Hallo liebe Katzenmamis,
ich bin ganz neu angemeldet hier, habe zwar über all die Jahre immer gerne bei Euch reingeschaut und eine Menge toller Tipps gefunden aber angemeldet habe ich mich erst grade eben .. denn ich fühle mich grade so schrecklich alleine.
Ich musste heute die Entscheidung treffen meinen kleinen Mann zu erlösen.
Camillo war 9 Jahre an meiner Seite, ich habe ihn damals 2006 aus dem Tierheim geholt, da war er 2-3 Jahre alt sagte man mir. Später sagte mir eine andere Tierärztin er könnte auch schon ca 5 sein. Man weiß es nicht genau, ich habe dann seinen Geburtstag immer am 01.01. gefeiert. Da hat er schönes Hühnchen bekommen und leckeren Fisch. Extra für ihn gekocht. Das war immer ein Fest.
Und nun ist er nicht mehr da. Er fehlt mir jetzt schon so sehr und es tut so weh seine Schritte auf dem Fußboden zu hören und zu wissen, ich habe es mir eingebildet. Ich kann gar nicht mehr aufhören zu weinen, seit heute Mittag, als ich ihn zum Tierarzt brachte. Eigentlich seit heute Morgen, es ging ihm heute so schlecht, ich wußte er will nicht mehr.
Um 12 Uhr Mittags wurde er dann erlöst.
Wir haben so viel zusammen erlebt. Er fehlt mir so.
Wir sind 2 Mal umgezogen, beim 2. Mal konnte er nicht mehr raus, Hauptstraße. Ich habe so sehr gebetet, daß er das mitmacht, er war vorher Freigänger. Oft drinnen und nie weit weg, aber dennoch.
Ich habe mir solche Sorgen gemacht und er war der entspannteste Kater der Welt. Er hatte einen Balkon, mit Glasscheiben, hatte somit alles im Blick und das reichte ihm. Er lag oft dort, auf seiner kleinen Bank oder auf meinem Stuhl, oder auf dem Tisch, oder einfach auf dem Boden, hat sich die frische Luft um die Nase wehen lassen und hat geschlafen oder zugeguckt was auf der Straße so passiert.
Seit dem war er nur noch ein Hauskater, die letzen 4 Jahre. Es hat ihm glaube ich sehr gut gefallen, wir haben so viel geschmust und er hat immer mit mir gesprochen mit seiner kleinen Mauzelstimme geantwortet wenn ich ihn gerufen hab. Er war immer an meiner Seite. Er gehörte zu mir und ich zu ihm.
Seit 4 Monaten ca. war er krank. Es fing an mit einem knackenden Geräusch was ich hörte als er Katzengras fraß. Dachte gleich, es wäre ein Zahn abgebrochen. Bin am nächsten Tag zum
Tierarzt und habe ihn durchchecken lassen, die Diagnose war Zahnstein. Habe ihn 2 Tage später zum Zahnstein entfernen gebracht und als ich ihn abgeholt habe sagten sie mir, sie hätten einen kleinen Frontzahn gezogen der etwas locker war, sonst wäre nichts zu sehen gewesen. Alles gut.
Danach die Tage fraß er schlecht, habe es auf das Zahnstein entfernen geschoben, vielleicht war es noch etwas wund oder so.
Ca. 1 Woche oder 5 Tage oder so nach dem Zahnstein entfernen hatte er dann plötzlich eines morgens eine richtig dicke Backe links.
Habe mir das anschauen können, weil er nie kratzen oder beißen würde. Er war einfach ein Schatz. So ein lieber kleiner Mauzelmann. Dann habe ich gesehen, daß er sich mit dem Eckzahn links oben unten in sein eigenes Zahnfleisch beißt und sich so schon eine tiefe Tasche gebildet hat, die jetzt entzündet war.
Warum hat das der Tierarzt nicht gesehen, es war ein richtiges Loch unten im Kiefer! Ein Abdruck von seinem Eckzahn.
Er hatte diese leichte Fehlstellung schon immer, hat aber nie Probleme mit dem Zahn oder dem Zahnfleisch gehabt, auch nicht mit der Tasche, die war anatomisch so gegeben. Die Probleme entstanden erst nach dem Zahnstein entfernen.
