Tierärztliche Ernährungsberatung

Diskutiere Tierärztliche Ernährungsberatung im Allgemeine Ernährung Forum im Bereich Katzenfutter; Hallo zusammen, ich habe vor ein paar Wochen aufgrund der Verdauungsproblematik unseres Fienchens (Verdacht auf IBD) eine tierärztliche...
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #1
Vitellia

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Hallo zusammen,

ich habe vor ein paar Wochen aufgrund der Verdauungsproblematik unseres Fienchens (Verdacht auf IBD) eine tierärztliche Ernährungsberatung in Anspruch genommen. Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen auch von Interesse. Was ich nicht tun werde, ist, konkrete Zahlen zu benennen. Die Futterpläne sind wirklich individuell auf die einzelne Katze abgestimmt und nicht unbedingt 1:1 übertragbar.

Der Ausgangspunkt war ein Fienchen mit chronischem Durchfall und gelegentlicher Kotzerei. Durch eine Umstellung auf mageres Känguru-Muskelfleisch mit Fertigsupplement hatten wir beim Output bereits vor der Beratung eine positive Tendenz in Gang gesetzt. Ziel der Beratung war es nun, die Verdauungsprobleme weiter in den Griff zu bekommen. Außerdem soll Fienchen noch zunehmen. Sie bekommt derzeit Prednisolon (2,5 mg alle 2 Tage).

Vor der Beratung musste ich erst einmal einen ausführlichen Fragebogen zu meiner aktuellen Fütterung ausfüllen. Anhand dessen wurde dann berechnet, wie gut die Katze mit den einzelnen Nährstoffen versorgt ist, wo Verbesserungsbedarf besteht, aber auch ihr Energiebedarf analysiert. Es wurde quasi geschaut, wie der durchschnittliche Bedarf einer Katze der gleichen Gewichtsklasse aussieht und wie meine Katze dazu im Vergleich abschneidet. Bei Fienchen etwa kam raus, dass sie im Vergleich zu anderen Katzen mit ihrem Gewicht einen überdurchschnittliche hohen Energiebedarf hat.

Mir wurde dann während der Beratung ausführlich erklärt, an welchen Stellschrauben man so drehen kann, um die Fütterung auf Fienchens Bedürfnisse hin zu optimieren. Dabei wurde aber auch die Alltagstauglichkeit nicht außer Acht gelassen. Da unsere Fütterung alles in allem bedarfsdeckend war (mit manchem war Fienchen sogar eher zu gut versorgt), konnten wir sie im Grunde so lassen und haben nur ein paar Anpassungen vorgenommen. (Übrigens wird zu jeder Fütterungsform beraten, ob Barf, Nass oder Trocken).

Zwei Infos, die ich erhalten habe, sind dabei vielleicht auch allgemein ganz interessant:

1) Wir haben ja aufgrund des Barfs einen recht hohen Fleisch- bzw. Proteinanteil in unserem Futter. Und laut TÄ kann auch ein (zu) hoher Proteingehalt durchaus auch Verdauungsprobleme machen (wobei Katzen natürlich eine höhere Proteintoleranz haben als Hunde). Seitdem sehe ich die Aussage "der Fleischgehalt sollte immer möglichst hoch sein" mit etwas anderen Augen. (Fun Fact: Selbst mit etwas reduzierter Fleischmenge liegt Fienchen mit der aktuellen Ration immer noch bei fast 300% des Bedarfs).

2) Auch wenn im Blutbild die Bauchspeicheldrüsenwerte wie der TLI in Ordnung sind (wie es bei Fienchen der Fall war), kann es sein, dass gerade bei IBD-Patienten das Pankreas trotzdem nicht ausreichend arbeitet. Dass die Enzyme, die wir damals gegeben haben, keine Wirkung zeigten, kann daran gelegen haben, dass es Kautabletten und kein Pulver waren. Mit Pulver haben die TÄ wohl bessere Erfahrungen gemacht, vorausgesetzt, es wird korrekt angewandt. Wir behalten einen erneuten Versuch mit Enzymen also mal im Hinterkopf.

