Ich dachte ja immer, ich kann Katzen lesen wie ein offenes Buch. Ha ha, denkste! :razz:
Nun wo Mirai ihre Kastration hinter sich hat und wieder fit ist, zeigt sie ihre ganze Charakterentwicklung - oder auch nicht. Sie ist mir ein Rätsel.
Von ihrem mickrigen Fressverhalten hab ich bereits berichtet aber auch ansonsten habe ich das Gefühl nicht ich erziehe diese Katze - sie erzieht MICH! D: Sie kratzt am Sofa, springt in den Papiermüll und entleert ihn, fetzt während ich noch schlafe mit Anlauf übers Bett, klettert hinter den Vorhang (dann wirds hell und Mama steht auf! 8D)... das alles tut sie zwar in "noch erträglichem Maße" aber nervig ist es trotzdem. Am schlimmsten ist aber seit einigen Tagen, dass sie sich immer mehr beschwert!
Zumindest klingt das so, denn es wird viel häufiger gemauzt und gegurrt als davor. Futter ist da, Klo ist sauber, krank wirkt sie auf mich nicht. Wenn sie jammert rede ich mit ihr, starte Spielversuche. Manchmal werden die angenommen, aber nur ein paar Minuten, dann läuft sie wieder weg, legt sich hin... also geh ich zurück an den Computer. ZACK steht sie wieder auf, läuft hin und her, meckert und gurrt.
Wenn ich nach einem langen Arbeitstag heimkomme, rastet sie geradezu aus vor Mauzen, krabbelt auf meinen Rücken und knutscht mich regelrecht ab! XD Ist ja auch süß so begrüßt zu werden, aber ich hab Sorge dass sie mich etwas ZU sehr vermisst. (Ich arbeite ganztags - hab aber darauf geachtet, mir eine Katze zu holen, die das lange Alleinsein laut Vorbesitzerin kennt.)
Meine Vermutung ist, dass sie unterfordert und/oder einsam ist. Sie hat als Spielzeug zB eine Kugel mit Löchern für die Leckerlis. Die mag sie gern aber der Spaß ist binnen Minuten vorbei und ich kann ja nicht ständig Leckerli-Nachschub reinpacken. Also hab ich ihr ein anspruchsvolles Fummelbrett gebaut und hingestellt als die nächste Jammer-Orgie losging. Und siehe da - 40 (!!) Minuten lang hat sie sich ununterbrochen damit befasst und war mucksmäuschenstill. Aber ist jeden Tag Fummelbrettchen nicht etwas zu viel? Also in Punkto Leckerli-Fütterung meine ich.
Auch sitzt sie sehr gern am Fenster und versucht Fliegen zu jagen (durchs Fliegennetz - und zerfetzt es dabei. Danke schön auch! :-?). Wenn eine in der Wohnung ist, ist sie auch Feuer und Flamme. Eine waschechte Jägerin also.
Nur mit MIR spielen - oder auch alleine, mit ihrem normalen Spielzeug wie Stoffmäuse, Bälle, Federpuscheln, Angeln... das scheint immer unglaublich schnell langweilig zu werden. (Außer natürlich sie hat ihre 5 Minuten. Da geht alles!)
Nun die Frage aller Fragen: Wie würdet ihr das Verhalten deuten? Erkennt ihr es vielleicht wieder? Denkt ihr, ein Spielkamerad könnte das Problem lösen? Sie ist 2,5 Jahre und war bisher immer allein.
Ich habe wie gesagt die Vermutung, aber hab selbst nur Erfahrung mit Einzelkatzen, deswegen kenne ich mich überhaupt nicht aus, wie viel sich zwei zusammen überhaupt gegenseitig beschäftigen und ob es sein kann dass ich ihr als Spielkamerad eben einfach nicht tauge. Mein Kater davor war halt wirklich in allen Punkten genau das Gegenteil von ihr. Der hing beim Raufen regelrecht an meinem Arm und hat sich ausgepowert - und fremde Katzen wollte er absolut nicht haben, da war er eifersüchtig.
Sie ist jetzt seit Mitte April bei mir, hatte aber bis Ende Mai erst mal mit der Genesung von der Kastration zu tun. Sprich, richtig "erleben" kann ihr ihren Charakter erst seit ca 2 Wochen. Ich werde wohl erst mal noch eine Weile abwarten um sie besser kennenzulernen und einschätzen zu können, aber die Erziehungsproblemchen sowie das ständige Jammern sind schon echt nervig! *seufz* Gebe zu, ich hatte mit meinem Kater wohl einfach verdammtes Glück. Den musste ich quasi kaum erziehen. Ein lautes "Nein" hat immer ausgereicht. Also falls jemand Tipps für die oben genannten Sachen hat oder mir seine Meinung mitteilen möchte zu ihrem Verhalten, ich würde mich sehr freuen.
