Gestern waren Mr. Tibbles und Hot
Chocolate beim Zahnspezialisten zur Zahnsanierung. Bei Tibbles wurde ja schon vorletztes Jahr im Alter von 2,5 Jahren FORL diagnostiziert und einige Zähne gezogen. Diesmal wurde zunächst wieder geröntgt und dann auch einige Zähne gezogen.
Tibbles hat FORL Typ 1, bei diesem Typ sind entzündliche Prozesse bei der Entstehung beteiligt. Dieses sind oft Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis), mit horizontalem und vertikalem Knochenabbau. Auf dem Röntgenbild kann man gut erkennen, dass die linke Wurzel schon in Auflösung begriffen ist, der Peridontalspalt ist verbreitert.
Hot
Chocolate ist inzwischen knapp 8 Jahre alt, war bisher zahnmäßig nicht auffällig und wurde deswegen jetzt zum ersten Mal dental geröntgt. Hier bewahrheitet sich die Aussgae, dass sich 75% der FORL-Veränderungen unter dem Zahnfleisch abspielen. Auf dem Foto sieht man einen Backenzahn im Unterkiefer, der zunächst relativ unauffällig aussieht. Nur ein schmaler roter Zahnfleischrand, bei dem viele Tierärzte sagen würden, dass es dafür keinen Behandlungsbedarf gäbe.
Und dann dazu das Röntgenbild. Auf dem sieht man, dass an dem Zahn FORL-Veränderungen des Typs 2 vorhanden sind. FORL Typ 2 ist gekennzeichnet durch das Fehlen vorausgegangener Entzündungsprozesse. Es finden neben den Abbauvorgängen der Zahnwurzeln auch reparative Prozesse statt in Form von Auffüllung der entstandenen Läsionen mit zement- oder knochenartigem Ersatzgewebe. Da es sich hierbei um eine fehlerhafte Reparatur handelt, findet eine Verknöcherung zwischen Kiefer und Zahnwurzel statt. Diese sog. Ankylosierung führt dann zu einem Elastizitätsverlust des Zahnes in seinem Knochenfach. Durch die nun fehlende stoßbrechende Wirkung kommt es bei Belastung oft zum Abbrechen der Zahnkrone, meist in Höhe der Maulschleimhaut.

Diese Zähne zu entfernen, ist erheblich schwieriger, da sie beim Ziehen oft kaputt gehen und durch die Ankylosierung nicht vom Zahnfach zu trennen sind. Daher mussten bei Choci auch zwei Zahnfächer ausgefräst werden, wodurch es eher zu Wundheilungsstörungen kommen kann.
Dieses Beispiel zeigt mal wieder, wie wichtig es ist, die Zähne nicht nur anzuschauen, sondern auch zu röntgen!! FORL Typ 2 sieht man nicht bei der bloßen Betrachtung und auch nicht, wenn man das Zahnfleisch sondiert!
Beide Patienten haben abends schon wieder normal gefressen und bekommen noch einige Tage ein Antibiotikum und Schmerzmittel nach Bedarf.