Hallo. Ich habe über die Suche nichts gefunden. Falls dieses Thema schon existiert, darf es gerne geschlossen werden.
Ich möchte hier von der Darminvagination der Katze berichten, da zu diesem Thema leider noch nicht viele Informationen existieren und die Krankheit leider auch schwer zu erkennen ist.
Wir hatten selbst einen Fall, der Gott sei Dank, gut ausging. Da wir zuerst bei einer anderen Tierärztin waren, weiß ich aber auch, dass sich viele Ärzte mit diesem Thema noch nicht auskennen.
Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass wohl vor allem MAINE COON von der Darminvagination betroffen sein können. Natürlich auch andere Katzen, aber bei den Coonies ist es schon sehr auffällig. Umso mehr irritiert es vielleicht, dass sehr viele Züchter, diese Darminvagination in keinster Weise erwähnen, während immer auf alle möglichen anderen Krankheiten untersucht und getestet wird. Entweder kennen die meisten Züchter die Darminvagination wirklich nicht oder das Thema wird bewusst totgeschwiegen.
Vielleicht spielt es auch eine Rolle, dass viele Katzen erst in einem Alter von ca. 5 Jahren daran erkranken. Ein Alter, in dem viele Züchter ihre Katzen bereits kastriert und "weitergereicht" haben (versteht mich nicht falsch, ich will hier keine Züchter kritisieren - das soll nur eine mögliche Erklärung sein, warum so gut wie niemand auf diese Krankheit verweist).
Ich bin nun leider auch kein Tierarzt, daher kann ich euch nicht mit medizinischen Fachbegriffen und neuesten Studien langweilen ;-)
Aber bei rechtzeitiger Erkennung (und das beinhaltet, dass man erstmal überhaupt weiß, was die Darminvagination ist), kann eine betroffene Katze gerettet werden.
Unser Maine Coon Nobody (Rufname "Buddy", vom Züchter mit Papieren) erkrankte mit genau 5 Jahren.
-Es ging damit los, dass er uns die ganze Bude vollkotzte. Anfangs war noch Futter mit drin.
-Er fraß daraufhin nichts mehr, kotzte aber weiter - das Erbrochene war eine Mischung aus Spucke, gelben und grünem Schleim
-Sobald er sein Futter nur roch, ging die Kotzerei los.
-Dabei war er sehr aphatisch und teilweise versteckte er sich nur noch unter dem Sofa.
-Häufchen machte er nicht mehr
Natürlich passiert so etwas auch immer am Wochenende, wenn der Tierarzt nicht offen hat. Also suchten wir eine Nottierärztin. Sie tastete ihn ab, machte ein Röntgenbild und weil sie nichts feststellen konnte, schickte sie uns wieder nach Hause. Vorher gabs noch ein Antibiotikum.
Als wir Montag Morgen wieder zu unserem Tierarzt konnten, tastete er ihn ebenfalls ab und stellte eine "Verstopfung" in der Darmgegend fest (Entweder hatte die Ärztin sie übersehen oder sie war bei ihr noch nicht da).
Er gab Buddy etwas gegen die Verstopfung.
-Tatsächlich kam später ein Häufchen heraus, welches aber total hart war.
-Buddy ging es besser. Er spielte wieder normal und wir dachten, es sei überstanden.
-Zwischendurch wirkte er nochmal schlapp und wir gingen erneut zum Arzt. Er tastete ihn nochmal ab und meinte, dass da immer noch ein Verstopfung wäre.
-Zu diesem Zeitpunkt erwähnte er schon das böse Wort "Darminvagination".
-Das Problem sei aber, dass man eine Darminvagination nur feststellen könne, wenn man die Katze "aufmacht".
-Da es Buddy zwischenzeitlich ja besser ging, wollte er es nochmal mit einem Mittel gegen die Verstopfung versuchen, da eine Narkose ja auch immer ein Risiko sei.
-Erneut ging es dem Dicken besser. Er fraß sogar wieder ein wenig.
Donnerstag Abend ging es ihm jedoch wieder schlechter, so dass wir Freitag Morgen sofort zum Tierarzt gingen.
-Und da war es dann auch ihm zu heikel, noch weiter rumzuprobieren. Er verwies uns an einen befreundeten Tierarzt, der eine kleine Klinik in der Nähe hat. Dort wäre auch am Wochenende 24 Std. Überwachung und die Katze übers Wochenende besser aufgehoben.
-Also wurde Buddy am Freitag Nachmittag operiert und es wurde tatsächlich eine Darminvagination festgestellt.
-Er konnte gerettet werden.
Nach dem Wochenende kam er wieder zu uns.
Das ist nun 5 Jahre her und seitdem erfreut er sich bester Gesundheit. Hätten wir allerdings noch einen Tag gezögert, wäre er vermutlich tot, denn sein Darm hatte bereits Risse.
Was passiert bei einer Darminvagination? - Die Ursache ist wohl nicht ganz eindeutig geklärt (falls jemand was anderes weiß, bitte melden ;-) ). Unser Tierarzt vermutet aber eine genetische Disposition, besonders weil so viele Maine Coon betroffen sind. Vielleicht spielt die Größe der Tiere auch eine Rolle. Wobei unser Buddy mit ca. 7,8 Kilo auch nicht der aller größte Kater ist.
Bei der Darminvagination stülpt sich der Darm übereinander. Es ist wohl in der Regel nur eine Stelle betroffen. Es kann dabei wohl zum "Stau" kommen, daher vermutlich die Verstopfung.
Wenn der Darm also übereinander (oder ineinander?) gestülpt ist, kann es zu Rissen kommen und irgendwann platzt er einfach auf. Das ist dann das Todesurteil für die Katze.
Sollte ich jemals wieder eine ca.5jährige Maine Coon haben, die die Kotzerei bekommt, werde ich sie sofort operieren lassen. Wir haben nochmal Glück gehabt, es hätte aber auch anders ausgehen können.
Übrigens sollte bei der OP nicht der Fehler gemacht werden, dass der Darm einfach wieder auseinander gezogen wird. Das geht dann vielleicht einige Zeit gut, aber er wird in der Regel genau an der gleichen Stelle wieder übereinander stülpen.
Das betroffene Stück sollte ENTFERNT werden. Das wurde bei Buddy auch gemacht. Auf das nette Angebot des Arztes, den Darm als Andenken mit nach Hause zu nehmen, haben wir übrigens verzichtet. Aber wir haben ihn uns angesehen. Sah ziemlich ekelig aus :lol:
Das Stück wird rausgeschnitten und der Darm an den beiden Enden zusammen genäht. Der operierende Arzt meinte damals, dass er schon einige solcher Fälle (Hauptsächlich Coonies) hatte und in keinem Fall sei die Darminvagination erneut aufgetreten.
Anders aber, wenn man das betroffene Stück nicht entfernt, sondern nur auseinander zieht. Habe dazu einen traurigen Bericht im Internet gelesen. Ein paar Wochen nach der OP erkrankte der Maine Coon erneut und dieses Mal kam jede Hilfe zu spät.
Daher: Solltet ihr jemals so einen Fall haben, lasst euch nicht mit dem Auseinanderziehen abspeisen.
Wir haben unseren Dicken übrigens in der Tierklinik Köln Porz operieren lassen. Der Arzt hieß, glaube ich, Graf oder so ähnlich. Ich würde auf jeden Fall zu einem Arzt, der sich damit auskennt.
Unser Buddy war übrigens so glücklich, dass er gerettet worden war, dass er bei einer Nachkontrolle den operierenden Arzt schreiend begrüßte. Der wusste ganz genau, wer ihm das Leben gerettet hatte :-D