Ich bin ganz neu hier, habe schon viel gelesen und würde für ein paar Tipps gerne mal unsere Situation schildern.
Vor gut einer Woche ist zu unserem 4-jährigen, kastrieren Kater Charli (BLH/ Perser) die 2,5-jährige Dorothy (Hauskatze, kastriert) aus dem Tierschutz eingezogen.
Dorothy ist gut sozialisiert und stammt aus einem Haushalt mit einem weiteren Kater und 2 Hunden, im Tierheim hat sie in einer 4er-Gruppe gelebt. ich helfe in dem Tierheim mit und habe erlebt, dass es da in der Gruppe sehr harmonisch zuging.
Charli war bis jetzt Einzelkatze/ Freigänger. Wir haben ihn mit etwa 1,5 Jahren als Abgabetier übernommen. Er ist ein ruhiger, gemütlicher und zurückhaltender Kater und neigt zum Rückzug, wenn ihn etwas beunruhigt. Er ist meistens da, wo meine Tochter ist und folgt ihr wie ein Hund überall hin.
Wir sind wohl ein bisschen schnell vorgegangen, auch weil es in meiner Wohnung sehr schwer ist, eine zuverlässige Trennung hinzukriegen und ich Dorothy Schnelligkeit, wenn es darum geht, durch eine Tür zu flitzen, echt unterschätzt habe.. Es gibt praktisch ein Zimmer ( das Zimmer meiner Tochter, in dem Charli vorwiegend wohnt und den Rest der Wohnung.
Charli hatte von Anfang an große Angst vor Dorothy, während sie begierig darauf ist, mit ihm in Kontakt zu treten. Die ersten Male, wo sie sich begegneten, hat er sich unterm Bett versteckt und geknurrt, wenn sie ihm folgte, beide haben dann aber auch schon friedlich unterm Bett nebeneinander Leckerchen gefuttert.
Solange Charli sich nicht bewegt, liegen sie dann unterm Bett im Zimmer meiner Tochter, das auch Charlis Hauptaufenthaltsraum ist, bis es Dorothy langweilig wird und sie irgendwann geht. Wenn Charli sich doch bewegt, rennt er, dann verfolgt sie ihn und heute flogen ganz schön die Fetzen ( zum Glück nur Fell), so dass ich sie lieber schnell getrennt habe (jetzt glaub ich, dass das vielleicht keine gute Reaktion war). Mir scheint auch, sie wird von Tag zu Tag frecher und unfreundlicher ihm gegenüber, als aggressiv empfinde ich sie allerdings noch nicht.
Wenn ich Dorothy im Flur separiere, damit Charli im Rest der Wohnung sein kann, wirkt er zu 90% entspannt, ihr Geruch stresst ihn wenig, umgekehrt ists genauso. Ich glaube, das Hauptproblem ist, dass sie keinen Abstand hält und Charli immer in der Situation ist, reagieren zu müssen.
Charli bekommt jetzt Bachblüten gegen Ängstlichkeit und Verstecken speziell für Katzen, die scheinen ihn etwas mutiger zu machen und ich hab einen Feliway-Stecker bestellt. Über Zylkene für beide denke ich noch nach, eine befreundete Katzenspezialistin hat mir jetzt auch De-Stress empfohlen, kennt das jemand?
Ich bin gerade unschlüssig, ob ich sie weiter trennen soll und ab und zu Begegnungen riskiere, was glaube ich aber nicht wirklich was bringt oder ob ich sie einfach länger machen lasse, damit die mal was aushandeln können. Und wenn ja, ob das besser in Charlis Zimmer (das würde passieren, da Charli bei einer Begegnung sofort in "sein" Zimmer unters Bett flüchtet oder im Rest der Wohnung stattfindet (dann müsste ich seine Tür zumachen und ihm damit auch seinen Rückzugsort verwehren), den sie allerdings täglich selbstverständlicher als ihr Revier betrachtet. Kräftemässig ist Charli Dorothy im Grunde überlegen, mental hat sie auf jeden Fall die Oberhand.
Gittertür ist bei uns total schwer umzusetzen, deshalb würde ich das gern umgehen.