Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread)

Diskutiere Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) im Zucht und Genetik Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Zuerst mal Danke für das zweite Gummibärchen! Ich werde beide auf Zuchttauglichkeit überprüfen und mal schauen, ob ich mir ein zweites...
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.001
Wo hast Du jetzt herausgelesen, dass ich es als verwerflich empfinde, ich habe nur meine Bedenken geäußert.
Das mit der "Störung" ist auch nicht von mir sondern so wird Albinismus vereinfacht definiert, als Pigmentstörung die auch in der Regel zu einer überhöhten Empfindlichkeit auf die Umwelt (zum Beispiel Lichtempfindlichkeit ) führen kann (nicht muss).

Ich bin weit davon entfernt, "Weißzucht" als verwerflich zu bezeichnen, aber Du wirst mir doch erlauben meine Bedenken zu äußern ?

Ich werfe nochmal ein Gummibärchen.
Zuerst mal Danke für das zweite Gummibärchen! Ich werde beide auf Zuchttauglichkeit überprüfen und mal schauen, ob ich mir ein zweites Zucht-Standbein aufbauen kann. :mrgreen:

Im Ernst, ich habe geschrieben "wenn wir..." und das, von irgendwelchen Menschen, geprägte Wort "Störung" deutet darauf hin. Es war ganz allgemein auf die Menschen bezogen, nicht auf Dich persönlich. ;-)
Und natürlich darfst Du Deine Bedenken haben und äußern, aber ich darf doch auch versuchen, sie zu zerstreuen. Oder?
Wäre doch keine richtige Diskussion, wenn ich es nicht wenigstens versuchen würde.:lol:
Was Du am Ende daraus machst, ist natürlich ganz alleine Dein Ding. So ist das bei Diskussionen.

Es ist ja leider auch nicht so, als das alle Züchter/Vermehrer da so ran gehen wie ich, was mich oft wütend und traurig macht, weil es Wasser auf den Mühlen der Weißzuchtgegnern ist. :-(

Ich hatte mal eine Schwarzzüchterin auf dem Sofa sitzen, die gar nicht verstehen konnte, warum ich in dem Moment, wo sie mir erzählte, dass sie den ungetesteten weißen Maine Coon Kater auf die bicolor Norwegerin gesetzt hatte und die weißen Mixe ja so niedlich waren, leider so ungehalten wurde, dass ich sie raus geworfen habe...
Bei Weiß bin ich halt noch empfindlicher als sowie so schon...
 
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  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.002
Mit Freude und Interesse lese ich die vielen verschiedenen Beiträge!

Ja, das mit dem Züchten der Weißen verstehe ich jetzt besser als vorher. Susi hat keine Papiere, bedeutet natürlich, sie hat keinen Stammbaum. Also ne Wald-und Wiesenkatze per Definition. Naja, vielleicht kommt sie ja auch aus ner Bude, wo sie nur durch Zufall als Weiße dabei war. Wollen wir mal hoffen, dass da kein Schlumpf am Werk ist. Aber bei der bescheidenen Sozialisation, die Susi hatte, fürchte ich doch.

Natürlich verstehe ich auch die Argumente, dass eine gezüchtete Katze einen Nachweis ihrer Abkunft haben sollte, um eben die ganzen in ihr schlummernden Eigenschaften/Gene einigermaßen bewerten und verantwortungsvoll managen zu können. Trotzdem stört mich immer, wenn jemand betont, dass eine Katze ohne Papiere DESWEGEN keine Rassekatze sei. Dass sie keinen nachweisbaren Stammbaum hat, macht sie doch nicht zwangsläufig zur Hauskatze. Ein Orientale oder eine BKH ist und bleibt eine bestimmte Rasse, ob mit oder ohne Papiere. Sie ist dann vielleicht nicht zur Zucht geeignet, aber aus einem kurzohrigen Pummelbeinchen wird nicht plötzlich eine typische deutsche Hauskatze, blos weil sie vom Tierschutz aufgefunden wurde und niemand weiß, woher sie entlaufen ist. Insofern sehe ich die Bezeichnung Hauskatze auch als eine Art „Rassebeschreibung“ an. Denn die haben doch alle ein recht eng umrissenes Erscheinungsbild, natürlich mit viel breiteren Facetten als bei einer echten RASSE.

