Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion?

Diskutiere Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? im Tierschutz Forum im Bereich Katzenfreunde; Ich habe nicht viele solcher Pflegestellen bisher kennengelernt. Die meisten sind sehr bemüht, interessiert und arbeiten nach bestem Wissen und...
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #181
Dennoch:
Ich verstehe weiterhin nicht, warum man Pflegestelle wird, wenn man keine finanziellen Rücklagen hat, wenn man keine Räume hat um Katzen zu separieren, wenn man keine Ahnung hat, wie man mit verschiedenen Situationen umzugehen hat, kein Auto hat um im Notfall zu reagieren, wenn man denkt, dass Trockenfutter DAS Futter der Wahl ist, wenn man davon ausgeht, dass Wurmkuren monatlich und Impfungen jährlich zu verabreichen sind undsoweiterundsofort?

Wenn ich also von nix eine Ahnung habe, muß ich dann echt Pflegestelle (und somit ganz nahe am Tier arbeiten) werden?
Kann ich dann nicht doch lieber Fliesen schrubben (nicht abwertend gemeint, denn das ist auch wichtige Arbeit), wenn ich den Tierschutz doch so gerne unterstützen möchte?

Ich habe nicht viele solcher Pflegestellen bisher kennengelernt. Die meisten sind sehr bemüht, interessiert und arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Das finde ich persönlich moralisch nicht verwerflich und die Ursachen dafür, dass die Umstände nicht idealer sind haben ich ja auch schon erläutert.

Könntest du den ersten Absatz etwas nähern erläutern? Mir scheint als würdest du von konkreten Beispielen sprechen? Hast du die Arbeit dieser Pflegestellen persönlich begutachtet, so dass du dir ein Urteil erlauben kannst, denn du schreibst ja, diese Personen haben von nichts eine Ahnung. Um zu dem Urteil zu gelangen bedarf es ja schon mehr als nur einen flüchtigen Blick.

Zu deiner Info: in jedem Verein, in dem ich bin jetzt Pflegestelle war, gab es einen Ansprechpartner, der neue Pflegestellen eingewiesen hat bis sie sicherer in ihrer Arbeit waren. Was wann wie am Tier gemacht wird, gerade die ganzen tierärztlichen Sachen, entscheidet nicht die Pflegestelle, sondern der Verein, denn der bezahlt die Rechnungen (!). Jeder Verein hat seine eigenen Vorgaben und das variiert von Verein zu Verein enorm. Die einen machen es so, die anderen so. Eine Pflegestelle hat da keine Handhabe, sondern muss sich an die Richtlinien des Vereines halten. Das kann sogar bis zur Verpflegung des Tieres gehen, sprich Haltung, Fütterung usw. D.h. wenn du die Arbeit von Vereinspflegestellen ankreidest, dann musst du den Vorstand des Vereines zur Rechenschaft ziehen und nicht die Pflegestelle, denn die kann da leider auch nichts machen.

Bei privaten Pflegestellen ist es anders. Die sind freier und können selber entscheiden, aber meistens sind das "Aussteiger", die schon eine gewisse Schulung hinter sich haben, dadurch dass sie vorher in Vereinen angelernt wurden. Es ist ganz selten, so wie bei Taskali z.B., dass eine Pflegestelle selbstständig existiert ohne jemals in einem Verein gewesen zu sein. Also Taskali ist wirklich eine Ausnahme. Die privaten, die ich kenne, sind alles Aussteiger.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #182
Ich nehm mal die Argumente hier genauer unter die Lupe

Dennoch:
Ich verstehe weiterhin nicht, warum man Pflegestelle wird, wenn man keine finanziellen Rücklagen hat, wenn man keine Räume hat um Katzen zu separieren, wenn man keine Ahnung hat, wie man mit verschiedenen Situationen umzugehen hat, kein Auto hat um im Notfall zu reagieren, wenn man denkt, dass Trockenfutter DAS Futter der Wahl ist, wenn man davon ausgeht, dass Wurmkuren monatlich und Impfungen jährlich zu verabreichen sind undsoweiterundsofort?

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- "wenn man keine Räume hat um Katzen zu separieren": ist ein NO GO, wenn man PS wird und bereits Tiere hat. Ein Bad oder ein Abstellraum, getrennt von den anderen Tieren, MUSS sein.

- "Finanzen": wer hat das schon. Wenn man einen Tierarzt hat, der auch Ratenzahlung akzeptiert, und mal etwas runterrechnet, dann geht das. Wenn man erst Tieren helfen dürfte, wenn man ein volles Bankkonto hat, dann gäbs wohl keinen Tierschutz.

- "keine Ahnung hat, wie man mit verschiedenen Situationen umzugehen hat": Das lernt man! Man fragt den Tierarzt, andere Tierhalter, kauft ein Buch, liest im Netz (hier im Forum) - man informiert sich und lernt sein Leben lang dazu.

- "kein Auto hat um im Notfall zu reagieren": ich habe kein Auto. Es gibt für Notfälle das Taxi, das Carsharingauto, Freunde, Nachbarn Familien, andere Tierschützer. Ich kenne nur eine Tierschützerin hier mit Auto. ICh selbst hatte noch niemals ein Auto (mache Carsharing)

- "wenn man denkt, dass Trockenfutter DAS Futter der Wahl ist": dann ist das kein Problem. Jeder verhungerte Streuner frisst liebend gern Trockenfutter! Sogar Whiskas oder schlimmeres. Würden wir auch, wenn wir am Verhungern wären ;-)

- "wenn man davon ausgeht, dass Wurmkuren monatlich und Impfungen jährlich zu verabreichen sind": Millionen und Abermillionen Haustiere teilen dieses Schicksal und überleben es. Ok, geht besser, aber auch das kann man lernen.