Nach der Beratung habe ich dann noch einen ausführlichen Plan an die Hand bekommen, der die einzelnen Schritte der Futterumstellung auch noch mal aufführte. Dabei soll ich Schritt für Schritt immer eine Komponente zum Futter dazu geben und jeder Komponente etwa 2 Wochen Zeit geben, um zu schauen, ob sie sich positiv oder negativ auswirkt (ich muss zugeben, dass ich nicht immer die ganzen 2 Wochen abgewartet habe). So kann man dann besser sehen, ob etwas ggf. nicht vertragen wird als wenn man 3 Mittelchen auf einmal in die Katze schüttet.
Bei allen Komponenten (auch so Dingen wie Zellulose oder FSSP) sind die limitierenden Faktoren: "Verträgt die Katze es (und in welcher Menge)?" und "Frisst die Katze es?"

Wir haben bspw. ganz einfach mit Futterzellulose angefangen, um den Output weiter zu verbessern (Alternative wären Flohsamenschalen gewesen), was ziemlich gut funktioniert hat. Dann hatten wir die Prednisolon-Dosis gesenkt und beobachtet, welche Auswirkungen das so hat.

Da wir den Protein- und Phosphatgehalt senken wollen, Fienchen aber auf zu viel Fett empfindlich reagiert (was eigentlich meine erste Stellschraube wäre, wenn Katz zunehmen soll), kamen dann tatsächlich Kohlenhydrate ins Spiel, um Energie ins Futter zu bekommen. D. h. es wurde der Fleischanteil gesenkt und stattdessen KH mit ins Futter integriert. Ich hatte es erst mit Reis- bz. Haferflocken versucht (Menge wieder allmählich gesteigert), bin dann aber auf Kartoffeln umgeschwenkt (und vermeide nun zur Sicherheit Getreide im Futter).
Aktuell teste ich, wie gut sie Lachsöl verträgt und werde demnächst mal Pferd statt Känguru versuchen.

Alles in allem geht es Fienchen mit der angepassten Ration so gut wie lange nicht mehr. Manche Experimente wurden nicht so gut vertragen (z. B. Reinfleischdose Känguru, wahrscheinlich aufgrund des höheren Fettgehalts, oder ein erneuter Versuch mit hydrolisiertem Trockenfutter - da habe ich die Reisstärke in Verdacht). Aber ich habe jetzt quasi eine "Basis-Ration", die gut vertragen wird und mit der sich der Output eigentlich immer recht schnell wieder einpendelt.

Ich habe mir dann gleichzeitig auch noch einen Plan für Willy - der abnehmen muss - erstellen lassen. Der bekommt erstmal das gleiche Fleisch wie Fienchen, allerdings natürlich keine KH ins Futter (das wäre kontraproduktiv), sondern stattdesssen sehr viel Füllstoff in Form von Gemüse (Möhrchenbrei) und Futterzellulose (ganz ehrlich hätte ich mich ohne Beratung nicht getraut, derart viel Gemüse dazuzugeben). Aber es scheint zu funktionieren, er hat jetzt schon gut 500 g abgenommen und ist ein gutes Stück agiler.

Sally, die ja keinerlei futterbezogene Baustellen hat, haben wir an Willys Ration mit drangehängt, nur eben mit weniger Gemüse. Die gleicht aber ihre Ration auch mit selbstgefangener Maus aus.

Allgemein kann man sagen, dass manche Dinge anders gehandhabt werden, als sie oft in Foren weitergegeben werden, ohne dass die Fütterung nun total auf den Kopf gestellt wird. Wie gesagt, erstmal wird keine Fütterungsform "verdammt". Unterschiede sind etwa, dass kein AYCE vorgesehen ist, dass ggf. auch Kohlenhydrate gezielt zum Einsatz kommen und dass viel Abwechslung als nicht unbedingt notwendig erachtet wird, solange die Ration bedarfsgerecht ist (und bei IBD-Katzen ist zu viel Wechsel oft ohnehin kontraproduktiv).
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #2
Danke für den ausführlichen und informativen Bericht über die Ernährungsberatung für Katzen. Schön, dass die Nahrungsumstellung Fienchen gut hilft und dass auch Willy und Sally mit ihrer Nahrungsumstellung gut klar kommen.

