Liebe Freund*innen der Andros-Katzen,
nichts ist so beständig wie die Veränderung! Wir möchten heute gerne einen Sachverhalt mit Euch besprechen und Eure Meinungen hören bezüglich einer Sache, die uns etwas Kopfzerbrechen bereitet.
Bisher haben wir vor allem an den bekannten Futterstellen kastriert und konnten einer großen Zahl an Katzen dank Eurer Unterstützung zu einem besseren Leben verhelfen - inzwischen fast 80 seit Vereinsgründung. An den Futterstellen ist es bisher immer recht leicht gewesen, regelmäßig Fotos der Patenkatzen zu zeigen.
Maries Plan, die Einheimischen mit ins Boot zu holen, hat im letzten Jahr Früchte getragen: Die Kastraaktion bei V und ihren beiden Nachbarn ist ein toller Erfolg. Das Andros-Projekt spricht sich herum: Unsere Freundin A. hat zuletzt Katzen in den Städten gefangen und wurde von Bekannten ebenfalls um Unterstützung gebeten, die wir gerne zugesagt haben. Auch da haben sich schnell begeisterte Patenmenschen gefunden. Nicht zuletzt die tolle Kooperation mit H und I, wo Ihr auch immer gleich bereit wart, eine Patenschaft zu übernehmen. Seit Juli 2019, als uns erstmalig Einheimische ansprachen, konnten auf diese Weise immerhin schon knapp 90 Katzen kastriert werden! Ihr seht, das Andros-Projekt wächst, das ist toll. Aber eben dadurch verändert es sich auch.
Ihr habt sicher gemerkt, dass wir von diesen Katzen, die nicht an unseren festen Futterstellen leben, schwerer Bilder bekommen. Das liegt u. a. daran, dass manche Menschen vor Ort gar kein Handy haben, es einfach so viele Katzen sind, manche Katzen sind sehr scheu und zeigen sich den Menschen nicht, und zu guter Letzt können wir den griechischen Freund*innen nicht ständig in den Ohren liegen, noch diese oder jene Katze zu suchen und zu fotografieren. Denn die haben mit der Versorgung der vielen Tiere neben Beruf und Familie viel zu tun. Bei aller Dankbarkeit gegenüber den Sponsoren geht manches einfach nicht oder nur in großen Abständen.
Der Erfolg an unseren Futterstellen bewirkt, dass dort weniger neue Katzen auftauchen, die kastriert werden müssen. Zuletzt waren es an Futterstelle 3 die drei Kitten, von denen Miriquidius zwei sichern konnte. Unserer Freundin A. (2) ist es zum Glück gelungen, auch das dritte einzufangen. Die drei leben jetzt bei S. (nach negativen Tests auch im Freigang) und werden im Herbst kastriert.
An den "originalen" Futterstellen ist im Augenblick also nicht so viel zu tun. Und das ist großartig, denn es zeigt, dass es sinnvoll ist, zu kastrieren und zu versorgen. Zugleich wachsen die Anfragen an uns, hier und dort zu helfen. Sei es bei Menschen, die konkret um Hilfe bitten, sei es wie zuletzt in den Städten, wo Katzen leben, denen es so geht wie denen an den Futterstellen damals, bevor Marie dort aufgetaucht ist.
Wir wollen natürlich gerne weitermachen und das Thema Kastration von Katzen weiter verbreiten und mit den Einheimischen zusammenarbeiten.
Die Frage an Euch ist nun, ob Ihr bereit seid, das weiter mitzutragen und Kastrationspatenschaften zu übernehmen, obwohl es u. U. außer vom Kastrationszeitpunkt keine Bilder geben könnte?
Die Fotos und das Wiedererkennen machen einen Teil des Charmes vom Andros-Projekt aus. Aber das Projekt umfasst natürlich weitaus mehr, und wir wissen, dass Ihr das wisst. Es gibt viel auf der Insel zu tun. Schon jetzt sitzen bei A., H. und I. und der Inseltierärztin wieder Katzen mit Verletzungen und Infektionen und brauchen Hilfe.
Mitte August wird eine weitere Reise von einem Vereinsmitglied stattfinden, und wir werden wieder um Unterstützung bitten müssen, ob es sich um Katzen an den Futterstellen oder eben anderswo handelt. Denn wir wollen natürlich nicht die Hände in den Schoß legen, bloß weil unsere Futterstellen gerade weniger problematisch sind.
Und dabei hoffen wir natürlich, dass Ihr dem Andros-Projekt weiter treu bleibt, auch wenn es sich zumindest teilweise, aber eben in die richtige Richtung, verändert!