Das Piratenmädel und die Bonsai-Pantherin – Freigänger-Zusammenführung

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Derzeit frag ich mich ernsthaft
eher ob Ella überhaupt Gesellschaft haben will - so wie sie sich benimmt...
 
Kristanca

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Draußen ist es aber oft was anderes als drinnen. Nicht immer, aber oft.

Delli ist "drinnen" aufgedreht, fröhlich, hebt auch mal die Pfote, durchaus selbstbewusst.
"Draußen" flüchtet sie vor allen Katzen, hat sich auch schon panisch miepend auf den Boden geschmissen (es war keine Abwehrhaltung, sondern wirklich reinste Panik).

Mausi ist "drinnen" lieb, mal etwas aufdringlich, grummelt mal, macht aber nie was. Souverän bis etwas penetrant.
"Draußen" geht sie bis zur Katzentreppe auf Rückzug oder ignoriert die fremde Katze, aber ab der Katzentreppe ist Schluss mit Spaß. Will wer Fremdes hoch, setzt es was. Und zwar richtig.
Eine ehemalige Nachbarskatze hatte sie auf dem Kieker, so hab ich Mausi nie zuvor erlebt. Mausi jagte sie unter Prügel vom Grundstück. JEDES Mal.

Joy ist "drinnen" tatsächlich wie "draußen", da gibt es keine Unterschiede. Sie findet alle Katzen/Kater toll :cool:
 
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Taskali

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Vielleicht.... mal gucken... wenn mein Neuzugang Polly anderen Katzen gegenüber genauso frech ist wie den Menschen gegenüber (und ich vermute, dass das so sein könnte), dann könnte die Maus was für euch sein... ;-)
Sie weiß schon seehr genau, was sie will und was nicht...
(Und sie ist kein Ex-Wildchen, sondern ne zugelaufene zahme Fundkatze)
 
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Louisella

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Vielleicht.... mal gucken... wenn mein Neuzugang Polly anderen Katzen gegenüber genauso frech ist wie den Menschen gegenüber (und ich vermute, dass das so sein könnte), dann könnte die Maus was für euch sein... ;-)
Sie weiß schon seehr genau, was sie will und was nicht...
(Und sie ist kein Ex-Wildchen, sondern ne zugelaufene zahme Fundkatze)
Hab sie schon gesehen die Süße :)))
Bin schon sehr gespannt wie sich das Mädel entwickelt...
 
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Louisella

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Ursprünglich als Antwort im Polly-Thread gedacht, aber weil dann doch ins OT ausgeartet hierher verlagert, da gehört's ja auch eher hin:

Ach Mensch Taskali - es ist soooooo schwierig!

Vor allem steh ich uns da selbst im Weg. Ich hab halt einfach Schiss dass es nochmal schiefgeht.
Und ich weiss ja noch nicht mal ob ich Ella überhaupt richtig einschätze, und je mehr ich über die Zweitkatze nachdenke, desto weniger weiss ich was Ella denn tatsächlich so braucht - es geht ja schliesslich nicht um uns, sondern um Ella. Der Gefährte ist überzeugt dass Ella alles vertreiben würde, was hier auftaucht. Ich bin mir da nicht so sicher.

Auch das mit Ellas Selbstbewusstsein ist schwer zu fassen:
Zum einen ist sie ja ein Wildling und Ex-Scheuchen bzw. (noch) ein Teilzeit-Scheuchen, denn wenn hier Fremde zugegen sind, haut sie schnellstmöglich ab bzw. kommt garnicht erst rein. Selbst auf die Stieftöchter, die ja doch ab und an mal für ein paar Stunden zu Besuch sind, reagiert sie mit äußerster Vorsicht und Krokodilgang. Immerhin, nach rund 2,5 Jahren kommt sie da trotz "fremden" Leuten rein und neulich hat die eine Stieftochter sie tatsächlich sogar mal kurz anfassen dürfen - aber nur ganz kurz.
Dass sie seit Louis' Verschwinden viel selbstbewusster uns gegenüber auftritt (sie kann richtig fordernd sein wenn sie was will, zu 95% geht's da um Fressen oder den Laserpointer) hängt teilweise ja auch damit zusammen, dass sie genau weiss wie das hier läuft (oder auch: sie hat uns gut erzogen :).)
Vorher hatte Louis diesen Part übernommen, also den, uns Menschen im Zweifel klarzumachen was gewünscht wird.
Und Ella, das "Anhängsel", die "Ghost-Cat", er "Verreckling" im Wurf (man verzeihe den urschwäbischen Ausdruck) hat schon damals, als sie hier angekommen sind, immer erstmal beobachtet wie sich Louis so schlägt und was so alles passiert bevor sie's selbst ausprobiert hat. Ob er wirklich der "Big Boss" war? Oder vielleicht doch nur der der "Muskelmann" den das damals halb so große Ellatierchen vorgeschickt hat?

Eins meiner Lieblingsbilder von den beiden, da waren sie ausgewachsen (1 Jahr und ca. 2 Monate alt):


Und Ellas Verhalten draußen - sofern wir das überhaupt mitkriegen (es ist ein wirklich kleiner Bruchteil der Zeit die sie draußen verbringt, in der sie sich in Sichtweite bewegt) - verstehe ich auch nicht so wirklich.
Es ist weniger die Tatsache, dass sie fremde Katzen aus ihrem "Kernrevier" (also unserem Garten und zumindest Teile der Nachbargärten) vertreibt, das finde ich erstmal ziemlich normal.
Dann haben wir Frühjahr, sie ist jetzt 3 geworden und muss wohl auch erstmalig das Revier allein behaupten (letztes Jahr hatte Louis das Revier schon soweit abgesteckt, zwischenzeitlich gab's aber zwei neue Jungkatzen in der Nachbarschaft, die knurrige uralteingesessene Katzenomi von nebenan hat die Brücke genommen, einer der beiden Silberrücken des Reviers ist aus dem Gefecht und vom anderen haben wir seither auch nichts mehr gesehen).

Was mich irritiert ist wie das genau abläuft.
Wir sehen aber halt auch immer nur Teile davon, Ella ist nur einen Bruchteil der Zeit, die sie als Hardcore-Freigängerin draußen verbringt im eigenen Garten bzw. Sichtweite.

