saurier: Ich stimme dem von dir zitierten voll zu - nichts würde mich mehr freuen, als wenn meine Pflegestelle überflüßig werden würde, weil es keine Wildchen mehr gibt, die meine Hilfe brauchen. Aber da ich Realist bin ist mir klar, daß ich das nicht mehr erleben werde...
Ich denke Tierschutz ist BEIDES - das stoppen der Vermehrung genauso wie das reinholen und vermitteln - und nur über beides kann man auch effektiv sein, eins geht nicht ohne das andere. Man selber muß aber schaun, wo man seine Nische findet, da beides einfach rein praktisch nicht machbar ist. Ein Beispiel: ich habe ja Kontakte in verschiedene Regionen von D, mit denen ich zusammenarbeite. Dazu gehört z.B. eine liebe Frau aus dem Jenaer Raum. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht in ihrer Gegend durch die Dörfer zu ziehen und die Bauern dazu zu überreden ihren jeweiligen Katzenbestand durchkastrieren zu lassen. Sie ist wahnsinnig erfolgreich dabei, hat allein im letzten Jahr über 100 Katzen eingefangen und kastriert. Nun trifft sie aber dabei auch auf Katzen, die nicht wieder an ihren Fundort zurückkönnen - kranke Tiere, Tiere, die weder Futter noch Unterschlupfmöglichkeiten haben, Bauern, die androhen: wenn sie mir die Viecher zurückbringen erschlag ich sie usw... Wohin mit diesen Tieren? Sie setzt sie Zuhause in ihren Kellerraum und ihr Gästezimmer - und dann? Zeit für Tiere um sie vermittlungsfertig zu machen, Zeit um sie zu inserieren, Vermittlungsgespräche zu führen usw. hat sie nicht, denn die nächste Katzenkolonie die ihr gemeldet wurde sitzt ihr im Nacken, wo gerade hochträchtige, kranke usw. sind. Also braucht sie Leute - Vereine, Pflegestellen - die ihr die Tiere abnehmen die nicht zurück können und sich um alles weitere kümmern. Und da setze ich dann z.B. ein und übernehme die bereits kastrierten Scheumietzen und kümmere mich um alles weitere. So hat jeder seine Nische und tut sein möglichstes. Ab und an geh ich auch selber fangen, aber das sind dann kleinere Projekte, derartige Großprojekte wie sie sind mir nicht möglich, da eben Zuhause der Pflegitrupp auf mich wartet und meine Zeit benötigt. So funktioniert das System. Eins von beidem für sich gesehen wäre nicht ausreichend, aber beides zusammen schafft man nicht - also gibt es Leute, die das eine machen und andere, die das andere machen. [...]
Du, da bin ich GANZ bei dir! Nur so funktioniert es, das klingt doch auch alles super und in meinen Augen auch "mit Ausblick" - aber erklär mir doch bitte, wieso immer wieder gesagt wird, dass z.B. Aufklärung und die richtige Verwendung von Begriffen nichts mit
Tierschutz zu tun hat und - vor allen Dingen - nicht gewollt ist.
Die konkreten Vorschläge und Angebote, die dazu mehrfach gemacht wurden (zum Teil hier, zum Teil auf über 70 Seiten in dem entsprechenden Thread und in anderen), sind nämlich allesamt nicht existent/nichts wert, weil die Personen X und Y das so sehen. Und da keiner etwas dagegen sagt, muss ich ja annehmen, dass alle anderen das auch so sehen, sonst würde man das ja nicht so stehen lassen. So etwas finde ich sehr schade und das führt dazu, dass man manche(s) nicht mehr ganz ernst nehmen kann.
Es mangelt am Geld - kein Thema, aber sich
Wissen anzueignen und weiterzugeben, korrekte Begriffe zu verwenden, kostet kein Geld, nur den Willen, lernen zu wollen und das Verständnis, warum so etwas ein weiteres Zahnrad ist, das ins Getriebe eingreift und alles weiterbringt. Aber es wird immer nur gesagt - "geht nicht" und wer das vorschlägt, hat "keine Ahnung", muss "Beweise" liefern und ist sowieso untätig, wenn er nicht seine gesamte Hilfeleistung offenlegt (vielleicht möchte das aber nicht jeder, schon gar nicht angesichts der Dinge, die hier vor ein paar Tagen erst abgelaufen sind).
Scheinbar wird jede Hand gebraucht, wenn man aber immer wieder auf selbige einschlägt oder sie als ahnungslos und unfähig hinstellt, muss man sich vielleicht nicht wundern, wenn sie irgendwann nicht mehr gereicht wird (und nein, damit meine ich dich, Taskali, nicht!). Ich bin glücklicherweise nicht so leicht zu verschrecken und werde dem, was ich bislang unterstützt habe, auch weiterhin die Treue halten, aber einige sollten sich vielleicht man überlegen, ob die dem
Tierschutz mit dem, wie sie z.T. reagieren, nicht eher einen Bärendienst leisten.
Ich denke, wir drehen uns im Kreis und kommen da einfach nicht zueinander, aber müssen wir ja auch nicht. Man darf im Leben ja durchaus auch konträre Meinungen haben ;-).
Ich hoffe, dass du viele Unterstützer und Finanzierer deiner Projekte bekommst, Taskali, das liest sich alles sehr gut, dafür weiterhin viel Kraft!
Ich werde mich jedoch hier ausklinken, alles, was ich dazu zu sagen habe, habe ich im verlinkten Thread bereits dargelegt, daran hat sich für mich nichts geändert.