Hallo miteinander!
Nachdem meine letzte Katze leider vor über 1 Jahr an Nierenschwäche verstorben ist

, habe ich kürzlich einen kleinen Kater aufgenommen. Der Vorbesitzer kam nicht mit ihm klar und bat mich um Hilfe bei der Weitervermittlung, aber allein vom Foto war ich leider schockverliebt und wollte es dann doch selbst mit ihm probieren.
Der Kleine stammt vom Bauernhof, wurde umständehalber zu früh von der Mutter und seinem Schwesterchen getrennt (mit 8 Wochen, die Mutter wurde überfahren

), wurde beim Vorbesitzer immer scheuer und aggressiver (wobei es hier bei allem guten Willen m. E. auch an Geduld und Einfühlungsvermögen gemangelt hat). Er saß zuletzt nur noch fauchend in der Ecke und wurde unsauber. Ich habe mit Zweifeln im Kopf und Zuversicht im Herzen beschlossen, mein Glück zu versuchen. Nun ist der Kleine seit knapp 3 Wochen bei mir, benutzt vom ersten Tag an brav sein Klo, er frisst in meiner Anwesenheit (nicht mehr nur heimlich nachts), lässt sich streicheln, spielt sehr viel.

Aber es lässt sich nicht leugnen, dass er immer noch ein sehr ängstlicher Kandidat ist. Wenn ich morgens ins Zimmer komme und sein Klo leeren oder ihm Futter hinstellen will, faucht er wie besessen aus seiner Höhle, bis er merkt, dass ich es bin. Wenn Besuch kommt, lässt er sich nicht blicken, wenn er ein Geräusch nicht kennt oder ich eine "falsche" Bewegung mache, huscht er sofort in seine Höhle. Er dürfte jetzt in die ganze Wohnung (2 Zimmer), verlässt aber erst sporadisch seine Lieblingsecke im Wohnzimmer. Manchmal tapst er nun schon morgens ins Schlafzimmer und schleicht um das Bett, aber sobald ich mich bewege oder zu ihm flüstere, erschreckt er sich fürchterlich und rennt zurück ins Wohnzimmer. Ich traue mich auch noch nicht, das Klo aus dem Wohnzimmer ins Bad zu verlagern, wo es längerfristig hin sollte...
Aufgrund des jungen Alters und der Ängstlichkeit denke ich, dass ihm ein Zweitkater (evtl. sogar -katze, weil ruhiger??) auf jeden Fall gut täte. Platz ist vorhanden (es gibt einen riesigen vernetzten Balkon mit vielen Klettermöglichkeiten). Im Moment bin ich mir allerdings sehr unschlüssig, was den richtigen Zeitpunkt angeht...
Einerseits denke ich:
- je früher desto besser und desto weniger hat er sein kätzisches Sozialverhalten "vergessen" (oder ist das zu menschlich gedacht?)
- von einem etwas weniger scheuen Kandidaten könnte er sich manches abschauen
Andererseits habe ich Angst, ihn zu "überfordern", vielleicht müsste er sich erst souverän in der Wohnung bewegen? Es wird ja z.B. geraten, bei der Vergesellschaftung erst beide in getrennten Räumen zu halten und dann die Räume zu tauschen - er ist aber noch weit davon entfernt, dass ich ihn a) problemlos einfangen kann (Einfangen zum Impfbesuch beim Tierarzt war der blanke Horror), und b) dass er sich außerhalb "seines" Wohnzimmers wohl fühlen würde... Nicht dass er nachher wieder nur noch in irgendwelchen "Ritzen" lebt, weil er denkt, der Rest des Reviers gehört der anderen Katze?
Insofern würde ich mich über Meinungen und Erfahrungsberichte sehr freuen!

Vielen Dank schon mal und viele Grüße
Dani
Edit: Er ist jetzt übrigens ca. 4 Monate alt.