Hallo zusammen,
ich weiß ich war länger nicht hier. Dadurch das die App nicht mehr ging, hatte ich die Lust daran verloren. Immer die Seite am Handy aufmachen...dafür hatte ich damals einfach nicht genug Datenvolumen und somit hab ich das aus den Augen verloren. Keine Ahnung...das Leben halt.
Diesmal melde ich mich aber leider nicht mit guten Neuigkeiten.
Letzten Samstag mussten wir unser Täubchen nach nur 7,5 gemeinsamen Jahren schon gehen lassen. Es kam völlig überraschend und ich weiß gar nicht wohin mit meiner Trauer. Vermutlich auch ein Grund, warum ich jetzt hier schreibe. Um mir das alles einmal von der Seele zu schreiben. Die ganzen Zweifel und Selbstvorwürfe.
Merida war schon immer unser Sorgenkind bezüglich der Gesundheit. Wir mussten 2 mal ihre Zähne machen lassen und sie entwickelte ein Ekzemen. Da hat sie sich dann große Stellen kahl bzw. blutig gekratzt. Wir haben ein bestimmtes Futter im Verdacht gehabt. Haben das weggelassen, es tauchte trotzdem immer wieder auf. Dadurch brauchte sie alle 2 Tage 1/4 Cortisontablette Wir haben uns aber gut damit arrangiert.
Sie ist nie die Schoßkatze geworden. Aber sie kam, wenn sie kuscheln wollte und legte sich zu mir. Ich konnte sie immer streicheln. Aber nie packen (z.B. zum Eintüten zum Tierarzt). Somit konnte der Tierarzt auch nicht immer alles machen. Ich glaube ihr Akte war Rot umrandet mit 15 Ausrufezeichen. Trotzdem haben wir immer alles hinbekommen irgendwie. Ihr Cortison kriegte sie klein in Schleckis oder in Trockenfutter, was sie als Leckerchen geliebt hat.
Sie liebte es in der Sonne zu liegen und an der Heizung. Sie liebte es auch zu kuscheln und gestreichelt zu werden.
Ich liebte sie. Mein Mann und ich hatten uns 2020 scheiden lassen, aber er hat sich immer noch um die Katzen gekümmert. Er liebte sie auch.
Anfang Oktober wurde ich krank. Eine richtig fette Erkältung mit hohem Fieber dazu. Merida wurde in der gleichen Zeit ruhiger, fraß nicht mehr so gut und schlief viel. Ich dachte ich hätte sie angesteckt. Da es immer ein großes Theater war, mit ihr zum Tierarzt zu gehen, habe ich das immer sehr genau beobachtet. Es wurde nach 3 Tagen besser. Daher kein Tierarzt. Sie war zwar immer noch ruhiger, aber das war immer so, wenn es kalt wurde. Meine ganze Truppe wird dann ruhiger. Mein Kater kommt ja auch nur kuscheln, wenn es kalt ist.
2 Wochen später wurde ich wieder krank. Sie wurde auch wieder ruhiger. Fraß nicht mehr richtig. Diesmal wollte sie aber nicht mal Trockenfutter als Leckerchen annehmen, um ihre Cortisontablette zu kriegen. Das machte mir Sorgen. Es war schon Spätabends. Ich beschloss am nächsten Tag nach der Arbeit Thunfisch zu besorgen. Normalerweise musste ich bei 4 Katzen um mein Leben kämpfen, wenn ich Thunfisch aufmachte. Sie wollte aber auch davon nichts essen.
Ok zack beim Tierarzt angeufen. Ich könnte 1,5h später direkt vorbei kommen. Da sie immer ruhiger wurde, wenn ich gerade wieder krank war, dachte ich ich hätte sie angesteckt.
Aber beim Tierarzt war sie die liebste Katze und ließ alles mit sich machen. Da wusste ich, es stimmt was nicht. Es konnte nichts festgestellt werden. Außer das sie furchtbar schlapp war. Sie nahmen Blut ab und ließen das direkt in der Praxis durchlaufen. Sie hatte eine Blutanämie. Im Ultraschall konnten sie etwas kleines ausmachen, das aber nicht wirklich einem Organ zuordnen. Sie rieten mir, sie einschläfern zu lassen, aufgrund der katastrophalen Werte. Ich war geschockt und konnte nicht mehr denken. Ich rief meinen Exmann dazu.
Laut Tierärztin, wäre sie an der Blutarmut gestorben, wenn sie einen Unfall gehabt hätte, so hatte sich der Körper aber langsam dran gewöhnt. Sie sagten, wir könnten sie auch in eine Klinik zum aufpäppeln geben. Aber das wäre sehr viel Streß für sie, da sie bei Fremden ja immer durchdreht. Wir fragten ob sie Schmerzen habe. Die Ärztin verneinte. Daher machte sie uns den Vorschlag, wir sollten sie mit nach Hause nehmen. Es in Ruhe überdenken und morgens wieder kommen. Sie bekam Antibi, was gegen Schmerzen zur Vorsorge, was zum Hunger anregen usw. Ich verwöhnte sie den Abend mit allem was sie besonders mochte. Kuschelte viel mit ihr.
