Hallo!
Nach langer Abstinenz melde ich mich mit einem traurigen Anlass zurück. Mein Orpheus hat schon länger langsam abgenommen und selten war auch mal ein bisschen Blut um Stuhl. Da er gebarft wird und da vielleicht auch mal ein Knöchelchen bei ist, habe ich mir da vorerst nicht so viele Gedanken gemacht - zumal er sich mit einer chronischen Zahnfleischentzündung herumschlägt und ich vermutet habe, dass er möglicherweise nicht so gut gefressen hat. Kann ich ja schlecht kontrollieren, weil beide Kater zusammen gefüttert werden. Der Tierarzt sah das ähnlich. Nach einer Zahnsanierung futtert er auch tatsächlich wieder energischer.
Als die Probleme trotzdem nicht weggehen wollten und er weiter abnahm, ging es zwecks Ursachensuche wieder zum Tierarzt. Erst wurden Giardien und andere Parasiten getestet - negativ. Dann wurde die Schilddrüse getestet - auch negativ. Danach vermuteten wir, dass er vielleicht einfach einen Infekt hatte - also gab es ein Mittel gegen Entzündungen und gegen Bauchschmerzen und wir haben uns darauf geeinigt, ihn zwei Monate hochkalorisch zu füttern und zu beobachten. Beschwerden hat er nämlich ansonsten keine gezeigt und war auch vom Abtasten her unauffällig. Das war im Juni.
Jetzt, zwei Monate später, hat er trotz Päppelfutter zum Barf nicht zugenommen, dafür wurde das Blut im Stuhl plötzlich immer häufiger. Ansonsten benimmt er sich wie immer und wirkt kein bisschen krank. Also die Katze eingepackt und ab zum Tierarzt! Der ertastete einen kugelrunden Knubbel im Bauch, etwa 5 cm Durchmesser, der da nicht hingehört und auch auf dem Röntgenbild gut erkennbar is. Da war noch nicht klar: Fremdkörper oder Tumor? Sicher war aber, dass es raus muss, also wurden wir zur Partnerpraxis überwiesen - die hat nämlich einen OP.
Dort wurde Orpheus gründlich auf den Kopf gestellt. Großes Blutbild: Alles tiptop, aber hohe Entzündungs- und Immunwerte! Heute folgte dann der Ultraschall, um Klarheit zu schaffen. Das Ergebnis: Es ist leider ein Tumor im Dünndarm. Ob gutartig oder bösartig, kann man nicht sagen! Wenn gutartig, dann handelt es sich dabei wohl um eine sogenannte Darmintussion (auch Darminvagination). Dabei schiebt sich ein Stück Darm ineinander und durch Entzündungen kann sowas dann tumorös werden. Das wäre dann verhältnismäßig gut operabel und hätte eine gute Prognose. Vom Schallbild her kann es gut hinkommen, und da Orpheus 5 ist und solche Intussionen in genau diesem Alter am häufigsten vorkommen, passt es auch da. Wenn es bösartig ist, dann stehen die Prognosen sehr schlecht und ihm bleiben zwischen 2 Monaten und 2 Jahren... denn ein so großer und schnell wachsender Tumor hat garantiert schon gestreut.
Am Freitagmorgen ist die OP, da soll dann der Tumor mitsamt dem Stück Dünndarm drum herum entfernt werden. Es muss schnell raus, sonst droht möglicherweise ein Darmverschluss! Zwei Tage später wissen wir dann, ob es Krebs ist oder nicht.
Falls irgendjemand Erfahrungen mit Darmkrebs oder -intussionen hat, ich würde mich über jeden Beitrag freuen...
Besorgte Grüße,
der Vogel (samt Orpheus und Ari)