- "undsoweiterundsofort": diese Welt ist nicht perfekt und wird es nie sein. Aber das ist kein Grund, nichts zu tun ;-)
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #183
Finanzielle Rücklagen: Pflegestellen schließen mit dem Verein, für den sie Tiere halten (egal, ob Hund, Katze, Maus) einen Pflegevertrag ab. Hast du schon einmal einen Pflegevertrag gelesen? In diesem steht, dass der Verein die Kosten für den Tierarzt übernimmt. Ferner steht dort, dass die Pflegestelle VOR dem Tierarzt-Besuch Rücksprache mit dem Verein zu halten hat. Dieser übernimmt die Kosten für die tierärztliche Versorgung und dieser entscheidet, ob die Behandlung / der Tierarztbesuch notwendig ist. Wenn die Pflegestelle gegen diese Vertragsvereinbarungen verstößt, sind finanzielle Rücklagen notwendig, weil die PS dann nämlich die Kosten selbst zu tragen hat. Steht auch in den Verträgen.

Zur Frage "Separieren" schließe ich mich Neryz an.

Das Umgehen mit "verschiedenen Situationen" lernt man. In der Regel haben die Vereine Ansprechpartner, an die sich die PS wenden kann, wenn es Probleme gibt.

Wer "von nix ne Ahnung hat" erhält Hilfe vom Verein oder kann sich informieren (lesen hilft).

Bei den Schulungen stehen nach wie vor die Kosten im Wege. Die müssten nämlich die Vereine tragen, da sie sonst wohl kaum noch Pflegestellen fänden.

Wenn ich mir so anschaue, was von Hundehaltern in den Prüfungen für den Hundeführschein verlangt wird, gruselt es mich. Da lernt man einfach die Antworten auf die Fragen auswendig. Mit "Sachkunde" (das Papier heißt hier in NRW "Sachkundenachweis") hat das wenig zu tun, u.a. da die Eigenheiten der verschiedenen Rassen nicht berücksichtigt werden.
Würde so etwas für Katzen ähnlich "professionell "umgesetzt, kann man darauf auch gut verzichten. Ganz abgesehen davon, wer die Kosten tragen sollte. Der Verein wird es nicht können. Müssten Pflegestellen die Kosten übernehmen, sänke deren Anzahl binnen kürzester Frist gegen Null.

Vater Staat wir 'nen Deubel tun, Geld in den Tierschutz zu stecken. Die Städte und Gemeinden sind auch finanziell gut ausgelastet und investieren lieber in Brücken, Straßen, Gebäude, deren Zustand vielfach schlechter als schlecht ist.

Lösungsansatz gesucht.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #184
Wenn ich mir so anschaue, was von Hundehaltern in den Prüfungen für den Hundeführschein verlangt wird, gruselt es mich. Da lernt man einfach die Antworten auf die Fragen auswendig. Mit "Sachkunde" (das Papier heißt hier in NRW "Sachkundenachweis") hat das wenig zu tun, u.a. da die Eigenheiten der verschiedenen Rassen nicht berücksichtigt werden.
Würde so etwas für Katzen ähnlich "professionell "umgesetzt, kann man darauf auch gut verzichten. Ganz abgesehen davon, wer die Kosten tragen sollte. Der Verein wird es nicht können. Müssten Pflegestellen die Kosten übernehmen, sänke deren Anzahl binnen kürzester Frist gegen Null.

Lösungsansatz gesucht.

Das ist desillusionierend was du da über den SN für Hunde schreibst. Ich weiss nicht, was bei Katzen gelehrt wird, vermute aber fast, dass es ähnlich qualitativ minderwertig ist. Was also tun? Wenn solche Einrichtungen/Institutionen noch nicht mal in der Lage sind qualitativ hochwertig zu informieren, Tierärzte ja anscheinend auch nicht kompetent genug sind kann dann überhaupt einer den hier geforderten Ansprüchen genügen? Vielleicht es dann doch besser learning-by-doing zu betreiben und sich das Geld für die Schulungen zu sparen? Was bringt es einem, wenn eine riesen Kluft zwischen Theorie und Praxis herrscht? Den Tieren bringt es nichts und die betroffenen Tierschützer sind dadurch nur verwirrt. Also kann man ja fast schon vermuten, dass jemand der den Sachkundenachweis besitzt, auch nicht fachlich nicht so viel mehr bewandert ist als diejenigen, die nur durch die Praxis gelernt haben. Naja, ich bin immer noch der Meinung, man müsste das ganze System von Grund auf reformieren. Yodetta, wenn du noch Interesse daran hast, ich bin immer noch mit von der Partie :mrgreen:
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #185
wenn die Gedanken soweit schon gehen, dann dürften 2/3 der Katzenhalter keine Katze halten. Einzelkatze, zu kleine Wohnung, keine verfügbaren finanziellen Mittel, zu große Gruppen, keine artgerechte Haltung, nur Mittelklasse Futter Denn das würde dann dabei rauskommen.

Ich finde es bewundernswert, wie viele doch lieber keinen Tierschutz machen, weil sie den Ansprüchen nicht gerecht werden.

lg
Verena
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #186
Verena: Meckern können viele gut - aber selber besser machen? ;-)

