Ich mag Dialekte sehr gerne, weil das eben auch noch ein Zeichen regionaler Beständigkeit ist. Als offizelles Kommunikationsmittel gibt es ja eben auch Hochdeutsch und international mehrere "Weltsprachen".
Was ich für ein übles Vorurteil halte, ist der Vorwurf "die Jugend" würde sich nicht für Sprache interessieren oder sie beherrschen. Mit Sicherheit hält sich das über alle Generationen die vage; schlechte Schüler und auch Leute mit Schreib-Lese-Schwächen gab es schon immer. Und wahrscheinlich ist das Verhältnis bei Jüngeren sogar deutlich günstiger, weil es heute wesentlich bessere Fördermöglichkeiten gibt.
Und es spielt eben u.U. schon eine große Rolle wo und ob ein Komma gesetzt wird oder nicht.
Wenn man sich in Foren mal vertippt, sehe ich da auch überhaupt kein Problem. Es ist nunmal ein schnelles Medium und man ist auch nicht so sorgfältig wie bei einem sonstigen Text.
Aber wer beherrscht dir Rechtschreibung wirklich perfekt und lückenlos? Und dann noch in einem lesefreundlichen und vor allem auch zielführenden Schreibstil.
Bevor bei uns Presseitteilungen rausgehen, bekommt die vorher JEDER MA nochmal zum korrekturlesen, bzw. gegenlesen. Ganz wichtige Dinge gehen sogar in ein Lektorat, bevor sie veröffentlicht werden. Und das, obwohl alle sehr gute Deutschkenntnisse haben. Lektoren passieren aber auch Fehler...
Um nochmal auf die Dialekte zu kommen: Ich finde, Deutschland und auch Europa wären kulturell sehr schnell viel ärmer, wenn man versuchen würde, alles "gleich" zu machen. Frühere Experimente wie Esperanto, skurile Schöpfungen wie Afrikaans oder auch Jan Tsichold, der die Großschreibung abschaffen wollte etc. finde ich völlig blödsinnig, da sowas letztlich nur auf der Verödung perfekter Systeme basieren würde.
Das wäre das selbe, als ob alle auf ihre regionale Küche verzichten und nur noch dasselbe konfektionierte Industriefressen zu sich nehmen.