Es gibt Jagereien (Ella ist immer die Verfolgerin), aber keine echte Keilerei im eigenen Revier, maximal ein lauter Schrei, und mittlerweile bin ich ziemlich sicher dass das Ellas "Angriffsschrei" ist. "Angriffsschrei" wie ich ihn auch von groben, aber doch harmlosen Raufereien zwischen ihr und dem doppelt so großen Louis kenne - von beiden Seiten. Danach ist aber immer Ruhe.
Und da bin ich mir aber nicht mal immer sicher ob man das nicht auch als grobes Spiel betrachten könnte. Dass Ella eine Kater-Katze sein könnte wäre da ja auch noch so ein Gedanke den ich nicht aus dem Kopf kriege. (Neulich hab ich sogar gelesen dass das damit zusammenhängen könnte, zwischen welchen Geschlechtern die Katze im Mutterleib liegt, bei Ella mit zwei Brüdern könnte das passen.)
Teilweise scheint Ella die Fremdkatzen aber auch per reiner Hypnose wegzuschicken und zwar auch Kater, die deutlich größer sind als sie. Und die schleichen dann auch tatsächlich im Krokodilgang und in Zeitlupe von dannen.
Wohlgemerkt: Ella ist erstmal körperlich unterlegen, das winzige zahnlose Ding.
Darüber mache ich mir ehrlich gesagt mehr Gedanken als über die Jagereien, weil ich's halt nicht verstehe.
 
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Ich versuch jetzt auf die einzelnen Punkte einzugehen


Ursprünglich als Antwort im Polly-Thread gedacht, aber weil dann doch ins OT ausgeartet hierher verlagert, da gehört's ja auch eher hin:

Ach Mensch Taskali - es ist soooooo schwierig!

Vor allem steh ich uns da selbst im Weg. Ich hab halt einfach Schiss dass es nochmal schiefgeht.
Und ich weiss ja noch nicht mal ob ich Ella überhaupt richtig einschätze, und je mehr ich über die Zweitkatze nachdenke, desto weniger weiss ich was Ella denn tatsächlich so braucht - es geht ja schliesslich nicht um uns, sondern um Ella. Der Gefährte ist überzeugt dass Ella alles vertreiben würde, was hier auftaucht. Ich bin mir da nicht so sicher.
Ich denke nicht, dass es nur um Ella geht, eine gewisse Portion Eigenwunsch sollte auch immer mit dabei sein, denn jedes Wesen sollte auch um seiner selbst Willen geliebt werden und nicht nur "Beiwerk" oder "Spielzeug für die andere Katze" sein.
So, wie ich das sehe ist Ella als Einzelmietz nicht unglücklich - man könnte sie denk ich auch so belassen. Eine weitere Katze kann für sie schlußendlich ein Gewinn sein, da sie eben wählen könnte, ob sie Gesellschaft möchte oder nicht, aber ich sehe bei ihr keine Anzeichen dafür, dass es zwingend notwendig ist, dass sie wieder Gesellschaft bekommt.
Von daher finde ich gerade die Frage, ob IHR eine weitere Katze wollt oder nicht vorrangig - denn ich denke Ella ist es letztendlich egal - sie kann gut ohne Leben und wird nach der Zusammenführung dann auch gut mit leben können. Wenn ihr auch so zufrieden seit, wie es ist, dann würde ich es dabei belassen.


Auch das mit Ellas Selbstbewusstsein ist schwer zu fassen:
Zum einen ist sie ja ein Wildling und Ex-Scheuchen bzw. (noch) ein Teilzeit-Scheuchen, denn wenn hier Fremde zugegen sind, haut sie schnellstmöglich ab bzw. kommt garnicht erst rein. Selbst auf die Stieftöchter, die ja doch ab und an mal für ein paar Stunden zu Besuch sind, reagiert sie mit äußerster Vorsicht und Krokodilgang. Immerhin, nach rund 2,5 Jahren kommt sie da trotz "fremden" Leuten rein und neulich hat die eine Stieftochter sie tatsächlich sogar mal kurz anfassen dürfen - aber nur ganz kurz.
Dass sie seit Louis' Verschwinden viel selbstbewusster uns gegenüber auftritt (sie kann richtig fordernd sein wenn sie was will, zu 95% geht's da um Fressen oder den Laserpointer) hängt teilweise ja auch damit zusammen, dass sie genau weiss wie das hier läuft (oder auch: sie hat uns gut erzogen :).)
Vorher hatte Louis diesen Part übernommen, also den, uns Menschen im Zweifel klarzumachen was gewünscht wird.
Und Ella, das "Anhängsel", die "Ghost-Cat", er "Verreckling" im Wurf (man verzeihe den urschwäbischen Ausdruck) hat schon damals, als sie hier angekommen sind, immer erstmal beobachtet wie sich Louis so schlägt und was so alles passiert bevor sie's selbst ausprobiert hat. Ob er wirklich der "Big Boss" war? Oder vielleicht doch nur der der "Muskelmann" den das damals halb so große Ellatierchen vorgeschickt hat?

Eins meiner Lieblingsbilder von den beiden, da waren sie ausgewachsen (1 Jahr und ca. 2 Monate alt):

Für mich hängst du da zu sehr in der Vergangenheit fest - in jeder Hinsicht. Ella war ein "Verreckerling" und die orientieren sich gern an selbstbewußten Tieren, da sie sonst draußen keine Chance haben klar zu kommen. Soweit so gut. Aber das ist vorbei. Ella ist kein kleines Winzling mehr, dass Hilfe durch einen großen Beschützer braucht - im Gegenteil. Sie hat gelernt sich selbst zu verteidigen, für sich selbst einzustehen. Und ähnlich, wie ein bekehrter ExRaucher besonders vehement gegen Qualm vorgeht oder ähnliches ist sie jetzt ins andere extrem umgeschlagen - heißt: sie hat gelernt Angriff ist die beste Verteidigung - und zieht das knallhart durch. Deshalb wird eine Katze die sich dem nicht entgegenstellen kann bei ihr keine Sonne haben, sondern nur eine Katze, die damit umgehen kann. Erst wenn es eine schafft sich gegen sie durchzusetzen wird diese Katze eine Chance haben hinter ihre Abwehrmauer zu kommen - und erst dann wird sich zeigen, ob sie wirklich keine Gesellschaft will, oder ob eben nicht doch ein gleichberechtigtes miteinander für sie was tolles sein kann. Sie kennt das ja bisher noch nicht.

