Nachdem ich bereits schon länger keinen Beitrag mehr hier ins Forum geschrieben habe, wende ich mich heute nach anderthalb Jahren des Kämpfens gegen die
CNI nochmal an Euch.
Vor anderthalb Jahren starb Ludwigs Bruder Wilhelm plötzlich und unerwartet an einer Herzbeutelentzündung. Ludwig und ich trauerten unendlich. Von diesem Zeitpunkt an, waren wir Dauergast beim Tierarzt, bzw. der
Tierarzt bei uns. Ludwig hatte, wie Wilhelm, ebenfalls
CNI. Damals IRIS Stadium 2. Im Laufe der Zeit gesellten sich Bluthochdruck und eine Schilddrüsenüberfunktion hinzu. Er wurde medikamentös mit Amodip, Thyronorm und begleitend mit SUC von Heel, Recoaktiv Nierentonicum und einer Auswahl möglichst hochwertiger Futtersorten gut eingestellt. Vor ca. einem halben Jahr begannen wir mit subkutanen Infusionen, was ihn aber leider zunehmend stresste.
Trotz aller Maßnahmen baute er immer mehr ab. Sein ursprüngliches Körpergewicht von 8,3 kg hatte er bereits im letzten Jahr auf 6,3 verloren. Inzwischen wiegt er nur noch 4,3 kg, obwohl er gut frisst. Er ist als Norwegischer Waldkater von beträchtlicher Größe, sodaß er inzwischen nur noch Haut, Fell und Knochen ist. Vor ca. 4 Wochen hatte er eine starke Erkältung. Es wurde 2 mal ein Rachenabstrich gemacht und ein Antibiogramm gemacht. Keine Viren, dafür geringgradig Bakterien. Wir entschieden uns gegen ein Antibiotika, wegen der
CNI und seiner Inappetenz. Er bekam immunstimulierende Mittel ( Zylexis). Er berappelte sich einigermaßen, nur seine Heiserkeit blieb. Röntgenbild auf Fremdkörper brachte keinen Befund.
Vor zwei Wochen bekam er massive Darmprobleme. Ich denke verbunden mit Schmerzen, da er seitdem sehr oft in Kauerstellung hockt. Wieder
Tierarzt. Ultraschall vom gesamten Bauch und allen inneren Organen. Kein besonderer Befund. Blutbild ok. Kreatinin deutlich gesunken. Was allerdings auch bei
CNI im Endstadium passieren kann.
Seit ca. einer Woche zieht er sich nun immer mehr zurück, nimmt nicht mehr am Leben teil, schnurrt nicht mehr, spielt nicht mehr, versteckt sich teilweise hinter dem Bett.
Da er seit der Erkältung vor ein paar Wochen ständig verkrustete Augen hat, war heute wieder die TÄ bei uns und sagte in aller Deutlichkeit, daß die Augenprobleme kein Überbleibsel der Erkältung sei, sondern die Augen bereits sehr stark eingesunken seien. Dies sei ein Zeichen, daß der Körper auf die allerletzten Fettreserven zurückgreift und die Augen anfangen auszutrocknen. Es sei nun Alarmstufe rot und es könne jederzeit passieren, daß er aufgrund der schleichenden Vergiftung durch die
CNI neurologische Ausfälle bekommt, mit Zittern, Krämpfen und Schmerzen.
Ich habe natürlich gemerkt, daß er sich nun in seiner letzten Lebensphase befindet. Und ich möchte ihn auf keinen Fall leiden lassen. Meine Hoffnung war jedoch, daß er eines Tages friedlich zuhause einschläft. Die TÄ sagte jedoch, daß sich dies wohl die meisten Tierbesitzer wünschen, aber leider in 90 % der Fälle nicht eintrifft.
Als die TÄ weg war, spürte ich wieder diesen zerreißenden Schmerz, den ich spürte, als ich Wilhelm gehen lassen mußte. Alles in mir ist wie gelähmt.
Und Ludwig kratzte allen Trauergedanken zum Trotz, seit Tagen, wieder wie wild an seinem Spielschrank, legte sich zum ersten Mal, seit Tagen schnurrend auf die Fensterbank in die Sonne und ich bin nun total verzweifelt, was ich tun soll!
Es ist die schrecklichste Entscheidung, die man treffen kann!
