Zwei Androskatzen senden Reisegrüße!
Der zweiteilige Fotobericht von unseren Androskatzen war, wie Ihr Euch sicher denken könnt, eine Bildersammlung mehrerer Wochen. Manche Fotos waren topaktuell, etliche im März aufgenommen, einige auch vom Februar. Und in der gezeigten Reihenfolge bunt gemischt.
So habt Ihr beispielsweise im zweiten Teil am Ostermontag gesehen, wie Dimitri es sich an Futterstelle 1 schmecken ließ. Aber was Ihr nicht wusstet - es war eins der letzten Fotos, dass wir von ihm dort zeigen. Vielleicht war es auch sein Abschiedsmahl an diesem Platz...
Nein, keine Angst! Es ist ihm nichts zugestoßen! Jedenfalls nichts Schlechtes.
Und wer bei uns von Anfang an mitliest, erinnert sich sicher auch an Sokrates, von dem wir schon lange keine Fotos mehr zeigten und der zur Stammbesatzung an Futterstelle 3 gehört.
Oder besser: gehörte…
Nein, keine Angst! Auch ihm ist nichts Schlimmes passiert.
Aber was ist mit den beiden geschehen?
Kurz und knackig geantwortet: Sie sind Reisekater geworden!
Doch der Reihe nach…
Sokrates
Wir wissen nicht, wann er an Futterstelle 3 auftauchte. Es gibt ein Foto, das Marie im Dezember 2018 dort aufnahm und wo er mit dem Rücken zu uns sitzt:
Aber auch da wirkt er schon recht erwachsen. Vielleicht wurde er sogar bereits 2017 geboren, wer weiß…
Auf Latifas erster Reise im April 2019 war er ebenfalls zu sehen.
Eigentlich zeigte er sich auf jeder Reise. Kastriert wurde er im Oktober 2019 auf Miriquidius´ erster Androsfahrt.
Was er wohl schon immer als Handicap hatte - jedenfalls seitdem wir ihn bewusst wahrnahmen: seine linke Vorderpfote ist im Gelenk steif, und Sokrates setzt das Bein auch nicht richtig auf.
Das hat ihn jedoch nie daran gehindert, sich als Chef an der Futterstelle zu behaupten.
Aber nun wird er vermutlich bald 5 Jahre alt - für Streuner schon ganz ordentlich, hat eine leichte Behinderung und lebt an einer nicht besonders schönen Futterstelle an einer Straße.
Gründe genug, für unseren alten Bekannten einen sicheren Platz zu finden! Das dachten sich auch unsere Griechen, und so nahm A. ihn in Abstimmung mit uns schon im Januar zu sich, um auf die nächste Reisegelegenheit zu warten.
Bei der Reisevorbereitung durch die Tierärztin zeigte der Schnelltest "
FIV positiv" - noch ein Grund mehr, ihn von der Straße zu holen. Der
FeLV-Test war glücklicherweise negativ. Aber in Deutschland testen wir das sowieso noch gründlich im Labor nach.
So war dieses Bild während der Andros-Reise im Oktober 2021 bereits, ohne dass wir das ahnten, eines unserer letzten von Sokrates an seiner Futterstelle.
Wir werden diesen freundlichen Kater dort sehr vermissen! Hat er uns doch immer als erster begrüßt, wenn wir futterdosenklappernd aus dem Auto stiegen. Aber so hat er immerhin eine Chance auf ein noch langes, behütetes Leben.
Dimitri
Dimitri wurde das erste Mal durch Latifa auf ihrer Reise im Februar 2020 gesehen - und gleich für eine Kastration einkassiert!
Er hat uns die Kastration irgendwie übel genommen, denn er ließ sich bis August 2020 nicht mehr blicken. Und auch dann kam er lieber nicht näher.
Aber seitdem war er zuverlässiger Gast an unserer ersten Futterstelle. Sein charaktervoller, aber immer etwas melancholischer Gesichtsausdruck machte ihn unverwechselbar.
Im Februar wurde er von unserer Freundin A. mit Augenproblemen zur Tierärztin gebracht. Sein rechtes Auge konnte leider nicht gerettet werden.