Und Ellas Verhalten draußen - sofern wir das überhaupt mitkriegen (es ist ein wirklich kleiner Bruchteil der Zeit die sie draußen verbringt, in der sie sich in Sichtweite bewegt) - verstehe ich auch nicht so wirklich.
Es ist weniger die Tatsache, dass sie fremde Katzen aus ihrem "Kernrevier" (also unserem Garten und zumindest Teile der Nachbargärten) vertreibt, das finde ich erstmal ziemlich normal.
Dann haben wir Frühjahr, sie ist jetzt 3 geworden und muss wohl auch erstmalig das Revier allein behaupten (letztes Jahr hatte Louis das Revier schon soweit abgesteckt, zwischenzeitlich gab's aber zwei neue Jungkatzen in der Nachbarschaft, die knurrige uralteingesessene Katzenomi von nebenan hat die Brücke genommen, einer der beiden Silberrücken des Reviers ist aus dem Gefecht und vom anderen haben wir seither auch nichts mehr gesehen).

Was mich irritiert ist wie das genau abläuft.
Wir sehen aber halt auch immer nur Teile davon, Ella ist nur einen Bruchteil der Zeit, die sie als Hardcore-Freigängerin draußen verbringt im eigenen Garten bzw. Sichtweite.

Es gibt Jagereien (Ella ist immer die Verfolgerin), aber keine echte Keilerei im eigenen Revier, maximal ein lauter Schrei, und mittlerweile bin ich ziemlich sicher dass das Ellas "Angriffsschrei" ist. "Angriffsschrei" wie ich ihn auch von groben, aber doch harmlosen Raufereien zwischen ihr und dem doppelt so großen Louis kenne - von beiden Seiten. Danach ist aber immer Ruhe.
Und da bin ich mir aber nicht mal immer sicher ob man das nicht auch als grobes Spiel betrachten könnte.
Das ist das "Angriff ist die beste Verteidigung - damit kann man ein Großteil der Gegner schonmal so beeindrucken, dass der dann gar keine Lust mehr hat sich zu nähern. Als Spiel würde ich es nur insofern werten, als dann für solche Katzen dieses Jagen eine Form von "Spaß" ist, da es aufregend ist. Aber es hat an sich nichts mit einem spielerischen Verhalten zwischen befreundeten Katzen zu tun, sondern es ist der Spaß einer aufregenden Jagd, den sie für sich allein hat.

Dass Ella eine Kater-Katze sein könnte wäre da ja auch noch so ein Gedanke den ich nicht aus dem Kopf kriege. (Neulich hab ich sogar gelesen dass das damit zusammenhängen könnte, zwischen welchen Geschlechtern die Katze im Mutterleib liegt, bei Ella mit zwei Brüdern könnte das passen.)
Das läßt sich aus der Ferne schlecht beurteilen, dafür müßte man sie eben überhaupt erstmal soweit haben, dass eine Katze über ihre Abwehrmauer drüber hinwegkommt. (Das mit dem Mutterleib find ich Unsinn). Für mich sind Katerkatzen die, die mit Mädels nicht warm werden, aber bei Katern dann auf "Turteltäubchen" machen. Meine Vermutung geht ein Stück weit dahin, dass solche Katzen trotz Kastra ein gewisses Hormonpotential behalten haben, weswegen sie instinktiv auf Kater mit "werben" reagieren, während Kätzinnen eher "Konkurrenz" sind. Aber das sind nur Vermutungen und auch nur am Rande ein Gedanke - grundsätzlich denke ich, ist das schlicht Charaktersache.
Als typische Katerkatze sehe ich sie deshalb nicht, denn dann hättet ihr beobachten können, dass sie bei Mädels mit verjagen und bei Katern mit positivem Interesse reagiert. Aber sie verjagt ja erstmal grundsätzlich alles. Ob allerdings ein Kater vielleicht bessere Chancen hat ihre Mauer zu durchbrechen, da sie ja nunmal an sich ihr überlegen wären, wenn sie sich denn wehren würden, das ist schwer zu beurteilen.

Teilweise scheint Ella die Fremdkatzen aber auch per reiner Hypnose wegzuschicken und zwar auch Kater, die deutlich größer sind als sie. Und die schleichen dann auch tatsächlich im Krokodilgang und in Zeitlupe von dannen.
Wohlgemerkt: Ella ist erstmal körperlich unterlegen, das winzige zahnlose Ding.
Darüber mache ich mir ehrlich gesagt mehr Gedanken als über die Jagereien, weil ich's halt nicht verstehe.
Das mit der "Hypnose" ist normales Katzenverhalten unter Reviergegner. Das Jagen ist eher untypisch und ein Zeichen für Katzen, die eben "überreagieren " um sich durchzusetzen. Ich hab auch so eine Mietz in meiner Truppe - sie ist ebenfalls sehr klein, aber stämmig und wurde von ihrem Besitzer an die Luft gesetzt, als der lieber nen Hund wollte. Daraufhin ist sie auf dem benachbarten Hof aufgetaucht, wo gefüttert wird und hat sich dort durchgefuttert, ist aber immer von den anderen verjagt worden - und hat so gelernt, dass sie eben mit Brass losstürmen muß, um die anderen erstmal zu verjagen um etwas vom Futter abzubekommen. Dieses Verhalten ist erlernt, aber an sich eben nicht normal. Normal sind die "Hypnosebegegnungen": 2 Katzen sitzen sich gegenüber und starren einander an, manchmal noch untermalt durch Töne, aber hauptsächlich wird nur gesessen und gestarrt. Entweder greift dann irgendeiner an oder - was meistens eher der Fall ist, einer erkennt, dass der andere ihm überlegen ist und schleicht ganz langsam von dannen.


