@ Stulle
Meine frühere Tierärztin hat bei jeder Zahnsanierung so argumentiert, wie Dein Beispiel zur Kastra: Das Tier wäre schneller wieder wach bei einer einfachen Injektionsnarkose, wenn die Zahnsanierung schnell geht, als das langwierige Prozedere einer Inhalationsnarkose. Was mich aber schlußendlich auch dazu bewegt hat, mir eine andere Tierarztpraxis zu suchen.
Trotzdem muß ich sagen, daß Ludwig früher nach den Injektionsnarkosen schneller wieder auf den Beinen war, als jetzt bei der letzten Zahnsanierung mittels Inhalationsnarkose. Was aber vermutlich auch der Tatsache geschuldet ist, daß er diesmal insgesamt elf Zähne gezogen bekommen hat und die OP über 2 Stunden gedauert hat.
Was mir allerdings jetzt im Nachhinein Sorgen macht, ist die Tatsache, daß zur Einleitung um den Tubus setzen zu können nicht Propofol sondern Ketamin eingesetzt wurde. Ich hatte zwar vor der OP auf einer Seite für Nierenkranke Katzen gelesen, daß das Ketamin nicht das Mittel der Wahl sei und die Tierarzt darauf hin angesprochen, aber sie meinte, daß in der geringen Dosierung keine Probleme zu erwarten seien. Jetzt bin ich wieder schlauer und denke, daß Ludwigs komisches aufgedrehtes Verhalten direkt nach der OP und sein anschließendes tagelanges lethargisches Verhalten, mit dem Ketamin zusammenhängen könnte.
Bei er nächsten Zahnsanierung, die bald auch bei meinem anderen Kater Wilhelm ansteht, um die letzten zwei Zähne zu entfernen, werde ich die TÄ auf jeden Fall nochmals auf das Ketamin bzw. Propofol ansprechen.
Allerdings frage ich mich, ob sie im Falle dessen, daß ich auf das Propofol bestehe und sie sich darauf einlassen würde, nicht ein weiteres Risiko bestünde, weil sie sich mit der Gabe von Propofol nicht auskennt und keine Erfahrungswerte hat.
Was denkt Ihr dazu?
Was ich wirklich schlimm finde, ist, daß es scheinbar wirklich schwierig ist, verantwortungsbewußte und gut informierte TÄ zu finden. Als Laie kann man sich noch so gut informieren, letztendlich haben die TÄ immer Argumente oder Gegenargumente, um ihre Behandlungsform zu rechtfertigen. Dadurch fühle ich mich irgendwie unsicher und ausgeliefert und habe egal bei welchem Tierarzt jedesmal die größte Panik, daß mir so etwas passiert, wie einigen von Euch. Das mein Tier, was mich morgens noch quietschfidel und mit leuchtenden Augen ansieht, während der OP verstirbt und ich weder Kontrolle noch Einfluß darauf habe und mich noch nicht mal verabschieden konnte und mir den Rest meines Lebens Vorwürfe mache.