Wenn das mit der Katzenklappe für dich das große Problem ist... wieso machst du nicht die Katzenklappe zu und richtest ihm draußen eine geschützte, warme Stelle ein, an der er sich im Winter aufhalten und schlafen kann? Wenn er vor der Tür steht und herein möchte und du da bist, dann lass ihn herein. Wenn du nicht da bist, hat er einfach Pech gehabt. Wenn es ganz dringend ist und du nicht da bist, hat er dann vielleicht irgendwann auch verstanden, dass das auch von außen nach innen geht. Und raus ist ja auch kein Problem, das kann er ja von selbst.
Ich kann deine Frustration verstehen. Ich hab hier auch ein Blümchen Fass-mich-nicht-an im Moment, das mehr Fortschritte als Rückschritte macht und sich von mir nur in Panik-Duck-Klappohr-Fauch-Modus anfassen lässt. Das macht mich traurig, ja... ich möchte manchmal heulen deswegen. Es macht mich auch manchmal wütend. Aber am Ende weiß ich, der Kerl ist alt und krank und hat Rückenschmerzen und ist traumatisiert und hat Panik. Er kann nicht über seinen Schatten. Aber das muss er auch nicht. Wir leben einfach ein wenig nebeneinander her, morgens werde ich von seinem Brüllen wach und dann darf Herr Glasi (der ihn sechs Monate lang nicht anfassen durfte zwischendrin) ihm das Kinn und das Köpfchen und den Rücken und den Schwanzansatz kraulen, und dann mache ich ihm Frühstück, und er verschwindet wieder unter sein Bett. Manchmal schnurrt das Bett dann zwischendrin :roll: Manchmal schaue ich nach, ob er noch da ist, und noch lebt. Und abends spielen wir dann eine Runde taktisches Ausmanövrieren, bis ich ihn im Idealfall "kriege" und ihm dann die Öhrchen cremen kann wegen seiner Schilddrüsenüberfunktion, und danach darf Herr Glasi ihn kraulen, bis er schnurrt und alles doch nicht so schlimm war und er sich traut, ein paar Leckerlis zu nehmen.
Frustrierend? Ja. Aber ich kann es nicht ändern, und schon gar nicht mit Gewalt - je mehr ich das ändern möchte, je mehr etwas MUSS, und zwar JETZT und SOFORT und ÜBERHAUPT (und ich bin ein "Jetzt, sofort, überhaupt, weil ich will!"-Mensch

) desto weniger funktioniert es, das hat das Bärchen mir in mühevoller Kleinarbeit beigebracht (und wahrscheinlich meinen zukünftigen Kindern echt viel Arbeit abgenommen :mrgreen: ). Ich war auch schon mehrmals an dem Punkt, wo ich dachte, jetzt geht es nicht weiter, jetzt kann ich nicht mehr, jetzt ist es aus... aber es ging weiter. Mich packt auch manchmal der Neid, wenn ich bei Freunden bin und dann dort die Katzen sehe, die herkommen und sich schmusen lassen und kuscheln wollen und sich auf den Rücken werfen und die sich tatsächlich bewegen, wenn sie Menschen sehen, und nicht in panischer Starre irgendwo verschwinden.
Aber wenn wir dann ausnahmsweise mal gemeinsam auf dem Sofa sitzen und mit der Panik-Duck-Zuck-Klappohr-Fauch-Eincremen-Prozedur fertig sind und er fängt doch an, zu schnurren wie ein Außenbootmotor und traut sich tatsächlich, sein Köpfchen zu heben, weil er gucken muss, wo die streichelnde Hand bleibt, oder wenn ich ihn ganz ganz vorsichtig zwischen seinen Vorderpfötchen an der Brust kraulen darf, dann möchte ich heulen vor so viel Vertrauen von einem so traumatisierten, geschundenen Kater. Dann weiß ich, dass es wieder besser werden kann - und dann weiß ich auch, dass es auch okay ist, wenn es nicht besser wird, weil es ihm so gut geht, wie es ihm nur gehen kann. Und damit kann ich wirklich gut leben. Vielleicht kannst du es auch und ihr beide könnt einen Kompromiss finden?
Edit: Wenn dein Kater nicht durch die Klappe möchte, dann möchte er nicht und das ist dann einfach so. Passiert. Ich würde auch eher ein Kamel durch ein Nadelöhr bekommen, als meinen Herren durch eine Katzenklappe. Dann gehst du hin, hakst das Projekt "Katzenklappe" als gescheitert ab und machst entweder die Wand wieder zu, oder lässt die Katzenklappe als Ein-Weg-Ausgang stehen. Und dann überlegst du dir, wie du eine Lösung finden kannst, die ihm einen Rückzugsort gibt, ohne dass du deine körperliche und geistige Gesundheit opfern musst, damit er einen Rückzugsort hat.