Was nun das Züchten von „nicht normalen“ Erscheinungen angeht: Ja, die Nackten sind bestimmt ganz tolle Tiere und so weiter. Trotzdem lehne ich so ne krasse Abweichung ab und finde, die könnte gerne aussterben, das wäre kein Verlust. Ja, steinigt mich ruhig. Aber wenn man die vielzitierte Mutter Natur machen ließe, wo würden dann viele Rassen bleiben? Nirgendwo, richtig. Weil sie sich nämlich in Anpassung und Überleben üben würden und da hat ne weiße bei vielen Jagdzügen einen echten Nachteil und eine ohne Fell kommt weder bei starker Sonne noch bei Regen oder Kälte besonders weit. Blos, weil man es bei Hunden gemacht hat, muss es nicht gut sein. Muttis Naturgestaltung macht Tiere passend zu ihrem Lebensraum, deswegen ist der Eisbär weiß und das Rebhuhn braun gescheckt. Ich weiß zwar auch nicht warum (weiße) Schwäne weiß sind, aber ich weiß, warum ihre Jungen zuerst braun sind …

Und nun kommt ein komplett ketzerischer Gedanke:
Mal angenommen, wenn jemand gesunde Tiere möchte, er legte aber keinen Wert auf ne bestimmte Optik, wäre es dann nicht ne Option Zuchttiere aus verschiedenen Rassen miteinander zu verpaaren, um das Beste aus Vielen zu bekommen? Also quasi eine belegbare, verantwortlich geplante „Entrassung“? Wäre nach der Theorie, dass alle Zuchtkatzen eine bestimmte Art und Linie verfolgen sollten, die klassische Hauskatze nicht zum Aussterben (im Sinne von weggezüchtet) verurteilt? Wäre das wünschenswert?
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.003
[...] Trotzdem stört mich immer, wenn jemand betont, dass eine Katze ohne Papiere DESWEGEN keine Rassekatze sei. Dass sie keinen nachweisbaren Stammbaum hat, macht sie doch nicht zwangsläufig zur Hauskatze. Ein Orientale oder eine BKH ist und bleibt eine bestimmte Rasse, ob mit oder ohne Papiere. Sie ist dann vielleicht nicht zur Zucht geeignet, aber aus einem kurzohrigen Pummelbeinchen wird nicht plötzlich eine typische deutsche Hauskatze, blos weil sie vom Tierschutz aufgefunden wurde und niemand weiß, woher sie entlaufen ist. Insofern sehe ich die Bezeichnung Hauskatze auch als eine Art „Rassebeschreibung“ an. Denn die haben doch alle ein recht eng umrissenes Erscheinungsbild, natürlich mit viel breiteren Facetten als bei einer echten RASSE. [...]

Ich weiß nicht, wie oft ich es jetzt noch schreiben soll *seufz* - ein Rassekatze ist nur dann eine Rassekatze und einer Rasse zugehörig, wenn das nachweisbar ist, sprich, wenn sie einen Stammbaum 'vorweisen' kann.

Es IST einfach so - gefällt dir nicht, o.k., akzeptiere ich, findest du doof, ja, kann sein, aber das ändert nichts an dieser TATSACHE. Wie sonst wäre es möglich, dass z.B. jemand WEGEN BETRUGES verurteilt wurde, der ein Tier als Rassetier verkauft, den Stammbaum aber nicht nachgereicht hat (weil es keinen gab)? Wohl kaum, weil irgendwer sich in einem Katzenforum so etwas mal ausgedacht hat ...


