Hallo zusammen, unsere heilige Birma hat gestern ihren ersten Wurf gehabt und es ist alles super verlaufen. Allerdings wurde die andere, eine britisch kurzhaar Katze, während ihrer Trächtigkeit zunehmend aggressiver ihr gegenüber.
Um die Frage am Ende vorweg zu nehmen: das ist jetzt nicht wirklich ungewöhnlich. Und wenn man sich etwas intensiver mit dem Verhalten von Katzen beschäftigt auch leicht vollziehbar.
Wir haben die neue Mutter vorerst in einem separaten Zimmer ausgestattet, mit allem was sie benötigt. Eine andere Lösung scheint uns für den Moment zu riskant. Habt ihr so ein Fall Schonmal gehabt?
Ich weiß ja nicht, welche "langjährige und erfahrene Mentoren" du so an deiner Seite hast. Aber das man eine Katze während und auch nach einer Geburt vom Rest der Truppe trennt, ist bei 99% der Züchter, die ich kenne der absolute Normalzustand. Ich kann mir grad nicht vorstellen, wie man auf die Idee kommen kann, das anders zu handhaben ....
Muss es wirklich sein, dass man erstmal direkt unterstellt man würde gewissenlos vermehren ohne seriöse Absichten?
Nun Fakt ist, dass hier immer Leute auftauchen, die merken, dass es bei "ich will einmal Babys" Schwierigkeiten gibt und jemand der nicht auf Fragen eingeht und sich auch sonst nicht wirklich am Forenleben beteiligt, landet eben eher in der Ecke. Zumal die Frage an sich, sich auch nicht unbedingt liest, als hätte hier jemanden einen seriösen Hintergrund und/oder seriöse Berater.
Ich bin nicht auf die Fragen zuvor eingegangen, weil es eben nichts mit meiner Fragestellung zu tun hat.
Ein Forum ist nun mal keine Frage-Antwort-Maschine. Du möchtest am Wissen und den Erfahrungen teilhaben. Und wir möchten aber vielleicht auch gerne wissen, mit wem wir es teilen.
Wir sind seriöse Züchter und haben auch erfahrene und langjährige Züchter als Mentoren an unserer Seite, die uns in der Phase in der wir viel Erfahrung sammeln unterstützen.
Also vermutlich trifft es "wir wollen mal seriöse Züchter werden" es eher ... dazu gehört nämlich mehr, als in einen Verein einzutreten, eine Ausstellung zu besuchen und für einen Wurf Papiere zu beantragen. Hinter dem Begriff des seriösen Züchters steckt ganz viel mehr. Vor allem aber auch Erfahrung und Wissen - ein Neuzüchter kann gute Absichten haben, aber bis ich jemanden als "seriösen Züchter" ernstnehme, gehört da schon ein bisschen mehr zu.
wenn du dich im Vorfeld dich als seriöse Züchterin vorgestellt hättest, die mit Papieren züchtet und mit einem guten Grundwissen ausgestattet ist ….dann hätte es diese Missstimmung nicht gegeben.
Genau so ist es!
Warum fragst du nicht besser in einem Züchterforum, denn das ist dieses Forum nicht. Hier geht es mehr um den Tierschutz und Vermeidung von unnötigen Würfen und Schwarzzuchten.
Grundsätzlich stimme ich Verena zu - aber auch hier sind vereinzelt Züchter zu finden. Und auch die, die nicht züchten - wie zum Beispiel Verena - haben in vielen Belangen, vor allem wenn es um die Kittenaufzucht geht, ganz viel Ahnung. Auch laufen hier ein paar Leute rum, die mehr über Genetik wissen, als die viele Züchter die ich kenne ...
@Nula ein gutes Buch lesen hilft nicht weiter und ich finde das schon ein wenig daneben….Denn das sind Erfahrungen mit Gruppen und das können definitiv die Züchter oder Pflegestellen mit mehreren Geburten gleichzeitig oder in Folgen.
Wieder mal ein Punkt, wo Verena und ich nicht einer Meinung sind

- ein gutes Buch lesen hilft IMMER !
Ich denke, was Nula meinte ist: da bekomme ich Infos - und keiner stellt dumme Fragen.
Aber Verena hat natürlich recht: sich autodidaktisch Wissen anzueignen ist nicht jedermanns Sache und auf manche Fragen findet man auch in einem Buch nicht wirklich eine eine Antwort.