Jetzt schick ich erstmal ab und dann geh ich noch genauer auf Polly ein

Ich denke wie gesagt, dass Ella an sich auch gut alleine klar kommt. Dein Wunsch nach Gesellschaft für sie ist aus meiner Sicht in den sentimentalen Erinnerungen mit ihrem Bruder begründet, die aber nichts mit der heutigen Realität mehr zu tun haben. Dass sie mit ihrem Bruder eng war zeigt nur, dass sie nicht unsozial ist - aber heißt deshalb noch lange nicht, dass sie sich das auch wieder zurücksehnt. Sie hat sich entwickelt, ist erwachsen und selbstbewußt geworden, kann für sich selbst einstehen - und will es auch. Hat ihre Unabhängigkeit für sich entdeckt. Sie wird nicht wieder in die untergebene Position zurück wollen. Deshalb kann es eigentlich so bleiben wie es ist, ohne, dass sie leidet.
Aber: sie kennt keine gleichberechtigte Freundschaft unter Katzen, wo eben jeder sein Ding macht ohne den anderen zu nerven oder zu unterwerfen und man eben seins macht, aber trotzdem nicht alleine ist.
Wenn sie das lernen könnte, dann hätte sie das, was sie jetzt hat und einen Zugewinn dazu. Das wäre das, was meiner Meinung nach bei ihr versucht werden müßte, wenn man denn diese Optimierung möchte. Und das würde ich wiederum davon anhängig machen, ob IHR eine weitere Katze wollt oder nicht. Denn ob die Optimierung klappt ist ja nicht gesichert und es wird ein langer Weg - durch den ihr ja auch durchmüßt. Da macht es aus reiner "Kosten-Nutzen-Rechnung" keinen Sinn das euch allen anzutun, wenn es eigentlich nicht nötig und von euch auch nicht wirklich gewollt ist.

Wenn ihr sagt, IHR wollt eine 2. Katze in der Hoffnung, dass es zeitgleich dann zu einer Optmierung für Ella führt, dann wäre Polly die richtige. Sie ist auf den Menschen fixiert, andere Katzen interessieren sie nur bedingt, geht ihnen aus dem Weg, aber ist selbstbewußt und präsent und läßt sich nix sagen, verteidigt sich, ohne aggressiv zu sein. Macht ihr eigenes Ding - genau wie Ella. So können sie zu einer friedlichen Co-Existenz finden, aus der dann irgendwann vielleicht mehr werden kann, wenn es beide wollen. Wenn nicht, dann ist auch nicht schlimm, denn jeder hat, was er möchte: Ella hat ihre Freiheit und Unabhängigkeit und Polly ihre Menschen.
Deshalb denke ich, dass sie passend wäre.
Garantien gibt es keine - das weißt du denk ich - aber ich seh eine gute Chance, dass es klappen kann.
 
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Tine

Tine

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Ich möchte mich mal ganz kurz dazu melden. Ich hab deine Situation jetzt mal grob durchgelesen.

Dass du dein Kätzchen nicht richtig einschätzen kannst, kann ich sehr gut nachvollziehen. Als im Dezember meine Aki gestorben ist, habe ich mir wirklich Gedanken gemacht, wie Mimi überhaupt anderen Katzen gegenüber ist. Ich kannte es nur mit Aki und das war alles andere als super harmonisch.
Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass etwas fehlt.
Mein erster Versuch ging gründlich in die Hose, ich war verzweifelt und dachte, ich werde nie die richtige Katze für Mimi finden bzw war mir plötzlich unsicher, ob Mimi das braucht und ob ich sie wirklich so richtig einschätze.
Schon während meiner Überlegungen hat Taskali auch ganz viel geholfen und dank ihr, habe ich schnell entschieden und Delaya wieder abgegeben. Trotzdem hat sie mir den Mut gemacht ( und viele andere auch) es wieder zu versuchen.. und was soll ich sagen. ich habe mimi total falsch eingeschätzt :D Ich dachte andere Katzen wären ihr total egal, bis Kira hier einzog.
Es hat etwas gedauert, aber dank einer langsamen zusammenführung sind die beiden jetzt wie Pech und schwefel. Die eine ist ohne die andere gar nicht mehr vollständig :)

Kurz um: Nur Mut! Wenn Taskali meint, dass es passen könnte, versucht es! Es ist sicher anfangs stress - für beide - aber wenn es klappt, kann es für die Mietzen ein riesen Zugewinn sein :)
 
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Louisella

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Mist - Text zu lang. Also 1/2:

Sorry dass ich jetzt erst antworte - ich hab gefühlt 150 Seiten dazu geschrieben, aber alles immer wieder verworfen. Ich versuch jetzt mal entlang Deiner Antwort das Gröbste von dem, was mir so durch den Kopf ging nach Deiner Antwort, mal zusammenzufassen - mit allen Widersprüchlichkeiten.

Ich denke nicht, dass es nur um Ella geht, eine gewisse Portion Eigenwunsch sollte auch immer mit dabei sein, denn jedes Wesen sollte auch um seiner selbst Willen geliebt werden und nicht nur "Beiwerk" oder "Spielzeug für die andere Katze" sein.
Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Im Moment habe ich nämlich das Gefühl ich steh unter Zugzwang. Nein, nicht in dem Sinne dass ich mich jetzt von Dir wegen Polly unter Druck fühlen würde, ich glaube das weisst Du auch. Sondern weil man ja permanent in Katzenforen damit überschwemmt wird, wie wichtig es ist dass Katzen zuhause Sozialpartner haben, auch Hardcore-Freigänger.
Derzeit geht's uns aber eben garnicht drum dass WIR unbedingt eine zweite Katze wollen würden, es geht uns dabei tatsächlich NUR um Ella.
Nicht dass wir nicht eine zweite Katze auch von Herzen lieben würden, nicht dass ich es nicht auch schön fände zwei Katzen ein Heim zu bieten - aber ein MUSS ist das von unserer Seite nicht. Und irgendwie glauben der Gefährte und ich ja auch dran, dass irgendwann die richtige Katze auftaucht im richtigen Moment. Und dass Ella vielleicht auch von ihrem aktuellen Trip wieder runterkommt - noch ist sie ja eine Jungkatze die sich ausprobieren muss, da ist noch viel Entwicklung möglich.

