Ohje, da hat der kleine Kerl ja schon einiges hinter sich

Arme Maus...
Ich versuche dir mal, zu allen Punkten einen Tipp zu geben.
Futter: Grundsätzlich halte ich Schonkost für ein Tier mit Darmproblemen für äußerst sinnvoll. Allerdings sollte man da lieber zu reinem Hühnchen zurückgreifen und keine zusätzliche Kohlenhydratquelle hinzugeben. Zum einen sind Katzen reine Fleischfresser und können pflanzliche Bestandteile so gut wie nicht verwerten, zum anderen ernähren sich aber gerade manche Darmkeime von Kohlenhydraten (wie zum Beispiel
Giardien), die man auf keinen Fall auch noch fördern will. In dem Zusammenhang: wurde eine Kotuntersuchung gemacht? Das wäre wichtig. Trockenfutter solltest du nicht füttern. Es entzieht dem Körper Flüssigkeit und ist als Katzennahrung eigentlich völlig ungeeignet. Wenn du gutes Futter füttern möchtest, dann kannst du zum Beispiel bei Sandras Tieroase schauen. Dort findest du viele verschiedene Nassfuttersorten zu guten Preisen. (in seinem Alter darf er übrigens so viel fressen wie er mag. Also das Futter jetzt limitieren, sonst entwickelt er vielleicht ein gestörtes Fressverhalten oder bekommt nicht genug Nährstoffe.
Katzengesellschaft: Der Punkt, den ich jetzt ansprechen möchte, ist ein ganz entscheidender. Ich weiß, du hast dich nicht deswegen hier im Forum angemeldet, aber es wäre gut, wenn du dich mit dem Thema ganz offen auseinandersetzt. Katzen - und insbesondere Kitten - sind keine Einzeltiere. Du wirst hier im Forum zig Schicksale von Katzen finden, die von Menschen zur Einzelkatze gemacht wurden und die jetzt darunter leiden. Manchmal merkt man dem Tier von seinem Leid nichts an, aber oft kommt es zu Verhaltensauffälligkeiten. Wildpinkeln kann übrigens auch dazu gehören. Mein Rat an dich wäre, dass du dich nach einem zweiten Kater in etwa gleichem Alter umsiehst, der gut sozialisiert ist. Noch lässt er sich relativ leicht vergesellschaften. Wenn du das erst angehst, wenn er dann Probleme macht, dann ist eine Vergesellschaftung kein Spaß mehr. Auch da können dir viele hier ein Lied von singen. Ein aufgeschlossener, sozialer Spielpartner könnte ihm auch helfen, seine Angst zu besiegen.
Wenn ich hier sehe, mit welcher Hingabe Neko seinem Freund Bamboo die Ohren ausschleckt, wie gemeinsam auf den Kratzbaum gefetzt wird,... das KANN ich als Mensch einfach nicht leisten.
Zum Pinkelproblem: es kann natürlich jetzt sein, dass er so wahnsinnig im Stress ist, dass er versucht sich einen Ort der Sicherheit zu schaffen, der nach ihm riecht. In dem Fall wird er da immer wieder draufpinkeln, wenn an seiner Gesamtsituation nichts geändert wird (ein Kitten in dem Alter sollte eigentlich aufgeschlossen und nicht so ängstlich sein) und wenn der Stuhl immer noch nach seinem Urin riecht (Stichwort Enzymreiniger. Wirklich, wirklich wichtig).