Hallo zusammen,
ich antworte so spät weil sich die Dinge etwas überschlagen haben. Es war ja recht schnell nach Erstellung meines Themas hier klar, dass es kein "Umzugsprotest" ist mit der Unsauberkeit - das war halt nur mein erster Gedanke, weil ich es von vorherigen Umzügen kannte.
Leider wurde Nikkis Zustand gravierend schlechter und er ist im Moment in stationärer Behandlung. Er lag nur noch herum und stand nur noch zum Trinken und für den Klogang auf (mittlerweile aber tatsächlich alles wieder an den rechten Platz - ich wünschte nun, das wäre mein kleinstes Problem gewesen...).
Sonntag ist dann noch ein kleiner Unfall beim Fellknoten entfernen passiert - die Haut ist aufgerissen und es gab eine Wunde. Es hat nicht geblutet, aber trotzdem Haut ganz schön tief weg, ich hab mich total erschrocken und dachte ich hätte ihn versehntlich geschnitten! Die Tierärztin meinte aber, es sieht nicht aus wie ein Schnitt, wahrscheinlich ist die Haut einfach komplett gerissen. Es war nicht so schlimm wie es aussah, und wurde mit Hautkleber geklebt und ich durfte ihn wieder mitnehmen. (Klammern ging nicht, da Gefahr einer Blutung.)
Sein Zustand, der zum Zeitpunkt des Unfalls am Sonntag aber schon beginnend schlechter war, wurde aber nicht besser und am Montag wollte er gar nicht fressen außer ein bisschen Soße. Dienstag hab ich dann eine magere Hühnerbrust in Wasser gekocht und ihn Stückchenweise gefüttert. So hab ich Gott sei Dank eine ganze Hühnerbrust in ihn reingekriegt über den Tag verteilt. Trotzdem wirkte er sehr schlapp und es erforderte viel Geduld und Überredungskunst, ihn zu füttern. (Bitte keine Diskussionen darüber, wie gesund pure Hühnerbrust ist - er ist wie gesagt nierenkrank, ich war froh dass er überhaupt irgendwas gefressen hat.)
Mittwoch dann zum Arzt. Nierenwerte waren wieder gestiegen (dabei waren sie bei der letzten Untersuchung vor ca 7 Wochen so niedrig wie schon lange nicht mehr...), insbesondere Harnstoff war so hoch, dass es gar nicht mehr auf der Skala angezeigt wurde. Außerdem erhöhte Entzündungswerte und stark dehydriert. Gewicht nur noch 2,5 kg (Vor 7 Wochen bei der letzten Kontrolle: 2,85 kg. Früher als er gesund war: 3,5 kg) Ultraschall von Niere und Darm wurde auch gemacht. Man sah natürlich die weit fortgeschritteten Niereninsuffizienz auf dem Bild - aber leider Gottes kam im Darm noch was dazu: jede Menge sehr große Lymphknoten. Die Ärztin meinte sowas kann entweder IBD sein oder tumorös - sie fürchtet so wie das aussah allerdings eher tumorös. Sie erklärte mir, dass man zwar eine Biopsie machen könne, aber dafür müsse er ja wieder unter Vollnarkose, was bei den Nierenwerten immer ein Risiko ist. Und selbst wenn man feststellt, dass es Tumore sind, sagte sie, mit seinen kaputten Nieren würde er eine Chemo nicht mehr schaffen, auch wenn es die Möglichkeit thereotisch gäbe.
Er wurde wie gesagt nun stationär aufgenommen 3 Tage Infusion, in der Hoffnung, dass die Nierenwerte sich noch mal etwas verbessern und sein Befinden besser wird. Falls das der Fall sein sollte, wäre der nächste Schritt Cortison. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das das Mittel der Wahl bei einer Darmentzündung. Mir wurde aber deutlich gesagt, es geht jetzt eigentlich nur noch darum, Symptome zu lindern und zu schauen, wie lang es ihm noch gut geht. Letztendlich ist es aber nur noch eine Frage der Zeit...
Lange Rede, kurzer Sinn, ich bin ziemlich fertig und habe sehr viel geweint (und tue es schon wieder). Er ist erst 10 geworden im September. Mein vorheriger Kater war nur 6 (HCM). Ich habe langsam das Gefühl es soll mir nicht gegönnt sein, ein Tierchen zu haben mit langem, gesundem Leben. Ich bitte davon abzusehen, im Moment nach den genauen Werten zu fragen - diese bekomme ich erst morgen, wenn ich ihn abhole - oder auch nicht. Es entscheidet sich nun anhand von seinem Zustand, ob er noch eine Weile bei mir bleiben darf, oder ob es schneller vorbei sein wird als gedacht.
Zu allem Überfluss will auch meine andere Katze seit gestern kaum noch fressen. Sie liegt zwar auch viel herum, aber wenn ich sie zum Spielen animiere, spielt sie schon mit, sie wirkt auch aufgeweckt und schnattert wie gewohnt mit mir - sie wirkt nicht krank auf mich, womöglich aber merkt sie einfach, dass etwas nicht stimmt?
Ich würde mich über ein paar tröstende Worte von Gleichgesinnten freuen... Woran merkt man, wann es soweit ist, sein Schätzchen gehen zu lassen? Letzte Woche hatte ich trotz seiner Plattheit nicht den Eindruck, dass es schon so weit wäre. Das Hühnchen hat er ja gefressen und er wirkte auch so als wolle er weiterkämpfen. Beim Tierarzt war es ganz schrecklich, ihn dalassen zu müssen, er hat sein Köpfchen in meine Armbeuge gesteckt und wollte nicht weg. Ich habe oft gehört, man spürt es, wenn es soweit ist und man merkt es den Katzen auch an. Aber diesen Eindruck habe ich überhaupt nicht. Bisher musste ich diese Entscheidung noch nie treffen. Mir graust ganz fürchterlich davor...