• Wenn dein Tier krank ist oder erscheint, suche bitte immer erst den Tierarzt auf, bevor du hier Rat und Hilfe suchst. Wir alle hier sind Laien, können und dürfen keinen Tierarzt ersetzen oder gar Ferndiagnosen stellen, das wäre unverantwortlich. Erst wenn du die Diagnose eines Tierarztes hast, kannst du hier nach Erfahrungen oder Tipps fragen, die du eventuell für deinen Tierarzt mitnehmen kannst. Bei der Suche nach einem Tierarzt, vor allem Notärzten in der Nacht oder am Wochenende, könnten wir aber behilflich sein.

Darmtumor - er ist gerade mal 5 :(

Diskutiere Darmtumor - er ist gerade mal 5 :( im Tumore und Geschwürerkrankungen Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Hallo! Gestern war die letzte OP-Nachuntersuchung. Der Tierarzt meinte, Orpheus erholt sich super und wenn man von der OP nicht gerade wüsste...
  • Darmtumor - er ist gerade mal 5 :( Beitrag #41
Hallo!

Gestern war die letzte OP-Nachuntersuchung. Der Tierarzt meinte, Orpheus erholt sich super und wenn man von der OP nicht gerade wüsste, würde man es nicht fühlen! :) Die weitere Behandlung (die dritte Cortisonspritze und die Umstellung auf Tabletten) können wir jetzt wieder bei unserem alten Haustierarzt machen. Dann müssen wir nicht jedes Mal mit dem Bus fahren, was Orpheus so gar nicht leiden kann.

Allerdings gab es leider auch einen dicken Dämpfer: Ich habe den Tierarzt wegen einem Zahn, um den es ziemlich rot und entzündet aussieht, einmal genau ins Mäulchen gucken lassen. Leider sieht es ziemlich stark nach FORL aus. Irgendwann demnächst steht also auch nochmal eine Zahnsanierung an (schon wieder! Die letzte ist kein Jahr her!), bei der man dann auch genau gucken kann, ob es wirklich FORL oder doch "nur" eine Enzündung oder was genetisches ist. Besch.. ist es in jedem Fall... bis dahin sollen wir auf die Zahnhygiene achten, in dem wir ihm entweder die Zähne putzen :d035: oder ihm ordentlich was zu kauen geben. Empfohlen wurde mir Dental-Trockenfutter (mitsamt einiger Proben, die jetzt als Leckerchen herhalten müssen), knorpelige Fleischstücke oder Trockenfleisch. Jetzt frage ich mich, wie sich das jetzt wieder damit vertragen soll, dass er nichts schwer verdauliches bekommen soll? Trockenfleisch und Knorpel sind das ja ganz sicher nicht.

Wie dem auch sei, ab morgen wird er wieder auf Barf umgestellt (der Kot ist jetzt seit einer Woche perfekt) und dann sind wir zumindest schon mal das überteuerte Zuckerzeug los und müssen nicht mehr getrennt füttern. Ein Lichtblick!

Jetzt darf Orpheus aber auch wirklich mal aufhören, beim Krankheiten verteilen immer laut "hier!" zu schreien...
 
  • Darmtumor - er ist gerade mal 5 :( Beitrag #42
Update: Orpheus ist jetzt wieder bei seinem Haustierarzt und heute seine letzte Cortisonspritze bekommen! Ab dem 24. gibt es dann täglich eine Prednisolon. Erstmal nur zehn Stück, um zu schauen, wie gut er sie verträgt - wenn ja, kommt die Feineinstellung.

Die Rückumstellung aufs BARF hat übrigens super funktioniert, er ist ganz wild darauf und der Output ist auch okay. Derzeit habe ich den Fettgehalt auf 14% eingestellt, er muss ja weiterhin zunehmen (inzwischen ist er bei 4,4 kg, hat also nochmal 100 g zugelegt). Langfristig muss das aber weniger werden, Aristoteles wird nämlich langsam ein wenig rundlich :p

Ansonsten verhält Orpheus sich, als wäre nie etwas gewesen, spielt viel und ist dank dem Cortison noch verfressener als vorher. Man würde nicht auf die Idee kommen, dass da etwas im Argen liegt!
 
  • Darmtumor - er ist gerade mal 5 :( Beitrag #43
Noch ein Update!

Orpheus hatte vor zwei Wochen seinen ersten regelmäßigen Kontrollultraschall. Wir sind außerdem umgezogen und gehen jetzt zur Tierklinik Hofheim, wo wir uns in allerbesten Händen fühlen.