Als ich diese dicke Backe sah, hatte ich genug gesehen und habe den
Tierarzt gewechselt.
Dort stellte sich dann raus, daß er relativ viel Zahnstein hatte .......... und das er oben links einen halb abgebrochenen Backenzahn hat der schon länger so abgebrochen gewesen sein muss, da schon Zahnfleisch halb drübergewuchert war. Warum haben die anderen das nicht gesehen, beim Zahnstein entfernen? Haben die überhaupt was gemacht? Ich bin so sauer, ich hätte schon vorher den Arzt wechseln sollen, aber Camillo war nie wirklich krank und dieser war gleich um die Ecke quasi und ich dachte sie verstehen ihr Handwerk.
Nun denn, es war zu spät, sie haben gepfuscht und er musste dann darunter leiden.
Er musste dann eine erneute Narkose über sich ergehen lassen, hatte in der ganzen Zeit rapide abgenommen, man konnte ihm quasi zusehen wie er dünner wurde.
Er war ein stattlicher Kerl, hat eigentlich 8 Kilo gewogen, heute wog er noch 3,6.
Der Zahn wurde ihm dann gezogen, von einem sehr netten und kompetenten Tierarzt auch nicht weit entfernt (er mochte das fahren nicht), bei denen (Ehepaar) waren wir jetzt die letzten Wochen in guter Behandlung, die Tasche vom Eckzahn hat sich langsam zurückgebildet, war immer noch etwas rötlich, aber sah insgesamt gut aus die letzen paar Wochen. Es wurde leider noch festgestellt das er was mit der Schilddrüse hat, daher musste er in den letzten 6-8 Wochen Tabletten nehmen.
Er hat allerdings ganz, ganz, ganz schlecht gefressen.
Mäkelig war er immer schon, ein echter Gourmet. Aber dennoch hat er reingehauen. Immer hatte er hunger, hat mich nachts lauthals geweckt um mich in die Küche zu bringen und ihm den Napf voll zu machen. Das DAS mal das Problem werden könnte, daß er nichts essen mag .. das hätte ich nie gedacht.
Er war so groß und stark und zuzusehen wie er immer mehr zum Häuflein Elend wurde war schlimm. Wir sind die ganze Zeit davon ausgegangen, daß es immer noch unangenehm ist zu kauen, oder die Erinnerung daran, daß kauen weh tut ihn abhält, er hat gefressen .. aber wenig. Mal mehr mal weniger, aber generell wenig.
Er war so dünn und eingefallen, es ist schlimm.
Ganz schlimm wurde es dann in der letzen Woche, er hat nochmal rapide abgenommen, war insgesamt schwach auf den Beinen, aber der
Tierarzt meinte er kommt da durch, muss nur immer animiert werden zum essen dann wird das hoffentlich wieder. Das er mal so dick wird wie er war, das wohl nicht, aber er würde Hoffnung haben, daß er irgendwie den Appetit wiederfindet und dann gehts wieder bergauf.
Muss dazu sagen, er wurde nie geröngt, es wurde ein Ultraschall gemacht um zu gucken ob er was im Bauch hat, aber es war nichts zu sehen.
Dann kam gestern Nacht.
Ich bin seltsamer Weise aufgewacht um 0.30 Uhr nach 2 Stunden schlaf .. gar nicht meine Zeit zum aufwachen. War irgendwie wach. Bin aufgestanden zur Toilette gegangen, habe gesehen er liegt neben dem Bett auf seinem Würfel.
Als ich das Bad grade wieder in Richtung Schlafzimmer verlassen wollte kam er mir entgegen gewankt. :sad:
Überall auf dem Boden war Blut. Dicke Tropfen. Ich geriet in Panik, dachte sofort irgendwie das kommt von innen, dann allerdings sah ich das es aus seinem Mund kam, getropft.
Dann dachte ich, er hätte sich irgendwie die Wunde aufgerissen, habe es mit einem kalten, feuchten Tuch abgetupft und gebetet.
Ich habe gebetet, daß es aufhört zu bluten, es war so viel Blut auf dem Würfel auf dem er gelegen hatte, so viel Blut .. dennoch dachte ich, oder vielleicht habe ich es mir eingeredet, es kommt aus seinem Mund, nicht aus seinem Magen.