[...] Was nun das Züchten von „nicht normalen“ Erscheinungen angeht: Ja, die Nackten sind bestimmt ganz tolle Tiere und so weiter. Trotzdem lehne ich so ne krasse Abweichung ab und finde, die könnte gerne aussterben, das wäre kein Verlust. Ja, steinigt mich ruhig. Aber wenn man die vielzitierte Mutter Natur machen ließe, wo würden dann viele Rassen bleiben? Nirgendwo, richtig. [...]
Falsch - schau dir nur mal die Geschichte der Manxkatzen (ein LETHAL-Gen!) an und dann sage noch einmal, die Natur würde das schon richten :cool:. Und alle diese Variationen HAT doch die Natur gemacht, Mutationen gehören zur Natur und sind gut und sinnvoll - ohne selbige wären wir arm und eindimensional dran...

[...] Und nun kommt ein komplett ketzerischer Gedanke:
Mal angenommen, wenn jemand gesunde Tiere möchte, er legte aber keinen Wert auf ne bestimmte Optik, wäre es dann nicht ne Option Zuchttiere aus verschiedenen Rassen miteinander zu verpaaren, um das Beste aus Vielen zu bekommen? Also quasi eine belegbare, verantwortlich geplante „Entrassung“? Wäre nach der Theorie, dass alle Zuchtkatzen eine bestimmte Art und Linie verfolgen sollten, die klassische Hauskatze nicht zum Aussterben (im Sinne von weggezüchtet) verurteilt? Wäre das wünschenswert?
Nein, das wäre nicht wünschenswert - das ist aber nun ABSOLUT NICHT Thema dieses Threads, wenn du das diskutieren möchtest, dann doch bitte hier oder hier oder hier oder hier
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.004
Ich weiß nicht, ob ich alle Punkte erwische, aber ich fange mal an:
Bei Rassekatzen gilt juristisch das Nutella-Prinzip. Nur wo Nutella drauf steht, ist auch Nutella drin, alles andere sind (wenn auch sicher durchaus lecker) "nur" Nuss-Nougat-Cremes. Das ist und bleibt ein juristischer Fakt. Verkaufe ich eine Pointkatze ohne Stammbaum als Siamesin ist das vor dem Gesetz Betrug. Genau so verhält es sich mit anderen Begriffen wie Siam-Mix u.ä.
Es ist ganz klar definiert, wer was ist. Ohne Stammbaum keine Rassekatze. Ob es dann eine Hauskatze, ein look alike oder ein Pointmix ist, kann jeder je nach Optik frei entscheiden, was es aber auch nicht ist, ist eine EKH, denn das wiederum ist eine anerkannte Rasse mit bestimmter Optik und festgelegten Rassemerkmalen.

Siamesen haben sehr lange in Thailand, zu weniger industrialisierten Zeiten, ganz ohne das Zutun des Menschen überlebt, da wollte Mutter Natur wohl nicht, dass sich das von alleine erledigt, trotz Teilalbinismus.
Und eine weiße Katze fängt genau so erfolgreich Mäuse, wie eine schwarze. Da liegst Du meiner Meinung nach falsch, wenn Du glaubst, dass es die bei den Lastramis irgendwann nicht mehr geben würde.
Und auch die Nackten würden wohl da, wo sie entstanden sind (ich glaube, es war Südamerika) weiterhin überleben, wenn Mensch nicht überall Lebensräume zerstören würde.

Und einer Rasse zuzugestehen, dass es kein Verlust wäre, wenn sie aussterben würde, ist schon recht wenig weitblickender, harter Toback. Es zeugt für mich von wenig Empathie. Es gibt viele Sachen, die ich nicht zwingend brauche, trotzdem gestehe ich ihnen eine Daseinsberechtigung zu.
Hast Du Nacktkatzen schon mal in Natura erlebt? Ich finde, das sollte das Mindeste sein, bevor man so ein hartes Urteil fällt.