Interessanterweise, hat sie bereits während der Trächtigkeit der Birma angefangen, sie zunehmend zu "mobben". Sie hat begonnen einen gewissen Groll gegenüber der Katze zu entwickeln, welches dann am Tag der Geburt ausgeartet ist.
Also nur mal so als Hinweis: beim Züchten geht es nicht um niedliche plüschige Babys, an denen man drei Monate Spaß hat und die man dann verkauft, bis die nächsten Babys kommen.
Ein Züchter muss sich ein ganz gehörige Portion Wissen aneignen (idealerweise VOR dem ersten Wurf, ja eigentlich sogar VOR dem Kauf der ersten Zuchtkatze - damit diese mit Verstand und nicht mit Liebhaberaugen gekauft wird). Nach einem
Zuchtziel gefragt, sollte man ein bisschen mehr anbieten können, als "gesunde, gut sozialisierte, typgerechte Babys" .....
Zu den Dingen, über die man sich informieren sollte, gehört neben allgemeiner Medizin (die man ruhig auf Katzen beschränken kann), Reproduktionsmedizin, Genetik, Ernährung ... aber vor allem: Was ist eine Katze? Wie "funktioniert" meine Katze? Was sind ihre Bedürfnisse, typische und untypische Verhaltensweisen usw. Und nochmal: das alles eigentlich, bevor man anfängt. Ich meine, ich koche auch kein Essen und überlege mir erst mittendrin, dass ich mich doch mal nach einem Rezept umsehe ...
Wir müssen die beiden Katzen seit der Geburt trennen.
Ich erwähnte es oben schon ... ich kapiere gar nicht, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, das NICHT zu tun. Normalerweise findet die Geburt (und auch die Stunden davor) in einem geeigneten Raum statt. Geeignet bedeutet, dass es für die Katze hier keine unzugänglichen Verstecke gibt, das Wurfkiste so steht, dass man bequem drum herum agieren kann. Der Raum sollte ruhig und gut temeperiert sein. Alle notwendingen Utensilien zur Hand und weder Kind, noch Hund noch sonst irgendwer sollte außer dem Züchter bei der Katze sein. Dieser Mensch dann aber dafür 24/7 - solange es eben dauert.
Die Birma fühlt sich von der BKH Katze so bedroht, dass sie die Kätzchen in einen Versteck tragen wollte, als die Türe kurz geöffnet war, aus Angst die BKH könnte reinkommen.
Auch das ist ein völlig normales Verhalten. Eine Katze ist nach der Geburt geschwächt und hat - bedingt durch den Hormonausstoß einen überwältigenden Beschützerinstink für ihre Babys. Sobald sie irgendeine Gefahr auch nur ahnt, wird sie alles dran setzen ihre Babys in Sicherheit zu bringen. Die Mutter steht in so einem Moment unter extremen Stress, was sich auch sofort in der Milchproduktion bemerkbar macht - die Ruhelosigkeit der Mutter überträgt sich auf die Babys, die weniger trinken und somit auch nicht vernünftig zunehmen können.
Ich frage mich, woher das kommt, ob es dafür eine psychologische Erklärung gibt.
Ich finde es ehrlich gesagt etwas erschütternd, dass jemand Katzen züchtet, aber so wenig Ahnung von der Spezies hat ...
Das Verhalten der Mutter ist absolut normal und sie ist jetzt auf deinen Schutz und deine Unterstützung angewiesen.
Du beschreibst selbst die
BKH als das Alpha-Tierchen. Derartige Hierachien gibt es in absolut jeder Katzengruppe - und hier ein vernünftiges Gleichgewicht zu schaffen, gehört du den schwierigsten - aber auch wichtigsten Aufgaben eines Züchters. Die Gruppenkonstellation und Veränderung sollte immer gut durchdacht sein und man sollte immer rechtzeitig reagieren. Auch wenn das bedeutet, dass man Tiere abgeben muss. Für einen Züchter muss es immer um das Wohl der Gruppe gehen und nichts ist hier schädlicher, als Stress der durch Probleme entsteht.
