Guten Morgen liebe Forenmitglieder, ich brauche euren Rat...
(Tut mir leid, dass es so lang wurde...)
leider melde ich mich mit einer traurigen Diagnose von unserem kleinen Barney (1 / 1/2 Jahre). Nicht nur, dass ich vor 2 Monaten meine Mutter an Krebs verloren habe, sondern jetzt soll auch er daran sterben. Wir, mein Partner und ich, sind fix und fertig.
Wir sind letzte Woche Dienstag bei unserem Tierarzt gewesen, weil Barney häufiger erbrach, sogar Schaum. Schon seit er klein ist, erbrach er hin und wieder und wir waren sogar bei Tierärztin, die nur die Vermutung hatten, dass er beim Fressen schlingt. Das tat er ja auch :-(
An diesem Dienstag machten sie eine Röntgenaufnahme, doch wirklich was sehen konnten sie nicht. Ich hatte im Bauchbereich Knubbel gespürt, die sie abtastete und meinte, das sei nichts schlimmes. :-( Die Ärztin wollte es mit Antibiotika behandeln und gab auch Fiebersenkendes Mittel dazu, denn er hatte 40 Grad Fieber. Im Verhalten war Barney relativ normal, nur fiel auf, dass er öfters in den Kleiderschrank ging um Ruhe zu suchen. Auch das er fraß und dann nach wenigen Bissen es zuschaufeln wollte, machte mich skeptisch. Am Dienstag Abend sprang Barney wieder vermehrt rum. Wir hatten Hoffnung.
Am Mittwoch rief ich die Ärztin noch einmal an, denn sie wollte sich mit dem anderen Tierarzt besprechen. Er hatte den Verdacht auf Gastritis. Ich verneinte das vom Gefühl her und ließ mich in die Tierklinik Kaiserberg überweisen.
In der Tierklinik tastete man ihn gut ab und es fielen im Bauchbereich diese Knubbel auf. Sie machten dann eine Ultraschalluntersuchung und stellte Formen im Bauchbereich fest, die nicht dort hingehört. 6 x 3 cm (!!) maß sie ab. Die Organe seien aber unbeschädigt. Wir sollten ihn da lassen, denn sie wollten ihn ggf. operieren. Wir stimmten unter Tränen ein. Er verstand gar nicht, wieso wir ihn da ließen. Diese großen, grünen Kulleraugen…
Sie riefen am nächsten Tag an und da sie nicht wussten ob es wirklich ein Tumor ist, wollten sie erst noch Antibiotika geben für 5 Tage und sehen, ob es kleiner würde. Barney ging es in diesen Tagen mittelmäßig. Er hatte sich nur einmal erbrochen, was uns Hoffnung gab. Er fraß nur ausgewähltes, wenig, aber immerhin etwas. Auch auf's Katzenklo ging er, er machte sich etwas sauber (er war noch nie der reinliche Typ)
Am Mittwoch fuhren wir wieder hin, nächste Ultraschalluntersuchung, die er ganz tapfer und ohne Fauchen, ohne großen Widerstand über sich ergehen ließ.
Wir waren bei Doktor Kresken (ein sehr guter, erfahrener Arzt in dieser Klinik) und er meinte, dass sich nichts gebessert habe. Er sah auch, dass mehrere Tumore in der Bauchhöhle waren…
Er meinte, dass es so ausschaue, als würden es die Lymphknoten seien, aus denen diese Tumore entstehen, genau könne er dies nicht sagen. Aber er ist sich sehr sicher, das es Krebs ist, der ganz langsam entsteht. Dadurch, dass der Krebs keine Organe befallen hat, konnten wir dies auch nicht merken. Denn Schmerzen hatte er keine. Nur jetzt, wo die Tumore so groß sind, dass sie den Magen eindrücken, kann er nicht mehr viel Fressen. Ich habe so ein schlechtes Gewissen, dass ich der Ärztin vertraut habe, dass es nur durch sein Fressverhalten entstehe.
