Hallo
Ich danke dir im Voraus schonmal für die Antwort, muss dir jedoch sagen (habs grad erstmal nur überflogen), dass das alles im keinsten Fall böse gemeint war. Ich finde, du klingst doch äußerst anklagend.
Mir ist sehr wohl klar, warum sich Kuno in der Vergangenheit so oder so benommen hat. Die Vorgeschichte habe ich erzählt, um eine gemeinsame Grundlage zu haben.
Ich nehms mal in Stücken auseinander, ich hoffe das ist okay
"Als allererstes mach dir mal klar: Kuno is kein A...loch, sondern ein absolut typisches Beispiel eines Katers, der von den Menschen versaut worden ist"
Das ist mir schon klar, und ich meinte das auch wirklich nicht böse.
Von Menschen versaut - wenn er ausgesetzt wurde, dann ja. Aber wie du schon geschrieben hast, habe ich keine Ahnung was er in der Zeit, vor den 3 Tagen Tierheim, durchgemacht hat.
Und doch, ich weiß, dass er kein Interesse an Menschen hatte, weil ich im nachhinein mit dem, was ich mit ihm erlebt habe, viel besser beurteilen kann, das er seine Ruhe haben wollte, bzw. wie du schon sagst einen Artgenossen wollte.
Das wussten wir aber damals noch nicht. Wir sagten dem Tierheim, das wir vorher noch nie eine Katze hatten und nichts. Vermittelt man dann so ein Tier an Leute, die keine Ahnung haben? Ich will ihn um Gottes willen nicht abschieben und bin froh, das es ihn gibt, jedoch muss man doch damit rechnen, das wir damit total überfordert sind. Mal ganz davon abgesehen, dass ich es unter aller Sau finde ein Fundtier sofort durchzureichen.
Ich meinte mit dem Schnurren und freundlich sein auch nicht, das ich das erwartet hätte, sondern wollte eher damit klar machen, das er gebissen hat und (wir wussten es ja nicht besser) die Tierpflegerin meinte, dass das völlig okay ist.
Kitten sollten prinzipiell nur zu zweit oder in einen Mehrkatzenhaushalt vermittelt werden und gerade so ein "Problemfall" nicht zu Leuten, die keinen Plan haben. Wir haben am Anfang sehr viele Fehler gemacht. Er wollte nicht gestreichelt werden und hat sich immer verkrümelt. Aus meiner jetzigen Erfahrung würde ich ihn da, wo er is, in Ruhe lassen und ihn langsam eingewöhnen in Hinblick darauf, das er eigentlich noch viel zu jung ist und er offensichtlich schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Also - es war keine Kritik an Kuno, sondern viel mehr an das Tierheim. Nachdem ich zu Hause ausgezogen bin & in eine andere Stadt und hier das Tierheim kennen gelernt habe, denke ich dass ich das ganz gut beurteilen kann.
"Auch seine nächtlichen Übergriffe, das Zehenbeißen, die ersten Angriffe als Kitten - das alles war nichts anderes als sein Versuch, auf kätzische Art und Weise zu spielen. Und mit wem außer mit euch hätte er es denn bitte tun sollen? Dem war schlicht und ergreifend restlos langweilig. Und nicht ausgelastete Kater benehmen sich so. Vollkommen normal."
Als Kitten spielen zu wollen: klar, logisch, normal. Mit 4 Jahren immernoch zu beißen? Nicht normal. Wir hätten ihm ab einer gewissen Zeit klar machen sollen, das Hände kein Spielzeug sind bzw. wo seine Grenzen beim Beißen liegen. Haben wir aber nicht, weil uns im Tierheim gesagt wurde, dass man das ruhig so machen kann.
Und nein, ihm ist nicht langweilig. Ich habe hier viele unterschiedliche Spielsachen. Alle anderen Katzen (ich habe 4) spielen damit, mit mir etc. Kuno spielt nicht. Er hat auch damals nicht gespielt. Ich saß so oft mit ihm allein nachts in der Küche, weil er randaliert hat und ich nicht schlafen konnte und ihn nicht allein lassen wollte (mit ins Zimmer nehmen durfte ich nicht). Er wollte nicht spielen, zumindest nicht mit Spielzeug. Und glaub mir, das beschränkt sich nicht auf nen Federwedel und einen einfachen Ball. Von Intelligenz- über Beschäftigungs bis hin zu einfachen Spielzeugen habe ich eine Menge da: nichts.