Nach meinem Gebet hat es wirklich innerhalb 1 Minute aufgehört. Es kam ein dicker Blutpfropf, hing an seiner Unterlippe, habe ich sofort abgewischt, dann war es vorbei.
Ich möchte Gott danken, daß er mich gehört hat!
Am nächsten Morgen, also gestern bin ich dann sofort mit ihm zum Arzt und es wurde keine Wunde im Mund festgestellt, jedenfalls nichts aus dem hätte so viel Blut kommen können.
Der Tierarzt gab ihm eine Aufbauspritze und etwas für seinen Flüssigkeitshaushalt und sagte ich soll Anfang/Mitte nächster Woche nochmal mit ihm kommen.
Gestern ging es ihm dann nach dem Tierarzt so la la. Er lag aber noch auf dem Balkon, war zwar etwas wackelig beim laufen aber es ging. Aber er hat nichts gefressen, oder getrunken. Ich habe alles versucht, er hat nichts angerührt, nur den Kopf weggedreht und mich angeekelt angeguckt. Habe versucht es ihm aus meiner Hand raus zu füttern, vom Finger schlecken .. nichts.
Ich habe es irgendwie gefühlt.
Dieses Blut .. das war irgendwas schlimmes. Ich hoffe er hatte keine dollen Schmerzen gestern und er hat seinen letzten Tag noch etwas genießen können. Er war zwar schlapp und hat auch viel im Bett gelegen, aber ich hoffe das er nicht gelitten hat. Mein kleiner Mann, es tut mir so leid.
Heute Morgen bin ich dann davon aufgewacht, daß ich gehört habe, wie er unters Bett gegangen ist. Macht er sonst nie.
Als ich aufstand um mich auf den Boden neben dem Bett zu legen lag er auf der Seite und hat mich angeschaut. Ich habe gesagt Schnauzi was ist denn los mit dir, tut dir was weh, gehts dir so schlecht? Und dann hat er mit einem Miau geantwortet das ich so noch nie von ihm gehört habe.
Ein leises, dünnes, hohes langgezogenes Maaaaa ...... es klang wie hilf mir Mama.
Habe versucht ihn vorzulocken, er konnte nicht aufstehen, hat mir seinen Nacken hingestreckt, habe es als Zeichen gesehen ich soll ihn dort fassen und vorziehen. Habe ich noch nie getan, sehe den Griff nur beim
Tierarzt. Habe ihn dann vorsichtig ein kleines Stückchen zu mir gezogen, er lag wie in Narkose, ganz schlaff. Habe ihn dann in den Arm genommen und mich mit ihm aufs Bett gelegt, er konnte sich nicht auf den Beinen halten. Fast zu schwach um sich von einer Seite auf die andere zu drehen. Es war schrecklich. :,(
Dann im Bett, fing er an zu schnurren und hat seinen Kopf in meine Hand gekuschelt und ich habe ihn gestreichelt und gehalten und ihm gesagt wie llieb ich ihn habe und wie dankbar ich für ihn bin und das er gehen kann und habe Gott gebeten, ihn zu nehmen wenn jetzt seine Zeit ist. Aber er soll nicht leiden.
Aber er hatte Schmerzen, ich konnte es sehen.
Dann habe ich auch noch in seiner Toilette ein kleines Würstchen mit blutigem Schleim drumrum gefunden und seit dem kann ich nicht mehr aufhören zu weinen.
Habe meine Mutter angerufen und ihr gesagt ich glaube Camillo stirbt. Ich habe das noch nie gefühlt, habe mir immer gesagt er wird wieder er kommt wieder zu kräften, aber heute war anders. Heute wußte ich es seit ich wach war und er unter das Bett ging. Er wollte dort sterben.
Und ich wußte nicht was ich tun soll, kann ich einfach entscheiden das es heute vorbei ist? Was ist wenn es ihm morgen schon wieder besser gegangen wäre?
Aber er war so schwach und kraftlos, mein großer, starker Schmusibär, auf einmal war er nur noch ein Schatten seiner selbst.