Die Hauskatze wird nie aussterben, weil Hauskatze keine Rassebezeichnung ist, sondern ein Sammelbegriff für alle jene Katzen, die keiner bestimmten Rasse zuzuordnen ist. Da hast Du aufgrund mangelndem Begriffsverständnis, einen Denkfehler. Erst würde Deine "Entrassung" zu Mixen und später zu unendlich vielen Hauskatzen führen. Aussterben auf diese Art und Weise also völlig ausgeschlossen.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.005
Bei Rassekatzen gilt juristisch das Nutella-Prinzip. Nur wo Nutella drauf steht, ist auch Nutella drin, alles andere sind (wenn auch sicher durchaus lecker) "nur" Nuss-Nougat-Cremes. Das ist und bleibt ein juristischer Fakt.

LoL .... Das mit dem Nutella-Prinzip ist genial. Den werde ich mir für die Zukunft in solchen Diskussionen merken.

Und vielleicht noch mal nebenbei als Anmerkung: Ja - ich bin ein Gegner von Weiß- und auch Fold-Zucht. ABER - das ist bei mir durchaus etwas differenzierter. WENN ausschließlich Leute wie du, Gesine, das machen würden, fänd ich das akzeptable, eben weil das Risiko auf das absolute Minnimum reduziert wird und wie du schon sagst: ein gewisses Risiko steckt grundsätzlich in jedem Wurf. Aber leider ist es ja nun so, dass erst mal jeder Weiß züchten kann, wenn er denn will .... und du musst schon zugeben, dass es da eben leider viele, viele - auch Vereinszüchter gibt - die bei weitem nicht so verantwortungsbewusst dran gehen.

Und wenn ich von "optischem Ersatz" z.B. in Form von Silber gesprochen habe, habe ich da ja die Rassen gemeint, bei denen das sehr gut geht. Ich denke, bei den OKHs ist das eher sehr schwierig. Bei den Briten kommt ja noch hinzu, dass die Silber-Varianten vom Typ her so viel besser sind, als alles was in Weiß rumläuft.

@virra
Diese Theorien der "Entrassung" kommen häufig auch aus der Ecke, in der man glaubt, dass Mischlinge grundsätzlich gesünder sind. Prinzipiell ist es jetzt zwar so, dass man sagt, je verschiedener die Gene von Eltern sind (weil sie eben nicht miteinander verwandt) sind, umso widerstandsfähiger sind die Nachkommen. Jetzt muss ich mich etwas aus dem Fenster hängen, aber ich meine, das hat etwas mit sogenannten T-Zellen zu tun, die für die Abwehr von Krankheiten zuständig sind. Und die Anzahl der verschiedenen T-Zellen ist bei nicht verwandten Eltern eben am höchsten. Bei der Zucht nennt man das auch Immundepression - wenn also der Inzuchtgrad zu hoch ist, werden die Kitten extrem anfällig für alle möglichen Arten von Erkrankungen.

Dafür muss ich jetzt aber nicht verschiedene Rassen verpaaren, sondern es reicht, wenn die Eltern NICHT verwandt sind. Bei verschiedenen Rassen treffen zwei völlig unbekannte Genpools (hießt es jetzt -pools oder poole ??? *kopfkratz) zusammen. Dabei kann es dann so richtig "knallen", weil dabei möglicherweise verdeckte Sachen zu Tage kommen, die in Kombination zu einer Katastrophe führen.

