lol Na, ein Tier überhaupt zu domestizieren und zu kastrieren, damit man als Halter seine Freude daran haben kann, kann man genauso als "moralisch verweflich" betrachten. Auch wenn man sich einbildet, dass man der Katze was gutes tut, wenn man sie mit Glitzer, Plüsch und Kratzbaum in einer Wohnung einsperrt und die Möglichkeit zur Fortpflanzung beraubt, weil man sich gegenseitig Märchen erzählt, in denen potente Katzen leiden, macht es das nicht "moralischer".
ja, genau, da hast du völlig Recht. Das, was du da aufführst und was gemeinhin als "normal" angesehen wird, ist auch speziesistisch und somit mit moralischer Skepsis zu sehen. Bei Katzen ist es aber, soweit ich weiß, ein bisschen anders, weil dies Kulturfolger sind (was die Domestizierung angeht).
maryjanes, der Unterschied zwischen Zucht und Sklavenhandel ist, dass die Katzen es gut haben und von ihren Menschen geliebt werden. Außerdem, und das ist das wichtigste, die Katzen stört das alles nicht! Sie stört nicht, ob wir lieber Siam oder Perserkatzen haben. Und sie stört auch unser Gerede über Moral nicht.
Es gab in der Antike auch einige Sklaven, die es bei ihren Herren gut hatten ;-) Das ist ja die gravierende Ähnlichkeit zu Haustieren: Manche haben es gut (medizinische Versorgung, gutes Futter,...), andere leider nicht (kein gutes Futter, kein Tierarztbesuch, Käfighaltung,wenig Platz, Vernachlässigung), das ist ganz abhängig vom "Hausherren". Ich weiß leider nicht, ob das die Katzen stört. Wenn ich ein Tierliebhaber bin, orientiere ich mich ausschließlich an den natürlichen Bedürfnissen des Tieres und nehme ihn als ein Lebewesen wahr, dem ich Respekt und Würde entgegenbringe. Letztendes frage ich mich, ob Tiere nicht in der Natur am glücklichsten sind. Bei Kulturfolgern (wie der Katze) ist das aber ein bisschen was anderes, da sie ja mehr oder weniger freiwillig zu den Menschen kam (soweit ich weiß - Mittelalter: Ratten und so....wobei bei Wikipedia steht, dass die Katze seit 9500 Jahren als Haustier gehalten wird :lol

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Warum? Ich wette, 90% aller Menschen, die sich ihren Partner selber aussuchen dürfen, tut das erst mal übers Optische, sind die in deinen Augen jetzt alle oberflächlich und benehmen sich befremdlich :lol:? Klar, später zählen auch Charakter usw. und sicher spielen die Pheromone ebenfalls eine große Rolle, aber was mich optisch nicht anspricht, dem gebe ich erst mal keine Chance, nicht umsonst heißt es: Der erste Eindruck zählt :wink:.
Die Partnersuche beim Menschen läuft mittlerweile freiwillig ab - d.h. du kannst den anderen nicht zwingen, bei dir zu bleiben, wenn er nicht will. Bei einem Tier geht das. Die Rassekatze hat ja keine andere Wahl, als in deinen Haushalt zu ziehen, wenn du das willst ;-)
Mich stößt das Thema nicht ab, ich habe keinen Ekel davor und ich sehe auch keinen Zusammenhang zu geistigen Störungen, im Gegenteil, genau die sollen damit ja möglichst vermieden werden.
Na ja, worauf ich hinaus wollte, war 3. Reich mit der Rassezucht der Deutschen *hust*. Ich würde mal meinen, der Gedanke, Menschen zu züchten, ist schon sehr sehr eigenartig und widerlich.
Wieso nicht? Ich gebe dir mal ein Beispiel: Siamkatzen haben zu Beginn der Zucht geschielt und hatten einen Knickschwanz. Beides sehr ernste gesundheitliche Probleme und es hat Jahre verantwortlicher Zuchtarbeit gebraucht, diese Dinge auszumerzen. Hätte man die Tiere sich selber überlassen... naja, schau dir mal die Manxkatzen an - das sagt ja schon alles - oder findest du 'gut', was die Katzen da 'gemacht' haben?
Haben Wildkatzen, die frei von jeglichem menschlichen Einfluss sind, auch diese Probleme? Soweit ich weiß nicht. Dann ist noch die Frage, ob Schielen und Knickschwanz nicht erst durch den menschlichen Einfluss entstanden sind? :-? Ich glaube nicht, dass sich diese ernsten beeinträchtigten Probleme so ohne Weiteres weitervererbt hätten, da solche Nachkommen gar nicht erst überlebt hätten.
Vielleicht sollte man aber ersteinmal einen kritischen Blick in die Nutztierwelt werfen, von denen sich vermutlich die meisten hier samt ihren Katzen rein ausbeuterisch nähren (dass es denen gut geht, kann mir nun niemand verklickern)
Das ist natürlich ein großer weiterer Aspekt, der mMn noch ein viel größeres Thema diesbezüglich ist als Zucht von Rassetieren.
Zu meinen Gedanken und meinem Einwurf muss man sagen, dass ich mit Antispeziesismus schon sympathisiere (obwohl ich mich selbst nicht so bezeichne) und leider keinerlei Berechtigung dafür finde, ins Tierleben derart einzugreifen und diese zu kontrollieren, wie das heutzutage Gang und Gäbe ist. Bei Kulturfolgern wie der Katze, mag das schon was anderes sein, trotzdem hat "Zucht", finde ich, einen faden Beigeschmack.
Es ist schon so, dass der Mensch Unterschiede zum Tier aufweist und er das einzige Tier ist, das gegenüber anderen Spezies Verantwortung fühlen kann. Diese Verantwortung hat er auch zu tragen, finde ich. Und da ist einzuschließen, dass er im Sinne des Tieres handelt, also auf dessen Bedürfnisse achtet. Ist es aber ein tierliches Bedürfnis/steht es im Interesse des Tieres, das Tier gegen dessen Willen auszustellen und demzufolge einer Erniedrigung preiszugeben, steht es im Bedürfnis und Interesse, seine eigene Linie zu erhalten, weil sie schön aussieht? Ich denke vor allem die letzten beiden Punkte sind eher dem menschlichen Interesse zuzuordnen und demzufolge im Sinne des Tieres zu hinterfragen.
Es mag schon sein, dass seriöse Zucht vielleicht eine gute Sache ist letztlich, trotzdem bleibt bei mir da ein fader, moralischer Beigeschmack, sodass ich das nicht vollkommen gutheißen kann.