Hallo.
Wir sind am Ende. Unser liebes Kätchen hat einen ziemlich großen Tumor im Mund. Es hat damit angefangen, daß sie beim Putzen plötzlich ganz komisch mit den Pfötchen reagiert hat und es schien so, als würde irgendetwas in ihrem Mund stecken, was sie sich entfernen will. Wir tippten auf eine Fischgräte oder so etwas. Der nachfolgende Besuch bei der TÄ ergab, daß das Zahnfleisch "gerötet" sei. Weil unsere Katze sich nicht anfassen lies, (auch von uns nicht), wartete die TÄ auf einen günstigen Moment bis sie fauchte, um ihr schnell ins Mäulchen zu schauen. Tolle Untersuchung.
Diagnose: Entzündung im Kieferbereich, Behandlung: Antibiotika+Kortisonspritze.
Nach einer Woche braver Einnahme der rosafarbenen Tabletten stellte sich keine Besserung ein. Ganz im Gegenteil. Es wurde immer schlimmer.
Beim nächsten Vorstellungstermin bestand ich darauf, die Mundhöle genau zu untersuchen. Sie holte eine Kollegin und in einer Decke eingeschlungen, waren wir gemeinsam in der Lage das Mäulchen zu öffnen. Jetzt konnte man am Zungengrund eine Beule erkennen, etwa so groß wie ein 1 Cent Stück.
Neue (optische) Diagnose: Krebs.
Von da an verschlechterte sich ihr Zustand rasant. Bereits nach zwei Tagen konnte sie kaum noch etwas fressen. Sie begann sich bei jedem Bissen massiv zu schütteln und es war für uns jedesmal wie ein Stich ins Herz.
Nun hat sie bereits sieben Tage lang GAR NICHTS mehr fressen können, so sehr sie sich auch bemüht hat. Trinken ging noch relativ gut, durch den von uns etwas erhöhten Trinknapf.
Jetzt geht auch das nur noch mit ALLERGRÖßTER Mühe, man kann die Schmerzen förmlich spüren. Sie ist mittlerweile dünn wie ein Brett, schläft nur noch, will alleine sein und torkelt beim laufen zur Seite und der nächste Termin beim Tierarzt ist erst am 03.01.2011.
Wir haben keine Tränen mehr. Alles ausgeweint und leer. Sie ist doch unser Baby und wir können uns ein Leben ohne sie überhaupt nicht vorstellen. Wir haben noch nie so einen Schmerz in unserem Leben gefühlt. Ich habe seit 4 Tagen nichts mehr außer ein paar Keksen gegessen und wir haben Angst, daß wir selbst ernsthaften Schaden erleiden werden.
Sie ist jetzt seit fast 20 Jahren bei uns und war in einer Zeit, wo andere Paare Kinder hatten, unser "Kindersatz". Wir haben ihr jeden Wunsch von den Barthaaren abgelesen und sie lebte wie im Paradies bei uns. Außer dem Wunsch eigene Babys zu haben, mangelte es ihr an nichts.
Ich schreibe dies alles aus zwei Gründen. Zum einen ist es sehr hilfreich und erleichternd soetwas Menschen mitzuteilen, die wissen wie man sich fühlt und nicht irgendwelchen desinteressierten Nachbarn oder Familienmitgliedern, die nicht in der Lage sind auch nur ansatzweise zu verstehen, was in einem vorgeht.
Zum anderen haben wir immer noch die Hoffnung, daß irgendwer in diesem Forum irgendeinen Ratschlag hat, wie man dem Kätchen doch noch helfen könnte.
Das Leben kann manchmal sehr grausam sein, die Natur ist allmächtig.
Wir werden selbstverständlich am 03.01. verantwortungsbewusst handeln. Aber sollte es zum Äüßersten kommen, werden unsere Herzen für immer gebrochen sein.
Seid lieb gegrüßt und entschuldigt den langen Text.
Bernd