Grüße,
Nic
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.006
Muss jetzt doch noch mal senfen.
Ich verstehe ja die Konsequenz bei den Rassenbezeichnungen vollkommen, wenn es sich im Geschäftsleben oder bei Vermittlungen abspielt.
Wenn aber ein Halter seinen Vierbeiner als "Perser", "Siam" oder "Dackel" bezeichnet, weil das Viech nun mal so aussieht, dann darf er das aus meiner Sicht.
Klar kann man ihn dann darauf hinweisen, dass rechtlich gesehen das Tier bei Verkauf/Vermittlung so nicht angeboten werden darf - aber muss es wirklich sein? Der Mensch will sein Tier ja nicht verkaufen / vermitteln sondern ist mit seinem Viechel glücklich.
Wir hatten beispielsweise fast 20 Jahre lang einen Spitzmischling. Der kam aus dem Tierheim und sah aus wie ein Spitz und verhielt sich wie ein Spitz. Deshalb stellten wir ihn immer so vor "Trolli, ist ein Spitzmischling". Warum auch nicht.
Ich finde, die Rassebezeichnungen sollten im Geschäftsleben natürlich beachtet werden (ist sonst ggf. Betrug), aber im Privatleben darf ich ja meine Katzen auch als meine Mäuse bezeichnen, was ganz sicher nicht zutreffend ist :mrgreen:
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.007
Und da drehen wir uns eben einfach im Kreis - wenn ich meinen Tieren einen Rassenamen andichte (ohne den Zusammenhang zu erklären, aber wozu diese Erklärung, wenn man das umgehen könnte?), dem sie nicht entsprechen, signalisiere ich, dass es mir EGAL ist, ob sie aus seriöser Zucht oder irgendeinem Vermehrerhaushalt stammen.
Ich erkläre mal, warum ich denke, dass das nicht so gut ist - stell dir vor z.B. eine Nachbarin von dir, die dich und deinen "Spitzmischling" kennt, wird von einer dritten Person auf deinen Hund angesprochen, die dich nur vom Sehen kennt, und erhält die Antwort: 'Spitz-(mischling (wobei die Frage, ob der Mischling dazugesetzt wird, ja auch noch da ist)' ohne weiteren Hinweis. Sie findet den Hund nett und beginnt nach einem solchen zu suchen. Im Tierheim findet sie keinen, also wohin wendet sie sich wohl?

Ich zitiere mal was, was ich meine, ich finde, das ist hier zeigt es gut:

Doch, ich denke ich habe den Saurier durchschaut und weiß was sie sagen will.
Mensch möchte eine Siamesen/Thai...
Mensch schaut erstmal im Internet, Mensch findet Thaikatze/ThaiMix auf einer Tierschutzseite... Es steht eventuell sogar dabei das keine Papiere vorhanden sind, Mensch denkt, wenn die aber schreiben es ist ein Thai/Siam dann wirds schon einer sein...
Mensch erkundigt sich nach der Katze, sieht dann aber was für Aufwand betrieben wird im Tierschutz, Vorkontrolle, man muss auf die Katze warten, etc...
Mensch guckt noch ein bischen weiter und findet bei Ebay eine Anzeige: Thaikatzen zu verkaufen, vielleicht um 50 Euro teurer, aber gleich zu haben, eventuell sogar noch als Mini-Kitten, Einzelhaltung ist auch ok, keine Kontrollen - ach das ist ja viel einfacher als im Tierschutz, er geht hin und kauft einen Vermehrer seine Kitten ab...
Denn wenn der Tierschut diese Katzen als Siam-Mixe, Siamkatzen etc beschreiben kann, dann sorry, dann hat der Vermehrer das gleiche Recht.

Steht beim Tierschutz aber, dass es nur eine optische Ähnlichkeit ist, das es nur eine Maskenkatze ist, allerdings über die Rassezugehörigkeit keine Aussage gemacht werden kann, da diese nur durch Zucht und Papiere nachzuweisen ist, dann entscheidet sich der Interessent entweder für eine Katze von einem seriösen Züchter, oder ihm ist das egal, er will einen Tier in Not helfen und nimmt eben dieses Pointtier, von dem er aber weiß dass es KEIN Thai/Siam ist

