Das Aujeszky-Virus wird beim Garen abgetötet, Schweinefleisch in Dosenfutter ist also vollkommen unbedenklich. Und auch, soweit ich weiß, von der Proteinzusammensetzung her recht hochwertig, also als Katzenfutter gut geeignet.
Das Virus gilt außerdem in Deutschland bei Hausschweinen seit über zehn Jahren als ausgerottet (das weiß man relativ genau, weil die Krankheit meldepflichtig ist). Verbreitet ist es allerdings bei Wildschweinen, und daher können Hausschweine, die nach draußen dürfen, sich möglicherweise bei Wildschweinen damit anstecken.
Wenn du Schweinefleisch aus garantiert deutscher Massentierhaltung hast - also von Schweinen, die bestimmt nie Tageslicht gesehen haben -, bist du in Sachen Aujeszky auch in roher Form auf der sicheren Seite. (Ich persönlich verfütter auch solches Schweinefleisch nicht roh, weil ich ein Schisser bin - und es gibt ja auch beim Barfen genug Alternativen, so dass man nicht drauf angewiesen ist, Schwein zu füttern.)
Zu deiner Originalfrage:
Dabei ist mir aufgefallen, dass viele hier auch Futter anpreisen, bei dem in der Deklaration z.B. 60 % Fleischanteil ( darunter 4% Rind, 4% Huhn) stehen.
Meine Frage ist jetzt, kann man sich da wirklich sicher sein, dass der Rest gutes Fleisch ist
Genau das ist der Grund, warum ich jedem empfehle, sich selber über die Kriterien für gutes Katzenfutter zu informieren und dann auch selbsttätig weiterzudenken, anstatt blind Markenempfehlungen hinterherzurennen. (Und warum ich jedesmal in die Tischkante beiße, wenn hier jemand fragt, was gutes Futter ist, und ihm bloß Marken genannt werden ohne Grund, WARUM die gut sein sollen.

)
Erstens weißt du nie, wie gut der Empfehlungsgeber informiert ist, und ob der nicht auch bloß Halbwissen weitergibt - was allerdings auch für allgemeine Infos über "gutes Futter" gilt, die können genauso halbwahr oder sogar falsch sein, siehe z.B. "Kein Zucker, kein Getreide" oder "Tierische Nebenerzeugnisse sind böse".
Und zweitens gehen verschiedene Leute von unterschiedlichen finanziellen Grundvoraussetzungen aus, wenn sie "gutes" Futter benennen. Manche empfehlen das "bessere" Aldifutter - also das ohne Zucker und Pflanzenkrams - als "gutes Futter", weil es für sie selber nen tragbaren Kompromiss zwischen Preis und Leistung darstellt - weil sie sich die Oberklasse aus dem Onlinehandel sowieso nicht leisten können und Futter für nen Preis von mehr als nem Euro pro 400-g-Dose gar nicht erst zur Kenntnis nehmen. Dabei braucht der Fragesteller womöglich nicht aufs Geld zu achten und will für seine Katzen nur das absolut Beste kaufen, der hat dann von der Aldi-Empfehlung nix.
Was den "Fleischanteil" betrifft: Da muss man genau auf die Formulierung achten, und selbst dann steckt man beim Wort "Fleisch" noch in ner Grauzone.
Wenn da steht "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse 60%", dann ist damit der komplette tierische Anteil gemeint - also Fleisch, Innereien und sogenanntes K3-Material (
http://de.wikipedia.org/wiki/Tierkörperverwertung#Kategorie_3 ). Davon sind z.B. 4% Huhn - auch das kann Fleisch oder irgendwas anderes vom Huhn sein, sonst würde "Hühnerfleisch" da stehen und nicht "Huhn".
Mit "60% Fleisch" (ohne "tierische Nebenerzeugnisse") können Fleisch und Innereien gemeint sein, die für den menschlichen Verzehr (theoretisch) geeignet sind, also kein K3-Material. Manche Hersteller bezeichnen allerdings auch nur Muskelfleisch als "Fleisch" und geben die Innereien extra an, sind also strenger, als es die Vorschriften verlangen.
Nur wenn "60% Muskelfleisch" da steht, ist wirklich definitiv nur "gutes" Muskelfleisch gemeint, keine Innereien und kein K3.
Allerdings wurde bei einer Untersuchung von diversen Supermarktfuttersorten vor mehreren Jahren ermittelt, dass der "Fleisch"anteil da drin hauptsächlich aus mehr schlecht als recht verdaulichem Bindegewebe besteht. Also das "Fleisch" da drin wär auch keins, das du dir auf den Teller legen würdest.
Von den beteiligten Tierarten her ist Dosen- und Trockenfutter immer unbedenklich, außer der Hersteller handelt gesetzeswidrig. Ins Heimtierfutter dürfen nämlich nur tierische Bestandteile von Tieren, die (als Ganzes) als für den menschlichen Verzehr tauglich befunden wurden, und die sind für Katzen alle genießbar. Wie gesagt, auch Schwein. (Das ist übrigens der wahre Grund, warum es kein Fertigfutter der Geschmacksrichtung "Maus" gibt.)
Letztlich kannst du nur sicher wissen, was drin ist, wenn du das Katzenfutter selber machst. Die Hersteller haben einfach viel zuviel Freiraum bei der Deklaration. Das ist mit der wichtigste Grund, warum ich zum Barfen gekommen bin - nicht weil ich denke, ich würde meine Katzen mit Fertigfutter killen, sondern weil ich die Nase voll von diesem ewigen Deklarationsdschungel hatte.