Wir wissen nicht, wie alt er wirklich ist. Aber er ist ganz sicher kein Jungspund mehr, und mit nur einem Auge sowie dem Risiko, dass da weitere Probleme auftreten können, wurde auch er auf die Warteliste für die Ausreise nach Deutschland gesetzt, von A. ebenfalls mit nach Hause genommen und reisefertig gemacht.
Ebenso wie bei Sokrates war das sicher die richtige Entscheidung - auch Dimitri ist im Schnelltest
FIV positiv (und
FeLV negativ).
Aber wann werden sie ausreisen?
Da haben wir nun zwei Kater, die schon reisefertig sind. Fehlt nur noch jemand, der sie mitnimmt. Im Frühjahr hatten unsere beiden einzigen Androsreisenden Latifa und Miriquidius keine Reise geplant.
Daher noch einmal die Frage: "Aber wann werden sie ausreisen?"
…
Die Frage ist falsch gestellt, denn sie muss lauten:
"Wann sind die beiden denn ausgereist?"
Denn rechtzeitig genug erfuhren wir, dass Maries Eltern vorhatten, um Ostern herum nach Griechenland zu fliegen und einige Tage auf Andros zu verbringen. Sie erklärten sich bereit, Sokrates und, wenn möglich, auch Dimitri mitzunehmen.
Und es war möglich!
So fanden sich Dimitri und Sokrates am 18. April 2022 im Auto wieder - auf dem Weg zur Fähre:
Nach einer etwas ungemütlichen Überfahrt…
… bezogen sie für die Nacht ihr Quartier bei unserer Freundin A. (2), die die meiste Zeit des Jahres in Athen lebt.
Schließlich brach der Morgen des Tages an, der sie in ihr neues Zuhause führen wird.
Hier warten beide aufs Taxi zum Flughafen, …
… um wenig später für den Flug einzuchecken. (Die dritte Box am Bildrand unten gehört nicht zu unserer Reisegruppe.)
Der Flug war pünktlich, der BER machte seinem Namen als Chaosflughafen diesmal keine Ehre, so dass die beiden Neuankömmlinge auch ohne große Verzögerung in das nächste Taxi einsteigen konnten.
Auf der Pflegestelle kamen sie dann auch aus ihren Boxen raus, …
… fanden es dann aber erstmal besser, sich unsichtbar zu machen.
Das ist nach der langen, zweitägigen Reise mehr als verständlich. Was optimistisch stimmt: sie haben gleich gefressen, und die Toiletten wurden ebenfalls schon benutzt. Sie bleiben natürlich separiert, bis wir mit den Labortests durch sind.
Nach anderthalb Tagen kann man aber immerhin schon im Beisein des Pflegemenschen fressen.
Nach drei Tagen war Miriquidius kurz zu Besuch. Eigentlich nur, um die gesammelten Kotproben abzuholen und zu einem unserer Stammtierärzte zu bringen - ganz so, wie es in dem schönen Gassenhauer heißt: "Mutter, der Mann mit dem Kot ist da!" … oder so ähnlich.
Die beiden frischgebackenen Pflegis bewegen sich durch den Raum, wenn keiner zuschaut. Dimitri verzieht sich aber immer noch schnell in seine sichere Ecke. Er wird etwas länger brauchen, aber das ist dann auch in Ordnung so. Die Pflegekatzen bestimmen das Tempo.
Sokrates, der alte Schmusebär, zieht es zwar ebenfalls vor, bei Besuch seinen Kratzbaum nicht zu verlassen. Aber man kann schon Leckerlies aus der Hand fressen und sich sogar kraulen lassen.
"Sag mal, kenne ich Dich nicht von irgendwoher?"
"Also, kannst mich gern anfassen!"
Na gut… wenn Du magst…
Wir wünschen den beiden, dass sie sich gut auf der Pflegestelle einleben werden, die noch kommenden Tests und Untersuchungen keine schlechten Überraschungen ergeben und sie dann in ihr neues Leben voller Glück und ohne Sorgen starten können.
Ihr dürft Euch aber auch gern jetzt schon in die beiden gestandenen Streunerkater mit sanfter Seele verlieben und darüber nachdenken, ihnen ein Zuhause zu geben!
Zur Motivation dafür außerdem noch eine kleine Impression während ihres Übernachtungsaufenthaltes in Athen: