Und genau an diesen Punkt kommen nun die Züchter ins Spiel und führen sich als so eine Art Bewahrer des Einzig-Richtigen auf. Prinzipiell habe ich nichts gegen Zucht. Nur denke ich das auf Dauer schon etwas mehr dazu gehört als etwas Wissen über Genetik, einige Ausstellungen und Zuchtvereine die irgendwelche Schönheitsideale festlegen, woher auch immer sie diese Weisheit haben mögen. :wink:
Und was gehört Deiner Meinung nach noch dazu? Das würde mich doch wirklich sehr interessieren.
Um mal bei Deinem Beispiel Maine Coon zu bleiben, dass genau so auf die Norwegische Waldkatze zutrifft: Ja, es sind im Grunde nur "stinknormale Hauskatzen" - nein, so ganz richtig ist es nicht, denn beide Rassen haben immer in den Wäldern gelebt und haben sich auf Grund ihres sehr geselligen und freundlichen Charakters den Bauernhöfen angenähert und sich mit den Menschen angefreundet. Und da sie auch einem Techtelmechtel mit den ansässigen Hofkatzen nicht abgeneigt waren, drohten sie - zumindest die Norwegischen Waldkatzen - auszusterben. Insofern dienen die Züchter hier tatsächlich als "Bewahrer" der Rassen.
Um noch mal auf die Kosten zurückzukommen, da ja uns Züchtern immer vorgeworfen wird, uns dumm und dämlich an der Zucht zu verdienen: Ja, es ist teuer. Und ja, es ist ein Hobby. Ich weiß zwar, dass es gleich wieder einen Riesenaufschrei ob meines Vergleiches geben wird, aber vielleicht mal ein kleiner Denkanstoss: Wenn einer von euch als Hobby z. B. Möbel baut und es Leute gibt, die begeistern davon sind und gern welche hätten - würdet ihr die verschenken oder würdet ihr euch zumindest die "Materialkosten" erstatten lassen? Nein, ich sehe meine Katzen nicht als "Material" an - bitte nicht wieder (bewusst?) mißverstehen. Aber es ist doch wohl legitim, sich zumindest einen Teil der Kosten erstatten zu lasse3n, oder?
Um mal beim Beispiel "Norwegische Waldkatze" zu bleiben. Es sind in einigen Linien Fälle der Erbkrankheit
HCM aufgetreten. Als Züchter, der als
Zuchtziel hat, gesunde Katzen zu züchten, werde ich meine Tiere in Zukunft schallen lassen. Dieses Schall muss jährlich erfolgen, sowohl bei Katze als auch bei Kater. Jeder Schall kostet ca. € 100,00. Somit verteuern sich meine Wurfkosten schon mal um ca. € 200,00 pro Wurf, gehe ich zum Fremddecken, steigen proportional auch meine Deckgebühren, wenn der Katerhalter dies weitergibt.
Tja, aber ich gebe diese Kosten nicht an meine Kittenkäufer weiter, da € 600,00 für ein Liebhabertier für mich schon eine persönliche Schmerzgrenze darstellen.
Ganz sicher sind die Preise vieler Züchter überzogen. Ich finde z. B. € 800,00 für eine Maine Coon auch nicht gerechtfertigt, aber das ist meine persönliche Ansicht. Aber da regelt die Nachfrage den Preis - auch Hobbys können wirtschaftlichen Faktoren unterliegen. Und ganz sicher sind auch die extrem hohen Preise für Briten in
Silber-
Tabby nicht gerechtfertigt. Eine Silbertabby kostet in der Aufzucht nicht mehr als eine andere
BKH - aber da darf man sich dann bei Whiskas bedanken.....
Und bei sehr seltenen Rassen sind die Zuchtkosten wirklich außergewöhnlich hoch, z. B. weil der
Genpool noch sehr klein ist und ein Züchter daher z. B. immens hohe Kosten für Fremddeckungen hat, weil er um den halben Globus reisen muss, wenn er Inzucht vermeiden will.
Und um es noch einmal in aller Deutlichkeit hervorzuheben. "Die" (also die Züchter) sind nicht diejenigen, die ein alleiniges Recht auf Katzenvermehrung haben. Ich denke, dass habe ich auch schon deutlich genug beschrieben. Und sicherlich kann man auch bei einem Züchter an ein schwarzes Schaf geraten und sicherlich kann man auch bei einem Züchter ein krankes Tier erwerben - aber dafür hat man einen Vertrag und eine gewisse "Garantie", denn auch Züchter unterliegen in gewissen Fällen der Gewährleistungspflicht - auch wenn es sich um Tiere handelt. Leider sieht der Gesetzgeber Tiere immer noch als Sache an.
Und die Chance auf ein gesundes Tier und bestimmte rassetypische Eigenschaften (und genau deswegen entscheide ich mich ja für eine bestimmte Rasse)v ist bei einer seriösen Aufzucht nun einmal ungleich höher als aus irgendwelchen "ich will so gerne mal Katzenbabys haben"-Aktion.
Buffys Schicksal ist kein Einzelfall bei "Billigangeboten".
So - und nun könnt ihr wieder alles gründlichst mißverstehen, wenn ihr wollt. Ich klink mich hier aus - hab noch ein bißchen mehr zu tun.