Erstmal, und das ist ganz wichtig: DU hast NICHT versagt. Zu glauben, dass du versagt hast, ist absoluter Bullshit. Wirklich absoluter Bullshit.
Du hast alles getan, was du konntest, um die Sache mit der Katzenklappe zum Laufen zu bringen. Punkt. So verzweifelt und erschöpft, wie du klingst, hast du mehr getan, als du konntest, hast so viel getan, dass es über deine Kräfte geht. Du willst das Beste für deinen Henry. Du hast die Lösung gesucht, gefunden und installiert, die für Henry am Besten und am Praktischsten wäre. Mehr kannst du nicht tun.
Kennst du dieses dumme, alte Sprichwort über das Pferd (oder die Kuh? Oder irgendein anderes großes Tier?) und die Tränke? Du kannst das Pferd an die Tränke führen, aber trinken muss es selbst. Das ist dumm und alt und ausgelutscht und schal, aber am Ende stimmt es noch immer.
Du hast DIE Lösung für Henry gefunden. Nur: Henry hat seinen eigenen Kopf, wie jedes Lebewesen, und seine eigene Entscheidungsfreiheit, und Henry hat keinen Bock auf diese tolle Lösung. Das ist NICHT DEINE SCHULD! Du bist NICHT dafür verantwortlich, dass er die Entscheidung getroffen hat, nicht durch die Katzenklappe zu gehen. Du hast ihm die Möglichkeit geboten. Er möchte diese Möglichkeit nicht. Dann ist das so, und nachdem du alles an Katzenklappengewöhnungsstrategien probiert hast, mochte er noch immer nicht. Damit sind deine Möglichkeiten ausgeschöpft, und es ist einfach so. Ist so. Kannst du nicht mehr ändern - ist aber auch nicht deine Schuld, und nicht deine Entscheidung gewesen.
Wenn du Henry also nicht durch die Katzenklappe bekommst, ist das einzige, was du tun kannst, nach einer Alternative für ihn suchen. Und das hast du doch getan. Er hat seine Rückzugsmöglichkeiten draußen, warm und isoliert, mit Kuschelgelegenheit mit seinem Kumpel. Er bekommt sein Futter. Wenn du zu Hause bist, kann er, wenn er möchte, nach drinnen kommen und mit dir schmusen. Ist das die Ideallösung, die du für ihn angedacht hast? Nein. Aber ich wage zu behaupten, es wäre eine Lösung, mit der Henry leben kann... und vielleicht kannst du auch damit leben? Du hast nicht versagt. Du hast aus den Lösungen, die Henry akzeptiert, die beste für ihn herausgesucht. Es ist nicht deine Verantwortung und auch nicht möglich, ihm etwas aufzuzwingen, was er so gar nicht möchte.
Du hast nicht versagt. Es ist nicht deine Schuld, dass er nicht durch die Katzenklappe geht. Du hast alles probiert. Es geht nicht, weil er nicht möchte. Das ist seine Entscheidung, die du nicht ändern kannst, und nicht deine Entscheidung. Ich weiß, das klingt jetzt so einfach, aber, der nächste Schritt lautet: Akzeptieren, dass es nicht geht, und nach einem Plan B umsehen, mit dem ihr beide leben könnt.
Und: Egal, ob dieser Plan B jetzt ein neuer Platz für Henry ist oder nicht... ich glaube, es ist wichtig für dich, nicht nur zu hören, dass du nicht versagt hast, sondern es auch zu begreifen. Du hast nicht versagt. Wirklich nicht.
Ich war an derselben Stelle (nicht nur einmal, sondern öfter)... und ich musste auch sehr, sehr, sehr oft hören, dass es nicht meine Schuld ist und ich nicht versagt habe, bis ich es verstanden hab. Wenn du möchtest, kann ich dir davon schreiben, aber das da oben ist jetzt erst einmal wichtiger, zu sagen. Du hast nicht versagt.
Edit: Und ganz wichtig: Gib auf dich acht, ja?