Hallo
jetzt habe ich den gesamten Thread mal durchgelesen und mir fallen bemerkenswerte ähnlichkeiten zu meiner familiären Situation auf... ist aber schon ein paar Jahre her...
Im nachhinein kann ich den Vorrednern nur zustimmen, was das Thema Auszug betrifft... hat nicht nur meine Depressionen gemindert, sondern auch die Situation mit meiner Mutter mehr als entschärft. Ich habe 400km Distanz geschaffen und zu meiner Mutter mittlerweile ein sehr gutes Verhältnis und rede wieder gern mit ihr, hole mir sogar Rat bei Problemen und lasse sie an meinem Leben teilhaben. (Aber immer nur so weit, wie ich es für richtig halte. Das ist meiner Meinung nach der Schlüssel für ein entspanntes Eltern-Kind-Verhältnis)
Bei meiner Mutter damals durfte ich keine Tiere halten, für sie war alles Viehzeug "stinkend" und "störend", damals habe ich mir dann auf eigene Faust und ohne Zustimmung Hamster und Meerschweinchen gehalten.
Ein paar Jahre nach meinem Auszug kamen die Depressionen durch eine unglückliche Beziehung wieder und ich wollte ums verrecken eine Katze, mein damaliger Freund war da deinen Eltern sehr ähnlich... Katze ja, aber nur eine, nur ne junge und die "Suchweise" genau die gleiche... Sollte auch ne Whiskas-Katze (gibt es auch als normale
EKH, also Feld-Wald-und Wiesen-Katze) sein (war mein Wunsch). Ich hab auch eine gefunden, war ein kleiner Kater, wirklich ein wunderschönes Tier, wir sahen ihn uns an. Mein Freund wollte "Bedenkzeit".. nuja, und zu Hause haben wir dann diskutiert, mit dem Egebnis, dass ich den Kater nicht bekam, weil meinem Freund eine Katze dann doch nicht ins Konzept passte.
Das war der Punkt, an dem ich angefangen habe mein Leben ohne ihn weiter zu planen...
Nachdem ich ausgezogen war un in einer WG lebte, schaute ich ab und zu mal nach Anzeigen, weil ich ja immer noch Katzen wollte, sollte auch immer noch mind. eine Whiskas-Katze sein.
Dann ging es mir mal wieder eine Tag richtig dreckig und ich sah bei uns im "Sperrmüll" nach Anzeigen, ein Inserat und ich rief an. Eine halbe Stunde später stand ich dann vor einem Haus, wo ein wirklich unsympathischer Mann meinte, ich solle warten. Er verschwand im Haus und kam ne ganze Weile später mit einer jungen Katze unterm Arm wieder raus, streckte sie mir entgegen und sagte: "Ist ne Katze, kein Kater, und ist die letzte aus dem Wurf, wenn du sie willst, dann nimm se mit!".
Ich war total perplex, eigentlich hatte ich mir meine Katze anders vorgestellt, halt ne Whiskaskatze, und kein
Grautiger, der aussieht wie alle anderen Katzen. Und eigentlich auch eher zwei, nicht eine und keine Katze sondern ein Kater. Aber da der mann die Katze so lieblos hielt und dieses "verramschen" mir gegen den Strich ging, fragte ich was er dafür haben wolle. "NICHTS, nimm sie einfach mit!"
Zu Hause hab ich mir meine Kieks dann mal genauer betrachtet... und die sieht nicht aus wie alle anderen... Sie ist wirklich das beste, was mir passieren konnte. Die absolute Kuschelkatze, vom ersten Tag an, ist mir wirklich keinen Meter von der Seite gewichen.
Leider war sie auch total vermilbt und verwurmt. Den Katzenschnupfen hat sie auch mitgebracht (Der Grund, warums nicht gleich ne zweite dazu gab).
Zwei Wochen nach dem ich Sie bekam, bin ich 6 Wochen zu meiner Mama gefahren, die von der Katze total begeistert war. Mein Stiefvater liebt Katzen sowieso und hat meiner Mutter damit oft in den Ohren gelegen.. aber Viehzeug war für sie ja tabu. *g*
Trotzdem fuhr sie am Wochenende mit mir und meinem Stiefvater ins Tierheim... nur um mal zu gucken. Nach Hause fuhr sie mit einem unterschriebenen Schutzvertrag für zwei (!!!) kleine Katzen, in die sie sich spontan verliebte. Mein Stiefvater wollte eigentlich ne Ausgewachsene haben, weil er mit den kleinen nichts anfangen kann, zögerte dann aber nicht, weil die kleinen ja eh schnell groß sind... *hihi*)
Kieks wurde leider in der zweiten Woche sehr Krank und meine Mutter kümmerte sich wirklich aufopfernd um sie. Ich suchte mir kurzfristig nen Ferienjob, damit ich den Tierarzt bezahlen konnte und meine Mutter fuhr zwei mal am Tag mit Kieks zum Tierarzt.
Das ganze ging etwa 4 Wochen, bis meine Katze die schon eingeschläfert werden sollte übern Berg war. Meine Mutter hat sich in der zeit mehr um meine als um ihre Katzen gekümmert und wollte sie eigentlich gar nicht mehr her geben... und das obwohl Viehzeug ja stinkt. *g* (Ihre beiden haben es übrigens besser als die Kinder... die Katzen müssen nur anfangen zu miauen und meine Mutter rennt... *lach*)
Meine Katze lebt zwar immer noch allein, aber ich denke, ich habe meinen jetzigen Freund so gut wie überzeugt, dass es nun ne zweite dazu gibt.
Was das "Besondere" angeht, kann ich auch nur zustimmen, die Katzen spüren sehr genau, wenn es dir nicht gut geht und sie gehen darauf ein.
Kieks hat meine Depressionen wirklich bis auf ein minimum reduziert.. und wenn es wirklich mal soweit kommt, dass ich den ganzen Tag weine, dann ist sie bei mir.
Allerdings solltest du vor dem Abenteuer Katze erst versuchen andere Ursachen für deine psychische Situation zu beseitigen, oder zumindest einzudämmen. Denn sonst wird dir wohl auch die Katze/n nicht wirklich helfen können.
Liebe Grüße und viel Glück auf der Suche nach deinem Tiger!