Ich hab mir auf die Fahne geschrieben praktisch umsetzbaren hochwertigen Tierschutz zu machen - also einen gehbaren Mittelweg in der Kluft zwischen Anspruch und Realität zu finden. Mal gelingt mir das besser und mal schlechter, aber ich hab aus meinen Fehlern jedesmal gelernt und mein System jedesmal ein Stück verbessert und verändert. Und meine Erfahrung ist, daß dieser Weg der Ehrlichkeit und Transparenz genau der ist, der dazu führt, daß man auch die Mittel dafür an die Hand bekommt. Ich gehe zwar arbeiten und verdiene gut, aber ich bin nicht Krösus und genauso wie jeder andere im Tierschutz bin ich im großen und ganzen auf Spenden angewiesen. Und meine Erfahrung ist, daß a) die Spendenbereitschsaft und b) die Vermittlungsquote parallel zu der offenen und transparenten Art und Weise steigt. Ich denke mit ein großer Knackpunkt bei der Angst vor Veränderungen, ist die Angst davor Fehler zuzugeben und so a) vor sich selbst und b) vor den Spendern und Adoptanten dann schlecht da zu stehen und so eben diese zu verlieren. Also will man viele Dinge lieber gar nicht wissen, dann muß man auch nix "verheimlichen" und steht - scheinbar - gut da. Aber so werden Chancen zur Verbesserung vertan aus der Angst heraus in ungünstigem Licht zu stehen. Die Angst ist zwar auf der einen Seite sicher berechtigt, aber meine Erfahrung ist ganz klar: Fehler werden einem nicht nur verziehen, sondern sogar als positiv angesehen, wenn sie öffentlich eingeräumt werden und die Leute dann sehen, daß man danach alles tut daraus zu lernen. Und die Leute sind dann sogar bereit einen beim umsetzen der Verbesserungen zu helfen.
Deshalb ist mein Apell an alle die hier mitlesen und aktiven Tierschutz betreiben: traut euch - habt den Mut zu sagen: das haben wir falsch gemacht, das machen wir in Zukunft besser! Und dann werdet ihr sehen, das die Leute plötzlich kommen und euch unterstützen wollen es besser zu machen. Und: Traut den Menschen mehr zu - sie springen nicht gleich ab, weil eine Katze positiv auf Fiv getestet wurde oder weil sie dieses oder jenes Problem hat - im Gegenteil - wer deswegen abspringt war der Falsche für das Tier, denn er wäre dann damit überfordert gewesen. Die Leute wollen Ehrlichkeit, sie wollen wissen worauf sie sich einlassen - dann sind plötzlich auch Problemtiere vermittelbar - und zwar an die Leute, die eben in dem Problem auch kein Problem sehen und somit die Richtigen für das Tier sind.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #187
Tja, ich muß sagen, meine Diskussionsfreude ist am Ende.

Verena: Meckern können viele gut - aber selber besser machen? ;-)

Ich hab mir auf die Fahne geschrieben praktisch umsetzbaren hochwertigen Tierschutz zu machen - also einen gehbaren Mittelweg in der Kluft zwischen Anspruch und Realität zu finden. Mal gelingt mir das besser und mal schlechter, aber ich hab aus meinen Fehlern jedesmal gelernt und mein System jedesmal ein Stück verbessert und verändert. Und meine Erfahrung ist, daß dieser Weg der Ehrlichkeit und Transparenz genau der ist, der dazu führt, daß man auch die Mittel dafür an die Hand bekommt. Ich gehe zwar arbeiten und verdiene gut, aber ich bin nicht Krösus und genauso wie jeder andere im Tierschutz bin ich im großen und ganzen auf Spenden angewiesen. Und meine Erfahrung ist, daß a) die Spendenbereitschsaft und b) die Vermittlungsquote parallel zu der offenen und transparenten Art und Weise steigt. Ich denke mit ein großer Knackpunkt bei der Angst vor Veränderungen, ist die Angst davor Fehler zuzugeben und so a) vor sich selbst und b) vor den Spendern und Adoptanten dann schlecht da zu stehen und so eben diese zu verlieren. Also will man viele Dinge lieber gar nicht wissen, dann muß man auch nix "verheimlichen" und steht - scheinbar - gut da. Aber so werden Chancen zur Verbesserung vertan aus der Angst heraus in ungünstigem Licht zu stehen. Die Angst ist zwar auf der einen Seite sicher berechtigt, aber meine Erfahrung ist ganz klar: Fehler werden einem nicht nur verziehen, sondern sogar als positiv angesehen, wenn sie öffentlich eingeräumt werden und die Leute dann sehen, daß man danach alles tut daraus zu lernen. Und die Leute sind dann sogar bereit einen beim umsetzen der Verbesserungen zu helfen.
Deshalb ist mein Apell an alle die hier mitlesen und aktiven Tierschutz betreiben: traut euch - habt den Mut zu sagen: das haben wir falsch gemacht, das machen wir in Zukunft besser! Und dann werdet ihr sehen, das die Leute plötzlich kommen und euch unterstützen wollen es besser zu machen. Und: Traut den Menschen mehr zu - sie springen nicht gleich ab, weil eine Katze positiv auf Fiv getestet wurde oder weil sie dieses oder jenes Problem hat - im Gegenteil - wer deswegen abspringt war der Falsche für das Tier, denn er wäre dann damit überfordert gewesen. Die Leute wollen Ehrlichkeit, sie wollen wissen worauf sie sich einlassen - dann sind plötzlich auch Problemtiere vermittelbar - und zwar an die Leute, die eben in dem Problem auch kein Problem sehen und somit die Richtigen für das Tier sind.

Vielen Dank für Deinen Beitrag! :a010:
Du gehst einen mutigen Schritt nach vorn!

wenn die Gedanken soweit schon gehen, dann dürften 2/3 der Katzenhalter keine Katze halten. Einzelkatze, zu kleine Wohnung, keine verfügbaren finanziellen Mittel, zu große Gruppen, keine artgerechte Haltung, nur Mittelklasse Futter Denn das würde dann dabei rauskommen.

Ich finde es bewundernswert, wie viele doch lieber keinen Tierschutz machen, weil sie den Ansprüchen nicht gerecht werden.

lg
Verena

Eine Einzelkatze in einer zu kleinen Wohnung, mit einem Besitzer der sie medizinisch nicht versorgen lassen kann weil er kein Geld hat und sie generell nicht artgerecht hält?
Verena, das ist für mich Tierquälerei!
Dazu gehören auch die viel zu großen Gruppen, die auf engstem Raum gehalten werden, sich deshalb kloppen, sich die Haare weglecken vor lauter Stress oder die Bude zupinkeln!
Für mich, ein No-Go!