Aber ich weiß, dass du das nicht nachvollziehen kannst (oder willst ;-)), wir werden da nicht zusammenkommen - TROTZDEM IST DAS HIER NICHT DER RICHTIGE THREAD DAFÜR UND ICH BITTE DAHER, DAS HIER AUCH ZU BEENDEN, es gibt genug Threads, in denen DAS besprochen werden kann, wenn das tatsächlich noch mal nötig sein sollte.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.008
Wenn man aber immer 5 gerade sein lässt, glauben die Menschen irgendwann, dass 5 gerade ist und verstehen dann einfach nicht, warum eine Siamkatze (mit Papieren) soviel teurer ist als eine (look alike) Siamkatze (vom Vermehrer), weil es für ihn ja alles Siamkatzen sind, selbst wenn der Vermehrer vielleicht korrekterweise nicht das Wort "Siam" benutzt.
Ich züchte jetzt knapp 15 Jahre und genau solange kläre ich über den Unterschied auf. Immer und immer und immer wieder. Wenn alle sich wirklich mal an die korrekten Begrifflichkeiten halten würden, müsste doch langsam auch bei der breiten Masse angekommen sein, dass Nutella Nutella und Nuss-Nougat-Creme Nuss-Nougat-Creme ist. Aber da immer wieder beschwichtigt wird, die 5 gerade sein gelassen, weil es doch nur Liebhaber sind, ist auch heute noch jede Nuss-Nougat-Creme eine Nutella und jede Pointkatze eine Siam.
Das ist für die Guten sehr ermüdend und spielt den Vermehrern in die Hände.
Kann das wirklich gewollt sein???
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.009
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.010
Ich verstehe ja die Konsequenz bei den Rassenbezeichnungen vollkommen, wenn es sich im Geschäftsleben oder bei Vermittlungen abspielt.
Wenn aber ein Halter seinen Vierbeiner als "Perser", "Siam" oder "Dackel" bezeichnet, weil das Viech nun mal so aussieht, dann darf er das aus meiner Sicht.
Das hat doch hier niemand jemandem abgesprochen Susanne, jeder darf seine Katze intern nennen wie er will, solange es nicht um Vermittlung geht.

Ich würde gerne nochmal auf die "Weißzucht" zurück kommen, wenn ich es richtig verstanden habe beruht die Zucht der Siam, Perser und anderer Pointkatzen auf einer Mutation oder Störung der Pigmente, ist also immer auf einen(Teil)Albinismus zurück zu führen ?
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.011
Das hat doch hier niemand jemandem abgesprochen Susanne, jeder darf seine Katze intern nennen wie er will, solange es nicht um Vermittlung geht. [...]


[...] Ich würde gerne nochmal auf die "Weißzucht" zurück kommen, wenn ich es richtig verstanden habe beruht die Zucht der Siam, Perser und anderer Pointkatzen auf einer Mutation oder Störung der Pigmente, ist also immer auf einen(Teil)Albinismus zurück zu führen ?
Ja, die Pointfärbung ist ein Teilalbinismus



Da er ein Pointtiert ist, ist er nicht 'mit weiß', sondern hat das Pointgen (cs), das einen Teilalbinismus verursacht, so dass die Tiere nur an den kalten Stellen des Körpers (Ohren, Schwanz, Pfoten, Nase und bei den Katern die Klötchen :wink:) eingefärbt sind.

[von Gesine geschrieben, von mir nur hier reingesetzt]

- „Point-Mix“ – ist eine Katze, die eine gewisse Fellfärbung aufzeigt (Kältealbinismus, Pointzeichnung mit blauen Augen), aber keinerlei Nachweise über eine reinrassige Beteiligung bei den Elterntieren mitbringt. Bestes Beispiel sind hier wohl die Tiere, die über den Tierschutz aus südlichen Ländern kommen.
Soviel zu den wichtigsten (juristischen) Begrifflichkeiten bezüglich des Themas, natürlich im Schwerpunkt auf Siamkatzen bezogen. [...]