Ich hab ihm dann immer was vorgesungen (zum Ärger meiner Eltern ^^) und da lag er dann ruhig da & hat sich streicheln lassen.
"Auch bei euch konnte er bei solchen Erziehungsmethoden weiß Gott kein Vertrauen in Menschen lernen. Er war ein Baby! Mit deiner Zusammenführung hast du echt ein riesen Glück gehabt. Dein Kater ist vollkommen unsozialisiert, das hätte damals schon mächtig in die Hose gehen können."
Ich habe ihn niemals gewurfen oder eingesperrt. Ich kann auch nichts dafür das meine dummer Mutter .. ja wie soll ich sagen, leider dumm ist? Bestätigt von ihrer Freundin (die ihre Katzen auch durch die Gegend wirft) hat sie leider mein Betteln und Flehen das zu unterlassen ignoriert.
DIese Zusammenführung hat ihm aber offensichtlich gut getan und das war es mir wert. Ich habe das für ihn getan, nachdem ich von der Pflegefamilie erfahren habe (die hatten 5 Katzen), das er sich mit zwei von fünfen sehr gut versteht.. Die haben sogar zusammen geschlafen..
Klar, ist viel schief gelaufen. Sehr viel. Würde ich jetzt, mit Katzenerfahrung, so ein Kitten bekommen, würde ich ganz anders herangehen.
Ich/ Wir haben damals einfach auf das Tierheim vertraut und wurden verarscht. Ich würde Kuno nicht umtauschen wollen, aber wir hätten ein paar Informationen mehr bzw, einen Hinweis, was das für ein Kitten ist & wie man mit diesen umzugehen hat, bekommen sollen.
Ich finde es auch sehr schwach, nach einiger Zeit nichtmal bei der Familie anzurufen. Meine Mutter wollte ihn los werden. Weiß Gott, was sie dem Tier hätte antun können. Ich weiß, wie die Arbeit im Tierheim abläuft und ich weiß, wie viel das ist. Dennoch finde ich es sehr schwach. Nach meiner Beurteilung (das Tierheim war damals gnadenlos an Katzen überfüllt), wollten sie ihn einfach schnell los haben. Er wurde auch im Tierheim in einem Einzelkäfig gehalten (der aber gleich neben anderen Käfigen stand). Meiner Meinung nach müsste ein Fundtier erstmal in Quarantäne um es durchchecken zu lassen und wie du sagtest - gerade ein Kitten, mit anderen zusammen führen & dann nur zu zweit vermitteln.
"Leider kann dieses Austicken und die Aggressionen 1000 und eine Ursache haben. Und hier würde ich dir dringend empfehlen, einen Verhaltenstherapeuthen für Katzen mit ins Boot zu holen. Wir hier sehen deinen Kuno nicht, und da können echt ganz feine Zeichen wichtig sein für die Beurteilung."
Ich wollte gern die Erfahrungen anderer hören, bevor ich das tue. Ich habe vor ein paar Jahren, wir Kuno bekommen haben Bücher und das Internet gewälzt bezüglich der Katzensprache. Es gibt leider keine für mich ofensichtlichen Anzeichen oder "Vorwarnungen" für da Austicken. Auch entsteht es immer aus unterschiedlichen Situationen heraus.
"Wieso muß er sein Futter schlingen, erzähl doch bitte mal, was und wieviel du fütterst."
Klingt schon wieder so anklagend für mich

Kuno hat seit dem ersten Tag geschlungen. Ich denke, es ist auf seine Zeit vor uns zurück zu führen.
Meine Katzen bekommen Nassfutter. 4x täglich kleine Portionen Granatapet, Catz Finefood oder Bozita.
Er bekommt ausreichend Futter! Ich fülle die Näpfe: für 4 Katzen 200 g aufgeteilt. Dann warte ich. Kasper ist meistens davon satt und geht weg. Die, die noch dasitzen bekommen noch etwas, solang bis sie satt sind und entweder weg gehen oder an der Futterstelle anfangen sich zu Putzen(zeigt das sie fertig sind). Desweiteren steht die ganze Zeit Trockenfutter zur Verfügung. Von Porta 21 für kastrierte, ernährungsensible & Allergiker-Katzen geeignet. In folgendem Behälter, damit das Futter gefressen und nicht inhaliert wird:
http://www.zooplus.de/shop/katzen/fressnapf/beschaeftigung/229878
Die Katzen kommen gut damit klar.