So, wie ich das sehe ist Ella als Einzelmietz nicht unglücklich - man könnte sie denk ich auch so belassen. Eine weitere Katze kann für sie schlußendlich ein Gewinn sein, da sie eben wählen könnte, ob sie Gesellschaft möchte oder nicht, aber ich sehe bei ihr keine Anzeichen dafür, dass es zwingend notwendig ist, dass sie wieder Gesellschaft bekommt.
Von daher finde ich gerade die Frage, ob IHR eine weitere Katze wollt oder nicht vorrangig - denn ich denke Ella ist es letztendlich egal - sie kann gut ohne Leben und wird nach der Zusammenführung dann auch gut mit leben können. Wenn ihr auch so zufrieden seit, wie es ist, dann würde ich es dabei belassen.
Ich bin Dir sehr dankbar dafür dass Du das schreibst, denn das nimmt mir 'ne Menge Druck.
Ella geht's offensichtlich gut, sie ist jetzt wieder tagsüber fast den ganzen Tag draußen unterwegs und schaut nur ab und an rein, wenn überhaupt.
Spätabends/nachts wird sie immer kuschliger, wenn ich mal auf dem Sofa einpenne (ich gestehe, das passiert mir zur Zeit ab und an weil ich grad viel um die Ohren habe) kuschelt sie sich tatsächlich zum Schlafen in meine Kniekehlen - damit hätten wir niemals gerechnet dass das tatsächlich irgendwann passiert, wahrscheinlich auch die Pflegestelle nicht, die uns ja von Anfang an sagte dass es sein kann dass Ella nie sonderlich menschenbezogen oder gar schmusig wird.
Das schreib ich jetzt vor allem, weil ich mich erinnere dass ich Dir mal geschrieben habe, dass ich mir halt gelegentlich schon 'ne Schmusekatze wünschen würde - da war noch nicht damit zu rechnen dass Ella sich diesbezüglich so wandelt.

Für mich hängst du da zu sehr in der Vergangenheit fest - in jeder Hinsicht. Ella war ein "Verreckerling" und die orientieren sich gern an selbstbewußten Tieren, da sie sonst draußen keine Chance haben klar zu kommen. Soweit so gut. Aber das ist vorbei. Ella ist kein kleines Winzling mehr, dass Hilfe durch einen großen Beschützer braucht - im Gegenteil. Sie hat gelernt sich selbst zu verteidigen, für sich selbst einzustehen.
Ja, aktuell häng ich da ein bisschen drin, aber das hat vermutlich vor allem damit zu tun, dass ich ja neulich mal versucht habe die besten Bilder von Louis rauszusuchen, zum Einjährigen seines Verschwindens. Die Bilder hatte ich seither nicht mehr angeschaut. Ich wusste das ist keine gute Idee. Vor allem die Kuschelbilder haben bei mir da schon das eine oder andere Tränchen fliessen lassen.
Aber dass Ella mittlerweile längst raus ist aus dieser Abhängigkeit wusste ich auch schon letzten Sommer, das war sogar schon klar als Louis noch bei uns war, die beiden hatten sich ja auch auseinander entwickelt, lagen kaum noch zusammen, waren auch draußen nicht mehr zusammen unterwegs usw. Die haben damals schon beide getrennt ihr Ding gemacht, und das war für beide und auch für uns OK so.

Und ähnlich, wie ein bekehrter ExRaucher besonders vehement gegen Qualm vorgeht oder ähnliches ist sie jetzt ins andere extrem umgeschlagen - heißt: sie hat gelernt Angriff ist die beste Verteidigung - und zieht das knallhart durch. Deshalb wird eine Katze die sich dem nicht entgegenstellen kann bei ihr keine Sonne haben, sondern nur eine Katze, die damit umgehen kann.
So hatte ich das bisher nicht gesehen, aber es leuchtet mir absolut ein.
Nur: Musste sie sich denn bisher verteidigen? Gegen wen? Louis hat ihr vielleicht mal eine gelangt wenn sie ihm zu frech wurde, aber ich glaube nicht dass sie draußen (oder auch drinnen) so großartig überhaupt in die Verteidigungsposition gekommen ist.
Ich hab jetzt mal wieder die Nachbarn drei Häuser weiter denen die beiden neuen Jungkatzen gehören kontaktiert (von denen das Mädel ja grad Kitten gekriegt hat - darauf will ich jetzt garnicht eingehen) wie sich denn Ella bei ihnen auf dem Grundstück verhält, als Antwort kam dass sie zwar jede Menge Katzen auf dem Grundstück hätten, Ella aber dort noch nie gesehen hätten. Und die wohnen da jetzt auch schon rund zwei Jahre und ihr Garten gehört mit Sicherheit zu Ellas Revier... Das bestätigt eigentlich meine Annahme dass Ella draußen eher die unsichtbare "Samurai-Katze" gibt, das kennen wir ja eigentlich auch von ihr. Louis hat immer den direkten Weg quer über die Wiese genommen, Ella bewegte sich schon immer lieber am Rand, unter der Hecke, im Schatten usw... Außer im eigenen Garten, in direkter Hausnähe. Da wird auch offen auf der Wiese rumgehüpft.

Erst wenn es eine schafft sich gegen sie durchzusetzen wird diese Katze eine Chance haben hinter ihre Abwehrmauer zu kommen - und erst dann wird sich zeigen, ob sie wirklich keine Gesellschaft will, oder ob eben nicht doch ein gleichberechtigtes miteinander für sie was tolles sein kann. Sie kennt das ja bisher noch nicht.
Eigentlich kennt sie das doch vom Zusammenleben mit ihrem Bruder? Als Louis verschwand waren die beiden ja "schon" zwei Jahre alt - und hatten sich schon fast ein Jahr lang immer mehr auseinandergelebt.