Für mich waren interessante Punkte dabei, aber die Problematik ist bei Momo natürlich anders, weil es bei ihm ja um Nahrungsmittel-Allergien geht und nicht um IBD. Dass sowohl bei IBD als auch bei allergischen Reaktionen nicht alle Nahrungstipps, die in Foren propagiert werden, passen können, ist klar. Da ist so eine tierärztliche Beratung sicherlich hilfreich. Wobei ich meinem eigenen Tierarzt zwar bei medizinischen Fragen sehr vertraue, aber beim Thema Ernährung ist er vermutlich nicht der richtige Fachmann.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #3
Hallo zusammen,

ich habe vor ein paar Wochen aufgrund der Verdauungsproblematik unseres Fienchens (Verdacht auf IBD) eine tierärztliche Ernährungsberatung in Anspruch genommen. Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen auch von Interesse. Was ich nicht tun werde, ist, konkrete Zahlen zu benennen. Die Futterpläne sind wirklich individuell auf die einzelne Katze abgestimmt und nicht unbedingt 1:1 übertragbar.

Der Ausgangspunkt war ein Fienchen mit chronischem Durchfall und gelegentlicher Kotzerei. Durch eine Umstellung auf mageres Känguru-Muskelfleisch mit Fertigsupplement hatten wir beim Output bereits vor der Beratung eine positive Tendenz in Gang gesetzt. Ziel der Beratung war es nun, die Verdauungsprobleme weiter in den Griff zu bekommen. Außerdem soll Fienchen noch zunehmen. Sie bekommt derzeit Prednisolon (2,5 mg alle 2 Tage).

Vor der Beratung musste ich erst einmal einen ausführlichen Fragebogen zu meiner aktuellen Fütterung ausfüllen. Anhand dessen wurde dann berechnet, wie gut die Katze mit den einzelnen Nährstoffen versorgt ist, wo Verbesserungsbedarf besteht, aber auch ihr Energiebedarf analysiert. Es wurde quasi geschaut, wie der durchschnittliche Bedarf einer Katze der gleichen Gewichtsklasse aussieht und wie meine Katze dazu im Vergleich abschneidet. Bei Fienchen etwa kam raus, dass sie im Vergleich zu anderen Katzen mit ihrem Gewicht einen überdurchschnittliche hohen Energiebedarf hat.

Mir wurde dann während der Beratung ausführlich erklärt, an welchen Stellschrauben man so drehen kann, um die Fütterung auf Fienchens Bedürfnisse hin zu optimieren. Dabei wurde aber auch die Alltagstauglichkeit nicht außer Acht gelassen. Da unsere Fütterung alles in allem bedarfsdeckend war (mit manchem war Fienchen sogar eher zu gut versorgt), konnten wir sie im Grunde so lassen und haben nur ein paar Anpassungen vorgenommen. (Übrigens wird zu jeder Fütterungsform beraten, ob Barf, Nass oder Trocken).

Zwei Infos, die ich erhalten habe, sind dabei vielleicht auch allgemein ganz interessant:

1) Wir haben ja aufgrund des Barfs einen recht hohen Fleisch- bzw. Proteinanteil in unserem Futter. Und laut TÄ kann auch ein (zu) hoher Proteingehalt durchaus auch Verdauungsprobleme machen (wobei Katzen natürlich eine höhere Proteintoleranz haben als Hunde). Seitdem sehe ich die Aussage "der Fleischgehalt sollte immer möglichst hoch sein" mit etwas anderen Augen. (Fun Fact: Selbst mit etwas reduzierter Fleischmenge liegt Fienchen mit der aktuellen Ration immer noch bei fast 300% des Bedarfs).

2) Auch wenn im Blutbild die Bauchspeicheldrüsenwerte wie der TLI in Ordnung sind (wie es bei Fienchen der Fall war), kann es sein, dass gerade bei IBD-Patienten das Pankreas trotzdem nicht ausreichend arbeitet. Dass die Enzyme, die wir damals gegeben haben, keine Wirkung zeigten, kann daran gelegen haben, dass es Kautabletten und kein Pulver waren. Mit Pulver haben die TÄ wohl bessere Erfahrungen gemacht, vorausgesetzt, es wird korrekt angewandt. Wir behalten einen erneuten Versuch mit Enzymen also mal im Hinterkopf.