Das Ergebnis der Untersuchung: Der Darm und der gesamte restliche Bauchraum ist tiptop in Ordnung, weit und breit keine Veränderung zu sehen! Auch sonst macht er einen putzmunteren und fröhlichen Eindruck :g025: Wir haben jetzt die Cortisonmenge von 5 mg pro Tag auf abwechselnd 2,5 und 5 mg reduziert. Wenn das klappt (wird nächsten Monat überprüft) versuchen wir es mit täglich 2,5 mg. Generell dürfen wir das Cortison nie absetzen, müssen die Menge aber unbedingt so niedrig wie möglich halten - denn sollte er durch das Cortison Diabetes kriegen, müssten wir entweder das Cortison absetzen oder die Diabetes unbehandelt lassen. Beides wäre ein ziemlich sicheres Todesurteil. Ein Drahtseilakt...

Erstmal freue ich mich aber, dass es dem kleinen Spinner gut geht!
 
  • Darmtumor - er ist gerade mal 5 :( Beitrag #44
Hallo!

Ich glaube nicht, dass hier überhaupt noch jemand mitliest. Kein Wunder, ich Faulpelz schreibe ja auch nie! Trotzdem möchte ich hier meine weiteren Erfahrungen mitteilen, denn vielleicht wird irgendwann mal jemand nach Erfahrungen zum Thema FGESF suchen und dann soll derjenige hier die ganze Geschichte finden!

Wäre es eigentlich möglich, dass ein Moderator dem Thread hier einen passenderen Namen gibt? Falls jemand nach Erfahrungen sucht, wäre es bestimmt gut, wenn das Wort FGESF auch im Titel vorkommt.

Also, wie es weiterging:

2017-2018: Cortisonreduktion und FORL Die letzten zwei Jahre hat sich das FGESF nicht bemerkbar gemacht. Die Cortisondosis wurde nach und nach reduziert - von 5 mg täglich (Orpheus wiegt immer zwischen 4,5 und 5 kg) auf abwechselnd 5 und 2,5 mg täglich, dann täglich 2,5 mg. Außerdem wurde alle 3 bis 4 Monate ein Kontroll-Ultraschall gemacht. Anfang 2018 wurde dann schließlich auf alle 2 Tage 2,5 mg als endgültige Dosis reduziert und es wurde nur noch alle 6 Monate geschallt. Unter diesen Voraussetzungen gab es keinen Grund zur Annahme, dass seine Lebenserwartung irgendwie eingeschränkt sein könnte! Mit abnehmender Cortisondosis haben sich auch die üblichen Nebenwirkungen gegeben: Das vorher etwas struppige Fell ist wieder schön dicht und glänzend geworden, die Haut nicht mehr so dünn und empfindlich und auch die Fettverteilung ist wieder normal (bei Cortison kann es vorkommen, dass die ansonsten dürre Katze einen dicken Bauch bekommt - eine sogenannte "Stammfettsucht"). Alles Sachen, die Orpheus vollkommen egal sind, der freut sich einfach seines Lebens ;) Sein Cortison bekommt er übrigens einfach abends mit ins Barf, das funktioniert prima. Ich muss bloß die Katzen getrennt füttern, damit sein Kumpel Ari nicht die Tablette frisst. Mit dem Barf ist Orpheus übrigens trotz Cortison nicht dick geworden, sondern hat Idealgewicht! Er klaut allerdings wie ein Rabe. Selbst Berliner und Toastbrot sind nicht sicher! :rolleyes:

2018 wurde eine FORL diagnostiziert und es wurde die Hälfte der Zähne gezogen. Die OP hat er problemlos überstanden, das Cortison hat keinerlei Probleme gemacht. Es musste allerdings auf ein Morphin statt normaler Schmerzmittel zurückgegriffen werden, weil die sich nicht gut mit dem Cortison vertragen. Abgesehen davon, dass er ein bisschen "high" war, hat Orpheus es gut vertragen.

Anfang 2019: Erneuter FGESF-Ausbruch Leider hat sich die Dosis von alle zwei Tage 2,5 mg als unzureichend herausgestellt: Beim Routineultraschall im März 2019 sind drei neue Tumore im Dickdarm (wie an einer Perlenkette hintereinander weg) gefunden worden, die durch ihre Position kurz vor dem Enddarm und die Darmmenge, die weg müsste, diesmal nicht operabel sind. Der größte davon hat bereits das Darmrohr eingeengt. Alle drei Tumore hatten sich aus der Darmwand entwickelt, die eigentlich aus drei Schichten besteht - von denen war im Ultraschall aber nichts mehr zu erkennen. Von all dem war von außen nichts zu merken: Orpheus hat sich völlig normal verhalten, gefressen und gespielt! Er war lediglich etwas dünner als sonst, was ich aber auf den Fellwechsel geschoben habe - da nimmt er gerne mal ab. Irrtum, es waren die Tumore, die Reserven gefressen haben! Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass Orpheus nicht die volle Lebenserwartung haben wird - die Tierärztin bereitete uns vorsichtig darauf vor, dass es eher Wochen oder Monate als Jahre sind. Als erste Nothandlung haben wir die Cortisondosis auf satte 10 mg (2 mg pro kg Körpergewicht) erhöht, was schon fast an eine Chemotherapie grenzt. Da die Tumore durch entzündliche Prozesse entstehen, bestand die Chance, dass sich die Symptome dadurch geben. Für 14 Tage später wurde eine Ultraschalluntersuchung angesetzt, um den Erfolg dieser Therapie zu beurteilen. In der Zwischenzeit wollten die Radiologen der Tierklinik herausfinden, ob eine Bestrahlung bei FGESF sinnvoll sein könnte.