Interessant ist, dass das Nachbarskaterle jetzt gerade in den letzten Tagen immer wieder als "Begleiter" aufgetaucht ist. Da wurde auch nicht gejagt, aber man ist sich gegenseitig hinterhergelaufen. Dass die beiden - in gebührendem Abstand - zusammen um die Ecke geschoben kommen ist keine Seltenheit mehr sondern passiert gerade fast täglich, das kann nicht mehr nur Zufall sein oder dass Ella ihn nicht gesehen hätte. Keine Ahnung warum Ella genau dieses Katerle ausnahmsweise zu tolerieren scheint. Vielleicht weil's auch ein schwarzweisser ist? Ella hatte ja noch einen zweiten Bruder, einen schwarzweissen, ich müsste mal die Bilder anschauen die ich von der Pflegestelle habe, da ist dieses Katerchen auch irgendwo mit drauf.
Vielleicht hat er's ja auch geschafft hinter ihre Abwehr zu kommen - Ella hatte vor 4 bis 5 Tagen einen hässlichen Kratzer direkt am Auge, der doch ganz deutlich nach Katzenkampf aussah.
Aber ihn hat sie ja auch an der geschlossenen Balkontüre schon von innen angegurrt als er hier erstmalig aufgetaucht ist.

Ich find die Theorie auch etwas seltsam, kenne mich aber zu wenig aus und hab mir auch nicht die Mühe gemacht das nachzulesen. Bisher dachte ich dass Katzen im Mutterleib alle ihren eigenen "Sack" haben, daher auch für jedes neugeborene Kitten eine eigene Nachgeburt.
Dass Ella aber in einem Dreier-Wurf mit zwei Brüdern schon von klein auf und als Kleinste im Wurf gelernt haben muss sich durchzusetzen, DAS gaube ich sofort.

Für mich sind Katerkatzen die, die mit Mädels nicht warm werden, aber bei Katern dann auf "Turteltäubchen" machen. Meine Vermutung geht ein Stück weit dahin, dass solche Katzen trotz Kastra ein gewisses Hormonpotential behalten haben, weswegen sie instinktiv auf Kater mit "werben" reagieren, während Kätzinnen eher "Konkurrenz" sind. Aber das sind nur Vermutungen und auch nur am Rande ein Gedanke - grundsätzlich denke ich, ist das schlicht Charaktersache.
Ich hatte mit "Katerkatze" jetzt eher Katzen gemeint, die raufen wie Jungs und deshalb eben auch gut mit Katern klarkommen.

Ob allerdings ein Kater vielleicht bessere Chancen hat ihre Mauer zu durchbrechen, da sie ja nunmal an sich ihr überlegen wären, wenn sie sich denn wehren würden, das ist schwer zu beurteilen.
Wäre eine Möglichkeit.

Das mit der "Hypnose" ist normales Katzenverhalten unter Reviergegner.
Ja eben, so kenn ich das ja auch. Aber ich verstehe nicht wie Ella das schaffen kann, als verhältnismässig kleine Katze, zudem noch zahnlos, Kater die doppelt so groß wie sie sind, zudem noch erfahrene Kämpfer, so zu "hypnotisieren" dass die dann in Zeitlupe und Krokodilgang von dannen schleichen. Die müssten ihr doch nur einmal eine verpassen und die Sache wäre geklärt. Und wenn's nur ist um der kleinen schwarzen Hexe mal zu zeigen wo sie eigentlich in der Hierarchie steht.

Daraufhin ist sie auf dem benachbarten Hof aufgetaucht, wo gefüttert wird und hat sich dort durchgefuttert, ist aber immer von den anderen verjagt worden - und hat so gelernt, dass sie eben mit Brass losstürmen muß, um die anderen erstmal zu verjagen um etwas vom Futter abzubekommen. Dieses Verhalten ist erlernt, aber an sich eben nicht normal.
All das hatte Ella aber doch nie nötig?
Sie kam ja im Weinberg auf die Welt - und die Kleinfamilie wurde da schon von einer Katzenfreundin in einer Weinberghütte mit Futter versorgt. Erst als die Kleinen 4 Monate alt waren wurde die Familie eingefangen, die wilde Mutter kastriert und wieder in den Weinberg entlassen (wo's auch weiterhin Futter gibt) und die Kleinen kamen auf die Pflegestelle und wurden von dort vermittelt.

Normal sind die "Hypnosebegegnungen": 2 Katzen sitzen sich gegenüber und starren einander an, manchmal noch untermalt durch Töne, aber hauptsächlich wird nur gesessen und gestarrt. Entweder greift dann irgendeiner an oder - was meistens eher der Fall ist, einer erkennt, dass der andere ihm überlegen ist und schleicht ganz langsam von dannen.
Eben, wie gesagt, so kenne ich das auch.
Aber Ella ist nicht überlegen. Zumindest nicht körperlich. Wie schafft sie es die großen Kater so einzuschüchtern?
 
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Louisella

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Und der Rest des Textes (2/2):

Ich denke wie gesagt, dass Ella an sich auch gut alleine klar kommt. Dein Wunsch nach Gesellschaft für sie ist aus meiner Sicht in den sentimentalen Erinnerungen mit ihrem Bruder begründet, die aber nichts mit der heutigen Realität mehr zu tun haben.
Jein. Die sentimentalen Erinnerungen kommen vor allem deshalb zustande, weil ich gerade die alten Bilder ausgegraben habe. Klar dass es da überdurchschnittlich viele Kuschelbilder gibt, man sucht sich ja auch genau solche Momente zum fotographieren aus. Sowas zum Beispiel:

Aber - realistisch betrachtet - war sowas selten. Auch schon als sie zu uns kamen. Und es wurde immer seltener, je mehr sie uns als "ihre" Menschen akzeptiert haben und uns auch vertraut haben. Solange sie unsicher waren im neuen Zuhause - und dass das bei Wildlingen lange dauern kann bis sie entsprechend sicher werden weisst ja gerade Du, Taskali, am besten - haben sie extrem zusammengehalten. Aber je sicherer sie wurden dass wir keine Gefahr darstellen sondern sogar echt nett sind, desto selbständiger wurden beide und um so mehr haben sie auch Abstand von einander genommen. Louis hat sich vergleichsweise schnell ("schon" nach ca. 2 Monaten) "auf uns geschmissen". Ella hielt das einfach nicht für nötig und so ist es bis heute. Aber heute kommt sie eben doch auch ab und an aufs Sofa und fordert Streicheleinheiten ein, sie hat gelernt dass sie das mag und mögen darf und wir sogar ganz scharf drauf sind ihr das Bäuchlein zu kraulen und sie geniesst das dann auch ausgiebig.

