Hallo, ich habe lange überlegt ob ich hier Geschichten über meine Zwei schreiben sollte, da ich überzeugt bin das jeder von euch selbst viele Geschichten über seine Katzen zu berichten hat und meine nicht braucht.
Ich finde aber das jede Geschichte so außergewöhnlich ist das ich euch meine/ unsere nicht vorenthalten möchte. Doch Vorsicht, sie ist lang und wer sie liest selbst dran schuld;-)
Sollte euch die folgende Geschichte gefallen habe ich noch ein paar auf Lager, die sind dann auch nicht so lang...
Die Geschichte kann ich teilweise nur aus den Schilderungen meiner Schwiegermutter erzählen.
Sie beginnt mit dem Kater meiner Schwiegermutter.
Der Schwiegerkater war ein "normaler" schwarz-weißer Hauskater, im Alter von Sechs Jahren. Er hieß Rambo. Er war ein richtiger Machokater. Er lief an der Leine durch den Garten und erbrach sich auf allem was ihm nicht passte. Besonders gerne auf den Arbeitsunterlagen meines Mannes, der damals noch zeitweise im Haus seiner Eltern wohnte. Hin und wieder unternahm er aber auch allein Ausflüge in die Nachbarschaft. Diese Ausflüge dauerten ca. Zwei Stunden. Eines Tages büchste er wieder zu einem Ausflug aus, der dauerte diesmal allerdings Sechs Stunden. Nach bangen Stunden kam er, anscheinend, heil wieder. Die nächsten Tage zog er jedoch hin und wieder ein Bein nach, verhielt sich aber normal. Eines Tages lag der im Treppenhaus und schrie jämmerlich. Als meine Schwiegermutter ihn fand war er im Hinterleib steif und hatte kalte Hinterpfoten. Sie fuhr mit ihm sofort zum Tierarzt, der stellte einen schweren Bandscheibenvorfall fest. Der Arzt tat was er konnte, konnte aber dem Kater nicht mehr helfen...
Die ganze Familie war traurig und bestürzt. Das Haus war leer und keiner wollte es mehr betreten. Der Beschluss eine neue Katze zu holen stand schnell fest. Meine Schwiegereltern fuhren ins Tierheim und wurden sofort von Selly begrüßt. Sie kam mit. Mein Mann und ich sahen Selly am Wochenende drauf. Sie saß auf der Treppe des elterlichen Hauses und beobachtete uns von den oberen Stufen herab. Ich entdeckte ihre grünen Augen zufällig um die Ecke schauen und begrüßte sie mit einem "Wer bist du denn?". Kurz darauf kam die hübscheste Katze von den Stufen die ich je gesehen habe. Sie wurde damals auf Vier Jahre geschätzt und kannte NICHTS. Sie war eine Streunerin, die von einem tierlieben Menschen eingefangen wurde. Sie saß vor der verschlossenen Türe und wunderte sich warum das Loch, durch das sie gerade gegangen ist, jetzt verschlossen war. Sie suchte die Tiere die sie im Fernsehen sah und suchte die Leuten die sie am Telefon sprechen hörte...
Schnell passte sie sich aber dem Alltag an, freundete sich mit den Hunden meiner Schwiegereltern an und genoss schnell den menschlichen Kontakt. Immer wenn mein Mann und ich da waren kam sie zu uns und schlief über Nacht bei uns.
Eines Tages lag sie jämmerlich schreiend im Treppenhaus und hatte einen steifen Hinterleib...
Meine Schwiegermutter fuhr sofort mit ihr zu Tierarzt, der einen Bandscheibenvorfall diagnostizierte. Ihr konnte zum Glück geholfen werden. Der Arzt meinte das sie die Probleme hatte da nach einer Verletzung der Hüftknochen und Wirbelknochen falsch zusammen gewachsen sind. Sie dürfe keine Treppen steigen. Nur, wie macht man das in einem zweistöckigen Häuschen?
