Liebes Forum , wunschgemäß ist der Account meiner Frau gelöscht worden. Dafür bedanke ich mich erst einmal recht herzlich. Ich kann das alles einfach nicht mehr tragen und ertragen. Dennoch habe ich mich hier heute bei Ihnen angemeldet, um Ihnen allen hier zu danken für Ihre Anteilnahme und für Ihre vielen lieben und tröstenden Worte.
Sie hier, dieses Forum, hat meiner Frau sehr viel bedeutet.
Ich habe hier in ihren Nachrichten lesen können, dass sie schrieb, sie sei krank, aber wie krank sie war und wie viel Schmerz und Leid sie in sich trug, das verschwieg sie selbst mir und unseren Kindern.
So war sie - ein riesengroßes Herz für alles was auf Gottes Erden kreucht und fleucht.
Sie war so eine wundervolle Frau, so eine liebe Frau- eine emphatische Frau und eine aufopferungsvolle Mutter.
Trotz ihres Schicksals und ihrer schweren Krankheit war sie voller Energie, Mut, Stolz und Kampfgeist. Sie hasste alle Ungerechtigkeiten und hatte ein riesen Herz für Menschen und Tiere in der Not. Wie oft wurde irgend wo im Haus ein Zimmer geräumt und ein mir recht unbekannter Mensch teilte eine Zeitlang sein Leben mit uns, weil er Hilfe brauchte und in Not war- oder abhängig- oder einfach nur verlassen. Jeder der ihr begegnete spürte, dass man bei ihr in Sicherheit war. Ich habe immer bewundert, wirklich bewundert das sie Menschen und ihre Seelchen fühlen konnte. Richtig fühlen- und großes Leid auch körperlich spürte.
Sie liebte alle Menschen- und für wiederholte Fehltritte und auch manch bittere Enttäuschung, hatte sie immer wieder Verständnis und Erklärungen für das Verhalten.
Sie fehlt mir so sehr, das es mir die Kehle zuschnürrt.
Wir wussten beide, dass ihre Zeit hier auf Erden kurz sein wird. Wir sprachen oft über den Tod und dem Sterben. Sie hatte keine Angst. Nur Angst davor, ihre Lieben alleine hier zurück zu lassen, dass war das was sie gequälte. Sie sagte immer unseren Kindern das sie nicht weinen bräuchten, wenn sie einmal gehen müsste. Das wir uns freuen sollten, über die vielen Jahre, die sie dem Leben abgetrotzt hatte und bei uns sein durfte. Sie möchte uns lachen hören - jeden Tag und jeden Tag. Das machte ihr das Herzchen leichter.
Wir waren darauf vorbereitet - dachten wir. Ich möchte so laut schreien und weinen, doch nur meine kalte Faust presst sich auf meinen Mund und ich ersticke in Tränen.
Sie starb friedlich am 01.11.2011 um 14.30 Uhr - 16 Tage vor unserem 20. ten Hochzeitstag im Alter von nur 38 Jahren.
Wir fanden sie so schnell, weil ihr geliebtes Shortybaby jämmerlich und fürchterlich schrie und weinte. Ich habe solche entsetzlichen, schmerzlichen Geräusche niemals zuvor in meinem Leben gehört und werde es in meinem Leben auch niemals wieder vergessen.
Nachdem die Polizei und unser Hausarzt meine Frau mitnahmen, schrie mein Sohn mit einem male - das Shorty stirbt - Shorty stirbt. Er lag im angrenzendem Bad in seinem Erbrochenem. Ab da wusste ich es ganz genau das Shorty uns auch verlassen würde. Ich spürte es.
Unser Tierarzt hier aus der Gegend kam unmittelbar, aber er konnte nichts an dem kleinen Racker feststellen. Er bekam etwas zur Beruhigung gespritzt und mir wurden ein paar Globulis hiergelassen- dann waren wir vier alleine mit unserem Schmerz. Ich wusste das Shorty sterben wird und will- ich sah es in seinen Augen. Das letzte mal das er sich bewegte war, um auf ihr Bett zu klettern. Dort bleib er bis er drei Tage später starb. Nichts und niemand konnte ihn dazu bewegen ihr Bett wieder zu verlassen. Am Tag darauf und dem Tag darauf bekam er Infusionen und Elektrolyte aber nichts half ihm. SIE war vorgegangen und wartete sicher auf ihn um mit ihm dort drüben- da wo meine beiden Mäuse nun sind, mit ihm zu schmusen und zu spielen.
Er ging- still und leise- entspannt war sein Körper- friedlich sein süßes Gesichtchen mit den braunen Lippen und den braunen Augenumrandungen. Er war nun bei ihr.
Sie fehlt mir so sehr. Es tut so verdammt weh.
In wenigen Tagen wird Shorty´s Asche hier her gebracht- dann bringe ich ihn zu ihr, an Ihr Grab. Sie wurde in Essen, bei ihrem Vater und ihrem Bruder beigesetzt.
Shorty war der Engel meiner Frau, sie hat das immer gespürt. Und nach Shorty´s grausamen Unfall sagte sie zu mir, mir stockt wieder der Atem, sagte sie zu mir, das ist bestimmt eine Warnung - ich muss bald gehen. Natürlich habe das nicht hören und auch nicht glauben wollen. Sie behielt wie immer Recht.
Und nun bitte ich Sie, weinen und trauern Sie nicht, denn sie, mein geliebter Engel ist nun bei Ihren Sternenkindern und wird sich liebevoll um alle kümmern. Und lachen Sie, sie hat Lachen so sehr geliebt.
Und irgend wann, irgend wann werde ich wieder bei ihr sein - dann wird der fürchterliche Schmerz in meinem Herzen beendet sein.
Ich möchte mich noch einmal von Herzen für Ihre Anteilnahme bedanken und für die vielen Worte des Trostes. Auch wenn wir uns einander nicht kennen, so bedeuten sie mir sehr viel.
In stiller Trauer und grenzenlosem Schmerz - Ihr Rainer
P.S.: Ja, sie fehlt ihnen sehr, so sehr, meinen Kindern, aber sie glauben daran das ihre Mama von oben auf sie aufpasst - und wenn das jemandem möglich ist- dann sicher ihr- mit Sondergenehmigung vom lieben Gott. Ich will daran glauben.
In diesem Sinne - Glaube versetzt Berge - geruhen Sie wohl.
Ihr Rainer