Habe ihn dann, als er vom Bett aufstehen wollte unten in sein Körbchen gelegt, und bin mir einen Tee machen gegangen. Als ich wiederkam lag er wieder unter dem Bett. Diesmal weiter hinten.
Hat mich angeguckt und leise zwei mal miaut. Dann hat er sich zur Seite gedreht und hat auf einen Punkt gestarrt.
Da dachte ich er stirbt. Aber er hat geatmet.
Meine Mutter kam, und wir haben noch eine halbe Stunde gewartet und geweint und gebetet und dann haben wir uns um 11.30 dazu entschlossen den Tierarzt anzurufen.
Ich habe dann die Matrazten zurückgezogen und den Lattenrost hochgenommen und ihn auf den Arm genommen, ihn unter dem Bett hervorgehoben. Er hing ganz schlapp in meinem Arm. Dann hat meine Mom den Korb gebracht und zu uns aufs Bett gestellt ... habe ihn noch ein bisschen geschaukelt und ihm gesagt, daß er der Beste Kater ist den ich mir je wünschen konnte und ich werde ihn jeden Tag vermissen und ihn nie vergessen.
Dann ist er von allein in die Box gekrochen. Noch nie dagewesen. Box bedeutet normalerweise immer - andere Richtung einschlagen! Heute ging er freiwillig rein.
Er wußte das ich ihn erlösen lasse. Und ich hoffe er wollte das so.
Beim Arzt durfte er dann in der Box bleiben, er hat ihn zum wiegen rausgenommen. 3,6 Kilo. Er sagte entweder Klinik oder erlösen. Ich habe ihn die ganze Zeit gestreichelt und wußte, daß ich ihn gehen lassen muss, aber es tat so weh. :,(
Er hat dann eine Narkose bekommen und dann eine 2. Spritze direkt ins Herz. Ich habe es nicht gesehen, stand mit dem Rücken zu ihm, aber habe seinen Kopf gestreichelt, er hat nur einmal geseufzt, leise und erleichtert irgendwie, aber nicht gezuckt oder irgendwas schlimmes. Dann sagte der Arzt ich kann mich umdrehen wenn ich will, er ist eingeschlafen.
Er atmete nicht mehr und nach einigen Sekunden hörte er sein Herz ab und es schlug nicht mehr.
Mein Mausemann war im Himmel angekommen.
Und ich in der Hölle.
Es tut so sehr weh, ich warte jede Sekunde, daß er um die Ecke kommt, aber er kommt nicht mehr.
Ich habe ihn mitgenommen und vorhin hinten im Garten unter einem kleinen Bäumchen beerdigt. In seiner Lieblingsdecke, mit seiner Kuschelmaus und eine Rose aus meiner Vase and der er gestern noch geschnuppert hat, hab ich ihm auch mit rein gelegt. Es war so unwirklich, das Grab zu schaufeln und ihn dann dort reinzulegen erst recht.
Ich werde ihn so vermissen. :,(
Wir waren unzertrennlich .. und jetzt .. ich fühle mich so leer. Die Wohnung ist so leer, all seine Sachen überall, alles erinnert mich an ihn. Und er fehlt. Er ist nicht da und er kommt nicht wieder. Ich kann das nicht glauben.
Jetzt ist es mittlerweise schon gleich 22 Uhr und es wird irgendwann Zeit ins Bett zu gehen und es ist keiner da, der mitkommt, keiner der antwortet "Ja" wenn ich sage, komm schnell, wir gehen schlafen. Keiner, der an der Tür wartet wenn ich nach Hause komme und keiner der mich nachts im Gesicht mit seiner nassen Nase berührt.
Mein kleiner Mausemann du fehlst mir so sehr. Danke das du all die Jahre an meiner Seite warst, ich war nie alleine denn du warst immer da und du warst nie allein, denn ich war immer da. Ich hoffe du verzeihst mir, wenn ich nicht früh genug gemerkt habe, daß du Schmerzen hast. Du warst immer so lieb und hast jeden gemocht, du warst der Beste Kater den ich mir je hätte wünschen können.
Danke für die schöne Zeit mit dir mein kleiner Schatzimann, ich vermisse dich so sehr.
♥ Du wirst immer bei mir sein. ♥
Deine Mama