Dr. Kresken meinte aber, dass, selbst wenn wir eine frühere Diagnose gehabt hätten, nichts hätten tun können. Rausschneiden kann man Lymphdrüsenkrebs nicht, man hätte es nur verlangsamen können. Mensch, Barney ist doch erst 1 1/2 Jahre alt :-(
Dr. Kresken fand es auch verstörend, dass er so jung ist, aber Krebs gibt es nun einmal auch bei Kindern.
Was ihm aufgefallen war ist, dass Barney eine Augenentzündung (hinter dem Auge, also inneliegend) am Anfang des Jahres gehabt hatte, die behandelt wurde. Der Arzt hatte eine andere Katze behandelt, die mit 13 Jahren die selbe Augenentzündung hatte und die nun auch einen Tumor im Bauchbereich hat… Dies sei, nach seiner Aussage, vielleicht nur ein Zufall, aber auffällig sei dies schon.
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Es gab 2 Möglichkeiten, Barney zu öffnen und eine Probe zu entnehmen, wobei wenn es der Lymphdrüsenkrebs ist, wovon sie zu 99,9 % ausgehen, dann müssten sie ihn sofort einschläfern. Eine Biopsi von außen wollte er nicht wagen, da Barney verbluten könnte:-(
Oder mit Cortison behandeln und schauen ob der Körper darauf reagiert und er noch ein paar Monate hat, bei dem es ihm besser gehe. Die Tierärztin neben Herr Kresken riet uns dazu, damit das Tier vielleicht die Chance auf ein paar mehr Monate habe.
Wir wollen, dass er keine Schmerzen hat… und nun brauche ich euren Rat.
Barney frisst durch das Cortison etwas mehr, wobei er gestern sehr stark erbrochen hat. Er liegt in unserer Nähe, versteckt sich also nicht so sehr. Gerade liegt er auf der Fensterbank in seinem Kissen und döst. Sein Fell ist strubbelig. Geht man in die Küche, schaut er aufmerksam auf, will den Weg aber nur laufen, wenn er seinen Namen hört und das Klimpern von Porzellan. Er schaut uns immer so wach und klug an und im nächsten Moment döst er wieder. In den Augen lese ich, dass er weiß, wie es um ihn steht… (das bringt mich zu weinen)
Spielen tut er nicht mehr, grabbelt man mit den Händen unter der Decke, schaut er ganz fuchsig und würde spielen wollen. Dann lass ich es aber, weil keine weitere Reaktion kommt. Und wenn wir mit Leckerlies rascheln ist es so, als hätte er rein gar nichts. Er kommt angetapst und guckt so aufmerksam, dass es mir schwer fällt abzuwegen, ob man und wann man ihn erlösen muss oder nicht… denn dann legt er sich wieder auf die Jacke die auf der Couch liegt und sieht wie ein Häufchen elend aus. Er drückt auch sein Köpfchen in die Hand, wenn man seine Wangen streichelt. Er ist so lieb :-(
Ab wann ist es nicht mehr okay…? Ich will nicht, dass ich diesen junge Tier seine Chance verweigere… Wir haben auch wegen Chemo gefragt und Bestrahlung, aber das ginge nicht, sagte der Arzt, weil totes Gewebe im Körper zum Tode führt. Gibt es andere Möglichkeiten? Ich habe was von Horvi gehört...
Wir wissen einfach nicht weiter…
Danke für das Durchlesen und für die Ratschläge (!!)
Caimi mit Barney und Lilly
(Ach… Lilly geht es nach der Futterumstellung wieder sehr gut. Sie rennt wie wild durch die Wohnung, was mir für Barney so unendlich leid tut. Ich habe das Gefühl, dass Lilly nicht merkt, wie schlecht es ihm geht und überrennt ihn öfters oder ignoriert ihn… ich hatte durch den Tod meiner Mutter vergessen, was zu Lillys Zustand zu schreiben, Entschuldigung)