Am nächsten Tag fuhren wir wieder hin. Ihr Zustand war besser. Der Ultraaschall zeigte Samstags dann, dass die Veränderung wohl an der Milz war. Das wäre gut operierbar und da ihr Zustand besser war, einigten wir uns darauf, dass wir versuchen sie zu päppeln, dass sie genug Kraft für eine OP bis zum darauffolgenden Samstag sammelte und wir dann operieren könnten. Also stiegen wir auf Handfütterung um. Alle 1-3h versuchten wir Merida zu überreden, etwas zu essen. Wir bekamen Päppelfutter. Samstag- Dienstag funktionierte das auch sehr gut. Montag waren wir wieder da. Sie hatte 130 Gramm zugenommen. Der Arzt war sich nun auch sehr sicher, dass es die Milz ist. Wir schöpften Hoffnung. Ab Mittwoch Nachmittag lies es dann nach. Sie wollte nicht mehr essen. Donnerstag also direkt wieder zum Arzt. Wieder was um Appetit bei ihr zu fördern. Es wurde wieder Blut abgenommen und weggeschickt (für den Samstag halt).
Wir kamen nach Hause. Sie wollte sogar eigenständig fressen. Donnerstag Nacht war das aber schon wieder vorbei. Wir stiegen auf Zwangsfütterung mit einer Spritze um. Es ging. Wir kriegte etwas von dem Tonikum in die Katze. Jedes Mal ein bisschen was. Bis Samstag morgen war nicht mehr weit.
Wir fuhren Samstag hin. Die BLutwerte waren noch mieser. Aber ihr Allgemeinzustand war besser. Also entschieden wir uns, besser wirds nicht mehr. Die Tierärztin sollte operieren. Sie machte Merida ein bisschen auf. Kam zu uns raus und erzählte uns, dass sie zwar richtig gesehen haben, dass was in der Milz ist, aber das wären nur die Metastasen. Die ganze Leber war voller Tumore. Kleine kaum Platzeinnehmende Tumore. Jeder Leberlappen wäre betroffen.
Wir ließen sie aus der Narkose (die sie übrigens ziemlich gut vertragen hatte) nicht mehr aufwachen. Wir waren während dessen bei ihr.
Ich vermisse sie so sehr.
Im August waren wir noch beim Tierarzt und da war alles in Ordnung. Hätte ich früher bemerkt, dass sie 1 Kilo abgenommen hat, seit August, vielleicht hätten wir ihr dann noch helfen können. Sie hat ihr Plüschfell nie abgelegt. Daher war es schwierig das zu sehen. Das letzte Blutbild hatten wir im November 2022 gemacht, wo ihre Zähne gemacht wurden. Da war auch alles Top. Keine Ahnung, ich habe einfach so ein schlechtes Gewissen. Ich hab in letzter Zeit auch nicht so viel mit ihr gespielt, wie sie es verdient hätte. Ich war mit anderen Sachen beschäftigt. Neuer Job usw. Ich hatte vergessen, was wirklich wichtig war. Vielleicht hätten wir es dann früher gefunden und hätten ihr noch helfen können. Aber es geht doch auch keiner daher und macht alle halbe Jahre ein Blutbild oder? Wenn es keinen Anhaltspunkt dafür gibt.
Meine anderen 3 haben es wohl gemerkt. Sie haben sich in ihre Nähe gelegt, an Plätzen wo sie sonst nie lagen. Haben sie aber komplett in Ruhe gelassen. Jetzt kleben alle 3 wie Pattex an mir. Entweder soll ich sie trösten oder sie wollen mich trösten.
Ich vermisse sie so sehr. Mein kleines Täubchen. Sie hat immer so schön gegurrt. Das werde ich nun nie wieder hören. Schon wieder bin ich am weinen.
Wir haben sie jetzt einäschern lassen. Wir werden dann Ihre Asche vermutlich irgendwo wo es schön ist vertstreuen. Oder auf meinem Balkon ein kleines Bäumchen pflanzen.
Weil ich Taskali Bescheid geben wollte, habe ich das Forum wieder rausgekramt. Ich habe die letzten Tage jede freie Minute in ihrem Thread gelesen. Eig wollte ich nur nochmal nachlesen, wie Merida damals zu ihr kam. Hab dann aber jetzt bis heute alles gelesen. Das hat mich gut abgelenkt.
Tut mir leid, dass der Text so lang ist. Dabei steht hier nur die Hälfte von dem, was mir durch den Kopf geht.
LG Ciriana