Nun ja, ohne Genmutationen wären wir alle nicht so, wie wir jetzt sind (z.T. sogar gar nicht existent) - vieles, was wir heute 'genetische Vielfalt' nennen, ist durch Unmengen an Mutationen entstanden, das ist nicht automatisch etwas Schlechtes :wink:. Ob etwas ein 'Defekt' ist, ist dann wiedrum Definitionssache, im Grunde sind eben Pointtiere auch 'gendefekt', wenn du es so willst, cs/cb bedeutet eine Art von Albinismus. [...]
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.012
Ich würde gerne nochmal auf die "Weißzucht" zurück kommen, wenn ich es richtig verstanden habe beruht die Zucht der Siam, Perser und anderer Pointkatzen auf einer Mutation oder Störung der Pigmente, ist also immer auf einen(Teil)Albinismus zurück zu führen ?

Wie saurier ja schon geschrieben hat - die Pointzeichnung ist ein Teilalbinismus, ein so genannter Kältealbinismus, wo die Körperstellen, die am weitesten vom Herzen entfernt sind mit der Zeit einfärben. Diese Katzen werden weiß geboren und verändern im Laufe der Zeit die Farbe an den oben genannten Körperstellen. Je kälter man sie hält, um so dunkler werden sie - überspitzt formuliert: Pointkatze in der Anktarktis wird schwarz. :lol:

Es gibt so gesehen verschiedene Mutationen (zur besseren Unterscheidung schreibe ich die genetischen Kürzel davor):
C = Vollfarbe, komplette Pigmentierung, z.B. Orientalisch Kurzhaar Katzen
c = Vollalbinismus, komplett fehlende Pigmentierung, weiße Katzen mit roten Augen
cs = Teilalbinismus der Siamkatzen, Teileinfärbung, blaue Augen
cb = Teilalbinismus der Burmakatze, Teileinfärbung, bernsteinfarbene Augen
cs/cb = Teilalbinismus der Tonkanese, Teileinfärbung, aquamarinfarbene Augen
W = epistatisches Weiß, ein "normales" Farbgen mit der Besonderheit, alle anderen Farben zu überdecken. Also weiße Katzen, die über dieses Gen ihre weiße Farbe haben, sind unter dem "weißen Mantel" normal gefärbte Katzen und können diese Farben neben dem Weiß auch vererben.

Verständlich? :?:
 
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  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.013
Beispiel: Firlefanz Freundenstern (vom "Weißen" hin zum "Siamesen")

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oder auch hier: (rechts Issey)

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  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.014
Frage an sauri bzw. die hier anwesenden Züchter :


anliegend die Ahnentafel meines Sternchens Joschi geb.1994
Haben wir uns Joschi zum damaligen Zeitpunkt von einer Vermehrerin angeschafft oder nicht ?
So wie ich es verstehe war sie eingetragene Züchterin ?????? Joschi war, soweit ich die Ahnentafel verstehe ein Bengal-Hauskatzen-Mix mit wohl ein wenig Perser enthalten ( Großeltern ) Im Impfpass der Züchterin steht als Bezeichnung Bengal (EXP) Angeboten wurde er meiner Erinnerung nach als Perser-Mix.

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  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.015
Das schaut nach einem sehr experimentellen Zuchtprogramm - wohl aber vom Verein genehmigt - aus, dazu können dir Gesine oder Nic sicher mehr sagen, für mich ist das wohl der Versuch, das LH-Gen in die Bengalen zu bringen...
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.016
Das schaut nach einem sehr experimentellen Zuchtprogramm - wohl aber vom Verein genehmigt - aus, dazu können dir Gesine oder Nic sicher mehr sagen, für mich ist das wohl der Versuch, das LH-Gen in die Bengalen zu bringen...

