Seh ich ein bisschen anders. Wenn ein Geschäft langfristig Erfolg haben will, sollte es meines Erachtens nach die Leute gut beraten, damit sie sich gut aufgehoben fühlen und gern wiederkommen. Natürlich muss auch verkauft werden, aber hier sollte man eben die Mitte finden. Ich mache grundlegend auf dem Absatz kehrt, wenn ich irgendwo (egal um welches Fachgeschäft es sich handelt) das Gefühl habe, man will mir hier, ohne Rücksicht auf Verluste, irgendwelche sinnlosen Dinge aufschwatzen.
Das Problem ist eben, dass in vielen Läden gar keine Fachverkäufer, im eigentlichen Sinne, mehr beschäftigt werden. Die haben oftmals gar keine Ahnung von dem, was sie da verkaufen. Die werden - häufig! - ungelernt eingestellt, kurz geschult (aber hauptsächlich darin, wie sie quantitativ bestmöglich verkaufen). Aber das darf ja nicht durchklingen, weil das auch nur wieder die Kunden verscheuchen würde - die sollen ja schon in dem Glauben bleiben, sie würden es mit kompetentem Personal zu tun haben.
Ich habe auch mal, vor meinem Studium, in einem Geschäft für Fliesen, als Verkäuferin gejobbt. Ich wurde als Fachverkäuferin angepriesen, hatte aber lediglich Tipps erhalten, wie ich die Leute bestmöglich überzeugen kann, möglichst viel und teuer zu kaufen. Da ich das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte, habe ich gekündigt und mein Studium aufgenommen (war wirklich eine gute Motivation). Ich sehe ein, dass nicht jeder diese Möglichkeiten hat. Aber ich mache auch nicht den ungeschulten Verkäufern den Vorwurf, sondern der Geschäftspolitik.
Liebe Grüße