Erste Tage nach der Neu-Diagnose Offenbar hatten wir mit der Routineuntersuchung zufällig genau den Zeitpunkt der Eskalation erwischt. Denn in den drei Tagen nach der Untersuchung stellte ich fest, dass Orpheus zunehmend Probleme mit dem Klogang entwickelte: Er verhielt sich weiterhin normal und hatte Appetit, hat aber nur noch unter größter Anstrengung winzige Schleimmengen und manchmal ein klein bisschen bleistiftminendünnen Kot von sich gegeben. So ein Verhalten habe ich vorher nicht beobachtet! Es ging viel mehr vorne in die Katze hinein, als hinten wieder herauskam. Außerdem wurde er ruhiger als sonst. Angst vor einem Darmverschluss machte sich breit! Die Ärztin hat Orpheus dann das Abführmittel Lactulose verschrieben (zweimal täglich 0,5 ml), damit der Kot weicher wird und besser an dem Tumor vorbeikommt. Er bekommt es in sein gewohntes Futter gerührt. Mit Erfolg: Zwei Tage später produzierte Orpheus einen perfekten, gesund aussehenden Haufen! Solche Haufen kamen fortan regelmäßig und Orpheus fand wieder zurück zu seinem leicht bekloppten, verspielten Wesen. Vorsichtige Erleichterung.

Kontrolltermin für die Cortisontherapie Gestern war schließlich der Tag der Wahrheit: Der Kontrolltermin stand an! Leider hat Orpheus weitere 100 g abgenommen. Das Ergebnis des Ultraschalls aber hat uns alle aus den Socken gehauen. Von den drei Tumoren war der kleinste überhaupt nicht mehr zu sehen, der mittlere war bloß noch als Verdickung der Schleimhaut zu erkennen. Und auch der größte der drei, der vorher das Darmrohr eingeengt hat, ist von 36 mm auf 27 mm geschrumpft! Sogar die einzelnen Schichten der Darmwand sind wieder glasklar erkennbar. Kein Wunder, dass Orpheus sich wieder besser lösen kann. Mit solch einem Ergebnis nach nur 10 Tagen Cortison hatte niemand gerechnet!

Aktueller Ausblick Da die Cortisontherapie so gut funktioniert, bleiben wir jetzt erstmal für rund 3 Wochen bei den 10 mg am Tag und reduzieren dann auf 7,5 mg. Am 12.4. steht dann die nächste Kontrolle an. Natürlich kann die Cortisonmenge nicht dauerhaft so superhoch bleiben, aber eine Reduktion können wir nur allmählich angehen. Die 2,5 mg alle zwei Tage werden es wohl nie wieder werden, momentan liegt die Schätzung bei abwechselnd 5 und 2,5 mg als Dauerlösung. Die Lactulose kriegt er jetzt noch ein paar Tage einmal täglich, dann wird sie abgesetzt - eigentlich dürfte er sie jetzt nicht mehr brauchen. Was die Bestrahlung angeht, so gibt es bisher keinerlei Erfahrungswerte bei FGESF - die Radiologen vermuten aber, dass es funktionieren könnte. Nichtsdestotrotz wäre es ein Experiment und als solches wollen wir das möglichst vermeiden. Was ja, wenn das Cortison weiterhin funktioniert, hoffentlich klappen sollte!
 
  • Darmtumor - er ist gerade mal 5 :( Beitrag #45
Hallo, ihr macht ja was mit. Ich erinnere mich an den süßen Orpheus im roten Body von vor ü.2 Jahren..
Alles Liebe und Gute euch auf jeden Fall. LG
 
  • Darmtumor - er ist gerade mal 5 :( Beitrag #46
👍
Ich wünsche euch auch ganz viele gute Tage!
 
Thema:

Darmtumor - er ist gerade mal 5 :(

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