Nach der Beratung habe ich dann noch einen ausführlichen Plan an die Hand bekommen, der die einzelnen Schritte der Futterumstellung auch noch mal aufführte. Dabei soll ich Schritt für Schritt immer eine Komponente zum Futter dazu geben und jeder Komponente etwa 2 Wochen Zeit geben, um zu schauen, ob sie sich positiv oder negativ auswirkt (ich muss zugeben, dass ich nicht immer die ganzen 2 Wochen abgewartet habe). So kann man dann besser sehen, ob etwas ggf. nicht vertragen wird als wenn man 3 Mittelchen auf einmal in die Katze schüttet.
Bei allen Komponenten (auch so Dingen wie Zellulose oder FSSP) sind die limitierenden Faktoren: "Verträgt die Katze es (und in welcher Menge)?" und "Frisst die Katze es?"

Wir haben bspw. ganz einfach mit Futterzellulose angefangen, um den Output weiter zu verbessern (Alternative wären Flohsamenschalen gewesen), was ziemlich gut funktioniert hat. Dann hatten wir die Prednisolon-Dosis gesenkt und beobachtet, welche Auswirkungen das so hat.

Da wir den Protein- und Phosphatgehalt senken wollen, Fienchen aber auf zu viel Fett empfindlich reagiert (was eigentlich meine erste Stellschraube wäre, wenn Katz zunehmen soll), kamen dann tatsächlich Kohlenhydrate ins Spiel, um Energie ins Futter zu bekommen. D. h. es wurde der Fleischanteil gesenkt und stattdessen KH mit ins Futter integriert. Ich hatte es erst mit Reis- bz. Haferflocken versucht (Menge wieder allmählich gesteigert), bin dann aber auf Kartoffeln umgeschwenkt (und vermeide nun zur Sicherheit Getreide im Futter).
Aktuell teste ich, wie gut sie Lachsöl verträgt und werde demnächst mal Pferd statt Känguru versuchen.

Alles in allem geht es Fienchen mit der angepassten Ration so gut wie lange nicht mehr. Manche Experimente wurden nicht so gut vertragen (z. B. Reinfleischdose Känguru, wahrscheinlich aufgrund des höheren Fettgehalts, oder ein erneuter Versuch mit hydrolisiertem Trockenfutter - da habe ich die Reisstärke in Verdacht). Aber ich habe jetzt quasi eine "Basis-Ration", die gut vertragen wird und mit der sich der Output eigentlich immer recht schnell wieder einpendelt.

Ich habe mir dann gleichzeitig auch noch einen Plan für Willy - der abnehmen muss - erstellen lassen. Der bekommt erstmal das gleiche Fleisch wie Fienchen, allerdings natürlich keine KH ins Futter (das wäre kontraproduktiv), sondern stattdesssen sehr viel Füllstoff in Form von Gemüse (Möhrchenbrei) und Futterzellulose (ganz ehrlich hätte ich mich ohne Beratung nicht getraut, derart viel Gemüse dazuzugeben). Aber es scheint zu funktionieren, er hat jetzt schon gut 500 g abgenommen und ist ein gutes Stück agiler.

Sally, die ja keinerlei futterbezogene Baustellen hat, haben wir an Willys Ration mit drangehängt, nur eben mit weniger Gemüse. Die gleicht aber ihre Ration auch mit selbstgefangener Maus aus.

Allgemein kann man sagen, dass manche Dinge anders gehandhabt werden, als sie oft in Foren weitergegeben werden, ohne dass die Fütterung nun total auf den Kopf gestellt wird. Wie gesagt, erstmal wird keine Fütterungsform "verdammt". Unterschiede sind etwa, dass kein AYCE vorgesehen ist, dass ggf. auch Kohlenhydrate gezielt zum Einsatz kommen und dass viel Abwechslung als nicht unbedingt notwendig erachtet wird, solange die Ration bedarfsgerecht ist (und bei IBD-Katzen ist zu viel Wechsel oft ohnehin kontraproduktiv).
Danke für deinen ausführlichen und sehr informativen Bericht.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #4
Danke für den ausführlichen und informativen Bericht über die Ernährungsberatung für Katzen. Schön, dass die Nahrungsumstellung Fienchen gut hilft und dass auch Willy und Sally mit ihrer Nahrungsumstellung gut klar kommen.

Für mich waren interessante Punkte dabei, aber die Problematik ist bei Momo natürlich anders, weil es bei ihm ja um Nahrungsmittel-Allergien geht und nicht um IBD. Dass sowohl bei IBD als auch bei allergischen Reaktionen nicht alle Nahrungstipps, die in Foren propagiert werden, passen können, ist klar. Da ist so eine tierärztliche Beratung sicherlich hilfreich. Wobei ich meinem eigenen Tierarzt zwar bei medizinischen Fragen sehr vertraue, aber beim Thema Ernährung ist er vermutlich nicht der richtige Fachmann.