Genau, wenn ich in einer Einraumwohnung lebe, keine finanziellen Rücklagen habe usw.
dann kann ich keine Pflegestelle sein.
ICH habe da aber wohl einen anderen Anspruch.

LG
Melanie
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #188
Tja, ich muß sagen, meine Diskussionsfreude ist am Ende.



Genau, wenn ich in einer Einraumwohnung lebe, keine finanziellen Rücklagen habe usw.
dann kann ich keine Pflegestelle sein.
ICH habe da aber wohl einen anderen Anspruch.

LG
Melanie


Vielleicht einen etwas zu hohen Anspruch an eine Pflegestelle ? Ich selbst habe mich sehr lange mit meinen Tierheimleitern ( die zudem meine direkten Nachbarn und selbst auch Pflegestelle sind) über dieses Thema und die Voraussetzungen einer Pflegestelle unterhalten. Dort ist man froh, wenn liebevolle Menschen gefunden werden, die sich ( bis zur Vermittlung ) um diese Tiere kümmern. Auch, wenn es auf kleinem Raum geschieht. Selbst in einer Einraumwohnung ist mehr Platz als in den allermeisten Tierheimen, wo die Katzen teilweise in engen Käfigen separiert werden. Die Voraussetzungen, die Du forderst ( eigenes Auto, große Wohnung etc ) ist einfach nicht umsetzbar. Dann würde es wohl bald keine Pflegestellen mehr geben.
Und wenn jemand sich gut um seine Pflegekatzen kümmert, sie medizinisch gut versorgen lässt ( auch wenn das Geld knapp ist ) und sich um eine schnellstmögliche Vermittlung in ein schönes Zuhause bemüht habe ich persönlich vollsten Respekt vor diesen Leuten.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #189
Vielleicht einen etwas zu hohen Anspruch an eine Pflegestelle ? Ich selbst habe mich sehr lange mit meinen Tierheimleitern ( die zudem meine direkten Nachbarn und selbst auch Pflegestelle sind) über dieses Thema und die Voraussetzungen einer Pflegestelle unterhalten. Dort ist man froh, wenn liebevolle Menschen gefunden werden, die sich ( bis zur Vermittlung ) um diese Tiere kümmern. Auch, wenn es auf kleinem Raum geschieht. Selbst in einer Einraumwohnung ist mehr Platz als in den allermeisten Tierheimen, wo die Katzen teilweise in engen Käfigen separiert werden. Die Voraussetzungen, die Du forderst ( eigenes Auto, große Wohnung etc ) ist einfach nicht umsetzbar. Dann würde es wohl bald keine Pflegestellen mehr geben.
Und wenn jemand sich gut um seine Pflegekatzen kümmert, sie medizinisch gut versorgen lässt ( auch wenn das Geld knapp ist ) und sich um eine schnellstmögliche Vermittlung in ein schönes Zuhause bemüht habe ich persönlich vollsten Respekt vor diesen Leuten.

Dem kann ich nur zustimmen. Wer mal in einem Tierheim eine zeit lang gearbeitet hat (und das sollten solche Menschen mit so hohen Ansprüchen vielleicht mal eine Zeitlang machen) der freut sich über ein Pflegestellenangebot auch mit einer Einraumwohnung. Da hat die Katze (oder 2) deutlich mehr Platz und vor allem deutlich mehr Ansprache als in einem Tierheim wo 10 Katzen auf 15 qm hausen oder in 1,5qm großen Quarantäneboxen vor sich hin leben müssen. gerade im Sommer in Kittenhochzeiten wo Mütter mit Kitten zb auch mal im Gäste WC einquartiert werden müssen weil das Tierheim überquillt mit Katzen.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #190
Vielleicht einen etwas zu hohen Anspruch an eine Pflegestelle ? Ich selbst habe mich sehr lange mit meinen Tierheimleitern ( die zudem meine direkten Nachbarn und selbst auch Pflegestelle sind) über dieses Thema und die Voraussetzungen einer Pflegestelle unterhalten. Dort ist man froh, wenn liebevolle Menschen gefunden werden, die sich ( bis zur Vermittlung ) um diese Tiere kümmern. Auch, wenn es auf kleinem Raum geschieht. Selbst in einer Einraumwohnung ist mehr Platz als in den allermeisten Tierheimen, wo die Katzen teilweise in engen Käfigen separiert werden. Die Voraussetzungen, die Du forderst ( eigenes Auto, große Wohnung etc ) ist einfach nicht umsetzbar. Dann würde es wohl bald keine Pflegestellen mehr geben.
Und wenn jemand sich gut um seine Pflegekatzen kümmert, sie medizinisch gut versorgen lässt ( auch wenn das Geld knapp ist ) und sich um eine schnellstmögliche Vermittlung in ein schönes Zuhause bemüht habe ich persönlich vollsten Respekt vor diesen Leuten.

Nein, ich finde meinen Anspruch nicht zu hoch.
Würde ich in einer Einraumwohnung leben und hätte ich Geld, um mich gerade selbst über Wasser zu halten, dann hätte ich keine Katzen und wäre erstrecht keine geeignete Pflegestelle.
MIR reiccht es nicht, ein gutes Herz und den Willen zu haben! Mit Herz und Willen, kann ich anders den Tierschutz unterstützen.
Das ist meine Meinung dazu und mein Anspruch.

Ich rede nicht davon, dass ich keinen Respekt vor den Leuten habe. ;-)
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #191
Warum braucht man als Pflegestelle mit einem Verein im Rücken zwingend Geld? Was man da braucht ist Herz und den Wllen sich um die Tiere adäquat zu kümmern. Viele TSVs tragen den finanziellen Teil gerne wenn sie wissen das die Katzen dafür im Gegenzug Liebe und Fürsorge bekommen.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #192
Die Pflegestellen, die einem Verein angehören haben vielleicht kein Geldproblem, aber auch die sollten die Katzen artgerecht halten können und Ahnung von dem haben, was sie da machen.
Mein persönlicher Anspruch, bleibt also so stehen.
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #193
Warum braucht man als Pflegestelle mit einem Verein im Rücken zwingend Geld? Was man da braucht ist Herz und den Wllen sich um die Tiere adäquat zu kümmern. Viele TSVs tragen den finanziellen Teil gerne wenn sie wissen das die Katzen dafür im Gegenzug Liebe und Fürsorge bekommen.



