Verhalten das er oder die drei Gefährten gezeigt haben, Uhrzeit, Straßenlärm, was gab es zu fressen,...
Selbst wenn du daraus nicht schlau wirst, vielleicht erkennt die Therapeutin ein Muster (sobald du eine gefunden hast)
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #15
Ich glaube nicht, das ich das zugelassen hätte, das sie ihm DAS antut. Ich hab ihr damals ja auch schon immer gepredigt, das sie dieses und jenes nicht tun soll... aber naja, da habe ich gegen eine Wand geredet..:cry:

Zu deinen Ideen: DU BIST GENIAL! :-D
So ein Tagebuch zu führen, ist eine super Idee!
Ich werd mal schauen, ob ich ihn aufs Bild bzw. Film bekomme.. das ganze schlägt bei ihm so schnell um.
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #16
Für alle, die es interessiert hier ein paar Bilder von Kuno & co
Es sind Bilder dabei, wo er mit den anderen gemeinsam schläft, er alleine darauf zu sehen ist & beim Spielversuch mit dem Leoparden-Fleece, wo er auch gleich ausgetickt war.
Die Bilder sind 1/2 Jahr bis 1 Monat alt.

CIMG9318.JPG

Tut mir leid, dass die Bilder so groß sind.
 

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  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #17
Ein Hübscher!

Wie reagieren denn die anderen Katzen u du, wenn er auf euch los geht? Fauchen ihn die anderen Katzen an? Lässt er dann von ihnen ab? Hast du schon mal probiert ihm ins Gesicht zu pusten, wenn er dich angeht?
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #18
Ein Hübscher!

Wie reagieren denn die anderen Katzen u du, wenn er auf euch los geht? Fauchen ihn die anderen Katzen an? Lässt er dann von ihnen ab? Hast du schon mal probiert ihm ins Gesicht zu pusten, wenn er dich angeht?

Hallo :)
Mich beißt er nur, wenn ich näher an ihm bin (durch streicheln) bzw. mit ihm versucht habe zu spielen.
Es beginnt damit, das er nur an meiner Hand schlabbert, dann beißt er sanft (in der Zwischenzeit habe ich natürlich schon längs aufgehört mit streicheln) & hällt mir seinen Pfötchen meine Hand fest umklammert. Also ein langsames Wegziehen is nich. Anschließend hackt er voll drauf los. Ich ermahne ihn mit einem scharfen "Kuno!", dann kommt ein spitzes "Ey!" - keine Reaktion (es funktioniert aber sonst bei allen Katzen, wenn sie Unfug machen)...Ich entreise meine Hand mit Kraft - meist brauch ich noch die andere dazu. Er klammert sich echt sehr fest. Dann starrt er mich an, die Ohren sind aufgerichtet, er ist nicht aufgepuschelt und sein Schwanz zuckt wild hin und her. Ich schaue ihn an, blinzle ganz offensichtlich und schaue ihm dann nicht mehr in die Augen (weil das ja als Kriegserklärung verstanden wird) & warte. Meist steht er dann auf, lauert kurz & will mich wieder anspringen. Je nachdem ob ich aufgestanden bin und weggehe, ihn immer wieder ermahne, geht er dann auf mich oder die anderen Katzen los.

Wenn Kuno aus der Entfernung gelauert hat & die das spitz kriegen rennen sie weg. Ist er nahe, dann geht er zu ihnen hin, umklammert sie, wirft sie auf den Boden, beißt ihnen in den Hals. Es wird gefaucht & sich gewehrt. Wenn er zu rabiat wird, schreien sie. Sie versuchen sich zu befreien & wegzurennen. Kuno hinterher - meist gehts dann unters Bett. Ich höre es nur noch Scheppern & Schreien, dann kommt erst die flüchtende Katze unter dem Bett hervorgerannt, dann Kuno.

Spätestens da, schnappe ich ihn mir. Ich nehme ich hoch - Hände unter Po & Bauch (also normal), setze mich mit ihm irgendwo hin, bestenfalls schließe ich die Tür um die anderen Katzen kurz außenvor zu lassen. Ich halte ihn bei mir - also wegrennen & wieder auf die andern stürzen ist nicht. Ich habe ihn auch so auf den Schoß, dass er mich nicht direkt wieder beißen kann. Dann rede ich beruhigend auf ihn ein, streichel ihn. Das hat bisher am meisten gebracht. Bis ich ihn beruhigen konnte dauert es meist 5-30 Minuten.

Ins Gesicht pusten, ein lautes Geräusch, mit Wasser bespritzen hat alles nichts gebracht. Ich hab auch schon zurück gefaucht und "geknurrt".. Darauf hat er nicht reagiert.
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #19
Ja, das klingt echt seltsam. Ich hoffe, dass du bald jemanden findest, der dir da helfen kann. Und ich finde es auch ganz toll, dass du ihn nicht aufgibst o.ä. :)
 
  • Verhaltensgestörter Kater? Hilfe! Beitrag #20
Danke dir :)
 
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