Nun, unsere normalen Haustierärzte würde ich zu den Thema auch nicht unbedingt konsultieren. Das war schon eine auf Ernährung spezialisierte Tierärztin. Die sich nach ihrem Veterinärstudium dann in dem Bereich weitergebildet hat (dafür sagt sie dann aber auch ganz klar, dass sie "klinische" Themen (z. B. Anpassung der Kortisondosis etc). dann ihren entsprechenden Kolleg*innen überlässt, weil sie sich eben voll auf das Thema Ernährung konzentriert.

Die Vorgehensweise ist wissenschaftsbasiert, was ich ja befürworte und erstmal auch ein bisschen mathematisch, trotzdem wird immer auf die individuelle Katze und ihre Bedürfnisse geschaut. Zum Beispiel wird bei der Futtermenge nicht nur gesagt: "Ah, Katze wiegt XY Kilo? Dann braucht sie YX g Futter pro Tag." Sondern wirklich geschaut, was diese eine Katze braucht. Wir haben deswegen Fienchens Futtermenge auch noch mal nach oben korrigiert, weil sie sonst nicht ausreichend zunimmt. Vieles ist tatsächlich auch Trial and Error, nur halt strukturierteres Trial and Error. 😅

Ich habe es gerade nicht auf dem Schirm - Hat Momo wirklich Allergien (und weißt du, wogegen?), was dann ja in der Regel eine Allergie gegen eine bestimmte Proteinsorte ist, oder eher Unverträglichkeiten, was dann auch Dinge wie Bindemittel, Zusatzstoffe, zu viel Innereien, Getreide und was weiß ich alles beinhalten kann.

IBD geht ja oft mit Futtermittelunverträglichkeiten einher. Was ich bei Fienchen auch vermute, neben einer ziemlich niedrigen Fett-Toleranz. Das war auch der Grund, warum ich - schon vor der Beratung - auf Barf umgestiegen bin, weil sie das vom ("normalen") Tierarzt empfohlene hydrolisierte Trockenfutter so gar nicht vertrug (heute vermute ich, dass das entweder an dem recht hohen Fettgehalt lag oder aber an der Reisstärke, die oft in diesen Futtern enthalten ist. Denn bei einem Test mit Reisflocken letztens hatte ich das Gefühl, dass die ihr recht schwer im Magen liegen. Kartoffel wird deutlich besser vertragen). Barf aus dem Grund, weil ich da einfach die beste Kontrolle habe, was ins Futter kommt.

Das heißt, die Vorgehensweise, der ich jetzt folge, ist durchaus eine, die auch bei Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien zum Einsatz kommen kann. Im Prinzip mache ich ja einfach auch nur eine Ausschluss- bzw. Provokationsdiät.

Die Krux ist halt, erstmal ein Futter zu finden, das vertragen wird und auf dem man dann aufbauen kann. Da hatte ich mit meiner Entscheidung, Känguru zu nehmen, auch etwas Glück, denn das war keine gänzlich unbekannte Proteinquelle (wie es für AD immer empfohlen wird). Aber es erschien mir risikoärmer als die üblichen Verdächtigen Huhn/Geflügel oder Rind. (Da ich heute, wie gesagt, eher von einer Unverträglichkeit ausgehe, bin ich durchaus geneigt, noch mal einen Versuch mit Huhn oder Pute zu starten, was ich bisher vermieden habe).
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #5
Übrigens hat unser Willy auch schon ca. 500 g abgenommen seit Beginn seiner Diät. Und das ohne uns die Bude auseinanderzunehmen. Derzeit stagniert es etwas, aber jetzt im Winter finde ich das ok. Im Frühjahr kann es dann mit frischem Elan weiter gehen.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #6
Ich habe es gerade nicht auf dem Schirm - Hat Momo wirklich Allergien (und weißt du, wogegen?), was dann ja in der Regel eine Allergie gegen eine bestimmte Proteinsorte ist, oder eher Unverträglichkeiten, was dann auch Dinge wie Bindemittel, Zusatzstoffe, zu viel Innereien, Getreide und was weiß ich alles beinhalten kann.
Momo hat tatsächlich Allergien und zum Glück liegt mir mittlerweile auch das Testergebnis vor, so dass ich seine Ernährung umstellen konnte. Er bekommt als Frischfleisch und im Nassfutter derzeit nur noch Pute, das Trockenfutter für ihn ist jetzt das Insektenproteinfutter von Vetconcept. Das klappt zum Glück prima, er frisst (erstaunlicher Weise) das meiste, was ich ihm anbiete (vorher war er viel mäkeliger als jetzt), seine Wunden an Rücken und Kopf heilen zum Glück ab und der Juckreiz ist verschwunden.

