Petra, ich glaube das stimmt so nicht. Man kann nicht einem Mieter das Halten von Hunden erlauben und dem anderen nicht, das gleiche bei Katzen.
Doch, klar kann man das.
Die Beweispflicht liegt beim Nachbarn, dass es genau diese Katzen sind, die in die Gärten machen, im Hausflur rumlaufen (obwohl ich da auch der Meinung bin, dass dafür zu sorgen ist, dass die Haustür verschlossen wird) usw.
Bei genehmigter Tierhaltung müssen wirklich schon einige stichhaltige Beschwerden angesagt sein, um diese wieder zu untersagen.
Das blöde ist, dass tatsächlich Beschwerden der Nachbarn ausreichen damit die Genehmigung zur Katzenhaltung zurückgezogen werden kann. Auch ganz ohne Beweise. Das tolle "neue" Urteil, das viele so verstanden haben dass Katzenhaltung nicht mehr verboten werden könne (eine Fehlinterpretation), hat genau dem den Weg geebnet. Theoretisch kann man als Vermieter die Katzenhaltung nicht mehr verbieten, als Nachbar kann man aber problemlos dafür sorgen dass der Vermieter die Genehmigung zurückziehen muss, es ist also nicht mal mehr die Entscheidung des Vermieters sondern letztendlich ist man jetzt auf Gedeih und Verderb den Nachbarn ausgeliefert.
Dann bat ich um die Aufnahme 2er Katzen mit dem Verweis, dass andere Mieter auch Katzen halten dürfen
Das war damals schon die falsche Argumentation - was andere Mieter dürfen und was nicht, ist nicht relevant. Auch dann nicht, wenn die komplette Wohnanlage einen einzelnen Eigentümer hat.
Die Katzen wurden genehmigt unter Vorbehalt, dass sich die anderen Mieter nicht an ihnen stören dürfen.
Und da haben wir genau das Problem. Jetzt stören sich andere Mieter daran. Und der Vermieter muss sich eben (auch) nach den anderen richten.
Ich schrieb dann auf die Gebehmigung hin zurück, dass sie sowieso als Wohnungskatzen geplant sind und merkte an, dass es die ersten Monate zu Ruhestörungen kommen kann wegen Rolligkeit, aber dass ich die beiden kastrieren lassen werde wenn sie alt genug sind (und ich das Geld dafür tusammen habe).
Da war jedes Wort schon ein Wort zuviel... Und dann auch noch schriftlich...
Wie gesagt, die wurden genehmigt bevor ich mich überhaupt zu Freigang oder Wohnungshaltung äußerte.
Genehmigt unter Vorbehalt...
Vlt mal zurück schreiben und vorschlagen, dass die halt einen Ordnungsdienst einführen sollen für Katzendreck in der Wohnanlage?
Auf keinen Fall! Es gibt kaum was, mit dem Du dich noch mehr unbeliebt machen kannst bei den Nachbarn als damit, einen kostenpflichtigen (!!!) Dienst zu fordern. Die Reaktion ist vorhersehbar, die Nachbarn werden sich mit allen verfügbaren Mitteln dagegen wehren "wegen Dir" zusätzlich Geld bezahlen zu müssen.
Du könntest anbieten dass DU diesen Dienst übernimmst. Kostenlos. Damit wären sicher alle einig.
Ich schließe aus, dass jedes Häufchen nur von meinen kommt. Außerdem vergraben Katzen doch meist ihre Hinterlassenschaft.
Vergraben geht im Gras nicht so gut. Im Sandkasten aber prima.
Natürlich werden die Häufchen nicht nur von DEINEN Katzen sein - aber beweis das erst mal.
Weiterhin, dass ich finde, dass Haustüren geschlossen zu halten sind, nicht nur wegen Katzen sondern wegen anderem unliebsamen Besuch und das somit nicht in meiner, sondern in der Verantwortung der Mieter liegt die sich dran stören.
Offenstehende Haustüren sind ein Ärgernis in den meisten Mehrfamilienhäusern. Dass die Haustüren eigentlich nicht offenstehen sollten, steht bestimmt auch deutlich in der Hausordnung. Bringt nur meist nicht viel.
Außerdem würd ich halt vorschlagen den Mietern zum Schutz ihrer Topfpflanzen ätherisches Lavenöl zu empfehlen.
Wem willst Du das vorschlagen? Der Hausverwaltung? Wenn die Hausverwaltung einigermaßen clever ist, wird sie das ganz sicher nicht machen, denn damit würde sie ja sozusagen einen "Mangel" der Wohnungen schriftlich manifestieren und entsprechenden Mietminderungen Vorschub leisten.
Auch da müsstest Du selbst tätig werden - aber bitte nicht nach dem Motto "wenn Euch meine Katzen stören, dann benutzt doch Lavendelöl" sondern bitte etwas cleverer und vor allem ohne dass den Nachbarn Kosten entstehen.
Lavendelöl wäre übrigens für mich das aller-aller-letzte was ich benutzen würde, nicht nur weil ich den Geruch nicht mag und das ein Anaphrodisiakum ist, sondern weil ich mir grundsätzlich nicht von Nachbarn vorschreiben lassen will dass ich meine direkte Umgebung, meine Privatsphäre überhaupt irgendwie beduften soll.
Aber ich denk echt hier gehts net um die Katzen oder den Schutz der Topfpflanzen sondern nur ums Motzen.
Leider reicht dieses Motzen aber aus um Dir die Genehmigung zur Katzenhaltung zu entziehen - zumal diese ja unter dem Vorbehalt erteilt wurde dass sie kein Motzen der Nachbarn auslösen darf.
Was sagt ihr? Brief zurück schreiben?
Wenn Du darauf schriftlich reagieren willst, dann solltest Du Dir aber sehr, sehr genau überlegen was Du da schreibst. Ich fürchte Du hast schon viel zu viel geschrieben. Da sollte jedes Wort genau überlegt sein und es sollte wirklich kein Wort zuviel sein. Sachlich bleiben ist oberstes Gebot, und wenn man schon mit "Rechten" argumentieren will, dann sollte man diese auch wirklich gut kennen. Die Argumentation "aber andere dürfen das doch auch" ist z.B. juristisch gesehen grundsätzlich falsch und könnte sich für Dich verheerend auswirken, es sind auch nicht die anderen über die es Klagen gibt.
Nicht vergessen: Recht haben und Recht bekommen sind zwei paar Stiefel - und das Gesetz und der sogenannte "gesunde Menschenverstand" haben (leider?) absolut nichts miteinander zu tun. Der "gesunde Menschenverstand" wird Dich vor Gericht fast zwangsläufig Schiffbruch erleiden lassen, vor allem wenn er das einzige Argument ist, das Du anbringen kannst.
Ich würde erstmal versuchen mit den Nachbarn zu reden. Sachlich. Anbieten Dich um die Hinterlassenschaften zu kümmern (ja, auch wenn sie nicht von Deinen Katzen stammen), Tipps geben zum Schutz der Pflanzen und womöglich sogar die entsprechenden Hilfsmittel beibringen usw.
Auf keinen Fall etwas fordern, was Kosten bei den Nachbarn verursacht, darauf sind sie ganz sicher nicht scharf. Sondern eben eigenhändige Abhilfe anbieten die nichts kostet.