Für das Wasser steht ein Trinkbrunnen bereit.
"Und erzähl doch mal so genau wie möglich, wie so ein aggressives Austicken aussieht. Und wie verstehen sich die Katzen ansonsten? Liegen sie zusammen, putzen sie sich, haben die anderen Angst vor Kuno? Ach ja, sind alle Katzen kastriert? Wie lange schon?"
Kuno wurde mit einem Jahr kastriert, Kasper mit 10 Monaten, gefolgt von Kiara und Kiwi. Ja, alle sind kastriert.
Im großen und ganzen ergibt sich folgendes Bild: alle Katzen befinden sich generell in einem Raum - zu meist der, indem auch ich bin. Wer kennt es nicht? Man geht kurz auf die Toilette und wenn man die Tür wieder öffnet stehen da 4 Katzen ^^
Rangreihenfolge wenn Kuno mit im Raum ist (von oben nach unten): Kuno, Kiwi, Kiara, Kasper
Rangreihenfolge wenn sich Kuno verkrümelt hat oder schläft: Kuno, Kiara, Kiwi, Kasper.
Kuno und Kiwi sind wie ein Herz und eine Seele. Er putzt sie, sie putzt ihn, sie putzen sich gleichzeitig gegenseitig. Prinzipiell liegt Kiwi auch immer mit bei Kuno (siehe Bild).
Auch Kasper putzt er. Sie lecken sich gegenseitig am Hintern etc.
Gegenüber Kiara ist Kuno noch etwas auf Abstand. Er putzt sie zwar auch, aber es besteht nicht so ein Verhältnis wie bei Kuno-Kiwi oder Kuno und Kasper.
Ich habe drei fast-deckenhohe Kratzbäume. Meistens liegen alle auf einem. Kuno & Kiwi auf einer "Plattform" (weiß grad nicht wie ich es nennen soll), Kasper auf einer und Kiara auf einer.
Wenn gespielt wird, spielen alle, außer Kuno. Am beliebtesten ist der Federwedel (fliegende Katzen

) und die "Murmel-Bahn". Also es ist keine Murmel sondern ein Ball, ich weiß grad aber nicht, wie ich es nennen soll.
Im großen und ganzen leben sie sehr harmonisch zusammen - bis auf diese Ausraster.
Ich habe mir selber schon viele Gedanken darüber gemacht, woran das liegen könnte (darum habe ich auch die Vorgeschichte mit erzählt).
Aus Eifersucht, um Aufmerksamkeit zu bekommen, Machtkämpfe (wobei die Rangordnung eigentlich steht) etc.
Wenn er so eine aggressive Phase hat fängt er an in der Wohnung hin und herzuflitzen, springt dann die anderen Katzen an, reißt sie zu boden (er ist der größte von allen, von daher fällt ihm das relativ leicht) und hält sie fest umklammtert. Mit den Hinterpfoten tritt/ kratzt er sie dann & beißt ihnen gleichzeitig in den Hals. Das geht solang, bis ich dazwischen gehe, weil die andere Katze schreit und ich davon ausgehe dass sie spätestens da Schmerzen verspürt.
Ich habe gelesen, das wenn das ganze relativ harmlos abläuft, man nicht dazwischen gehen soll, weil es sich um Machtkämpfe handeln könnte und die Positionen nicht geklärt werden können, wenn immer einer dazwischen geht. Leider ist das bei Kuno nicht harmlos. Kasper hat momentan wieder eine daumengroße Wunde am Hals. Der Tierarzt meinte, ich solle Bepanthen drauf machen und aufpassen, das er sich da nicht großartig kratzt/ daran leckt & halt desinfizieren.
Als ich um Hilfe gebeten habe wollte ich keine Tips wie "beiß ihm ins Ohr" (würde ich niemals machen..), sondern eher sowas wie "hey, dass und das war in seiner biografie, es könnte sein, dass das und das los ist".
Ich habe schon wieder einen Roman geschrieben :-(