Genau so sehe ich es auch ;-)

Nein, ich finde meinen Anspruch nicht zu hoch.
Würde ich in einer Einraumwohnung leben und hätte ich Geld, um mich gerade selbst über Wasser zu halten, dann hätte ich keine Katzen und wäre erstrecht keine geeignete Pflegestelle.
MIR reiccht es nicht, ein gutes Herz und den Willen zu haben! Mit Herz und Willen, kann ich anders den Tierschutz unterstützen.
Das ist meine Meinung dazu und mein Anspruch.

Ich rede nicht davon, dass ich keinen Respekt vor den Leuten habe. ;-)


Gut, ich möchte Dir auch Deine Meinung nicht ausreden ;-) Denke aber trotzdem, dass, wenn jeder diese Meinung und Ansprüche hätte würde der Tierschutz ein massives Problem bekommen und die Tierheime würden noch mehr aus den Nähten platzen als ohnehin schon. Wohin dann bitte mit den Tieren, wenn die Tierheime überfüllt sind ?
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #194
@Yodetta
ich glaube es wäre wirklich mal eine gute Idee, wenn Du mal in einem durchschnittlichen deutschen Tierheim eine Weile ehrenamtlich arbeiten würdest. Neben den 1 Euro Jobbern und den Jugendlichen die dort ihre Sozialstunden ableisten. Dem unterbezahlten Personal das sich größtenteils nur um das Säubern des Tierheims und nicht um die Tiere kümmern können. Und am besten noch in den Sommermonaten wo man vor lauter Katzen nicht weiß wohin damit und wie man sie am Leben erhält.
Denn dann kommst du mal in der Realität an. Und Du kannst mir glauben, die ist in vielen Fällen nicht schön und von Deinen Ansprüchen sowas von entfernt das Du noch nicht mal einen Hauch davon am Horizont erkennen kannst..
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #195
Zitat Taskali;1609725]Verena: Meckern können viele gut - aber selber besser machen? ;-)

Meinst du damit nun mich? Du gibst mir gerade das Gefühl, ich würde die Wichtigkeit einer Pflegestelle nicht anerkennen oder diese nicht mit Taten unterstützen!

Solangsam beschleicht mich das Gefühl, dass es hier nicht um die Pflegestellen geht. Sondern um die Eine. Dieses rumgereite auf finanzielle Mittel oder Seperationsraum.....nicht immer ist eine Pflegestelle perfekt aufgestellt.

Die wenigsten könnenTierschutz betreiben ohne die Spenden.. daher finde ich es auch legitim da für Kontakte zu nutzen. Ob nun in einem Forum, in den weiten des www's. Tierschutz braucht aktive und auch passive Menschen...


lg
Verena
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #196
Verena, da hast du mich Mißverstanden. Ich wollte deine Aussage mit dem obersten Satz bekräftigen, weil eben viele gern rummeckern, wenn man dann aber nachhorcht, dann stellt man nicht selten fest, daß diejenigen, die am meisten meckern am wenigsten in der Materie drin stecken und scheinbar noch nichtmal ansatzweise praktisch tätig sind oder vorhaben zu werden. Deshalb: der Satz - meckern ist das eine - selber besser machen wäre das andere... ;-)

Das was danach kam war allgemein gehalten - meine persönliche Meinung, warum ich denke, daß in vielen Vereinen viel schief läuft. Das hat man alles eben immer so gemacht und die traute zuzugeben, daß man eben all die Jahre in einigen Punkten "Mist" verzapft hat, die hat man nicht und versucht deshalb auch gar nicht erst es besser oder anders zu machen, denn dann müßte man ja eingestehen, daß es vorher falsch war...
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #197
Nein, ich merke wieder, dass es keinen Sinn hat.

Ich wollte lediglich darüber diskutieren, ob man nicht viele Dinge besser machen könnte.
Missstände aufzeigen, meinen Anspruch klarstellen, überlegen wie man manches anders machen könnte usw.

Jetzt wird aber WIEDER unterstellt, ich habe es auf eine PS abgesehen, ich sitze auf einem zu hohen Ross, meine Ansprüche zeigen, dass ich null Ahnung habe wie die Realität aussieht, ich würde nur meckern aber aktiv gar nichts machen undsoweiterundsofort.

Keiner von Euch kennt mich und weiß, wie ich den Tierschutz unterstütze.

Verena, dass Du (auch) ganz viel oder oft Geld überweist, ist in vielen Threads zu lesen, also kannst Du Dich doch gar nicht angesprochen fühlen.

Wahrscheinlich benötigt man einfach wirklich viel mehr Geld um meinen Ansprüchen gerecht zu werden.
Woher das kommen soll, weiß ich leider auch nicht.

Allerdings habe ich hier auch Pflegestellen gesehen/gelesen, die "meinen Ansprüchen gerecht" werden und die auch nicht um sich beißen. Tierschützer die bereit sind zu lernen, die finanzielle Rücklagen haben usw

Nach wie vor halte ich es für Tierqälerei eine Einzelkatze in eine Einraumwohnung zu sperren, sie nicht medizinisch versorgen zu können weil das Geld fehlt und sie nicht im Ansatz artgerecht halten zu können.
Jeder Vogelliebhaber würde mir recht geben, wenn ich das Beispiel an einem Wellensittich nehmen würde, der alleine in einem winzigen Käfig sitzen muß und nicht einmal medizinisch versorgt werden kann, wenn es nötig wird.

