Au weia, da habt ihr aber jede Menge Konfliktpotential abzuarbeiten und dein Freund hat noch eine ganz steile Lernkurve vor sich. Das sind wirklich erschwerte Bedingungen.

Ich schreibe mal ganz spontan, was ich über diese ganze Situation denke und im Zusammenhang mit Baby-Katzen-Hund-Alltag was ich dir schon im ersten (anderen) Thread empfehlen wollte, und du pickst dir einfach heraus, was dir gefällt und was nicht.
Zu deinem Freund kann ich nur sagen: Entweder du trennst dich, ziehst aus und verdrängst das Ganze erst einmal, oder ihr bleibt zusammen und du verdrängst trotzdem ein ganzes Stück davon - fürs Erste. Denn ich sehe da so viel Konfliktpotential - das kann man nicht in einigen Monaten abarbeiten. "Pick your fights" ist das, was man mir immer wieder ans Herz gelegt hat (inklusive Therapeuten) und was ich leider nur schwer umsetzen kann; d.h. ich spreche hier aus negativer Erfahrung heraus. Wenn es so viele Themen gibt, an denen man sich reibt, bei denen immer wieder Streit eskaliert oder wo man wütend wird und alles runter schluckt, muss man im Sinne eines besseren Zusammenlebens nur diejenigen Themen auswählen, die entweder erfolgversprechend sind, also wo man mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Lösung erreichen kann oder diejenigen Themen, die eine Conditio sine qua non beinhalten. So eine unabdingbare Bedingung wäre z.B. dass die Arbeiter bei der Weinlese nicht mehr nebenan einquartiert werden und euer Bad mitbenutzen dürfen. Da würde ich an deiner Stelle meine ganze Energie dafür verwenden, dass dein Freund das auf gar keinen Fall wieder macht. Du hast ein Recht auf ein eigenes Badezimmer, erst recht als Wöchnerin. Weißt du, wie viel man da blutet? *Seufz*, ich habe tatsächlich ganze 6 Wochen durchgeblutet. Massen an Blut! Das war ganz unglaublich. Jede Frau, die eine längere und schmerzhafte Periode hat, weiß auch ein eigenes, sauberes Badezimmer zu schätzen. Erst recht dann in der Wochenbettzeit. Das musst du deinem Freund alles klar machen. Es ist einfach eine Frage der Hygiene, dass das Badezimmer möglichst nur von euch innerfamiliär benutzt wird. Auch das neugeborene Baby sollte in diesen ersten 6 Wochen keinen Kontakt mit wildfremden haben und zwar schon mal gar nicht im eigenen Badezimmer. Diese Arbeiter können alle möglichen Krankheiten anschleppen - oder werden die vorher gründlich getestet? Das wäre für mich ein super wichtiges Thema.
Danach rangiert für mich gleich die Rattenproblematik und alles, was damit zusammenhängt: Freigängerkatzen, die Mäuse und Ratten jagen und fressen haben über kurz oder lang Parasiten: Flöhe - das wäre noch vergleichsweise harmlos - oder alle möglichen Wurmarten. Dann nehme ich mal an, dass eure Katzenklos in der Wohnung sind? Dann werden Wurmeier schneller als man denkt in der Wohnung verteilt.
