Lieber Katzenposchi,
im Gegensatz zu den schon geschriebenen Antworten hier möchte ich Dir meine Sicht der Dir geschriebenen Emotionen erklären.
Zu allererst, ich verstehe Dich nur zu gut! Aber wahrscheinlich liegt es daran, das wir uns mit dem Thema "Tier" und "Mensch" sehr intensiv auseinandersetzen.
Erst einmal eine sinnvolle Aussage des niederländischen Verhaltensforscher Frans De Waal ;Quelle: Offener Brief an die Tiere und alle, die sie lieben von Frédéric Lenoir, Reclam-Verlag:
"Wir sollten aufhören, den Menschen zum Maß aller Dinge zu machen! Wir sollten die anderen Arten danach bewerten, was sie selbst sind! Ich bin mir sicher, dass wir auf diese Weise auf schier unendlich viele Phänomene stoßen werden, von denen einige noch unvorstellbar für uns sind."
Antispeziesismus ist das zentrale Thema der Vegetarier und Veganer.
Du hinterfragst nicht zu Unrecht, was uns als menschliches Tier dazu berechtigt, einem anderen Wesen Schmerz, z.B in Form einer Kastration zuzufügen.Was uns berechtigt zu entscheiden, einem Wesen die natürlichste Sache der Welt, nämlich Kinder zu zeugen abzunehmen.
Das Verhältnis "Mensch-Tier" tritt in vielfältigen Ausprägungen auf, unweigerlich mit Widersprüchen belegt. Wir haben eine unterschiedliche Wahrnehmung und Behandlung von "Heimtieren", "Versuchstieren", "Nutztieren", "wildlebenden Tieren."
Diese verdeutlichen die Ambivalenz, welche das Verhältnis Mensch- Tier prägen.
Das Verhalten gegenüber unserer Schwestern und Brüder, welches sich im Laufe der Geschichte geändert hat, ist noch lange nicht am Ende. Ganz im Gegenteil, wir sollten uns, nein wir müssen unser Denken ändern, anpassen, hinterfragen.
Dieser Weg ist kein Einfacher. Im Gegenteil, es verlangt eine komplette Neuorientierung, wie wir uns in Zukunft gegenüber unserer Mitwesen verantwortungsvoll verhalten.
Wir "Menschen" haben einen einzigen Unterschied zu den "Tieren". Wir können im vollen Bewußtsein unser Denken und Handeln beeinfliussen, ändern, hinterfragen. WIR haben die volle Vernatwortung dafür, das Verhältnis Mensch-Tier in das rechte Lot zu rücken. Denn WIR haben uns die letzten Jahrhunderte erdreistet, in das Leben unserer Mitwesen drastisch einzugreifen.
Doch in dieser Verantwortung liegt es nun mal auch das Leid, hier das Leid der vielen "gewollten, "nicht-gewollten" Kätzchen zu mindern, in dem man dem natürlichen Lauf der Dinge einen Schnitt setzt! Und das hast Du als verantwortungsvoller und emphatischer Mensch mit der Kastration deines Schätzchen richtig gemacht.
Und nun zu unserem Dilemma. Die Frage, ob ich nach dem Tod "meiner" (ich setzte hier absichtlich Gänsefüßchen)Katze
Murmelchen nochmals ein Tier in mein Leben, sprich bewußt in mein Haus lasse, kann ich mit einem klaren NEIN beantworten. Es sei denn ich stolpere unabsichtlich und ungewollt über ein Wesen, welches meine Hilfe benötigt. Denn das sehe ich als meine verdammte Pflicht an!
Du liebst Dein Kätzchen, Du machst Dir nicht umsonst Gedanken...genieße die wunderbare Zeit mit ihr, und sei dankbar, das sie solch ein Vertrauen in dich legt.
Liebste Grüße, und herzlich willkommen.