Taskali, dass Du transparent arbeitest, finde ich super!

Aber gut, ich habe jetzt fertig.

LG
Melanie
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #198
Pflegestellen schließen mit dem Verein, für den sie Tiere halten (egal, ob Hund, Katze, Maus) einen Pflegevertrag ab.

Das kommt noch hinzu, ja.


Ich hab mir auf die Fahne geschrieben praktisch umsetzbaren hochwertigen Tierschutz zu machen - also einen gehbaren Mittelweg in der Kluft zwischen Anspruch und Realität zu finden. Mal gelingt mir das besser und mal schlechter, aber ich hab aus meinen Fehlern jedesmal gelernt und mein System jedesmal ein Stück verbessert und verändert. Und meine Erfahrung ist, daß dieser Weg der Ehrlichkeit und Transparenz genau der ist, der dazu führt, daß man auch die Mittel dafür an die Hand bekommt.

Geht mir ähnlich – auch und vor allem hinsichtlich der Erfahrung, d.h. ich habe ähnliche Erfahrungen wie du gemacht. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen doch Anteil nehmen, an den Schicksalen die mir über den Weg laufen. Rein theoretisch müsste ich mich für diese Tiere ja gar nicht verantwortlich fühlen, genauso wenig wie du Taskali, dich für die Scheuchen verantwortlich fühlst, weil sich sonst niemand kümmern will im Tierschutz. Wir müssten es nicht machen, machen es aber trotzdem und das erkennen viele Menschen an und sind auch bereit uns deswegen zu unterstützen. Deshalb an dieser Stelle noch mal ein riesen DANKESCHÖN an all die Menschen, User, Tierfreunde im www und ausserhalb des www, die den Tierschutz oder private Pflegestellen egal in welcher Form unterstützen. Ohne diese Menschen wäre vieles gar nicht möglich, geschweige denn für Tierschützer umsetzbar.

Ich bin immer wieder positiv überrascht, wie viele Menschen sich mitverantwortlich für meine Pflegekatzen fühlen und mal eine Kastration bezahlen oder eine Impfung oder eine Wurmkur oder mal ein Futterpaket schicken. Sie müssten es nicht tun, genauso wenig, wie ich mich verantwortlich fühlen muss und es dennoch tue. Ich weiss einfach, dass diese Tiere sonst wenig bis gar keine Chance hätten, wenn ich ihnen nicht meine Tür aufmache und genauso ist es auch bei den Tieren, die du, Taskali, aufnimmst und jede andere Pflegestelle. Jeder, der seine Tür für ein herrenloses oder in Not geratenes Tier öffnet, zeigt Verantwortung und Mitgefühl genau wie diejenigen, die bereit sind den Gastgeber in seiner Gastgeberrolle zu unterstützen.


Tja, ich muß sagen, meine Diskussionsfreude ist am Ende.

Wie??? :shock: Jetzt schon? :shock: :shock: :shock:
Wir haben doch noch nicht mal richtig angefangen. Ich hoffe, wir können dich überzeugen noch ein wenig in unserer Mitte zu verweilen. Ich finde deine Beiträge sehr gut und stimulierend. Du hast ja auch gesehen, dass hier einige aktive Tierschützer mitschreiben und sehr daran interessiert sind, die Umstände zu verbessern, auch wenn es sie vor einige Herausforderungen stellen würde.

Eine Einzelkatze in einer zu kleinen Wohnung, mit einem Besitzer der sie medizinisch nicht versorgen lassen kann weil er kein Geld hat und sie generell nicht artgerecht hält?
Verena, das ist für mich Tierquälerei!
Ja, das Einzelkatzenproblem. Das sehe ich auch so, das ist Tierquälerei, deshalb werden bei mir auch keine Katzen in Einzelhaltung vermittelt, es sei denn sie sind nicht artverträglich! Also ich kenne keinen Tierschützer, der seine Pflegis in eine zu kleine Wohnung vermittelt zu Menschen, die die Tiere nicht versorgen lassen, noch kenne ich eine Pflegestelle im Tierschutz selbst auf die das zutreffen würde. Aber ja, für mich wäre das auch Tierquälerei. Wenn man ein Tier aufnimmt, muss man es auch zum Tierarzt bringen, wenn es krank wird. Die Verantwortung hat man nun mal übernommen. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Die Grösse der Wohnung (Definition? Was ist gross, was ist klein?) ist mit unter von den Bedürfnissen des Tieres abhängig, das kann man nicht verallgemeinern. Ich lebe nach der Philosophie, dass für jedes Tier individuell geschaut und entschieden wird. Alles andere ist meiner Meinung nach nicht sinnvoll oder im Sinne des Tieres, da eben alle Tiere genauso individuell sind wie jeder Mensch es auch ist. Das was für den einen passt, passt für den anderen nicht und vice versa.

Dazu gehören auch die viel zu großen Gruppen, die auf engstem Raum gehalten werden, sich deshalb kloppen, sich die Haare weglecken vor lauter Stress oder die Bude zupinkeln!
Für mich, ein No-Go!

ich verstehe deinen Einwand sehr gut. Solche Zustände findet man vor allem in Tierheim, wo die Tiere wirklich auf engstem Raum gehalten werden und dadurch auch Verhaltensstörungen zeigen. Ja, das ist richtig. Für mich auch ein No-Go.
Das Problem ist, dass man dann alle Tierheime schliessen müsste wegen nicht-artgerechter Haltung. Ich meine pro Tierheim leben ca. 200 Tiere (Hunde und Katzen), das sind jetzt Tierheime in Kleinstädten. In Grossstädten sind es wahrscheinlich noch mehr. D.h. wenn man all diese Tiere aus ihren No-Go-Situationen befreien würde, würde sich die Zahl der Streunerkatzen (ausgesetzte Hauskatzen, die auf der Strasse versuchen zu überleben), die derzeit bei ca. 3 Million Katzen liegt, wahrscheinlich verdoppeln auf 6 Mio.