Danke für die Antwort. Zudem stammt Joschi anscheinend aus einer Inzucht-Verbindung, was eine ehemalige Forine entdeckt hatte. Soll zum damaligen Zeitpunkt wohl einmalig erlaubt gewesen sein.
Ich hatte und habe da absolut 0-Ahnung von solchen Sachen :oops:
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.017
Ja, das habe ich schon auch registriert (ich dachte, das hättest du schon selber gesehen ;-)) Vater ist auch gleichzeitig Großvater mütterlicherseits. Kann durchaus mal sinnvoll sein, muss aber nicht und ist genau wie die Weißzucht ein SEHR, SEHR komplexes Thema.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.018
Wäre mir ehrlich gesagt bis heute nicht aufgefallen, wenn mich die besagte Forine nicht darauf hingewiesen hätte :oops: Sie hat es natürlich sofort gesehen, kennt sich aber im Gegensatz zu mir mit Stammbäumen etc. aus :mrgreen: Ob so eine Inzucht sinnvoll ist und wofür bleibt mir allerdings ein Rätsel.
 
  • Genetisches Grundwissen - Farben (Frage- und Übungsthread) Beitrag #1.020
Also - das ist ein regulärer Stammbaum einer Mix-Katze :mrgreen::mrgreen:

Nein - Spaß bei Seite. In der Zucht nennt man sowas Hybrid. Hier wurde gezielt ein Begalkater mit seiner Tochter verpaart. Diese Tochter stammt aus einer Verpaarung mit einer Perserkatze.

Für solche Mix-Verpaarungen muss man eine Genehmigung beim Verein unter Angabe des Zuchtziels machen. Kitten aus so einer Verpaarung sind je nach Aussehen Kurzhaar, Halblanghaar oder Langhaar - ohne genauere Rasseangabe (also da würde jetzt nie XY-Mix stehen) und der Zusatz EXP bedeutet eben, dass es eine Experiementalverpaarung ist. Bei manchen Vereinen steht da auch RIEX.

Ein Zuchtziel lässt sich für mich hier so gar nicht erkennen. Wenn man - wie saurier vermutet - das LH-Gen in die Bengalen bringen wollte (Stichwort Cashmere-Bengalen, also die Halblanghaarvariante), dann würde man sich sicherlich eine Rasse aussuchen, die zwar dieses Gen hat - aber optisch nicht so das totale Gegenteil darstellt. Da wäre man mit einem NFO oder Sibierer mal wesentlich näher am "Typ" als mit einem Perser.

Ich würde eher darauf tippen, dass es um das Gold oder das shaded gegangen ist. Das wäre jetzt bei einer anderen Rasse nämlich nur schwer zu finden. Kannst du mal ein Foto von deinem Joschi einstellen ... würde mich ja jetzt echt interessieren, wie das aussieht.

Diese Art von Inzucht nennt man Rückverpaarung und macht in so einem Zuchtprogramm auch durchaus Sinn - denn man will ja schnellst möglich das von der Einkreuzung wieder los werden, was man eigentlich nicht haben wollte. Das ist ja die Krux an so einer Hybridzucht - eigentlich will man ja "nur" die Farbe oder eben ein bestimmtes Gen ... aber das gibt es eben nur im ganzen Paket.

Da hat man nun diese Hybridkatze - Täger des Gens was man haben will, aber optisch eben ein Mix .... Wenn ich nun den eigenen Vater drauf setze, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man die gleichen Gene "erwischt" und somit festigt, höher, als wenn ich einen fremden Kater nehmen würde. Durch die Verfestigung der bengaltypischen Eigenschaften, will man das gewünschte Gen erhalten - und die unerwünschten wieder "ausmendeln" .... ist jetzt etwas grob laienhaft erklärt, aber ich hoffe, man kann es nachvollziehen.

Inzucht ist nicht grundsätzlich gut oder schlecht - das kommt immer auf den Einzelfall an, und vor allem darauf, wie gesund die Linien dahinter sind.

Grüße,
Nic
 
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