Möglicherweise waren die beiden sogar ein einigermaßen harmonisches Team vorher, wenn die
BKH eine eher dominante Katze ist und sich die Brima untergeordnet hat. Wenn in dieser Situation die rangniedrigere Katze gedeckt wird, verändert sich die Konnstellation massiv. In einer Katzengruppe ist eine trächtige oder laktierende Katze immer die "Queen" - ohne ihr Zutun verändert sich ihr Status. Zurückhaltende, scheue Katzen scheinen auf einmal mehr Selbstbewusstsein und Vertrauen zu haben, verhalten sich auch dem Menschen gegenüber anders. Meist akzeptieren die anderen Katzen diesen Status, der sich in der Regel nach dem Abstillen auch wieder legt.
Deine
BKH hat das offenbar nicht, was sich schon durch verändertes Verhalten während der Trächtigkeit zeigte (hier hätten bei dir eigentlich schon sämtliche Alarmglocken läuten sollen). Du beschreibst das Verhalten der
BKH als Mobbing (was ja in erste Linie das Demonstrieren von Dominanz ist) und Aggression. Für Aggression gibt es mehrer Gründe: zum einen sollte man immer abklären lassen, ob nicht Schmerzen dahinter stecken. Aber Aggression entsteht auch aus Angst. Diese Katze, die offenbar die Erste im Haushalt war, dort drei Monate (also vermutlich bis zum sechsten MOnat) in Einzelhaltung war .... möglicherweise hast du schon davon gehört, dass Einzelhaltung zu Verhaltensstörung führen kann ... und ja - da reichen auch bei einigen Tieren wenige Monate. Dann hatte die
BKH auch noch einen Wurf, was ihre Stellung als Alphatier noch mal deutlich gestärkt hat - sie war die Königin ...
Und jetzt - nachdem ihre Babys ausgezogen sind ... jetzt wird auf einaml die andere Katze zur Queen? Verbunden damit vermutlich mehr Aufmerksamkeit durch die Menschen. Die Katze fühlt sich zurück gesetzt, verängstigt und kämpft um ihre Position. Vermutlich wird sie für ihr "unerwünschtes" Verhalten von dir auch noch ausgeschimpft ...
Was diese Katze jetzt braucht, ist ganz viel Aufmerksamkeit und Zuwendig - und Ruhe. Behalte die Trennung bei, bis sich die Mutter wieder einigermaßen erholt hat. Und je nach dem wie extrem das Zusammentreffen der beiden Katzen war, würde ich auch nicht einfach irgendwann wieder die Tür aufmachen und hoffen, dass alle sich freuen. (Dann kann es dir nämlich gut passieren, dass dir die Mutterkatze die andere kurz- und klein prügelt). Im Zweifelsfall würde ich es erst einmal (nach zwei, drei Wochen) mit einer Gittertür probieren. Beobachten, wie beide Katzen reagieren - ggf.zusammen am Gitter füttern (Fressen und Aggression geht niemals gleichzeitig). Und dann vorsichtig sehen, wie die Mutter reagiert, wenn die
BKH an die Babys geht. Es gibt bei Katzen keinen Welpenschutz in dem Sinne - aber die meisten Katzen haben einen gewissen Respekt.
Wenn es aber gar nicht klappen sollte (und ich kann hier nur dringend empfehlen, es nicht x-mal zu probieren und vollkommen vermeidbaren Stress auszulösen) wirst du dich über kurz oder lang von der
BKH trennen müssen. Gerade in einer Zucht, wo immer mal wieder Kitten sind, deren Immunsystem noch im Aufbau ist, geht man sonst unnötige Risiken ein.
Grüße
Nic
Ich hab jetzt nicht soviel Ahnung, aber ist es üblich, dass Züchter zwei Rassen zur selben Zeit züchten?
.... ganz anderes Thema .... Also, ich sag mal so: wenn man eine Zucht ordentlich, seriös und mit einem ernstzunehmenden
Zuchtziel betreibt, braucht man eine bestimmte Anzahl von Katzen um vorwärts zu kommen. Jeder Züchter hat hier nach oben eine Grenze (weil es sonst nicht mehr zu händeln ist). Wenn man aber nicht nur Katzen einer Rasse hat - sondern im Grunde zwei Zuchten gleichzeitig betreibt .... nun ja - das ist jetzt eher was für jemanden, der eben eher als Liebhaber Tiere angeschafft hat und süße Babys produziert. Das kann durchaus mit aller notweniger Sorgfalt und Vorsorge passieren - aber trotzdem muss jedem klar sein, dass wenn man seine ganze Energie in EIN Projekt steckt, mehr dabei rumkommt, als wenn man es auf zwei Projekte aufteilt .... aber möglicherweise steckt ja auch etwas anderes dahinter ....