Weiss zufällig jemand, wie viele Tiere insgesamt in Tierheimen leben in Deutschland? Die Zahl kann man doch sicherlich irgendwie rausfinden.

Es ist nun die Frage, ob man diesen Tieren eine vorübergehende Zeit diesen Stress zumutet oder ob man sie lieber auf die Strasse setzt (nicht jede Katze, die im Tierheim landet kommt von auch von der Strasse, sondern viele sind auch Abgabetiere), wo sie eventuell krank werden oder überfahren werden oder schlichtweg verhungern. Im Tierheim haben sie zwar nicht die optimalen Bedingungen, aber ihr Überleben ist gesichert, sie bekommen genug Futter und tiermedizinische Versorgung, wenn notwendig.


Genau, wenn ich in einer Einraumwohnung lebe, keine finanziellen Rücklagen habe usw.
dann kann ich keine Pflegestelle sein.
ICH habe da aber wohl einen anderen Anspruch.

LG
Melanie




Genau, wenn ich in einer Einraumwohnung lebe, keine finanziellen Rücklagen habe usw.
dann kann ich keine Pflegestelle sein.
ICH habe da aber wohl einen anderen Anspruch.

Lass mich dir nur mal folgende Situation vor Augen führen. Ein Tierheim in Spanien, das direkt neben einer Tötungsstation liegt, beherbergt unzählige Tiere, obwohl es keinen Platz mehr hat. Die Tiere leben dort in Boxen, die 1m breit, 1m lang und 1m hoch sind, sprich auf 1m2. Kitten wachsen grösstenteils in diesen Boxen auf. Siehe hier z.B.:



Man sieht zwei 6-8 Wochen alte Kitten in einer Box. In der Mitte der Box ist ein Bettchen. Hinten an der Wand steht ein kleines Klo für beide. Vor dem Bettchen steht das Futter. Hinter der Kamera ist praktisch die Gittertür, die die den Zugang zur Box bildet. Ganze Räume sind vom Boden bis zur Decke mit Boxen ausgestattet, so dass man mehr als 30 oder 40 Tiere in diesen Boxen halten kann. Wenn sie grösser werden dürfen sie einmal am Tag aus ihrer Box und ein bisschen umher laufen. Wegen der Quarantäne geht aber auch nicht mehr. So. Wir reden hier von Kitten im Wachstum. Jeder der solche schon mal hatte oder betreut weiss wie quirlig und bewegungsfreudig diese sind. Teils sitzen aber die nicht so hübschen von ihnen noch im Alter von 7-8 Monaten in den Boxen. Das wäre dann ja auch Tierquälerei, richtig? Die Alternative für diese Kitten ist die Tötungsstation nebenan. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Tierheims sagen sich aber, lieber in einer 1m2 Box aufwachsen und die Chance auf ein schönes Zuhause mit artgerechter Haltung, als getötet zu werden. Wenn ich mir die Zustände in diesen Tierheimen ansehe, auch Deutschland, dann kann ich deutsche Vereine verstehen, die versuchen, die Tiere aus den Tierheimen dort rauszuvermitteln, sie entweder direkt ins neue Zuhause zu vermitteln oder auf ein Pflegestelle hier in Deutschland. Nehmen wir das typisch durchschnittliche Kitten aus Spanien, dass aus einer Tötungsstation befreit wird. In Spanien selbst hat es nur Aussicht auf eine Box mit 1x1x1m, ausreichend Nahrung und tiermedizinische Versorgung. Wird dieses Kitten nun aber aus dieser Box rausgeholt und auf eine Pflegestelle gesetzt, wo im Familienanschluss aufwachsen kann, ist das doch für das Kitten eine Verbesserung um 100%. Selbst wenn die Pflegestelle nur 1 oder 2 Räume zur Verfügung hat und noch eigene Tiere. Das Kitten muss nicht den ganzen Tag in einer 1x1x1m Box verharren und hat vielleicht eine Stunde Auslauf, sondern es kann auf 40-50m2 frei Tag und Nacht herumspringen, hat ausreichend Spielmöglichkeiten, einen Spielpartner mit dem man Fangen spielen kann. Wie wollen zwei 6 Wochen alte Kitten in einer 1x1x1m-Box Fangen spielen? Geht gar nicht. Ich muss sagen, bevor ich ein Kitten in solch einem Tierheim aufwachsen lassen, setze ich es lieber auf eine Pflegestelle mit einer 1-Zimmerwohnung von 40m2, wo es vielleicht 2-3-4 Wochen wohnt um dann ins neue Zuhause zu ziehen. Die Notfälle etc. müssen nicht die optimalen Bedingungen auf den Pflegestellen oder im Tierheim haben, denn es ist NUR EINE ZWISCHENSTATION. Das endgültige Zuhause ist der Ort an dem überprüft werden muss, ob das Tier dort artgerecht gehalten werden kann. Eine Pflegestelle ist immer nur temporär, vorübergehend. Jeder Tierschützer sucht nach optimalen Bedingungen für die Katzen in seiner Obhut. Jeder Tierschützer hat denselben Anspruch wie du. Nur machen Tierschützer einen Unterschied zwischen Pflegestelle und Endstelle, wobei deine Forderungen für beide Stellen gleich sind (wenn ich dich nicht wieder missverstanden habe.)

Sicherlich kann jeder Mensch seine eigene Meinung haben, darauf hast auch du ein Recht. Du hast auch das Recht deine Prioritäten anders anzulegen als es der Tierschutz macht. Mir fällt dabei nur auf, dass es etwas realitätsfremd ist und es erweckt bei mir als Leser den Eindruck, dass dein Erfahrungsschatz mehr auf Erzählungen denn auf Überprüfung beruht.

