Morgen!
Pssssst! Nicht so laut! Die drei schlafen noch.
Ja, es ist kurz vor halb 8 und alle drei pennen. Ich wurde nur kurz angeschaut, als ich aufgestanden bin. Aber da ich nicht Richtung Küche verschwunden bin, haben sie wohl entschieden, dass es sich nicht lohnt aufzustehen.
Jolanda hat wieder im Bett geschlafen und diesmal schon ein Stück näher an mir dran als gestern. Also zumindest nicht mehr direkt am Abgrund.
Ich frage mich wirklich, wie es sein kann, dass das Leben der drei nur aus Essen, schlafen und Unsinn machen bestehen kann.
Ich hab das gestern mal beobachtet. Nehmen wir als Beispiel Jorinde. Sie liegt am Sofa und pennt. Gut. Wenn sie wach wird, muss sie sich erst mal strecken, gähnen und alle möglichen Katzensachen machen.
Dann sitzt sie am Sofa und man sieht, wie ihre Augen zu funkeln anfangen, die Pupillen riesig werden und sie irgendwas, nur der liebe Gott allein weiß was und warum, anfängt zu fixieren.
Der Schwanz fängt langsam an zu wackeln und hin und her zu schlagen. Das wird immer stärker. Und plötzlich hopst sie los in Richtung...keine Ahnung.
Denn kurz vorher bremst sie, schlägt einen Haken und düst wieder wo anders hin. Dabei ist es völlig wurscht wer (ich zum Beispiel!!!!!!!!) oder was (ein Einkaufskorb z. B.) im Weg steht. Es wird überrannt und übersprungen.
Allerdings kurz vor Ziel 2 fällt ihr ein, dass das nun doch nicht der ersehnte Punkt ist und es wird im Sprung gewendet um dann zurückzudüsen, an meinem Bein hochzuspringen, kurz in meinen Ärmel zu beißen und die Runde von vorn anzufangen.
Das geht ein paar mal so. Natürlich lassen sich die anderen beiden auch dazu animieren und ich fühl mich wie ein Igel auf einer Formel 1 Strecke.
Nach einer gewissen Zeit (Niemand kann sagen wann es so weit sein wird), bremsen die drei, liegen am Boden auf ihren Pfoten, pusten wie ein Ventilator und starren einen Punkt X aus riesigen Pupillen an.
...der aber plötzlich völlig uninteressant wird, weil der Futternapf zum allgemeinen Punkt des Interesses ansteigt.
Unvermittelt schießen sie los um sich perfekt vorm Napf zu positionieren.
Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Wenn was drin ist: gut. Dann wird gemampft.
Wenn nicht, wird ein Haken geschlagen und ich werde Punkt des allgemeinen Interesses. Ich werde anmiaut, angemurrt, angemault regelrecht bis ich nachfülle.
Und dann wird gemampft.
Nach dem Mampfen ist allgemeine Putzaktion, dann knuddelt man sich aneinander und pennt ne Runde.
Bis wieder der ominöse Zeitpunkt kommt, zu dem man sich streckt, gähnt und einen auf liebe Katze macht nur um im nächsten Moment die Pupillen zu Untertassen werden zu lassen und Dinge zu fixieren, die kein anderer als die Katzen selbst sehen.
Irre irgendwie, nicht wahr?
Andererseits wäre ich echt gern Katze. Schlafen, spielen und mampfen.
Ich finde, das klingt schon machbar. Insgesamt erscheint mir Haustier als Alternative zum menschlichen Dasein.
Wobei ich eher gern eine Schildkröte wäre. Dann könnte ich mir das Flitzen vorm Futtern sparen.
*g*
Oha, heute kommt Besuch. Ich bin gespannt, wie die drei reagieren. Ich denke, Jolanda wird sich verkrümeln, sie ist ja noch recht neu.
Und wehe, die Person äußert sich negativ über meine Katzen. Dann gibts heute Kompott, aber KEINEN Katzenkompott!