Aber: sie kennt keine gleichberechtigte Freundschaft unter Katzen, wo eben jeder sein Ding macht ohne den anderen zu nerven oder zu unterwerfen und man eben seins macht, aber trotzdem nicht alleine ist.
Da geh ich jetzt nicht mit. Sie kennt das. Sie kennt das von der Pflegestelle (da gab's ja auch andere Katzen) und sie kennt das vom Zusammenleben mit ihrem Bruder bei uns.
Auf der Pflegestelle hatte sie ja auch schon einen "Freund" von auswärts, der regelmässig vor der Terrassentür stand um sie abzuholen (bitte jetzt keinen Shitstorm von wegen Freigang bei Katzenkindern, damit täte man der Pflegestelle wirklich unrecht und ich mag nicht endlos ausholen müssen um das zu erklären).

Wenn sie das lernen könnte, dann hätte sie das, was sie jetzt hat und einen Zugewinn dazu. Das wäre das, was meiner Meinung nach bei ihr versucht werden müßte, wenn man denn diese Optimierung möchte.
Ich glaub sie kann das. Wenn sie möchte. Mit ausgewählten Partnern.
Vielleicht ja sogar mit dem Nachbarskaterle?
Auf jeden Fall beobachten wir da die aktuelle Entwicklung. Und fänden es super wenn sich da 'ne echte Katzenfreundschaft aufbaut, zumal das keine Nachbarn sind die zur Miete wohnen und vielleicht in ein paar Monaten wieder weg sind, das ist ein junges Pärchen das hier ein altes Haus gekauft hat und an sich einen sehr sympathischen Eindruck macht (wenn da nicht die Kitten-Geschichte wäre).

Und das würde ich wiederum davon anhängig machen, ob IHR eine weitere Katze wollt oder nicht. Denn ob die Optimierung klappt ist ja nicht gesichert und es wird ein langer Weg - durch den ihr ja auch durchmüßt. Da macht es aus reiner "Kosten-Nutzen-Rechnung" keinen Sinn das euch allen anzutun, wenn es eigentlich nicht nötig und von euch auch nicht wirklich gewollt ist.
Ich glaube der aktuelle Zeitpunkt ist falsch. Nicht nur wegen der anstehenden Baustelle.
Mir erscheint es wirklich so als sei dieses Frühjahr Ellas erstes Auftreten als "Revierchefin". Wie gesagt, letztes Frühjahr war das Revier schon von Louis abgesteckt, und im Frühjahr davor waren sie als Einjährige einfach noch nicht so weit als dass sie von den anderen ernstgenommen worden wären (und sich ernsthaft an Revierkämpfe rangetraut hätten).
Vielleicht muss Ella jetzt grad dieses Riesen-Theater abliefern um klarzustellen dass sie hier die Chefin ist, wenigstens auf unserem Grundstück und teilweise in den angrenzenden Gärten (wir haben hier keine Mauern oder richtigen Zäune zwischen den Grundstücken, es herrscht entsprechender Katzen-Durchgangsverkehr).
Vielleicht ist das jetzt nur eine Phase - bis sie sich wirklich durchgesetzt hat und sämtliche Fronten geklärt sind.

Wenn ihr sagt, IHR wollt eine 2. Katze in der Hoffnung, dass es zeitgleich dann zu einer Optmierung für Ella führt, dann wäre Polly die richtige.
Das ist tatsächlich aktuell nicht so. WIR brauchen nicht zwingend eine zweite Katze - es würde im Moment wirklich vorwiegend um Ella gehen. Aber die hat offensichtlich gerade sowieso komplett andere Interessen - und es scheint so als hätte sie ihr Revier im Griff.
Auf den Winter sieht das wahrscheinlich wieder anders aus. Wenn ich mir den Zeitpunkt einer Zusammenführung aussuchen kann, dann wird's ab Herbst wieder interessant und für alle stressfreier (Ella war letzten Sommer garnicht glücklich darüber dass die Balkontür immer geschlossen bleiben musste usw. - und wir genauso wenig, klar). Dass Freigänger-Zusammenführungen nochmal ein letztes Kapitel haben, nämlich das wo dann beide rausdürfen, und dass es da dann nochmal schiefgehen kann - DAS habe ich letztes Jahr schmerzhaft lernen müssen. Das Video von Amys erstem Freigang hab ich neulich in den endlosen Weiten meiner verschiedenen Festplatten wieder gefunden und es hat mich erneut schockiert wie schnell der kleine schwarze Zorngipfel alias Ella da aus dem Nichts aufgetaucht ist und Amy aus dem Garten verjagt hat.

Sie ist auf den Menschen fixiert, andere Katzen interessieren sie nur bedingt, geht ihnen aus dem Weg, aber ist selbstbewußt und präsent und läßt sich nix sagen, verteidigt sich, ohne aggressiv zu sein. Macht ihr eigenes Ding - genau wie Ella. So können sie zu einer friedlichen Co-Existenz finden, aus der dann irgendwann vielleicht mehr werden kann, wenn es beide wollen. Wenn nicht, dann ist auch nicht schlimm, denn jeder hat, was er möchte: Ella hat ihre Freiheit und Unabhängigkeit und Polly ihre Menschen.
Deshalb denke ich, dass sie passend wäre.
Garantien gibt es keine - das weißt du denk ich - aber ich seh eine gute Chance, dass es klappen kann.
Ich find das toll dass Du mit Polly an uns denkst, vor allem nach dem blöden Ausgang mit Amy letztes Jahr. Ich hätte mich jetzt nicht unbedingt getraut mich nochmal bei Dir um eine Katze zu bemühen, auch wenn Du mir letztes Jahr nach Amys Verschwinden keinerlei Schuld gegeben hast.