Daher schließe ich mich Paule an und würde dir dringend empfehlen, dass was du so harsch kritisierst einmal selbst live zu erleben

@Yodetta
ich glaube es wäre wirklich mal eine gute Idee, wenn Du mal in einem durchschnittlichen deutschen Tierheim eine Weile ehrenamtlich arbeiten würdest. Neben den 1 Euro Jobbern und den Jugendlichen die dort ihre Sozialstunden ableisten. Dem unterbezahlten Personal das sich größtenteils nur um das Säubern des Tierheims und nicht um die Tiere kümmern können. Und am besten noch in den Sommermonaten wo man vor lauter Katzen nicht weiß wohin damit und wie man sie am Leben erhält.
Denn dann kommst du mal in der Realität an. Und Du kannst mir glauben, die ist in vielen Fällen nicht schön und von Deinen Ansprüchen sowas von entfernt das Du noch nicht mal einen Hauch davon am Horizont erkennen kannst..


Bitte verstehe mich nicht falsch, Yodetta, ich bin in vielen Punkten deiner Meinung und kritisiere dasselbe, aber mehr aus einer Erfahrung und Wissen heraus, habe aber auch gleichzeitig Verständnis dafür, wenn Tierschützer sagen: Das geht nicht so einfach!

Viel wichtiger ist doch mit dem ganzen Thema konstruktiv umzugehen, sprich nicht nur rumzumeckern sondern nach Lösungen zu suchen und da seinen Fokus drauf zu legen. Wenn diese Diskussion auch nur ansatzweise dahin führen würde, dass man eine Idee hätte, wie man das ganze so verbessern kann, dass es auch umsetzbar ist für den Tierschutz und die Menschen, die sich dort ehrenamtlich engagieren, Tag und Nacht, dann bin ich so ziemlich der glücklichste Mensch auf dieser Welt, denn dann hätte ich mit diesem Thread etwas erreicht, mit dem ich noch nicht mal ansatzweise gerechnet hätte.

Darüber hinaus denke ich, dass dir eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem deutschen oder vielleicht sogar spanischen Tierheim wirklich gut tun würde und vielleicht sogar deinen Horizont erweitern würde. Momentan wirkt deine Position sehr verhärtet, trotz der vielen Perspektiven die dir hier aufgezeigt wurden, und dadurch erweckt man schnell mal den Eindruck einer „Weltfremdheit“ oder sogar „Scheuklappendaseins“, wobei ich nicht glaube, dass das auf dich zutrifft, denn du scheinst mir eher ein kritischer User zu sein.

[Zitat Taskali;1609725]Verena: Meckern können viele gut - aber selber besser machen? ;-)

Meinst du damit nun mich? Du gibst mir gerade das Gefühl, ich würde die Wichtigkeit einer Pflegestelle nicht anerkennen oder diese nicht mit Taten unterstützen!

Leute, bitte streitet doch nicht. Es soll doch diskutiert werden, wie der Status Quo ist und ob man es nicht eventuell auch verbessern kann. Jeder weiss, dass Verena den Tierschutz unterstützt nicht nur eigenhändig, sondern auch passiv.

Es ist schon ein bisschen so wie saurier geschrieben hat, die einen kritisieren, die anderen nehmen dann diese und jene Position ein usw. Aber nur weil ein Teilnehmer auf die Schwierigkeiten der Umsetzbarkeit der Vorschläge hinweist, heisst das doch nciht gleich, dass er die generelle Problematik nicht anerkennt oder davon ablenken möchte. Sicherlich kann so ein Eindruck mal schnell in einer hitzigen Diskussion entstehen, aber es ist ein schwieriges Thema, ich denke da sind wir uns alle einig für das es nicht mal eben eine ganz einfache Lösung gibt.

Komplexe Probleme erfordern komplexe Lösungen!
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #199
Ich will mich gar nicht weiter einmischen, warum, habe ich ja schon geschrieben, aber ein kleiner Denkanstoß aus dem anderen Thread. Man kann den Begriff "Tierschutz" offensichtlich unterschiedlich interpretieren und kommt daher wohl nicht auf einen Nenner. Vielleicht liegt es daran :wink:.

Schon erschreckend, dass hier manche meinen, dass der beste Tierschutz ist so viele Tiere wie möglich einzufangen, zu kastrieren, zu versorgen, zu vermitteln ist.

Nein, der beste Tierschutz ist die endlose Produktion von Katzen zu stoppen und ein anderes Bewustsein und Respekt für andere Lebewesen. Und da sind die o.a. Tätigkeiten alle bewundernswert und grossartig, aber das ist eben das Ende des Tierschutz und nicht der Anfang.

Bei allem Verständnis für das Engagement der Tierschützer, darf man auch erwarten, dass diese mal über den Tellerrand hinwegschauen. Es geht auch um NACHHALTIGEN Tierschutzt, genauso wie es bei der Bekämpfung des Hungers in der 3. Welt nicht allein darum gehen kann, den Armen einen Teller Suppe und eine ärztliche Basisversorgung zu gewähren, sondern langfristig auch die Strukturen zu verändern damit diese ein würdiges Dasein leben können.
dem kann ich voll zustimmen, nur wenn an den Ursachen etwas geändert wird, wirkt sich das dauerhaft aus
 
  • Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion? Beitrag #200
@saurier: Die von dir zitierten Beiträge sind schlicht: nichtssagend!

Hier wurde schon so viel an Verbesserungsvorschlägen gebracht, aber es wird immer wieder festgestellt, dass es an einem mangelt, um all die tollen Vorschläge umzusetzen: nämlich Geld!

Die beste langfristig angelegte Lösung wäre wohl eine gesetzlich verankerte Kastrationspflicht. Und die Vermehrung von Katzen nur noch in die Hände ausgewählter Menschen mit Sachkundenachweis zu legen und diese staatlich regelmäßig zu kontrollieren. Um das zu finanzieren, könnte man z.B. auch eine Katzensteuer einführen.
 
Thema:

Hat der Tierschutz eine Vorbildfunktion?

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