Uff. Geschichte mit guten Ausgang.
Die Katerlinge dürfen sich z.Z. am Freigang erproben. Mit Flori funktioniert es super, er kommt nach 1-11/2h brav zurück. Ollie… nun ja, was zu Beginn noch gut funktionierte, auf einmal war er dann weg. Ganz weg. Wurde nicht mehr gesehen, ließ sich nicht locken. War über Nacht weg.
Ich war schon am verzweifeln, meine Kraft, mein Nervenkostüm ist gerade sowieso nicht gut. Taskali riet mir die Nerven zu behalten und etwas Futter für ihn hinzustellen.
Was soll ich sagen? Es hat geklappt!
Zwar hat die Katzenklingel mich gegen 4.00 Uhr morgens hochschrecken lassen, aber das war es natürlich wert. Ollie ist wieder da, er hat es verstanden und alles ist gut. Zumindest dieser Teil meines Lebens.
Ich erzähle mal kurz, was mein Leben momentan so schwer macht. Hier sind alle so lieb und emphatisch, ich habe von euch so viel Zuspruch erfahren.
Mein Sohn hat sich im Februar vermutlich das Leben genommen. Er muss schwer psychisch erkrankt gewesen sein, das haben wir alle leider nicht rechtzeitig erkannt. Und leider, leider hat er sich uns nicht geöffnet und seinen wahren Zustand meisterlich verborgen. Das ist wohl unglücklicherweise wohl auch sehr typisch bei dieser Art der Erkrankung.
Es reißt und zerrt in meinem Herzen und ich kämpfe dagegen an, damit ich nicht zerbreche.
Die Fellnasen sind mir dabei meine schwarze und meine rote Sonne, die mich liebevoll begleiten und mir die Kraft geben weiter zu leben. Zu überleben. Kraft für den kommenden Atemzug, den nächsten und wieder den nächsten.
Die Beisetzung steht noch an, es wird unglaublich schwer werden. Ich begleite nicht nur mein einziges Kind in die Erde, ich stehe auch der ganzen Familie gegenüber, die ich 30 Jahre als „meine Familie“ betrachtet habe. Die mir aber zum Großteil kaltherzig gezeigt hat, dass sie so nicht empfinden.
Das letze Jahr hat mir so sehr viel abverlangt. Krebs, OP, Chemotherapie, in der Krankheit schon seit Beginn von meinem Mann im Stich gelassen. Dann machte er direkt 1 Woche nach meiner OP alleine Urlaub - und betrog mich sofort mit einer Reisebekanntschaft. Mein Auszug aus dem gemeinsamen Haus, das Ankommen und neu sortieren hier im wunderschönen, nördlichen Umland von Berlin. Alleine durch die Behandlung der Krebserkrankung, die sich selber wie eine Krankheit anfühlt, das Ver- und Umsorgen meines hochaltrigen Vaters.
Der erschreckende und entsetzliche Tot meines einzigen Kindes.
Manchmal frage ich mich, warum ich noch nicht implodiert oder explodiert bin.
Ich weiß es nicht und mache einfach weiter. Und Flori und Ollie helfen mir gewaltig dabei.