Aber - und so muss ich ja auch denken - ich glaub für Polly wär das nicht so doll.
Im Moment muss Ella vielleicht durch irgendeine spezielle Form von "Katzen-Erwachsenwerden" und Polly wäre nur unser Versuch irgendwas "durchzudrücken" zu was wir uns verpflichtet fühlen, weil man ja Katzen nicht alleine halten soll, auch Freigänger-Katzen nicht usw.
Ich bin fest davon überzeugt dass Ella sich auch wieder einkriegt und dass dieses ganze Reviergehabe gerade nur eine Phase ist.
Und der Gefährte und ich glauben halt auch ein bisschen an das Schicksal und dass der richtige Moment und die richtige Katze schon noch kommt.

So, das war jetzt viel, aber doch noch viel zu wenig um zu beschreiben wie's mir, dem Gefährten und Ella grad so geht.

Wer hier mitgelesen hat, hat vielleicht auch ein bisschen mitgekriegt wie wir hier so ticken und das vieles hier vom Bauchgefühl abhängt. Wenn sowohl der Bauch des Gefährten als auch meiner grad grimmen bei dem Gedanken JETZT eine Zweitkatze zu holen, "nur" damit Ella nicht alleine ist, gerade JETZT wo Ella doch eh kaum zuhause ist, weil sie permanent draußen ihr Revier verteidigt (oder mit Nachbarskaterle rumtüdelt?), gerade JETZT, wo eine wirklich brutale Baustelle ansteht...
der wird auch verstehen warum wir uns dafür entschieden haben nicht ausgerechnet JETZT eine Zweitkatze aufzunehmen.
Und ganz ehrlich: Ich glaub ich hätte diesen Sommer nicht den Nerv dafür. Und den müsste ich haben, denn mit mir steht und fällt das ganze ja letztendlich, auch wenn der Gefährte bezüglich Katzen da 100% hinter mir steht. Wenn ich unsicher bin, funktioniert's nicht. Und ich wäre aktuell wirklich unsicher.

Wir werden sehen.
Wahrscheinlich schleppt Ella irgendwann wieder eine Katze an die ihr behagt wie sie es schon auf der Pflegestelle getan hat (ihr damaliger Kumpel lebt dort jetzt fest).
Vielleicht ist es ja sogar das Nachbarskaterle. Das wäre doch toll wenn sie sich mit dem wirklich gut versteht, der hat auch 24/7 Freigang und wohnt wirklich nur einen "Katzensprung" entfernt. Auch wenn ich nicht so wirklich glücklich bin darüber dass es dort jetzt Kitten gibt die angeblich von irgendwelchen unbekannten unkastrierten Katern hier stammen (die "Residents" hier sind aber alle kastriert, ich kenne sie alle mit Namen, und soooooooo viele Streuner sind jetzt hier auch nicht unterwegs dass die eher in Frage kommen als der eigene unkastrierte Bruder *HAARERAUF*).

Taskali - ich hoffe Du kannst nachvollziehen warum wir uns aktuell gegen Polly entschieden haben.
Sie wird bestimmt ein ganz tolles Zuhause finden ohne schwarzen Giftzwerg...

Kurz um: Nur Mut! Wenn Taskali meint, dass es passen könnte, versucht es! Es ist sicher anfangs stress - für beide - aber wenn es klappt, kann es für die Mietzen ein riesen Zugewinn sein :)
Tine, Du kannst sicher sein, ich vertraue auf Taskalis Rat.
Um so mehr weil sie mir ja nach der Katastrophe letztes Jahr immernoch eine Katze anvertrauen würde.
Aber Taskalis Rat ist im Moment ja durchaus auch dass es aktuell kein MUSS ist, für Ella eine Zweitkatze zu finden. Es wird nur funktionieren, wenn wir hier alle 100% sicher sind und dahinter stehen. Und so ist es im Moment halt eben nicht.
Wir würden Polly keinen Gefallen tun.
Und Ella wär's im Moment wahrscheinlich einfach egal ob da zuhause hinter der Gittertür 'ne andere Katze sitzt, sie ist ja eh kaum zuhause.

Es wird einen besseren Zeitpunkt geben, da bin ich sicher.
Und es wird IMMER Katzen geben die dringend ein nettes Zuhause mit Freigang suchen.
Es JETZT zu erzwingen wäre meiner Ansicht nach falsch - denn ich muss da 100% dahinter stehen, sonst geht das nach hinten los. Und das tu ich im Moment nicht wirklich, warum kannst Du oben lesen.

Trotzdem vielen lieben Dank für Deine Meinung.
Ella wird noch mehr Chancen kriegen in ihrem Leben - soviel ist sicher. Wir lieben sie über alles und wollen nur ihr bestes.
 
T

Taskali

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Ich hab alles gelesen, werde jetzt aber mangels Zeit nicht auf alles eingehen, sondern nur das hier als das Wichtigste herausnehmen:

Und es wird IMMER Katzen geben die dringend ein nettes Zuhause mit Freigang suchen.
Es JETZT zu erzwingen wäre meiner Ansicht nach falsch - denn ich muss da 100% dahinter stehen, sonst geht das nach hinten los. Und das tu ich im Moment nicht wirklich, warum kannst Du oben lesen.
Das ist der für mich wichtigste Punkt - deshalb auch von mir ein ganz klares: dann lasst es und meldet euch, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist und dann schauen wir weiter. :razz:

Klar ist: ich gebe euch (und auch Ella) keinerlei Schuld an Amys verschwinden. Ich bin bei ihr fest davon überzeugt, dass wenn sie keinen Unfall hatte, sie jetzt irgendwo als Streunerin IHR Leben lebt, weil SIE es so möchte. Vielleicht taucht sie eines Tages irgendwo auf und schließt sich wieder lose an den Menschen an, vielleicht auch nicht. Deshalb würde ich euch jederzeit wieder eine Katze vermitteln, denn es gibt für mich keinen Grund es nicht zu tun.

Melde dich, wenn du meinst, es ist der richtige Zeitpunkt oder du eine Mietz (bei mir) siehst, wo du sagst: Zeitpunkt ist mir schnurz - die isses! ;-)