Da wir zu Selly einen guten Draht hatten und schon eine zeitlang überlegten uns selbst eine Katze zu holen, nahmen wir Selly mit in unsere Wohnung. Nach vier Tagen fühlte sie sich in der Wohnung so sicher das sie anfing sich zu entspannen. Die neue Umgebung war spannend und wurde fleißig erkundet. Auch passte sie sich gut an unsere Schichtarbeit an. Selly war mein erstes Haustier und wir lernten zusammen Zusammenzuleben. So verstand ich recht schnell das mein Wissen über die Einzelgängerin Katze überholt war. Selly wollte nicht alleine bleiben. Es brach mir jedesmal das Herz wenn ich auf Arbeit musste. Eine Freundin musste her. Wir erkundigten uns über verschiedene Rassen und uns viel charakterlich und optisch das Birmchen auf. Wir überlegt ob ein adultes Tier oder ein Kitten besser passen würde. Nach langer Überlegung entschieden wir uns für ein Kitten, da wir hofften das sie Selly mit ihren mittlerweile zum Teil fehlenden Zähnen und ihrem dauerhaften Katzenbuckel (durch ihre Rückenpronleme) besser akzeptieren würde. Ich erkundigte mich und telefonierte rum, es war keine passende Katze zu finden. Ich erhielt von mehrern Züchtern und Tierheimen absagen. Eines Tages waren mein Mann und ich zu meinen Großeltern verreist. Meine Schwiegermutter kam um sich um Selly zu kümmern. Als sie für eine Pause am Esstisch saß, sah sie die Telefonnummer von einer der Züchterinnen auf dem Tisch liegen und rief dort an. Diese wunderte sich weshalb meine Schwiegermutter anrief. Die Züchterin hatte nämlich vom letzten Wurf noch ein Kitten, mit dem sie ursprünglich Züchten wollte. Am Abend zuvor hatte sie es sich anders überlegt und wollte das Kitten zur Vermittlung ins Internet stellen. Dies war jedoch noch nicht geschehen... Meine Schwimu rief sofort mich an. An diesem Samstag, den 05.01. machten wir eine Termin für den Montag aus. Die Züchterin fragte mich ob ich wissen möchte welche Farbe das Kitten hatte. Ich bejahte, verwies aber sofort darauf das mir der Charakter wichtiger ist. Ebenso wies ich ich die Züchterin darauf hin das ich das Kitten nur nahm wenn ich das Gefühl hätte das sie zu unserer Ertskatze passen würde. Sie zögerte, willigte dann aber doch ein. Zu sehen bekamen wir einen 13 Wochen alten weißen Puschel, der nach kurzer Zeit mit uns spielte und mir kurz darauf das Gesicht ableckte. Sie spielte mit meinen langen Haaren und blieb immer in unserer Nähe. Wir konnten nicht anders, dieses Plüschtier mit den riesigen blauen Augen musste mit. Zu Hause angekommen wurde sie neugierig von Selly beschnüffelt und begrüßt. Das Kitten ging aufs Klo und versteckte sich darauf im Hobbyzimmer. Einen Tag lang versteckte sie sich in diesem Raum, fraß nichts, trank nichts und mir wurde Angst und Bange. Mein Mann gelang es schließlich mit viel gutem Zureden die Kleine Maus, die mittlerweile auf Blue umbenannt wurde, aus ihrem Versteck zu locken. Sie fing das Schnurren an, versteckte sich aber nach ein paar Minuten wieder. Nach einiger Zeit ging ich in den Hobbyraum und konnte sie ebenso hervor locken. Das sie noch nichts gefressen hatte versuchte ich sie mit der Hand zu füttern. Dies gelang mir und so setzten wir uns mehrmals am Tag in unseren Hobbyraum auf den Fußboden und beschäftigen uns mit ihr. Sie fraß bald von selbst und wurde immer zutraulicher. Nach einer Woche hatte sie schon ein großes Vertauen zu uns. Als wir dann auf dem Fußboden saßen kam Selly und wollte sich die Kleine auch endlich anschauen. Blue jedoch fühlte sich im Hobbyraum so sicher, daß sie ihn nicht verließ und hatte solche Angst vor der getigerten Selly (Katzen prägen sich auch auf das Aussehen und Blue kannte bis dahin noch keine gestreiften Katzen) mit ihrem Katzenbuckel das sie diese anfauchte. Und die gutmütige Selly drehte sich um und verlies den Raum. Dieses Verhalten wurde immer schlimmer und ich beschloss zu handeln, bevor sich dieses Verhalten festigte. Also gab es einen Crashkurs. Mein Mann nahm Blue und setzte sie ins Wohnzimmer und ich nahm gleichzeitig Selly und setzte sie in den Hobbyraum. Ab dem Zeitpunkt fing Blue an die gesamte Wohnung zu erkunden und sich mit Selly anzufreunden.
Das war der Beginn der langen Geschichte zwischen uns, Selly und Blue.*
Ich hoffe euch hat die Geschichte gefallen.