Meine Katzen haben die leidliche Angewohnheit, überall auf allen Oberflächen Schlitten zu fahren, wenn am Popo etwas juckt - oft ist es dann ein Würmchen, das sich dann auch noch fröhlich hin und her bewegt und kitzelt. Die jungen Katzen hier haben sich das abgeguckt, weil sich schlechte Angewohnheiten immer schnell abgucken, und machen das ebenfalls. Ich habe meine Katzen also schon des Öfteren dabei erwischt, wie sie sich den Popo an diversen Sachen abwischen: Sofa, Sessel, Boden (für die groben Kotspuren), meine Ledertaschen, Stuhlpolster usw. Erwischt man die Katzen einmal dabei, fängt eine umfangreiche Prozedur an: Kot untersuchen lassen (geht bei uns nicht und wenn ich die Würmer sehe, dann erübrigt sich die Untersuchung auch), Wurmkur verabreichen, Katzenklos über mehrere Tage desinfizieren, alles waschen und schrubben und desinfizieren. Aber leider hört es nicht auf, denn das Gedankenkarussell fängt an: Wo sonst könnten sich die Katzen noch den Popo abgewischt haben? Was ist überhaupt noch sauber? Kann man darauf vertrauen, dass das Sofa noch sauber ist? Kann man den Kinderwagen stehen lassen und die Katzen da drin schlafen lassen? Kann man es riskieren, dass ein 3-4 Monate altes Baby Würmer bekommt? Wenn Katzen Würmer haben, bekommen sie meist auch Durchfall. Durchs Barfen wird das Meiste noch abgefedert, aber diejenigen mit einem empfindlichen Darm haben dennoch Durchfall. Nun, spätestens wenn man irgendwann auf dem Küchentisch oder Küchentheke (Herd usw.) Durchfallspuren findet (Langhaarkatzen putzen sich nämlich nicht immer sofort und schleppen die Spuren überall herum), dann verliert man endgültig und für alle Zeiten sein Grundvertrauen, dass sämtliche Oberflächen im Haus einfach so sauber sind. Diese Dinge müssen nicht passieren, aber sie können passieren und das möchte man mit einem Neugeborenen im Haus auf jeden Fall vermeiden. Im Umkehrschluss bedeutet das einfach, dass die Katzen für diese Zeitspanne einfach nicht mehr raus dürfen. Das wiederum heißt, Balkon sichern und die schon von dir genannte Katzenklappe zum Balkon hin installieren. Am besten wäre auch noch, wenn die Katzenklos auf den Balkon gehen könnten. Die Idee habe ich von MacLucky übernommen. Sie haben die Katzenklos draußen stehen und eine Katzenklappe zur Terrasse hin und es funktioniert ganz prima. Leider hatten wir diese Idee nicht, als unser Baby klein war, aber wir wollen demnächst eine Katzenklappe installieren und die KaKlos nach außen verfrachten.
Die Katzenkloproblematik hat mich während der Babyzeit
sehr belastet. Wir haben eine Katzenstreusorte benutzt, die super geklumpt hat, aber ganz ganz feiner Sand war. Die Katzen waren sehr glücklich damit, der Geruch fast nicht vorhanden, ABER sie haben den Sand in den Pfoten überall herumgetragen. Es gab keinen einzigen Tag in über 8 Jahren - so lange haben wir diese Streusorte benutzt -, an dem ich in die Küche gekommen wäre und keine Katzenstreu auf der Küchentheke und dem Küchentisch gefunden hätte. Wir haben erst vor einigen Monaten die Streusorte gewechselt und ich fühle eine nie gekannte Glückseligkeit: endlich keine Katzenstreu auf dem Kochfeld!!! NUR noch Haare.
So, dein Freund hat ja gesagt, dass er dich finanziell unterstützen wollte. Nun, ich finde, das kann er sowohl bei der Balkonsicherung als auch bei der Katzenklappe zeigen und zwar auch tatkräftig, nicht nur finanziell. Wenn er das nicht tut, dann würde ich das trotzdem aus eigener Tasche stemmen oder mir notfalls das Geld leihen oder so. Ich fände es sehr wichtig, dass du diesen ganzen Themenkomplex jetzt angehst und so eine nachhaltige Lösung findest, damit du dir weder für die restliche Schwangerschaft Sorgen um
Toxoplasmose machen, noch für die ersten Monate mit dem Baby eine Wurmplage bei den Katzen befürchten musst.
PS: Wir hatten zwar keine Ratten, die meine Katzen gerne gejagt haben, sondern Kakerlaken. Nicht etwa die kleinen, die man in Dlt. bzw. Mitteleuropa findet. Neeein, hier bei uns gibt es die großen, 4-5cm langen Dinger. Und die übertragen ja bekanntermaßen ebenfalls alle möglichen Krankheiten und Parasiten.