Worauf er allergisch reagiert, kann man hier sehen.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #7
Das klingt doch super. Hier war es auch so eine Erleichterung, als ich endlich ein Futter gefunden hatte, dass sie verträgt.
Als Trockenfutter/Leckerli gibt es hier Vet Concept: Cat Allergy Forelle. Das scheint Fienchen zumindest in kleinen Mengen zu vertragen.

Fienchen ist übrigens auch nicht mehr so mäkelig eher das Gegenteil. Ich denke mal, das liegt zum einen am Kortison ubd zum anderen Katz wahrscheinlich mehr Lust zu fressen, wenn der Bauch nicht dauernd zwickt.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #8
Danke das du deine Erfahrungen mit uns teilst. Das ist sehr interessant zu lesen und ermutigt vielleicht auch andere Personen den Schritt zur Ernährungsberatung zu gehen.

Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg mit dem Ernährungsplan.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #9
Ich hatte tatsächlich sehr lange überlegt, ob ich das mache. War den Tierärztinnen aber schon länger auf Instagram gefolgt und hatte den Podcast gehört. Da hatte ich dann schon gemerkt, dass unsere Ansichten in Sachen Futter recht ähnlich sind.

Dann habe ich ein kostenfreies Kennenlerngespräch gebucht, was mich dann schließlich überzeugt hat. Ohne dass ich das Gefühl hatte, man will mir was aufschwatzen.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #10
Das ist super. Ich denke die Kosten sind auch ein großer Grund keine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen. Wenn man sich jedoch von einem kostenlosen Gespräch erstmal von der Sinnhaftigkeit, den Möglichkeiten und der Kompetenz der Ärztin informieren kann, hilft das eine Entscheidung zu treffen.


Ich habe bisher immer nur von einer Tierklinik in München gehört, die wohl deutschlandweit beraten sollen und gut sein sollen. Auf den sozialen Netzwerken habe ich jedoch noch nichts gesehen
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #11
Etwas (sehr) verspätet:

Ich habe die Beratung bei "Die Futtertierärztin" gemacht. Das Team ist auf jeden Fall auf Instagram, hat eine eigene Website und einen Podcast, sind auf Social Media also gut vertreten.

Mir war wichtig, dass es ein wissenschaftlicher, veterinärmedizinischer Ansatz ist und nicht jemand, der mal eben 2 Wochenendkurse belegt hat (Ernährungsberaterin kann sich ja prinzipiell jede nennen).

Auch wenn letztendlich auch die EB unserem Fienchen nur vorübergehend helfen konnte. Gegen ein Lymphom ist man am Ende halt ziemlich machtlos.

Aber ich nutze die Erkenntnisse aus der Beratung jetzt weiter für Willys Gewichtsmanagement.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #12
Von denen habe ich bisher noch nicht gehört. Aber man lernt nie aus😉

Und wenn es zumindest einem Tier hilft, hat sich alles schon gelohnt.

Ich weiß nicht ob ich es es schon mal geschrieben habe, aber die Klinik München soll bei der Futterberatung sehr gut sein. Sie beraten mit Diagnosen vom eigenen Tierarzt meines Wissens auch über Fernberatung.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #13
Ich habe die Beratung bei "Die Futtertierärztin" gemacht. Das Team ist auf jeden Fall auf Instagram, hat eine eigene Website und einen Podcast, sind auf Social Media also gut vertreten.
Hast du bitte einen Link für uns?
Denke, dass dies auch für andere interessant sein könnte insbesondere im Bezug Krankheit und Ernährung.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #15
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #16
Beide haben auch einen Podcast, wo man sich ganz gut einen Eindruck verschaffen kann. Wobei die Futtertierärztin schon hauptsächlich auf Hunde eingeht. Es werden aber auch immer Unterschiede zwischen Katze und Hund genannt.
(Allgemein sind Hunde wohl die etwas einfacheren Patienten bei Ernährungsdingen)
Das wäre somit für mich auch interessant, denn mein Hund Finnley hat ja auch Futtermittel-Allergien und -Unverträglichkeiten. Gerade die hohe Proteinmenge, die er zu sich nimmt, macht mir auch etwas Sorgen. Er bekommt Känguru-Monoprotein-Nassfutter mit Kürbis, getrocknetes Känguru oder Straußenfleisch (und -Knochen) als Leckerlis und einen Apfel oder eine halbe Banane pro Tag. Ich gebe ihm noch Heilerde ins Futter, er scheint das Futter insgesamt vom Magen und Darm her gut zu vertragen, aber Juckreiz hat er leider weiterhin.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #17
Das wäre somit für mich auch interessant, denn mein Hund Finnley hat ja auch Futtermittel-Allergien und -Unverträglichkeiten. Gerade die hohe Proteinmenge, die er zu sich nimmt, macht mir auch etwas Sorgen. Er bekommt Känguru-Monoprotein-Nassfutter mit Kürbis, getrocknetes Känguru oder Straußenfleisch (und -Knochen) als Leckerlis und einen Apfel oder eine halbe Banane pro Tag. Ich gebe ihm noch Heilerde ins Futter, er scheint das Futter insgesamt vom Magen und Darm her gut zu vertragen, aber Juckreiz hat er leider weiterhin.
Ich fand es sehr hilfreich, dass ich mir erst über den Podcast bzw auf Insta ein Bild machen konnte und dass es eben ein kostenloses Kennenlerngespräch gibt. Was ich da auch gut fand, ist, dass dort klipp und klar gesagt wurde, was sie leisten können und was nicht.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #18
Den Podcast von Rebecka Huhmann- "Wissenschaftlich-Ganzheitlich" habe ich übrigens erst vor Kurzem entdeckt.

Da gibt immer auch wieder Katzen-spezifische Folgen.

Die gibt es bei der Futtertierärztin auch, aber nicht sooo häufig.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #19
Kleines Update:

Ich habe jetzt tatsächlich noch mal meine Nassfutterration überprüfen lassen. Einmal, weil es nicht so recht mit der Abnahme vorangehen will und zweitens, weil ich eine Alternative zum Barf wollte (wobei die Barfration prinzipiell gut funktioniert, solange der Fettgehalt nicht zu hoch ist).

Erkenntnis 1: Ich dachte, ich könnte mehr Nassfutter als Barf füttern, das war wohl ein Trugschluss.

Erkenntnis 2: Willy und ich brauchen jetzt starke Nerven, seine Nassfuttermenge wurde noch mal deutlich reduziert (wobei ich mit so viel Gemüse strecken darf wie er mitfrisst )
Immerhin wurde die Trockenfuttermenge nicht auch noch gekürzt. 🙏

Jetzt testen wir uns erstmal durch die empfohlenen Diätfuttermittel durch. Der Plan sind möglichst viele kleine Mahlzeiten pro Tag, davon 4 mit Nassfutter und 2 mit Trockenfutter im Fummelbrett oder zum Klickern etc.

Vielleicht komme ich am Ende aber auch zu dem Schluss, dass die Barfration doch die beste Option ist.
 
  • Tierärztliche Ernährungsberatung Beitrag #20
Danke, dass du nochmal von deinen Erfahrungen berichtest.

Futterumstellungen bei Katzen sind ja wirklich nicht einfach, die Herrschaften können da sehr stur sein. Bei mir gibt es jetzt ja zum Glück keine großen Probleme mit dem Futter (die gab es nur, als Momo noch lebte und auf viele Futtersorten allergisch reagierte). Aber ich finde es schon erstaunlich, wie schnell Katzen (hier Matiz) sich schlechte Futterangewohnheiten abgucken und angewöhnen und wie schwer es umgekehrt ist, Katzen von gutem, gesunden Futter zu überzeugen (das betrifft Peewee).

Dann weiterhin gutes Gelingen bei deinen Umstellungs-Versuchen. 🍀
 
Thema:

Tierärztliche Ernährungsberatung

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